Ich bin kein Schachspieler, ich habe dafür keine Geduld. Trotzdem habe ich inzwischen den Eindruck, dass man aus dem Spiel allerlei fürs Leben lernen kann. Zum Beispiel die Lösung für ein doch recht peinliches Problem, die Vorstellungs-Rochade. Und die geht so:
Von allen Wörtern sind Namen für Schwerhörige am Schwierigsten zu verstehen. Gut, die drei beliebtesten Vornamen und häufigsten Nachnamen gehen. Aber sonst — ein Horror, erst recht wenn Ausländer involviert sind! Und oft genug aussichtslos. Auch nach fünfmal wiederholen verstehe ich nicht wie mein Gegenüber heißt – unangenehm wird die Situation schon nach drei erfolglosen Wiederholungen. Ich habe mir angewöhnt, in dem Fall erstmal weiterzumachen, das Thema zu wechseln und das Gespräch irgendwie anders fortzusetzen. Später komme ich dann noch einmal darauf zurück und lasse mir entweder den Namen schriftlich geben (zusammen mit der Telefonnummer, Email-Adresse oder Visitenkarte) oder ich frage jemand anderes nach dem Namen der Person.
Das klappt auch ganz gut. Außer, ich renne mit der neuen Bekanntschaft in alte Bekanntschaft und muss dieser dann jene vorstellen. Auf Parties, Tagungen oder Empfängen passiert das leider recht häufig. Dann kommt die Rochade zum Einsatz. Ich beginne einen Vorstellungsansatz (à la „und das ist…„) und murmele dann unverständlich leise weiter oder verstumme ganz. Es ist erstaunlich wie oft sich das hinter einem Lächeln mit entsprechender Geste verbergen läßt. Als Reaktion darauf stellen sich dann die Leute einander selber vor. Eine elegante Lösung, finde ich, wenn auch mit dem für solche Methoden üblichen Preis: Sollte sich später dann doch noch herausstellen, dass ich den Namen nie verstanden habe, ist das umso peinlicher.










