In der Schweiz hat sich letzten Sommer in punkto Hörgeräteversorgung und Kostenübernahme einiges geändert. Das bekomme ich nur so am Rande mit. Allerdings hat mir neulich Hansueli Müller einen Hinweis auf eine Umfrage gegeben, die die Folgen der Gesetzesänderungen zu erfassen versucht. Den gebe ich hier gerne wieder.
Not quite like Beethoven
ist wie Beethoven - nämlich ertaubt und öfters am daran verzweifeln.
Warum Nicht ganz wie Beethoven, kannst Du im ersten Post nachlesen.
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- @rachelzwitscher Ich vermute, das ist auch gut so? 4 days ago
- @rachelzwitscher Ist die Liebe etwa abgehakt? :-o 5 days ago
- Hahaha! Das kann ich nachempfinden RT @luzilla dieser tag schreit in seiner absurdität nur so danach, ihn in offenbach ausklingen zu lassen. 5 days ago
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by Not quite like Beethoven
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Habe dies auch letzten Sommer in der Zeitung gelesen.
Man kann unter anderem HG in einer Apotheke kaufen,
ohne eine gute Fachberatung bekommen zu haben.
Auch viele Akustiker beschweren sich gegen diese neue Regelung.
Wie lange das wohl noch gut geht…
Danke für den Hinweis, herr nqb! Ich werde die Information schnellstmöglich auch bei meinen Schweizer Bekannten mit Hörbehinderung verbreiten!
ZwoVier, muss ich mir das so vorstellen wie die Lesebrillen, die es für die gängigen Stärken auch im Supermarkt zu kaufen gibt?
frau frogg, bitteschön!
Wen man es mit deinem Beispiel vergleicht, kommt das so ungefaehr hin.
Eine kleine Beratung vom Facharzt oder HNO Arzt bekommt man schon.
Man hat verschiedene Moeglichkeiten die HG zu beschaffen,
wie das genau war, weis ich nicht mehr.
Schade das ich den Artikel nicht mehr finde,
habe es ungefaehr so verstanden.
Seit dem 1. Juli 2011 bekommen schwerhoerige Schweizer weniger Pauschalbeitraege an HG, damit der Staat die Ausgaben senken kann.
Das Bundesamt für Sozialversicherungen erhofft sich vom neuem Gesetz einen staerkeren Wettbewerb unter den Hörgeräte-Anbietern,
weil die HG Preise in der Schweiz sehr hoch sind.
Zum Beispiel gewisse Hoergeraete von Phonak aus der Schweiz bekommt man in England 10 mal, in Norwegen 3 mal guenstiger.
Mehr kann ich dazu leider noch nicht sagen,
da ich selbst in Deutschland zum Akustiker gehe.
Hier hab ich den Link von den Pauschalbeitraegen
http://www.svazurich.ch/pdf/hoergeraete_IV_info.pdf
Danke für die Hinweise!
Vielen Dank an notquitelikebeethoven für die Empfehlung.
In der Schweiz ist es in der Tat so, dass man seit gut einem Jahr auch über Apotheken und Drogerien “Hörverstärker” kaufen kann und diese werden auch von den Schweizer Sozialversichern übernommen. Es sind einfache Geräte für leichte Hörverluste die eine vorprogrammierte und nicht änderbare Einstellung haben (ausser über einen Steller am Geräte). Momentan gibt es nur ein Produkt, das über diesen Weg vertrieben wird.
Das Apotheken Hörgeräte ohne die übliche Fachberatung verkaufen dürfen, liegt daran, dass in der Schweiz die Gesundheitsberufe auf kantonaler Ebene geregelt werden und nicht auf staatlicher. In vielen Kantonen darf jeder Hörgeräte verkaufen, ohne Bewilligung und egal welche Ausbildung man hat. Bis zum 1.Juli durfte aber nicht jeder mit den Sozialversicherungen abrechnen, sonder nur Hörgeräteakustikermeister. Heute dürfen alle Fachpersonen mit der Sozialversicherung abrechnen.
In der ganzen Anpassung hat der HNO-Arzt seit 1.Juli nur noch eine Aufgabe: die Verordnung. Beraten tut ein HNO-Arzt in der Schweiz in der Regel nicht. Früher wurde die Hörgeräteanpassung noch von einem HNO-Arzt überprüft bevor der Akustiker sein Geld erhält, dass ist Heute nicht mehr so.
Wie ZwoVier schon richtig erwähnt hat, hat das Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) die Beiträge stark nach unten angepasst um Geld zu sparen. Angestrebt wurden 30 Millionen, mit der aktuellen Regelung sind es um die 60-70 Millionen. Das ist nun die 3. Anpassung innert 5 Jahren. Grund für diese war die 6. IV-Revision (IV = Invalidenversicherung). Die IV-Revision hat das Ziel, die überschuldete IV zu sanieren, mit (fast) allen Mitteln. Das führte ferner dazu, dass das BSV nun die rechtlichen Mittel hat, Hilfsmittel staatlich einzukaufen und zu vertreiben; analog zu den staatlichen Systemen in England und Norwegen. Man hat zum Glück die Pauschale, wie es sie ja in Deutschland gibt, gewählt. Die Hörgerätebranche befindet sich aber momentan in der Schwebe, da das BSV die Hörgerätebranche in den nächsten drei Jahren beobachtet und je nach Ergebnis die Pauschale weiterführt oder Hörgeräte staatlich beschafft.
Die Preisvergleiche zwischen der Schweiz, England und Norwegen sind nicht ganz fair kommuniziert, da sie die Schweizer Verkaufspreise mit den ausländischen Grosshandles-Einkaufspreise vergleichen. Im Fall England gehe ich davon aus, dass Phonak mehrere 10’000 Geräte dem Englischen Nation Healthcare verkauft hat; was bestimmt einen sensationellen Rabatt gegeben hat. Das gleiche auch in Norwegen.
Menschen mit Hörproblemen habe es in der Schweiz momentan nicht einfach. Da mit der neuen Regelung auch einen grösseren Hörverlust benötigt wird, dass man einen Beitrag von den Sozialversicheurngen erhält. Es gibt bereits Menschen, die von 5 Jahren ein Gerät bezahlt bekommen haben und eines benötigen, die jetzt keines mehr bezahlt bekommen.
Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht ins Dunkle bringen.
Freundliche Grüsse aus der Schweiz
Hansueli “Voice” Müller
Vielen Dank, das ist ja wirklich sehr anders als in Deutschland. Und interessant. Ich hatte schon “Schauergeschichten” vom NHS aus England gehört. Diese nationalen Unterschiede in Europa finde ich spannend, ich glaube, da muss ich mal recherchieren…
Bitte, mache ich gerne.
Ja, über den NHS gibt es einige Schauergeschichten. BBC hat da mal was geschrieben: http://news.bbc.co.uk/2/hi/health/5348256.stm In England kann man bis zu 200 Wochen auf ein Hörgerät warten oder Privat eines kaufen.
Die BAK BASEL hat im 2010 einen internationalen Systemvergleich für Hörmittel erstellt. Da drin finden sich einige interessante Informationen. http://www.kon-sens.net/index.php/der-blog/22-analyse-der-kommentare-zum-entwurf-der-neuen-verordnung.html (zu Unterst bei den Quellen)
Freundliche Grüsse
Hansueli “Voice” Müller
Sehr interessant, dankeschön! Die Situation in England klingt ja wirklich gruselig.