Magst Du Sex mit verbundenen Augen? Zumindest schließt Du sie doch manchmal, oder? Hat ja auch was: Sind die Augen zu oder verbunden trennt das ja komischerweise gar nicht vom anderen, eher macht es das Erleben direkter, unmittelbarer oder auch – je nach Variante – ausgelieferter. Kinky.
Ganz anders mit den Ohren. Für diejenigen unter Euch, die vom Sex mit Ohrstöpseln träumen, muss ich leider sagen – it sucks. Ich kann das beurteilen. Denn Hörgeräte stören beim Sex. Sie drücken oder pfeifen sogar dazwischen. Ne Brille nimmt man ja auch ab, oder?
Ohne Ton allerdings fühle ich mich erstaunlich allein dabei. Ich weiß dann nicht, woran ich bin. Erst durch all die kleinen und großen Laute, die Seufzer meiner Liebsten wird mir das Ganze zum Liebesspiel. Nur dann sind wir wirklich zu zweit und ich fühle: Wir tun’s miteinander! Gut für die Erregung, finde ich. Ohne Ton dagegen ist die andere einfach nicht so ganz da. Mitten in der Nacht mit Begehren geweckt, tasten andere vielleicht nach Kondomen oder ihrem Lieblingsspielzeug; ich taste nach wenigstens einem Hörgerät. Klar, manchmal ist die Lust so groß, da ist nix mehr mit nebenbei hinterm Rücken tasten. Aber das ist dann eine Art – Blindflug.
Nachtrag: Auch schwerhörig kuscheln ist so eine Sache. Außerdem wurde mir inwzischen gesagt, dass — wenn man auf Ausgeliefertheit steht — es mitunter ganz nett sein könne, verbundene Augen und verschlossene Ohren zu haben….






15 Antworten bis hierher ↓
kipet // 14. Mai 2009 um 15:47
Sensationell! Danke für den Lacher, den Du mir beschert hast, und auch fürs Nachdenken!
LG Kipet
not quite like beethoven // 15. Mai 2009 um 05:48
Bitte, gern geschehen. Freu mich..
nadinevonbremen // 11. Juni 2009 um 20:16
Glaube mir mal, ich hatte mal eine „Bekanntschaft“, da hätte ich mir gewünscht, Hörgeräte zum Rausnehmen zu besitzen. Klingt fies, ist aber so.
Danke für diesen Beitrag!
not quite like beethoven // 12. Juni 2009 um 14:57
Oje, Nadine, das klingt ja nicht gut. Hoffe, das passiert mir nicht. Denn nach diesem Post kann ich ja auch nie mehr das Hörgerät rausnehmen, ohne dass die andere weiß was Sache ist…
Lars Fischer // 21. Juli 2009 um 09:58
Das ist mal ein Problem, das ich nicht hab. Ich finde nicht dass das Hörgerät beim Sex stört. Vllt. ein mechanisches Problem oder schlecht eingestellt?
not quite like beethoven // 21. Juli 2009 um 14:05
Wenn die nicht richtig eingestellt sind oder die Ohrstücke undicht ist es schlimmer. Ich bin aber so eine Art Hörgeräte-Sex-FKKler, am liebsten hätt ich’s nackig.
Fischer // 21. Juli 2009 um 15:53
Ich glaube so gesehen sind die meisten Dinge ohne Hörgerät besser… Aber was will man machen?
querbeet gelesen › Fünf Fragen an Not quite like Beethoven // 27. Juli 2009 um 08:13
[...] also. Ich blogge dann mal, weil ich gerne sagen will, wie unerwartet sich Schwerhörigkeit auswirkt oder um ein bißchen aufzuklären, wie sie sich eigentlich anhört. Neulich, weil bestimmte Fragen [...]
Vorspeisenplatte » Blog Archive » On His Deafness // 9. August 2009 um 10:12
[...] [...]
kace-68 // 18. August 2009 um 23:21
schau mal „Die fabelhafte Welt der Amelie“ – süß gemacht (Stöhnerchen, Gespensterbahn, Moped fahren) und das Dir die Geräusche so wichtig sind??? Auch beim Sex kann man/frau sich weiter entwickeln und *geben ist schöner als nehmen* man spürt doch Atem auf der Haut, Muskeln ….. ola
Deaf News Magazin // 22. September 2009 um 21:42
Tja, also ich kann nur sagen der gute Mann hat Recht, denn mit „TON“ ist das ganze irgendwie lustvoller.
Allerdings, nicht böse gemein ganz im Gegentei, kuschelt man mit gehörlosen Frauen, die ja die Laute nicht so einschätzen können, kommt man dabei vor wie ein toller Hecht
Liegt einfach daran dass dass seufzen um einiges lauter ist
not quite like beethoven // 23. September 2009 um 07:48
Interessant, sorum hab ich das noch nicht gesehen. Aber meinste nicht, das hat mehr mit sowas wie Gehenlassen zu tun als mit Taubheit oder nicht? Gerade wenn man weiß, man macht etwas was der andere hört, man selber aber nicht…?
madove // 30. September 2009 um 13:54
Ich stelle mir das generell schon schwierig vor, auch beim Kuscheln. Ich hatte mal einen Freund, der eh schon leise sprach und immer meinen Kopf in beide Hände nahm (sprich: mir an den Ohren rumwuschelte) während es leise Sachen murmelte, die ich SEHR gerne gehört hätte… aber man kann ja dann auch nicht immer fragen „Waas? Wunderbar? Wer? Ich? Achso, äh, danke.“ Da bin ich mir temporär erstaunlich schwerhörig vorgekommen.
not quite like beethoven // 30. September 2009 um 22:17
Genau so ist es, man kann nicht immer fragen. Das stört dann doch sehr…
„Oooh, jaaa, Duu!“ — Warum Schwerhörige vor unangenehmen Überraschungen beim Sex schützt « Not quite like Beethoven // 8. Oktober 2009 um 13:06
[...] Oktober 2009 · Kommentar schreiben Man denkt ja immer mal über Sex nach. Seit Madoves Kommentar hat mich folgendes Szenario beschäftigt: Verstehen tu ich gut, wenn man mir in die Augen sieht und [...]