Chefsein — eigentlich eine nette Sache. Außer bei den vielen Gelegenheiten, in denen man keinen Plan von der Sache, nicht zur Führung vorgesehen oder schlicht keine Lust auf Im-Zentrum-Stehen und die damit verbundenen Nachteile hat. Aber als Schwerhöriger unter Flotthörenden ist man im Grunde genau dazu gezwungen: Immer Chefsein und die Gesprächsführung übernehmen. Oder aber: In der dahinfließenden Konversation der anderen untergehen, weil mannach kurzer Zeit nicht mehr mit- und reinkommt.
Ich habe das ja schon einmal beschrieben als ich über die Tücken des Abendessens verzweifelte und schließlich Nie wieder Feierabend! wünschte.
Gerade las ich drüben bei Esther von einer interessanten neuen Variante dieses Dilemmas, einem schwerhörigen Gitarristen, der alleine (und ohne Hörgerät) sehr schön spielte, im Duett mit einer Violine aber leider unfähig war, sich wie vorgesehen an ihr zu orientieren und die Begleitung abzugeben. Der Violinist musste folgen — anscheinend recht zähneknirschend.
Tja, Schwerhörige. Zur Führung verdammt. Oder zum Schweigen.








