Monatsarchiv: März 2010

Macht das CI den Subwoofer nutzlos? Über (Nicht-)Basshören mit dem Cochlea Implantat

Als ich auf grün wartete, fuhr gestern einer dieser rollenden Subwoofer an mir vorbei, die man schon auf 200m hört: Dummm, Dumm, Dum-Dum, Dummmm, Dummm. Und immer so weiter. Ich habe keine Ahnung wie tief dieses Geräusch war, aber dem Fahrer hat’s gefallen. Und immerhin: Ich hab es auch gehört. Allerdings wohl mehr mit dem Mini-Akustik-Gehör, das mir geblieben ist, als mit dem neuen, elektrischen.

Gestern kam auch das Gespräch darauf, wie man denn mit Cochlea Implantat (CI) tiefe Töne hören kann, wenn doch technisch nur Frequenzen ab etwa 125hz aufwärts weitergegeben werden. Wie so vieles beim CI fällt die Antwort hauptsächlich in den Bereich Wunder des Gehirns. Ich habe jetzt mal den Bass-Test gemacht. Mit LL Cool J.

CIs sind auf Sprachverstehen hin optimiert, nicht auf Musikhören. Ein biologisches Ohr nimmt noch deutlich Töne unter 125hz wahr — also etwa wenn sehr tiefes Lastwagenbrummen Wände und Boden zum Wackeln bringt. Das elektrische riegelt da (oder in der Nähe dieser Schwelle) einfach ab. So ist das zunächst mal.
Dennoch kann man — das habe ich in den letzten Wochen gemerkt — erstaunlich tiefes Hörempfinden haben. Das Gehirn macht aus dem, was ankommt, mit der Zeit einfach das, woran es gewohnt ist. Oder was es gerne hätte. Schon bei Sprache ist das so: Viele Neu-CI-Träger beschweren sich in den ersten Wochen über helle Mickey-Mouse-Stimmen. Mit der Zeit denkt sich das Gehirn dann: Ach, richtig tief ist jetzt mit diesem Reiz verbunden? Na gut, okay…. Man kann also nicht mal sagen, die tiefen Töne seien nur Einbildung!

Ich habe zum Spaß immer mal Going Back to Cali gehört, das Stück hat seeehr tiefe Bässe. Ehrlich gesagt: Die sind so tief, dass schon die meisten von Euch, die jetzt vielleicht am Computer reinhören, einfach nicht das Equipment haben, um sie richtig zu hören. Und vermutlich ist die Youtube-Version eh im unteren Frequenzbereich beschnitten. Man hat da also sowieso ein ähnliches Hör-Erlebnis wie mit dem CI.

Jedenfalls: Bis vor einer Woche war es kein Vergnügen, das Stück nur per CI zu hören. Flaches, farbloses Geploppe. Inzwischen merke ich bei tatsächlich Bassdruck (auch wenn ich sonst noch nicht alles davon höre, ich rede hier nur über die tiefen Töne). Es klingt voll. Halt so, wie wenn man endlich den Bass aufgedreht hätte. Das ist noch immer weit von natürlicher Empfindung und Hi-Fi entfernt. Aber es klingt endlich nicht mehr wie schlechtestes Kofferradio. Und es klingt tatsächlich tiefer als ich erwartet hätte.

Wer weiß, vielleicht ist also doch genußvolles Musikhören mit CI möglich. Ich meine diesseits des Spinal-Tap-Effekts. Ob wohl auch stocktaube CI-Träger was von Subwoofern haben? Also davon, öfters am untersten Rand stimuliert zu werden…?

Mal an die CI-Träger unter uns: Wie ist das bei Euch? Wie kommen die Bässe aus dem Stück bei Euch an? Habt Ihr einen Subwoofer?

Gib mir Melodie: Musikhören mit dem Cochlea Implantat

Es ist nicht High Fidelity, aber so langsam kommt’s. Ich werde mal an einem Beispiel beschreiben, wie Musik mit dem CI jetzt klingt, so nach drei Monaten CI.  Ein Zwischenstand.  Und ich rede dabei übers Hören NUR mit CI. Keine akustischen Anteile dabei. Denn ich höre übers Audiokabel, im Grunde ein Kopfhörer, der direkt ins elektrische Ohr eingestöpselt wird.

Der Rhythmus ist okay, der Bass auch. Gesang knätscht noch etwas, aber hey, es ist Axl Rose. Problem: Das bekannte Gitarrenriff am Anfang. Vor etwa vier Wochen hab ich das Stück zum ersten Mal seit 120 Jahren gehört und merkte, dass ich das Riff fast überhaupt nicht hören konnte. Der ganze Frequenzbereich war nicht richtig da. Dann, 10 Tage später, versuchte ich es noch einmal und es klang, als zupfte Slash immer nur an der gleichen Saite. Ich konnte die Tonhöhen nicht unterscheiden.

Von damals auf jetzt habe ich plötzlich einen deutlichen Sprung gemacht! So richtig brilliant klingt’s immer noch nicht. Aber immerhin, ich kriege die Tonhöhen und damit die Melodie einigermaßen gehört. Und zwar gehört, nicht erinnert. Achtung, ich sage: einigermaßen. So richtig stimmen tut’s noch immer nicht.

Übrigens: Es heißt natürlich „Every time when I see her face…“ — und nicht nur „ab und zu“, das ist ja für die Geschichte nicht unwesentlich. Und wenn ich schon mal am klugscheißern bin: „and if I stared too long“.

So alles in allem ist das Grund zu Feiern! Jetzt kann ich mir so langsam auch unbekannte Stücke vornehmen. Ist schon deutlich besser als damals, als ich der elektrische Anfänger war.

Letzte Nacht: Das elektrische Ohr rockt

Drei Monate ist es jetzt alt. Das Foto gibt den Höreindruck mit dem CI ganz gut wieder: Eine Grundstimmung. Vieles, was nicht so genau zu erkennen ist. Und dazwischen immer mal wieder klare Eindrücke — Worte und Sätze. An eine gepflegte Unterhaltung war nicht zu denken, aber wer will das schon. Was mich angenehm überrascht hat, war, dass die Musik so gut klang. War aber auch laut, und der Spinal-Tap-Effekt kickte in.

Ab heute bin ich dann wohl der mit der dicklichen kleinen Lisa

Es ist den meisten Menschen durchaus wichtig, welches Bild sie abgeben. Um es zu kontrollieren, guckt der Durchschnittsmensch mindestens morgens einmal in den Spiegel. Und ergreift dann die entsprechenden Maßnahmen. Manche schleppen ja sogar Taschenspiegel mit sich herum.

Welche Geräusche sie abgeben interessiert dagegen die meisten nicht. Einen akustischen Spiegel, mit dem man hört, wie man sich anhört, gibt es nicht. Wozu auch?!  Das machen die Ohren ja sowieso. Man hört (und spürt) einfach, wie der Magen rumpelt und der Furz entfleucht.

Tja — nicht so bei mir.

Als ich heute morgen mein Großraumbüro betrat, hörte ich lautes Reden. Oh, wieder diese Projektgruppe und ihre Besprechungen, dachte ich. Nehm ich halt Hörgerät und CI raus. Die vielleicht fünf Leute an den anderen Tischen sahen auf und lächelten mich an als ich zu meinem Schreibtisch ging. Zwei zogen die Brauen hoch und nickten anerkennend.

Komisch, dachte ich. Die sind aber freundlich heute. Ich prüfte verstohlen, ob jemand anders gemeint sein könnte, doch hinter mir war niemand. Naja, schön wenn sie sich über mich freuen, dachte ich. Ich setzte mich, legte mein Handy auf den Tisch und begann, den Computer hochzufahren.

Und wieder lächelte mir einer zu. Er lacht mich an. Was haben die denn alle gefrühstückt heute?!

Auf einmal bricht mir der Schweiß aus: ICH bin die Quelle des Lärms. Das heißt, mein Handy. Es plärrt auf voller Lautstärke — und zwar eine Kindergeschichte. Die dickliche kleine Lisa sucht das Glück mit ihrem Freund, dem sprechenden Pinguin. Ich packe das Ding und fummele hektisch daran herum bis es endlich still wird.

Was war passiert? Wie hier schonmal beschrieben übe ich gerade unterwegs das Hören mit dem CI. Mit Handy und Kopfhörer. Auf dem Weg zur Arbeit und zurück höre ich Wortfelder, Stücke vom Deutschlandradio und Teile von Hörspielen. Und heute morgen hatte ich halt nur diese Kindergeschichte gefunden. Sowas eignet sich gut zum Üben, weil langsam gesprochen wird. Ich hatte mich aber schon im Treppenhaus ausgestöpselt und das Handy in die Tasche gepackt. Ausgeschaltet. Dachte ich jedenfalls.

Ich atme auf und überlege, ob nun eine Entschuldigung angebracht ist. Aber es hat mich ja niemand drauf aufmerksam gemacht.  Was haben die sich bloß gedacht??! Warum haben sie nichts gesagt? Und nun arbeiten sie wieder. Ich müsste stören, um mich zu entschuldigen.

Tja, ab heute bin ich dann wohl der mit der dicklichen kleinen Lisa. Gibt’s vielleicht doch irgendwo einen akustischen Taschenspiegel? Könnte ich vielleicht brauchen…

Heute in München: Expertendiskussion über Telekommunikation und digitale Integration Behinderter

Mehr zu wollen, liegt wohl in der Natur des Betroffenseins. Ich hatte ja schon mal beschrieben, wie zwiespältig ich die von o2 angestoßene, sogenannte Diskussion über Behinderte und Telekommunikation finde. Einerseits Lob für Telefónica o2 Germany, weil der Konzern das Thema aufgreift und sich auf die Fahnen geschrieben hat, die Möglichkeiten moderner Telekommunikation barrierefrei zu gestalten.

Andererseits ärgert mich einfach, wenn PR-Veranstaltungen als Dialog verbrämt werden. Wenn unter dem Banner „Dialog“ Foren eingerichtet werden, in denen Leute einem Konzern ihre Zeit und Mühe schenken — und dabei ist von vornherein überhaupt nicht klar wozu das führen soll. Was man erwarten darf, kann, oder sollte, wenn man sich da beteiligt. Ich sehe diese Online-“Diskussion“ eher als eine äußerst kostengünstige Fokus-Gruppe denn als Dialog. Denn mit O2 konnte dort niemand sprechen. Einbahnstraße.
(Ich glaube nicht, dass Unternehmen immer und überall „Dialog“ führen sollten, schon gar nicht öffentlich. Aber dann muss man auch nicht behaupten, das zu tun.)

Wer sich für das Thema interessiert und morgen heute abend in München ist, kann vielleicht die dazugehörige Podiumsdiskussion besuchen. Ich würde selber hin, ist aber leider zu weit. Vielleicht mag jemand berichten?

Podiumsveranstaltung zur digitalen Integration von Menschen mit Behinderung:

„Brücke oder Graben; Der Beitrag der Telekommunikation für Menschen mit Behinderung?“

25. März 2010 von 18 bis 19:30 Uhr

mit anschließendem Get Together im O2 Tower, Georg-Brauchle-Ring 50, 80992 München

Auf der Veranstaltung wird auch das neulich schon mal erwähnte Verbavoice Live-Schriftdolmetschsystem zum Einsatz kommen.

Taub macht stumm — aber den anderen. Schwerhörigkeit als Beziehungskiller

Die richtige Antwort auf Ich liebe Dich mag nicht unbedingt immer Ich dich auch sein — sie ist aber ganz sicher nicht ein ruppiges: Was?! Ganz zu schweigen von der ungewollten Zugabe:

„Ich liebe Dich.“
„Was?“
Ich liebe Dich!
WAS?!

Nette, warmherzige Menschen, die mir Mut machen wollen, sagen schnell mal, Schwerhörigeit könne doch in einer Beziehung zu einem flotthörenden Partner kein ernsthaftes Problem sein. Wenn man sich liebe und ansonsten miteinander klarkomme, passe man sich doch an, wenn der eine Partner nicht oder nur schlecht hören könne. Und man müsse doch auch nicht ständig verbal miteinander kommunizieren.

Doch so einfach ist es leider nicht, mit einem Schwerhörigen oder Ertaubten zu leben…

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Die schönsten Seiten von Not quite like Beethoven

333 Artikel — so groß ist Not quite like Beethoven jetzt. Aber man soll sich trotzdem schnell ein Bild davon machen können, ein vorteilhaftes natürlich. Also hab ich eine Sammlung der schönsten Einträge eingerichtet. Oder jedenfalls das, was ich dafür halte.
Ich hoffe, dass das vor allem für Neuleser oder hier Reinstolpernde nützlich ist.

Sagt mir doch mal Bescheid, wie Ihr das findet! Gut so? Vermißt Ihr was? Würdet Ihr das anders machen?

Taub im Job, trotzdem erfolgreich, Tipp #9: Konferenzgespräche

Wie gewünscht, geht’s taub aber erfolgreich weiter. Wenn Telefonieren für Schwerhörige irgendwo zwischen Belastung und Alptraum rangiert, dann sind Konferenzgespräche die blanke Hölle. Ohne Sicht kein Lippenlesen, dazu der wahnwitzige und doch vergebliche Streß der Unterhaltung einer Gruppe. Und schließlich oft genug unanschauliche Themen und womöglich delikater Kundenkontakt.

Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise wird es eher schlimmer: Konferenzgespräche sind einfach billiger als Dienstreisen.

Was kann man tun? Vorneweg: Es gibt keine richtig gute Lösung. Ich erzähle einfach mal, wie ich bisher damit umgegangen bin. Kurz gesagt: Mit Vorbereitung, Technik, Video und Kollaborations-Tools.

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Mittagspausenfrühling

Ich liebe diesen Winter. Dank ihm war da gestern schon dieses animalische Gefühl: Draußen bleiben zu können, ohne daran zu sterben.  Man kann auch draußen sein. Jetzt weiß das jede Zelle meines Körpers.

Heute dann der Frühling nur in der Mittagspause und gleich vollkommen überlaufen. Am besten in Worte gefaßt hat’s für mich die Puppe. Gehnse mal schaun. Ganz genauso war’s hier.

Wenn ich vom Sommer träume, sieht das bei mir übrigens so aus.

Mensch, bist Du GROSS geworden!

Ich glaub, ich spendier Dir mal ein Archiv. Da könnt Ihr dann, wenn Euch beim Arbeiten langweilig ist, bequem in den älteren Einträgen schmökern. Wünsche viel Vergnügen!

Schwerhörig und gehörlos im Beruf: Gut informiert?

Bin gerade beeindruckt von talentplus.de, einer Info-Seite über Behinderung und Arbeitsleben. Das ist ein Angebot von Rehadat, einem vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. betriebenen Informationssystem zur beruflichen Rehabilitation. Sehr gut zusammengestellte Informations- und Linksammlungen über Hilfsangebote und finanzielle Förderung für den Job. Geht mal schauen!

Man kann sich allgemein über Formen der Hörbehinderung informieren, als Arbeitnehmer oder als Arbeitgeber.  Beide Seiten sind zwar nicht sehr unterschiedlich, aber immerhin. Und Selbständige müssen sich halt rauspicken was für sie paßt.

Ich hoffe ja, dass solche Angebote endlich dazu führen, dass (Hör-)Behinderte nicht immer nur die gleichen Jobs angeboten kriegen und ergreifen.

Da fällt mir ein: Ich wollte doch meine Serie Taub im Job, trotzdem erfolgreich endlich mal weiterschreiben…

Evelyn Glennie: „Du willst Musikhören, probier’s mal mit Dich Ausziehen“

Dame Evelyn Glennie, eine ertaubte und geadelte Percussionistin, erzählt (auf Englisch und untertitelt) wie sie Musik wahrnimmt. Sehr spannend! Ich bin mir nicht ganz sicher ob sie mir symphatisch ist. Vielleicht ist sie ja nur etwas angespannt wegen der Interviewsituation. Auf jeden Fall scheint sie eine sehr intensive  Person zu sein.

Diese entspannte Aufmerksamkeit, von der sie spricht, ist übrigens genau das, was ich beim Hören Üben mit dem Cochlea Implantat machen muss. Zu wenig oder zu viel nebenher — und ich kriege nichts mit. Zu angespannt, zu sehr wollen — und die Wahrnehmung zerfällt in Einzelteile, die keinen Sinn mehr ergeben. Ehrlich gesagt glaube ich: Das gilt für jegliches Lernen!

Dass es was ganz anderes ist, wenn man die Musik selber macht, kann wohl jeder bestätigen, der mal auf irgendeinem Instrument herumdilettiert hat. Und es toll fand bis ein leidender Zuhörer kam und sich über die Katzenmusik beschwert hat. Bei mir war früher das oft genug mit dem Klavier der Fall…

[via taubenschlag meldungen]

Hier habe ich mal überlegt, ob man von Evelyn Glennie lernen kann wie man gut mit Schwerhörigkeit lebt.

Der Meister der Erwartungen in Augsburg

Nein, ich kann wirklich nicht behaupten, niemand hätte es mir gesagt: Am Cochlea Implantat entzünden sich die Erwartungen — Endlich wieder Hören und Verstehen! Und wer sich eins implantieren läßt, muss zum Meister der eigenen Erwartungen werden.

Schon bevor ich mich überhaupt auf das elektrische Ohr einließ wußte ich: Das Implantat ist keine Reparatur. Wie gut man damit in vivo, also bei schnellen, leisen oder undeutlichen Sprechern, über Entfernungen, mit Nebengeräuschen, am Telefon etc. hören und verstehen können wird, ist sehr individuell. Und damit nicht exakt vorhersagbar. Vor allem aber ist das alles nicht über Nacht zu erreichen. Viel Geduld und Spucke ist angesagt.

Dennoch war ich nach den überraschenden und schön-schaurigen Erlebnissen in letzter Zeit enttäuscht.  Augsburg hieß der Ort und es lag Schnee. Es waren nette Leute und interessante Gespräche. Das Essen war vorzüglich — oder habt Ihr schon einmal in Kirsch-Sushi mit Pistazien- und Schokoladensoße sowie dazu echte Maracuja gegessen?

Nur die Leute hinter der Rezeption im Hotel, am Infoschalter bei der Bahn, im Meeting um den großen Tisch herum, in der Gruppe in der Kneipe und im Auto, das mich gerade so um die große Karambolage auf der A8 herum bugsierte — die verstand ich nur sehr mühsam bis, leider leider, gar nicht. Ich werde weiter meine Erwartungen im Zaum halten, Geduld haben und weiterüben. Frustriert, wer ich? Ommm.

Sie müssen nicht schreien, wirklich nicht!

Allerherzlichsten Dank für dieses Kleinod, liebe K.s — Ich hab mich WEGGESCHMISSEN! David Lynch ist der Größte!!

[Nachtrag: Die Transkription beginnt bei 0:32]

Gordon: HOLY SMOKES! WHO IS THAT?
Cooper: Shelley Johnson.
(Gordon motions he didn’t hear)
Cooper: SHELLEY JOHNSON.
Gordon: WHAT A BEAUTY! KINDA REMINDS ME OF THE STATUE, THE BABE WITHOUT THE ARMS.
Cooper: Venus de Milo.
Gordon: THE NAME WAS MILO, BUT THAT’S BESIDE THE POINT. THAT’S THE KINDA GIRL THAT MAKES YOU WISH YOU SPOKE A LITTLE FRENCH. ‘SCUSE ME COOP WHILE I TRY MY HAND AT A LITTLE COUNTER-ESPARANTO.
Cooper: Good Luck, Gordon.
Gordon: HELLO. I WAS WONDERING IF I MIGHT TROUBLE YOU FOR A CUP OF STRONG BLACK COFFEE AND IN THE PROCESS ENGAGE YOU WITH AN ANECDOTE OF NO SMALL AMUSEMENT. THE NAME IS GORDON COLE AND I COULDN’T HELP BUT NOTICE YOU FROM THE BOOTH. AND…WELL, SEEING YOUR BEAUTY NOW I FEEL AS THOUGH MY STOMACH IS FILLED WITH A TEAM OF BUMBLEBEES.
Shelley: You don’t have to shout. I can hear you.
Gordon: I HEARD THAT. I, I HEARD THAT.
Shelley: Um, do you want anything else besides coffee?
Gordon: I HEARD YOU PERFECTLY!
Shelley: And I can hear you, honest.
Gordon: YOU DON’T UNDERSTAND. You don’t understand Miss. Do you see this? For twenty years I’ve been asking people to please speak up, but for some weird reason I can hear you clear as a bell. Say something else.
Shelley: Um, um, do you want pie with your coffee?
Gordon: Good Lord I can hear you perfectly. This is like some sort of miracle. A…a phenomenon.
Log Lady: What’s wrong with miracles?
Gordon: WHAT’S THAT?
Log Lady: This cherry pie is a miracle.
Gordon: WOULD YOU PLEASE ASK THE LADY WITH THE LOG TO SPEAK UP.
Shelley: Um, the pie, she was talking about the cherry pie.
Gordon: I heard you again. I heard you again.
Shelley: Would you like some pie?
Gordon: MASSIVE, MASSIVE QUANTITIES AND A GLASS OF WATER, SWEETHEART. MY SOCKS ARE ON FIRE.

[Quelle]

Jetzt mal im Ernst: Hören Lernen mit dem Cochlea Implantat

Die Kluntjes-Mission war ja nur Liebhaberei. Als Hörtraining ist es relativ sinnlos, auf leise knisternden Kandis zu lauschen. Denn es gibt nur zu hören, aber nichts zu verstehen. Und wenn man’s von Frequenz oder Lautstärke her nicht hört, muss man das elektrische Ohr eben anders einstellen lassen. Wie aber trainiere ich Hören, wie übe ich? Pia wollte gerne mehr wissen.  Also habe ich das mal aufgeschrieben… Weiterlesen

Zack, die Blogperle

Smilla von anders anziehen hat mich in ihr Schmuckkästchen gelegt — zusammen mit 12 wohlausgesuchten anderen Perlen. Ich bin entzückt!

An wen ich den damit verbundenen Sunshine-Award weiterverleihe muss ich mir noch überlegen. Das ist so ein Ketten-Preisverleih, ich finde aber, man kann den ruhig akzeptieren. Ich jedenfalls werde ihn einfach zum Anlass nehmen, mal wieder andere Blogs zu empfehlen. Mein Feedreader quillt gerade über.

Smillas Blog möchte ich Euch aber jetzt schon mal ans Herz legen, falls Ihr es noch nicht kennt. Straßenmode, aber etwas anders als man es sonst überall sieht. Mit Auge, Herz und Neugier auf Geschichten. Mir haben letztens besonders dieser, dieser und dieser Eintrag gefallen.

Die Kluntjes Mission — accomplished!

War es Angst, die mich so lange daran hinderte die damals fehlgeschlagene Kluntjes-Mission wieder aufzunehmen? Immerhin, ich war ja schon ein zweites Mal gescheitert. Oder ist es doch nur Trägheit, die Bequemlichkeit der Zivilisation?

Egal, heute jedenfalls habe ich mir ein Herz genommen und mich wieder aufgemacht. In die Grenzbereiche. Bei anderen mag das wilde Parties, schöne Frauen und Exzesse beinhalten, mir reicht dafür ein Zuckerstück oder zwei. Und das ist nicht metaphorisch gemeint…

Die Mission war die gleiche wie vorher: Hören was noch kein Mensch ich noch nie gehört hatte. Neben dem unverzichtbaren heißen Tee und Kandis diesmal neu dabei: Mein elektrisches Ohr.

Und diesmal war es da! Ein knisterndes Knacken, fast ein Brizzeln — und die der das? Kluntjes sank zerborsten auf den Grund der Tasse.

Zufrieden nahm ich einen Schluck Tee. Die nächste Mission kann kommen…

Schöne Töne #13: Not quite the Schmusekatze

Ist er nicht schön? Ich war ganz gebannt von ihm, als ich ihn heute auf einer Anhöhe in Rheinhessen fand. Nur diese ganzen Gitter dazwischen stören, dachte ich. Verderben den Anblick. Und streicheln würd ich den ja auch mal gerne–

Aber dann riß er das Maul auf und brüllte. Und das rollte und rumorte durch die Wälder und Rebstöcke — so machtvoll, ich fand die Gitter spontan ganz gut.

Wirklich ein Jammer, dass die fast ausgestorben sind, diese blöden Menschen! Außerdem muss ich sagen, dass durch das CI das  Tigergebrüll nicht ganz so beeindruckend klang. Erleben tat ich das von rechts, durchs Hörgerät. Das elektrische Ohr setzte darauf von links noch ein paar hochtonige Akzente.

Nur wer schreibt, der bleibt? Braille, Schrift und Gebärdensprache

Hören und Sprechen ist  kein Lesen und Schreiben. Und zwar auch dann nicht wenn es Geschriebenes ist, das man hört, oder wenn das Gesprochene niedergeschrieben wird.
Heute viel über ein sehr spannendes Stück aus der New York Times nachgedacht: Was es bedeutet, wenn immer weniger blinde Menschen Braille-Schrift  lesen. Das hat mich an Gebärdensprache erinnert — mir fiel auf, wie sehr sich das, was man vielleicht die Emanzipationsgeschichte der Blinden nennen kann, von der der Tauben und Gehörlosen unterscheidet.

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Das Schmonzettenabo

Nehmen wir einfach mal an, ich wolle heute am frühen Abend fernsehgucken. Irgendeinen Film. Und nehmen wir weiterhin an, ich sei schwerhörig und hätte nur von Filmen mit Untertiteln was.

Dann sagt mir TV Spielfilm es gibt: Der Herr der Ringe, Columbo, eine Komödie mit Vin Diesel (Babynator), ein gutes Auswandererdrama mit Charlotte Gainsbourg und eine geistreiche Erotikkomödie. Nette Auswahl — nur leider alles ohne Untertitel! Mit Untertitel dagegen stehen mir im deutschen Fernsehen zur Auswahl:

Licht über dem Wasser — Eine „Schmonzette“, TV Spielfilm senkt den Daumen und sagt: „Keine Leuchte unter den Schnulzen.“

Schwarzwaldliebe — Noch eine „Schmonzette“, der Flop des Tages. „Platte Romanze ohne Liebe zu den Figuren.“

Wer schwerhörig ist, ist also auf Schmonzette abonniert? Leute, ich habe Hörprobleme, mein Filmgeschmack ist noch vollkommen okay!

Kinderstimmen — oder: Die Geister, die ich rief

Die Menschheit wäre um einiges ärmer ohne die Sprüche ihrer Kinder. Mindestens aber würde einem ganzen Genre von Blogs die Amüsiergrundlage entzogen. Die Herzdamengeschichten wären nicht dieselben. Und auch die dunkle Seite müßte sich ohne Kinder-O-Ton öfters andere Würze ausdenken.

Für mich aber ist, was live aus Kindermund kommt, ein Buch mit sieben Siegeln. Kinderstimmchen und Schwerhörige, das geht nicht zusammen. Dazu noch kindliche Aussprache und sonstiges Rumgewusel, fertig sind unüberwindliche akustische Hindernisse.

Nur das Grinsen der anderen Anwesenden sagt mir, dass es lustig sein muss. Und zu Kindern selbst hab ich keinen Draht. Manchmal hatte ich schon Angst wenn ich nur wußte, dass Kinder anwesend sein würden. Weil eigentlich wollte ich ja gern mit ihnen was machen.

Ein wenig bang war mir also, als ich letztes Wochenende Freundin N. mit Mann und Kind besuchte. Und umso mehr freute ich mich, als ich merkte: Mit elektrischem Ohr und Hörgerät zusammen verstehe ich ihre Kleine einigermaßen. Ich glaube, es lief sogar sehr gut. Nachdem die Fünfjährige sich an mich gewöhnt hatte, zog sie an mir, zeigte mir ihr Zimmer und überreichte  selbstgemachte Geschenke. Sie wackelte für mich an ihrem Wackelzahn und, kurz gesagt, sie laberte mich nach Strich und Faden voll.

Puh. Wäre auf jeden Fall ruhiger gewesen ohne CI. Aber ich wollte es ja so. Jetzt ist der Geist aus der Flasche. Nur dass ich beim Memory so haushoch verlor, kann ich leider nicht auf die Schwerhörigkeit schieben…