Monatsarchiv: September 2010

Doktorandenstelle: Kommunikation mit Hörminderung und Hörgeräten erforschen

Das finde ich mal ein wirklich spannendes Projekt! Und die Stelle ist auch noch gut bezahlt. Natürlich abgelaufene Gespräche sollen auf die Eigenheiten von „schwerhöriger“ Kommunikation hin untersucht werden. Vor ein paar Jahren hätte ich mich dafür beworben.

An der Universität von Süddänemark, Campus Sønderborg (Nähe Flensburg) ist eine voll finanzierte Doktorandenstelle ausgeschrieben zum Thema „Kommunikation mit Hörminderung und Hörgeräten“

Der Doktorand/die Doktorandin wird mit deutschen Interaktionsdaten arbeiten.

Die Position ist für 3 Jahre mit einem jährlichen Gehalt je nach Qualifikation zwischen  Dkr. 300.175 -  362.506 (ca. 40.000 – 48.000 Euro) exklusive Pensionszahlung ausgestattet.

Bewerbungsfrist: 30. November 2010, 12 Uhr

Weitere Informationen und Kontaktdaten für Anfragen unter
www.jobs.sdu.dk/vis_stilling.php?id=6103&lang=eng

Es stimmt ja

Schwerhörigkeit kann jeden treffen, also muss man auch bei der jungen Zielgruppe Awareness schaffen. Findet jedenfalls Freundin N.

Hundeerziehung mit drei S

Es klingt so harmlos: Wenn ihm der Bolzplatz nebenan zu laut wird, vertreibt ein Hamburger die Jugendlichen  mit einer selbstgebastelten Schallkanone.

Ich verstehe schon, dass man seine Ruhe haben wollen kann. Aber diese an Hundeerziehung erinnernde Mischung aus Spießigkeit, Sprachlosigkeit und Selbstjustiz  läßt mir die Haare zu Berge stehen. Erst recht der Zuspruch, den der Mann erhält. Außerdem sind diese Dinger — auch selbstgebaut — kein Witz. Solche Long Range Acoustic Devices wurden im zweiten Golfkrieg eingesetzt  — und letztes Jahr bei der Auflösung der Proteste gegen das G20-Treffen in Pittsburgh.

Drüben bei den Herzdamengeschichten wird die Geschichte gewohnt amüsant nacherzählt. Außerdem gibt es dort einen salomonischen, wenn auch das Hamburger Polizeiorchester involvierenden Vorschlag.

Der große Test: Nach außen dazu stehen

Vielleicht der interessanteste Moment in einer jungen  Beziehung ist, wenn die Partnerin vor ihren Freundinnen und Freunden über einen redet. Schlimm ist jedenfalls, wenn sie einen verschweigt. Oder verschweigt, dass wir zusammen sind. Wenn sie zwar irgendetwas abholt bei mir und in unserer Beziehung. Oder mich nicht enttäuschen will, vielleicht weil sie sich nicht traut. Aber nach außen hin nicht dazu steht, mich zum Freund zu haben.

Ungefähr so kam mir der folgende Fall vor, in der eine gehörlose Diplomatin das britische Außenministerium verklagt, weil es sie plötzlich doch nicht mehr nach Kasachstan senden will. Als stellvertretende Leiterin wohlgemerkt.

Die offizielle Begründung ist, es sei zu teuer, man müsse sparen. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass es auch darum geht, dass sie das Gesicht Englands im Ausland wäre. Und da muss man erstmal dazu stehen, dass das eine Gehörlose macht. Oder was denkt ihr?

[Danke, J., für den Hinweis]

Die laute Menschenmenge — und die leise

Was für ein Kontrastprogramm! Bei der Anti-Kernkraft-Demo musste ich mir vor Lärm noch die Nase zuhalten. Doch wir mussten die Demo frühzeitig verlassen um rechtzeitig beim Geburtstagstee zu sein. Wir waren keine fünf Minuten unterwegs — die Ohren summten noch vom Krach — da gerieten wir auf der Friedrichstraße in eine auffallend stille Menschenmenge.

Gut, es waren keine 100.000 Menschen. Trotzdem war die Stille für die Menge Leute beeindruckend. Es war das Straßenfest zum Tag der Gehörlosen. Der Kontrast hätte nicht größer sein können.

Interessant! Noch bis einschließlich nächstes Wochendende gibt es Programm. Was es auf der „Deaf Week“ und beim Gebärdensprachfestival zu gucken gibt, findet Ihr hier.

Glaub mir, das sieht nur auf den ersten Blick komisch aus

Wenn’s mir zu laut wird, dann halte ich mir einfach die Nase zu. Die Nase? Ja, die Nase. Denn Ohren zuhalten ist viel zu kompliziert, bei der ganzen Technik, die ich daran herumtrage.

So geschehen zuletzt gestern, bei der Anti-Kernkraft-Demo. Jetzt weiß ich endlich wo die ganzen Vuvuzelas geblieben sind, die in Deutschland bei der WM verkauft wurden: Sie fanden bei Demos ihre unbekannte Verwandtschaft –  Cousin Rassel, Cousine Trillerpfeife und Tante Sirene. Wir dagegen zogen dem Krachmachen zunächst ein Picknick mit Motto-Muffins vor.

Und das mit der Nase? Nun, ich habe links ein elektrisches Ohr (ein CI). Rechts ein Hörgerät. Um mich vor Krach wirklich zu schützen müsste ich zunächst links und rechts die Gerätschaften ausschalten, dann links den Finger ins Ohr stecken und rechts die kleine Belüftungsbohrung am Ohrpaßstück des Hörgeräts zuhalten. (Denn das verschließt zwar das Ohr, weil es aber ein Loch für den Druckausgleich hat, taugt es nur bedingt als Ohrstöpsel.) Das alles dauert. Und es sieht komisch aus.

Da ist es so viel einfacher, die Nase zuzuhalten, den Mund zu schließen und leicht auszuatmen. Funktioniert wirklich! Der Druck, der dabei im Kopf entsteht, spannt die Trommelfelle vor. Dadurch kommt deutlich weniger Schall an. Ihr kennt den Trick vielleicht vom Fliegen, da dient er dem Druckausgleich. Ansonsten: Probiert’s mal aus! Erstaunt angesehen werdet Ihr garantiert nur die ersten Sekunden…

Sendepause

Bis Mitte September ist hier von mir aus Sendepause. Es gibt viel zu tun und zu genießen. Ich schaue nur ab und zu mal nach dem rechten.

Die einfachste Möglichkeit mitzukriegen wenn’s was Neues gibt, ist per E-Mail oder Feedreader. Dazu müßt Ihr rechts unten in der Seitenleiste einen der Feeds abonnieren. Dann werdet Ihr automatisch informiert.

Die der-Bart-ist-ab-App

Hahahahaha! Moira hat drüben bei Cookie Bite Chronicles die Idee einer Bart-ab-App vorgestellt. Geht mal schauen. Macht den Bart weg. Endlich freier Blick für die Lippenleser unter uns.

Übrigens, bist Du einer?