Not quite like Beethoven

Blindflug im Bett – Vom Sex mit und ohne Hörgerät

5. April 2009 · 15 Kommentare

Magst Du Sex mit verbundenen Augen? Zumindest schließt Du sie doch manchmal, oder? Hat ja auch was: Sind die Augen zu oder verbunden trennt das ja komischerweise gar nicht vom anderen, eher macht es das Erleben direkter, unmittelbarer oder auch – je nach Variante – ausgelieferter. Kinky.

Ganz anders mit den Ohren. Für diejenigen unter Euch, die vom Sex mit Ohrstöpseln träumen, muss ich leider sagen – it sucks. Ich kann das beurteilen. Denn Hörgeräte stören beim Sex. Sie drücken oder pfeifen sogar dazwischen. Ne Brille nimmt man ja auch ab, oder?

Ohne Ton allerdings fühle ich mich erstaunlich allein dabei. Ich weiß dann nicht, woran ich bin. Erst durch all die kleinen und großen Laute, die Seufzer meiner Liebsten wird mir das Ganze zum Liebesspiel. Nur dann sind wir wirklich zu zweit und ich fühle: Wir tun’s miteinander! Gut für die Erregung, finde ich. Ohne Ton dagegen ist die andere einfach nicht so ganz da. Mitten in der Nacht mit Begehren geweckt, tasten andere vielleicht nach Kondomen oder ihrem Lieblingsspielzeug; ich taste nach wenigstens einem Hörgerät. Klar, manchmal ist die Lust so groß, da ist nix mehr mit nebenbei hinterm Rücken tasten. Aber das ist dann eine Art – Blindflug.

Nachtrag: Auch schwerhörig kuscheln ist so eine Sache. Außerdem wurde mir inwzischen gesagt, dass — wenn man auf Ausgeliefertheit steht — es mitunter ganz nett sein könne, verbundene Augen und verschlossene Ohren zu haben….

Kategorien: Being 'Not quite like Beethoven' · Unerhörtes
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