Monatsarchiv: November 2009

Kundenbindung bei Tokio Hotel

Tokio Hotel, soll heißen: Bill und Ted Tom Kaulitz, sind schwerhörig. Alle beide. Irgendwie von Geburt an, aber auch durch die laute Musik.  [Quelle]

Lustig finde ich, dass sie dabei betonen: Es mag zwar durch die Musik schlechter geworden sein, auf keinen Fall aber durch das Gekreische der Fans. Im Gegenteil:  Bill findet das Gekreische der Fans „am geilsten“. Das nenne ich mal Kundenbindung.

Nachtrag: Ich sehe gerade, Judith vom Gehörlosblog hat das Thema auch aufgegriffen.

Was in mir drin ist

Wer’s nicht findet, aber wissen will wo’s ist und hingeht, klicke auf das Bild. Ich muss sagen: Ich find das immer noch unheimlich!

Suchen – und bei „Not quite like Beethoven“ Finden

Hihihi. Auch für sowas schickt einen Tante Google inzwischen hierher:

modebloggerin werden

Aber ist okay. Passiert ja nicht ohne Grund! Ich bin sicher aus meiner Geschichte kann man gut lernen wie’s geht: klick und klack.

Punkrocksicher — Wie Hörgeräte meinen Musikgeschmack veränderten

Ich hatte mal Hörgeräte, die waren punkrocksicher. Widex C18, es waren die besten Geräte die ich je hatte, vor allem weil sie eine super Störschallerkennung hatten. Ich verstand in lauten Restaurants besser als meine Eltern und ihre Freunde. Das ansonsten unerträglich laute Geplapper der anderen Menschen wurde auf ein sanftes Säuseln herabgedämpft. Das müsst Ihr euch mal vorstellen: Ich. Als Schwerhöriger. Verstand! BESSER! Solche Freude!!

Nur, sobald irgendwo Punkrock kam — ich rede hier von sowas wie The Exploited, Dead Kennedys, Slime — regelten die Geräte ihn automatisch runter. Drehte ich die Lautstärke hoch, regelten sie noch mehr runter. Selbst auf Konzerten war das so. Es war frustrierend!

Ich glaube damals begann ich, etwas melodischere Sachen zu hören. Zuerst Primus

… und irgendwann war ich dann eher bei so Sachen, wie Ihr sie (neben anderem) hier im Blog unter Schöne Töne findet.

(Und ein andermal gibt’s dann auch was über aktuelle Musik.)

Operation erfolgreich, Patient fühlt sich 15 Jahre jünger!

Ich komme mir vor wie in mitten der Pubertät: Gefühle im Aufruhr. Der eigene Körper fremd.  Ich brauche Finger, Spiegel und Kamera um ihn zu erkunden. Ich will wissen wie’s da untenrum hinterm Ohr so aussieht. Und wie’s sich anfühlt.

Ich halte mir die Kamera hinter den Kopf und drücke ab. Verdammt, schon wieder unscharf, überbelichtet, unterbelichtet! Ich verrenke mich vor dem Spiegel, einen kleinen Schminkspiegel in der Hand. Ah! Wulstig sieht sie aus, die Narbe hinter meinem Ohr, weich und empfindlich fühlt sie sich an. Die Finger gleiten vorsichtig an dem rosigen Fleisch entlang. Das soll ich sein? Fühlt sich an als fasse ich jemand anderes an.

Ich versuche, das Implantat zu ertasten. Schräg über meinem Ohr zucke ich zurück. Da knurpselt was. Hilfe!

Zweiter Versuch: Ich kann es spüren. Das muss es sein. So eine seltsam weichliche Stelle, mit einem kleinen härteren Hubbel in der Mitte. Das muss der Magnet sein. In meinem Kopf. Ich muss mich setzen.

Es heißt, ja Selbsterkundung sei der erste Schritt zu besserem Sex. Na, hoffen wir’s. Wenigstens weiß ich jetzt, dass es alles kein Traum war.

Nachtrag: Wer wissen will, was ein CI ist und es für mich bedeutet, klicke hier und auf diese drei Einträge.

Netter Versuch, aber Dialog sieht anders aus! o2 und die Behinderten

Die Situation? Ausgrenzung durch Unterlassung würde ich sagen. Denn zwar verbinden Handy und Internet Menschen in noch vor 15 Jahren unvorstellbarer Weise.  Aber wenn sie Ton- und Sprachausgabe nicht hören, Schrift und Bild nicht sehen oder die gängigen Eingabegeräte nicht bedienen können, dann können Behinderte Sprach- und Datendienste in festen und mobilen Netzen nicht nutzen. Und an der Gemeinschaft und Produktivität, die  die Anwendungen moderner Telekommunikation stiften, nicht teilhaben. Auch speziell auf bestimmte Einschränkungen zugeschnittene Tarife oder Möglichkeiten, Kundenbetreuung und Support zu erreichen, gibt es in Deutschland soweit ich sehe nicht. Was alles machbar wäre, habe ich an einem wirklich vorbildlichen Beispiel aus den USA beschrieben.

Darum will ich zuerst mal Telefónica o2 Germany loben — weil sich der viertgrößte Mobilfunknetzbetreiber Deutschlands des Themas annimmt!

O2 will den Dialog mit Behinderten (und dabei wie es scheint besonders mit Schwerhörigen und Gehörlosen) sowie an Behinderung Interessierten aufnehmen. Dafür haben O2 und UPJ, ein Verein, der Unternehmen bei gemeinnützigen Aktivitäten unterstützt, extra eine Online-Plattform eingerichtet. Dort kann jedermann Beiträge einstellen und die anderer kommentieren. So möchte O2 von Problemen erfahren, die Behinderte zu bewältigen haben damit Internet und Telefon nutzbar sind und diskutieren, welche Chancen sich für sie ergeben könnten. Ich finde das grundsätzlich gut und möchte meine Leser ermutigen: Schaut Euch das mal an! Ich habe mich dort vorgestern nach einigem Zögern auch beteiligt.

Wer mich kennt, weiß aber, dass ich hellhörig werde, wenn sich Behörden oder Unternehmen Dialog auf die Fahnen schreiben. Denn was passiert hier? O2 lässt eine Frage ins Netz schreiben („Brücke oder Graben: Welchen Einfluss hat die moderne Telekommunikation auf die gesellschaftliche Integration von Menschen mit Behinderung?“) und wartet ab, was kommt. Währenddessen wird die Aktion schonmal als corporate responsibility verkauft.

„Diskutieren Sie mit!“ sagt O2. Aber von Diskussion ist zumindest nach einem Monat Laufzeit nicht viel zu sehen. Und das ist auch kein Wunder. Denn welchen Einfluss auf wen man sich durch die Beteiligung erhoffen darf, ist unklar. Da werden Erfahrungen und Überlegungen abgefragt, Betroffene und Interessierte setzen sich hin und schreiben. Sie antworten O2. O2 dagegen will es einfach nur wissen. Dialog und Diskussion meinen in diesem Fall Dialog und Diskussion ohne O2.

Am Ende des Diskussionszeitraums wird eine Zusammenfassung der Beiträge erstellt und zumeist auf Grundlage der Ergebnisse eine Veranstaltung mit weiteren Experten und Mulitiplikatoren zum jeweiligen Thema organisiert. Die Auswertung der Beiträge sowie der direkte Dialog im Rahmen der Veranstaltung eröffnen den Auftraggebern der Fragestellung die Möglichkeit, die Meinungen und Sichtweisen der Teilnehmer und Experten, in ihren internen Entscheidungsprozess zu entsprechenden Fragestellungen einzubeziehen. [...] Alle Teilnehmer erhalten nach dem Ende der Diskussion eine kurze Zusammenfassung der Ergebnisse sowie auch einen Hinweis darauf, wie der Fragesteller diese in seinen Entscheidungsprozess einbeziehen wird. [Quelle]

Das heißt: In den „Dialog“, den man anstoßen möchte, steigt man selbst nicht ein. Mehr noch, O2 fragt gar nicht, was O2 tun könnte, sondern was „Politik, Wissenschaft, Behindertenverbände und Unternehmen“ tun könnten und sollten. Damit ist jeder und niemand direkt angesprochen. Indem man sich beteilige könne man, wie es hier heißt, „Einfluss auf gesellschaftlich relevante Themen nehmen.“ Geht es vielleicht noch bißchen breiter und unbestimmter?  O2 macht sich systematisch frei von jeder direkten Antwortpflicht.

Ich finde es grundsätzlich gut, dass sich ein Unternehmen wie O2 offen, ja wißbegierig zeigt. So wie es bisher läuft, ist mir allerdings der Nutzen für das Unternehmen, sich wißbegierig und offen zu zeigen deutlicher als der für diejenigen, die dem Unternehmen ihre Zeit und Mühe schenken. Den Kunden und der Zielgruppe, um die es hier angeblich gehen soll.

Dialog mit Kunden sieht anders aus. Aber im Unterschied zum als Vodafail bekannt gewordenen Versuch eines Mitbewerbers sehe ich hier einigermaßen gute Möglichkeiten, das Ganze zum besseren zu wenden. Thema und Zielgruppe sind definierter, und vielleicht bietet gerade die Unklarheit dessen was dabei herauskommen soll, eine Chance.

Ein Konzern sucht — jedenfalls nach eigener Aussage — den Dialog. Tun wir was dafür! Geht mal rüber , bildet Euch Eure Meinung und beteiligt Euch. Kritisch. Ich würde mir nur wünschen, dass sich auch O2 an seinem eigenen Dialog beteiligt, damit dieser den Namen auch verdient. Und bin wie immer auch hier an Euren Meinungen und Kommentaren interessiert.

[Nachtrag: Wie die Geschichte (vorerst) zu Ende ging, lest ihr hier.]

Tagesausflug: Es geht nur Münchhausen

Ich mag sie. Lia R. und MannfRed lassen auf sexdrugsblognroll.com Stars und Sternchen die Luft raus, kehren was keiner sehen soll zuoberst und klopfen die Hypes ab. Von allen Seiten. Was übrigbleibt, wird mit hintergründigem Lächeln und Schleifchen auf Eure Bildschirme geliefert. Dazwischen immer wieder richtig schöne längere Stücke — kürzlich zum Beispiel über Schals, die deutsche Einheit oder den Sex-Appeal von Gitarristen auch wenn sie Schlagzeuger sind.

Nun freu ich mich sehr, dass die beiden mich für ihre neue Gastautoren-Reihe eingeladen haben, über „Druck“ zu schreiben. Ergebnis: Es geht nur Münchhausen. Bitte mal angucken gehen.

Am Wochenende gibt’s meinen und die anderen Beiträge übrigens als Podcast. Und stöbert ruhig ein bißchen rum bei den beiden Exilbayern.

I’m a Cyborg, but that’s OK

Na, das ist ja mal genau der richtige Film für mich jetzt nach der OP. Der Computer in meinem Kopf, der bald mein linkes Ohr ersetzt, ist so groß wie eine halb aufgerollte Lakritzschnecke. Und teurer als ein Mini Cooper. Keine eingebauten Waffen, leider. Und auch kein direktes Interface zum Bloggen. Ist nach wie vor alles Handarbeit ;-)

Der Film ist gut, so eine Art Amélie in der Irrenanstalt, sehr asiatisch. Guckt den mal an. [trailer]

Das süße Leben im Krankenhaus

„Wer ist das?“, fragte er.
Mir fiel auf, dass ich wieder hören konnte. Schön für mich. Ich hatte noch ein leises Klingeln in den Ohren, aber das würde vorbeigehen. „Ich weiß es nicht.“
Richard sah mich an. „War das der … Killer?“

Ja, das ist schön für sie.  Hoffe, mir wird’s genauso gehen. Auf den Killer können wir aber gerne verzichten, im echten Leben.

Das ist aus Laurell K. Hamiltons Tanz der Toten. (dt. 2007). Versüßt mir grad die wachen Stunden. Immer noch alles eher Dämmerzustand. Keine Weltliteratur, aber für die hätte ich gerade gar nicht die Konzentration. Ich bin gerade DER Supertester, ob etwas spannend ist oder nicht! Tolle Figur, diese Anita Blake. Ich werde weiterlesen. Allerdings lieber auf Englisch, die Übersetzung hat mich nicht überzeugt. Und ich werde mit Band eins weitermachen: Guilty Pleasures.

Aufwachen — und weiterträumen?

Beim Aufwachen aus der Narkose erstmal Englisch gesprochen. Die tippten mich an, und das schon ziemlich lange. Aber das paßte so gut zu dem Traum, den ich hatte. Ich kann mich zwar nicht erinnern, aber der muss in USA gespielt haben oder mit Leuten von dort. Die Ärzte haben ein wenig komisch geguckt — aber wahrscheinlich sind sie ganz anderes gewohnt von Leuten, die nach Rumgeschnippele direkt beim Gehirn wieder zu sich kommen.

Heute, am ersten Tag nach der OP tut mir zwar der Kopf etwas weh und da ist ein Verband. Aber es fällt mir schwer mir vorzustellen, dass ich nun tatsächlich einen kleinen Computer, ein CI im Kopf habe. Alles geschummelt? Ob es morgen noch da ist?

Nachtrag: Wer wissen will, was ein CI ist und es für mich bedeutet, klicke hier und hier.

Kant, nicht Keller. Oder?

Nicht Sehen trennt von den Dingen. Nicht Hören von den Menschen

Ein Spruch, der in fast jedem Buch und Artikel über Schwerhörigkeit, Ertaubung und Gehörlosigkeit vorkommt und der meist Helen Keller zugeschrieben wird — einer Taubblinden, die es ja wissen muss.

Dabei scheint der Spruch ursprünglich von Kant zu sein, dem Philosophen, der sein Leben fast ausschließlich in Königsberg verbrachte, was seiner Philisophie oft von naseweisen Erstsemestern zum Vorwurf gemacht wird. Hahaha, der habe doch von der Welt nichts gesehen und dann so einen Anspruch!

Ist es nicht interessant, dass der allgemein zustimmungsfähige Spruch über Taubheit und Blindheit von jemand zu sein scheint, der selbst kein besonderes Problem mit hören und sehen hatte?

Der Mann muss wirklich außergewöhnliche Vorstellungsgabe gehabt haben. Gut, okay, wir reden hier über Kant, stimmt…. Allerdings habe ich nirgends eine Quellenangabe gefunden, hat irgendjemand eine?

2 1/2 Tage Normalität

Komisches Gefühl. Heute ist Dienstag. Mittwoch, Donnerstag. Und Freitag vormittag. Noch zweieinhalb Tage, in denen ich ein normaler, organischer Mensch bin.

Ab da höre ich dann auf dem linken Ohr erst einmal gar nichts, oder kaum was, bevor im Dezember my new cyborg life beginnt. Bevor ein Computer an meinem Kopf die Umgebung analysiert und aufgrund seiner Programme berechnet, welchen Strom das Gerät in meinem Kopf an die Nervenbahnen abgibt, die zum Gehirn führen.

Mein Hirn wird ein Weilchen brauchen um daraus seinen Sinn zu machen….

Schwerhörige in der Schule: Eine Frage des Glücks?

desks_university -- Photo by teachingsagittarian / flickr, some rights reserved

Ich bin ein Glückskind. Oder zumindest muss ich das annehmen, wenn ich sowas hier lese:

Karin ist schwerhörig, eine von rund 500.000 Menschen, die in Österreich mit dieser Behinderung leben. Den Schulalltag hat die junge Frau gut gemeistert, an der Englischmatura sollte sie scheitern. Die Prüfer ließen sie durchfallen – weil Karin das Hörbeispiel nicht verstand. [Quelle]

Helene Jarmer, eine anfangs angefeindete, gehörlose Bundestagsabgeordnete in Österreich, sagt in dem Artikel, das sei kein Einzelfall. Schwerhörige könnten kaum die Matura, also in Deutschland das Abitur, bestehen. In einem Fall sei ein Schwerhöriger in Englisch wegen schlechter Aussprache durchgefallen worden. Das finde ich entsetzlich, macht mich aber auch nachdenklich.

Wenn ich mich an meine Schulzeit und Prüfungen zurückerinnere, dann haben mir meine Eltern immer gesagt, ich solle ganz früh mit den Lehrern reden — und ich hatte, bis auf wenige Ausnahmen, immer Glück.

Ich erinnere mich an Nacherzählungen in Deutsch und Englisch: Der Lehrer stellte sich direkt vor mich hin und sprach mich direkt an. Ein- oder zweimal durfte ich die nachzuerzählende Geschichte auch lesen, statt hören.

Ich erinnere mich an Hörverstehensübungen mit Filmen und Tonaufnahmen in den Fremdsprachen: Ich verstand schon immer nichts, was aus Lautsprechern kam. Die Aufgabe wurde bei mir nicht gewertet oder über den Daumen aufgerundet. Schließlich bekamen die Lehrer ja auch ansonsten auch einen Eindruck davon, wie hell oder wie doof ich im Kopf war und ob ich ein Gefühl für die Sprache entwickelte. Und ich erinnere mich an eine Spanischprüfung, bei der sich die Prüferin extra mit mir traf und mir die Hörbeispiele in ihrem Büro vorlas — was für mich besere Akustik und die Möglichkeit zum Lippenlesen bot.

Ich erinnere mich sogar an einen Physiklehrer der mir am Ende ganz pauschal eine Note besser gab als ich mir erarbeitet hatte, einfach weil er meinte, er müsse ja auch die mündliche Beteiligung werten und die ziehe meine Note über Gebühr herunter.

Klar, ich erinnere mich auch an Gegenbeispiele. Es gab den Französischlehrer, der steif und fest der Meinung war, dass ich mich verweigerte, ihn gar verspotten wollte. Da war an großzügiges Aufrunden nicht zu denken. Im Gegenteil, es war einiges an gutem Zureden seitens meiner Mutter und seiner Kollegen notwendig, damit er mich nicht durchfallen ließ.  (Heute und nebenbei gesagt, er hatte auch Recht, der Französischlehrer.)

Wie die Lage quantitativ ist, kann ich nicht beurteilen. Ich habe nur meine eigene Erfahrung aus den 1980ern und 90ern in mehreren normalen Schulen einer mittleren Großstadt in Westdeutschland . Und sicher, es ist alles auch eine strukturelle Frage. Die institutionellen Förderungsmöglichkeiten für Schwerhörige und Gehörlose sind ohne Zweifel verbesserungswürdig. Aber wenn’s auf der zwischenmenschlichen Ebene, zwischen Lehrern und Schülern, nicht gut läuft, dann helfen auch Gesetze weniger. Klar kann man klagen, aber niemand sollte wertvolle Schul- und Lebenszeit verlieren, nur weil sie auf das Urteil in irgendeiner Sache warten.

Was sagt Ihr dazu? Hatte ich nur unglaubliches Glück?

Innenohr-Implantate: Das Objekt der (Wachstums-)Begierde für Hörgerätehersteller

Zuletzt ging’s hier so persönlich und intensiv zu — weiß gar nicht wo ich den Faden wieder aufnehmen und weiterbloggen soll. Drum greif ich mal etwas auf, das mir schon länger im Kopf rumschwirrt: Die Hör-Geräte-Industrie.  Denn bei aller Hilfe, die die Geräte zweifellos sind, existieren sie ja auch, damit jemand damit Geld verdienen kann. Und zwar, wie immer, möglichst viel Geld.

Das sieht man gut an einer Schlagzeile der letzten Woche, über die ich mir im folgenden ein paar schnelle Gedanken mache: Für umgerechnet rund 340 Millionen Euro wird Sonova, einer der weltweit größten Hörgeräte-Hersteller, Advanced Bionics (AB) kaufen — einen amerikanischen Hersteller von Cochlea Implantaten (CIs).

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Aufbruch

Herbstsonne -- Photo by Not quite like Beethoven, all rights reserved

Ich werde es tun.

Englischer Ausflug: Wie sich Ertaubung anfühlt

Autumn, Photo by Not quite like Beethoven, all rights reserved

Sonntag ist Ausflugstag. Ich bin zu Gast bei Mog — kommt doch auch vorbei! Hier könnt Ihr einen englischen Text von mir besuchen, in dem ich beschreibe, wie sich meine Ertaubung anfühlt.

Die Gastgeberin ist die Autorin des wunderbaren Blogs You hear some funny things when you are deaf, das vor kurzem als Mog Renewed neu gestartet ist. Und der Text ist in der Email-Unterhaltung mit ihr entstanden.

Das Leben mit und ohne Hören: Was wäre wenn…

Die Sache mit dem Cochlea Implantat läßt sich nun doch nicht in zwei Einträgen abhandeln (klick klack). Ich brauche drei :-)

Also…

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Schöne Töne zum Sehen — Noir Désir mit Gebärdensprache

Danke, mrs h.! Kann übrigens jemand französische Gebärdensprache?

Warum ich ein Cochlea Implantat haben will

So, heute das Gegenteil von gestern. Wahrscheinlich denkt ihr, jetzt ist er total verrückt geworden, der Not quite. Oder er hängt sein Fähnchen nach dem Wind. Es ist aber seit einiger Zeit so: Ich gehe abends ins Bett wie gestern beschrieben und wache heute auf wie, nun, wie ich gleich beschreiben werde. Mal denke ich Ja! oder Nein! und spätestens nach ein paar Tagen bekomme ich wieder Zweifel. Um klarer zu sehen, was ich nun in Sachen CI unternehmen werde, habe ich mir die Freiheit genommen und mal meine Gedanken und Gefühle nur aus der einen Perspektive aufgeschrieben. Ich bedanke mich herzlich für alle Kommentare zu dem Post von gestern! Die waren sehr hilfreich! Jetzt kommt die andere.

Irgendwo zwischen diesen beiden Texten finde ich mich, im Moment eher zerrissen. Leider kann ich mein echtes Leben ja nicht wie diese aufteilen und mal so mal so leben. Obwohl — eigentlich ist es glaube ich ganz gut, dass ich das nicht kann. Es gibt sicherlich Menschen, die es lächerlich finden, welche Probleme ich mir bereite. Aber so ist es nun mal.

Nach Warum ich kein Cochlea Implantat haben will nun Warum ich eins haben will

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Warum ich kein Cochlea Implantat haben will

Es ist jetzt fünf Jahre her, dass erstmals ein Arzt zu mir sagte, ein Cochlea Implantat (CI) wäre doch was für mich. Damit könnte ich wieder um einiges besser hören. Ich war geschockt. Eigentlich war ich nur dort um herauszufinden, ob meine Schwerhörigkeit eine autoimmune Ursache hatte. Und dann so ein Themenwechsel! Doch ich sagte mir, ich sei erwachsen und sah mir Vorteile und Nachteile an. Schließlich habe ich das Angebot abgelehnt.

Seither werde ich immer wieder mal gefragt, warum ich das getan habe. Darum hier die Gründe, warum ich kein CI haben will…

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Ist er’s, ist er’s nicht?

Halloween 015, Photo by Not quite like Beethoven, all rights reserved

Da öffnet einem so einer die Türe — und weil man schlecht hört, weiß man nicht wer’s ist. Ist’s der Gastgeber, den man kennt und begrüßen sollte? Oder irgendjemand? Den anderen hat’s schon die Stimme verraten.

Ich hätte nicht gedacht, dass das so verunsichernd und aufreibend ist. Sind nur ein paar Sekunden, aber: Nicht zu wissen, wer das ist bedeutet, nicht zu wissen wie ich mich verhalten soll. Und alle anderen haben das Problem mal wieder nicht. Den Schalk da selber fragen hilft nix, durch die Maske und ohne Lippen. Außerdem — wer würde auf die Frage schon zugeben, dass er’s ist?!