Hintergrund und Vordergrund

Man macht sich ja so seine Vorstellungen vom eigenen Leben. Ihr wißt schon, wer man sein möchte. Wo man hin will.  Wer einen begleiten soll. Und was dafür der richtige Soundtrack ist. Das ist alles schwierig genug und meist mit allerhand Anstrengung, Irrwegen und Enttäuschungen verbunden.

Aber so langsam fügt sich ein Bild. Oder manchmal auch ganz plötzlich. Auf einmal Dastehen und das Gefühl haben, ja. Das ist es! Es paßt doch, mein Leben.

Das ist der Moment, in dem man verletzlich wird. Weil man sich mit seinen Gefühlen an Menschen, Lebensumstände und vorgestellte Zukünfte bindet. Dann wird es Glückssache.

Womöglich steht man auf einmal da und ist der einzige, der noch in diesem Bild steht. Die Welt hat sich weitergedreht, alle anderen haben sich anderswohin orientiert. Selbst der Fotograf, der das alles so schön festhalten sollte, ist gegangen.

Ein Hoch auf diejenigen, die dann mutig genug sind zu sagen, ach, war ja ganz schön hier. Die einmal in den Spiegel gucken ob alles sitzt — und sich dann umdrehen und gehen. Man kann nicht alles planen, es kommt sowieso mal so und mal so. Also kann man genauso gut selbst ein paar Entscheidungen treffen. Es ist befreiend, zu agieren, nicht nur zu reagieren. Und mutig.  Weil man Vordergrund und Hintergrund im Leben ganz neu sortieren muss. Weil nicht klar ist, wohin es gehen und wie es werden wird. Weil wenn überhaupt irgendetwas sicher ist, dann nur die paar Dinge, von denen man Abschied nehmen muss. Die vielleicht sogar schon weg sind, nur die eigenen Gefühle haben’s noch nicht mitbekommen.

Ich zähle mich einfach auch mal zu denjenigen.

About these ads

6 Antworten zu “Hintergrund und Vordergrund

  1. Sehr, sehr schön!

  2. Hallo,

    ich hoffe, es geht Dir gut. Du schreibst grade, als würdest Du Dich gern (oder als würde ich mich in solcher Situation gern?) unter der Bettdecke verkriechen in der Hoffnung, dass im Dunkeln die Monster nicht zu sehen seien.

    Alles Gute, gp.

  3. schön! danke, dass du worte für dieses gefunden hast, wo sie mir gerade fehlen.

  4. Ich glaube es ist eher eine Raupe im Stadium der Metamorphose, die zu einem bunten, schönen Schmetterling wird, der dann davon fliegt.

  5. jueb, danke! Wobei die Schmetterlingsmetaphorik mir nicht so zusagt, ist mir bißchen zu, wie soll ich sagen, traumhaft? Zwangsläufig? Und vielleicht kurzlebig, ich meine Schmetterlinge leben nur ein paar Wochen, höchstens Monate…

    Gute Pute, interessanter Name! :-) Ja, es gibt so Tage. Allerdings damit sie verschwinden ;-) Ich denke, wenn’s sich um ne richtige Krise handelt, kennt fast jeder diesen Impuls. Kommt halt drauf an, was man draus macht…

    Freut mich, gern geschehen, Annette!

  6. Au weia! Ich nehme das Schmetterlingsbild schneller weg als Du gucken kannst. Und suche mal nach einem besseren…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ photo

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s