Schon lange hat mich kein ganzer Supermarkt mehr angestarrt. Und das kam so:
Als erstes muss man dazu wissen, dass ich in Sachen Silvesterzündelei sehr wählerisch bin. Jedes Jahr wache ich am Morgen des 31. auf und überlege, wonach mir dieses Jahr der Sinn steht. Heute morgen wachte ich mit zwei Begriffen im Kopf auf: Knallfrösche. Und Raketen. Und zwar genau drei. Das ist nicht viel, dachte ich mir — wie sich herausstellte, war es zumindest für die Drogerie an der Ecke aber zuviel verlangt. Denn wie Ihr ja selber merkt, der Trend geht zum Batteriefeuerwerk. Riesengroß und teuer, sicher schön, aber eben nicht das was ich wollte. Zur Dynamitpackung, groß genug um die S-Bahn endgültig lahmzulegen. Und zur Gemischtwarentüte mit allerlei Unsinn.
Außerdem muss man wissen, dass die Leute sich immer die bescheuertsten Momente aussuchen, um sicherzugehen, dass ich wirklich verstanden habe, was sie mir sagen wollten. In diesem Fall hatte die Kassiererin anscheinend schon zwei-, dreimal quer durch den Raum gebrüllt — doch weil ich so ins Suchen vertieft war und ins Überlegen, wie ich meine Knallfrösche und drei Raketen aus verschiedenen Paketen zusammensetzen und den Rest wegschmeißen/verschenken könnte, hatte ich nichts davon mitbekommen.
Als ich aufsah, war ich das Zentrum allgemeiner Aufmerksamkeit. Ein Kind hing am Arm seiner Mutter und starrte mich fasziniert an. Ein Rentner mit Rollator schien kurz davor, eingreifen zu wollen. „Wie bitte?“ fragte ich geübt ins Blaue.
„Auf Feuerwerk gibt’s heut 20 Prozent!“ Äh, ja. Na dann. Gekauft. Ich wünsche Euch allen guten Rutsch!









