Not quite like Beethoven

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8 Tips zum Gut Schlafen mit Tinnitus

15. Oktober 2009 · 6 Kommentare

Tinnitus is a bitch! Tagsüber geht ja meist alles noch, man hat was zu tun, ist abgelenkt. Wenn auch manchmal zu abgelenkt um konzentriert zu sein, verdammt! Aber abends, wenn langsam alles ruhig wird und der Kopf aufs Kissen sinkt — dann macht der Ton im Kopf Party!

Was soll man da machen? Generell empfehle ich bei Tinnitus (als betroffener Laie! Und wenn sich keine organische Störung findet!), mal in seinem Leben aufräumen (Ziele hinterfragen und neu setzen, Tagesabläufe überprüfen, Stress abbauen, sich vielleicht mal psychologische Beratung oder Therapie gönnen), Entspannungstechniken lernen (Yoga, progressive Muskelentspannung, autogenes Training) und prüfen, ob ein Hörgerät angezeigt ist. Vielerorts läuft das unter Tinnitus Retraining Therapie.

Speziell zum Schlafen habe ich mit folgenden acht Kniffen gute Erfahrungen gemacht:

  1. Leise und ruhige Hintergrundgeräusche angenehmer Art sind besser als absolute Stille. Vor deren Hintergrund erscheinen die Geräusche im Kopf nur lauter. Leise Musik, ein Hörbuch oder ein Radio kann helfen. Aber nicht jeder kann dabei einschlafen. Muss man halt ausprobieren.
  2. Auch das gute alte Buch zum drüber Einschlafen funktioniert oft. Es geht ums gleiche wie im vorigen Punkt: Ablenkung vom Tinnitus.
  3. Früh aufstehen, Rausgehen, sich vom Licht wachmachen und den Tag über müde machen. Sport machen (aber nicht später als ca vier Stunden vor dem Schlafengehen).
  4. Das Gegenstück: Alle Lichter löschen beim Schlafen, die Vorhänge zuziehen, gegenbenenfalls gegen dunklere ersetzen.
  5. Kein Fernsehen oder Arbeiten/Spielen/Lesen am Computer vor dem Schlafengehen. Irgendwie sind diese Bildschirme immer heller als man denkt, meiner Erfahrung nach dauert es danach, bis ich einschlafen kann.
  6. Stattdessen: Eine Stunde vor der geplanten Einschlafzeit aktiv ruhigwerden, geistig herunterfahren. Durch einen kleinen Spaziergang an der frischen Luft, ein Glas Wasser/Milch oder einfach nur aus dem offenen Fenster starren und ein bißchen ruhig atmen.
  7. Atmen ist sowieso gut. Ruhig. Gleichmäßig. Ein, aus, eeiinn, aauuss, ZZZZzzzzzzzzzzzzz…..!
  8. Progressive Muskelentspannung hat mir in schlimmen Phasen geholfen. Auch einfache Traumreisen (ich stelle mir vor ich bin an schönen Orten, etwa am Meer oder an einem Bach. Und sehe ganz genau vor mir, was ich da mache, wie es sich anfühlt und anhört). Dabei bin ich dann weggeschlummert. Entspannungstechniken haben den Vorteil dass man beschäftigt ist, während man sie macht, also vom Tinnitus abgelenkt ist und trotzdem dabei oder danach einschlafen kann.

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Taub im Job, trotzdem erfolgreich, Tipp #7: Akustisches Überleben beim Geschäftsessen

29. September 2009 · 2 Kommentare

Säuiges oder schwieriges Essen soll man ja eh sein lassen. Aber auch ohne Artischocken, Rippchen oder Makkaroni mit Tomatensoße sind Geschäftsessen für Schwerhörige schwer. Ein noch unformuliertes Naturgesetz bewirkt, dass wo man sich gern schnell über Mittag trifft, mit dem Team zu Abend ißt oder auch wo das Bankett nach dem Kongress stattfindet gar zu oft ganz furchtbare Akustik herrscht. Schließlich ist es ja der Inbegriff eines Restaurants, dass man dort nicht alleine ißt — am liebsten noch mit Musik im Hintergrund. Und all die Hintergrundgeräusche ersäufen die Sprache, um die es doch geht.

Die Lösung? Wie immer: Initiative ergreifen — und versuchen, Einfluss auf die Wahl von Restaurant und Tischreservierung zu nehmen. Aber was macht eigentlich gute Akustik aus? Wie soll man auswählen oder — wenn man es nicht selbst in der Hand hat — was soll man denen, die auswählen, sagen? Zumal, wenn obendrein für Schwerhörige laut und leise nicht das gleiche bedeutet wie für Normalhörige.

Um es kurz zu machen, es ist ganz einfach: Man muss nur dem kitschigen Italiener oder Griechen möglichst nahe kommen…

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Taub im Job, trotzdem erfolgreich, Tipp #6: Gesprächsführung in Teamsitzung und Besprechung

15. September 2009 · 3 Kommentare

Manchmal denke ich, ich sollte extra Geld dafür nehmen. Einen selbstbewußten Schwerhörigen dabeizuhaben, macht Teamsitzungen und Besprechungen oft kürzer und viel effektiver. Das muss ich zumindest aus den Berichten meiner Kollegen schließen.

Denn man muss ja nicht erst schwerhörig sein, um von Meetings und Sitzungen nicht begeistert zu sein: Ohne  kommt zwar kein Unternehmen und kein Projekt aus. Sie sind aber oft genug unproduktiv und damit eigentlich Zeitverschwendung. Wenn sie so betrieben werden, dass ich als Schwerhöriger auch etwas davon habe, ändert sich das. Und zwar ganz nebenbei.

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Vortragen und Schwitzen: Wie man als Schwerhöriger vor Publikum redet

5. September 2009 · 12 Kommentare

Dienstreise. In einen kleinen westdeutschen Ort, in dem die Bedienung nach dem Abendessen im Hotel standardmäßig fragt, ob man nicht Eintrittskarten fürs Spielcasino haben möchte, das sei ja nur über den Fluss. Man gibt sich Mühe in diesem Hotel, es ist behaglich und etwas bedrückend zugleich — ein bißchen wie bei der Schwiegeroma.

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Ich soll einen Vortrag halten, an einer Akademie. Das mache ich inwzischen sehr routiniert. Und dabei hilft mir die Schwerhörigkeit sogar. Denn ich muss ja versuchen, die Anwesenden einzufangen — und während ich rede sehen, wie das Publikum drauf ist und wie es reagiert. Das zu erfassen, darin bin ich gut, auch dank der Schwerhörigkeit. Und so sind die meisten Menschen der Meinung, dass meine Vorträge ansprechend sind.

Aber während die meisten Menschen vor dem öffentlich Reden Lampenfieber kriegen, kriege ich es danach. Beim Antworten auf Fragen und Kommentare. Dann bricht mir der Schweiß aus. Und ich muss mir was einfallen lassen. Das mache ich auch…

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Nicht nur für Journalisten: Wie spricht man richtig über Behinderung?

28. August 2009 · 2 Kommentare

Natürlich präzise, neutral und nicht abwertend. Aber wie geht das eigentlich? Das National Center on Disability and Journalism einer US-Journalistenschule erklärt’s. Und davon hat auch der Deutsche was, finde ich. Sagt man z.B. „an den Rollstuhl gefesselt“? Nie! Sagt man auf Englisch „handicapped“? Nur im Zusammenhang mit Rechtsvorschriften, Orten oder Dingen, z.B. bei Behindertenparkplätzen! Ansonsten: disability.

Hier ein paar grundsätzliche Hinweise (Auszüge, meine Übersetzung):

Wenn Sie eine Person beschreiben, erwähnen Sie die Behinderung nicht — außer sie steht im sachlichen Zusammenhang mit der Geschichte. Ist dies der Fall, verwenden Sie Formulierungen, die zuerst die Person und erst in zweiter Linie die Behinderung hervorheben.

Vermeiden Sie Ausdrücke wie „leidet an“, denn dies beinhaltet eine Wertung. Nicht jede Person mit einer Behinderung „leidet daran“, „ist ihr Opfer“, „damit geschlagen“ oder sieht generell ihre Lebensqualität eingeschränkt. Vorzuziehen ist eine neutrale Ausdrucksweise, die die Behinderung klar benennt.

Als Beispiel wird genannt:  The writer, who has a disability anstelle the disabled writer. Das geht auf deutsch natürlich nicht wortwörtlich. Aber das Prinzip dürfte klar sein. Man sagt nicht einfach der behinderte Schriftsteller oder wirft grundlos ein, dass der Schriftsteller behindert ist. Genauso wie man es auch bei Merkmalen wie z.B. Hautfarbe, Migrationshintergrund oder sexuelle Orientierung machen sollte.

Man sagt allenfalls so etwas wie: Der Schriftsteller, der selbst querschnittsgelähmt ist — wenn man etwa über seinen einfühlsamen Roman oder die aufrüttelnde Reportage berichtet, wie Rollstuhlfahrern in Deutschland der Besuch im Theater und im Kino vergrault wird.

[via bionic ear]

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7 (und mehr) Tips: Woran erkennt man einen Schwerhörigen?

25. August 2009 · 20 Kommentare

Wie macht sich Schwerhörigkeit bemerkbar, woran erkennt man, ob jemand schwerhörig ist? Es gibt da ja diesen makabren Witz: Ein Mann erkundigt sich im Leichenschauhaus nach seiner Frau, die unglücklicherweise bei einem Fährunglück ertrunken ist. Er wird gefragt, wie man seine Frau von den anderen Ertrunkenen unterscheiden könne, ob sie vielleicht besondere Merkmale habe. Und antwortet, sie sei auf dem rechten Ohr schwerhörig. Haha.

Aber im Ernst, bei Lebenden gibt es doch einiges, was soweit ich sehe alle Schwerhörigen gemeinsam haben. Und es ist gut, wenn man diese Merkmale kennt, weil die Verwechslungsgefahr mit Unhöflichkeit und Doofheit ja doch recht groß ist, im Alter auch mit Senilität. Da gibt es einige dramatische Fälle, wo Leute für absolut dement gehalten und entsprechend behandelt wurden – dabei waren sie nur schwerhörig.

Anzeichen dafür, dass jemand schwerhörig sein könnte sind,

  1. dass sie einem an den Lippen hängen. Es gibt da so einen konzentrierten Ausdruck beim Reden, den ich bei bisher jedem halbwegs Schwerhörigem gesehen habe. „Der guckt einen immer so an beim Reden“, „der hat so einen intensiven Blick“ ist mir auch schon häufiger nachgesagt worden.
  2. dass sie häufig nachfragen, was gerade gesagt wurde
  3. dass sie näher herankommen, wenn man beginnt mit ihnen zu reden (und ggf. zurückweichen, wenn man ihnen zu nahe kommt).
  4. dass sie sich vorbeugen beim Zuhören. In David Lodges Roman Deaf Sentence wird das etwa so beschrieben: Nein, er schaut ihr nicht in den Ausschnitt.
  5. dass sie sich bei Gesprächen, besonders in der Gruppe, nie entspannen können. Als fast nie nach hinten lehnen, sondern immer vorgebeugt, auf der Stuhlkante sitzen. Oder sich auf den Tisch stützen.
  6. dass sie häufiger unlogisch, manchmal auch falsch antworten oder verwirrt wirken, weil sie (noch) nicht verstanden haben was gesagt wurde.
  7. dass sie erst dann auf Ansprache reagieren, wenn sie einen gesehen haben

Was meint Ihr, stimmt das so? Hab ich was vergessen?

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Nicht immer nur die gleichen Jobs! Berufswahl für Schwerhörige und Hörbehinderte

13. August 2009 · 41 Kommentare

Umgekehrt wird ein Schuh draus! Das Thema Berufswahl und Jobsuche für Hörbehinderte beschäftigt mich schon länger. Und da ich, seit Enno gestern diesen inspirierenden Artikel geschrieben hat, sowieso an kaum was anderes denke, hier ein kleiner Zwischenruf — der natürlich nur meinen ganz persönlichen Weg und besonders meine Erfahrung in Harvard widerspiegelt.

Ich denke nämlich, man sollte umgekehrt an die Sache herangehen als es die meisten tun — so zumindest mein Eindruck aus persönlichen Gesprächen und den Fragen, die mich ab und zu erreichen und die ich in einschlägigen Foren lese.

Da wird dann – meist von Schülern und Studenten oder ihren Eltern – gesagt, es stünde Berufswahl oder Umorientierung an. Und als allererstes gefragt, welche Jobs sich denn für Hörbehinderte eigneten. Eigene Interessen und persönliche Fähigkeiten kommen erst auf Nachfrage oder gar nicht. Ich finde: Das ist genau der falschen Ansatz. Denn damit wird die Hörbehinderung zum Hauptkriterium gemacht. Auf diese Frage kann man nur mit Jobs und Berufen antworten, in denen Hörbehinderte schon immer/typischerweise gearbeitet haben. Oder solchen, in denen man zufällig mal welche bemerkt hat.

Sicher, so ist es einfacher. So ist es sogar viel einfacher, die Frage nach dem richtigen Job für einen zu beantworten. Man läßt sich einfach eine Reihe von Jobs vorschlagen und wählt dann daraus aus. Aber ich glaube so sollte es nicht laufen. Ich habe das zwar früher auch so betrieben, aber mittlerweile herausgefunden, dass ich so nicht glücklich werde. Außerdem: So bleibt Behinderung die bestimmende Kategorie, so landen Behinderte immer nur in den gleichen Jobs.

Statt Hörbehinderung zum ersten Kriterium bei Berufswahl und Jobsuche zu machen, sollten wir den schweren Weg nehmen: Zuerst die eigenen Interessen und Fähigkeiten erkunden. Was können wir gut? Was wollen wir erreichen? Und vor allem: Was macht uns glücklich? Und dann den mühseligen und meist langwierigen Prozess des Recherchierens, mit Leuten Redens und sich Ausprobierens beginnen um den passenden Beruf und die passende Position zu finden. So kommt man dann auch darauf, dass man ein paar Dinge vielleicht gerade wegen der Behinderung gut kann.

Klar, eine gewisse Realitätsnähe sollte man behalten: Kann man als Hörbehinderter die Funktionen erfüllen, die dieser Job verlangt? Und vielleicht wichtiger: Kann man damit glücklich werden, wenn man ständig Funktionen erfüllen oder in Umgebungen arbeiten muss, die einen auf die Behinderung zurückwerfen? Stichworte: Telefonieren oder Unterhaltungen im Störschall. Aber das sollte eben nicht der erste, sondern der zweite Schritt sein.

Denn: Man kann nur an Aufgaben wachsen, die einen ein bißchen fordern (fordern, nicht überfordern!). Gut, das mag Euch vielleicht ein wenig sehr amerikanisch schmecken, ich war ja nun lang genug da. Aber ich finde es auf Dauer befriedigender. Und wenn man erstmal einen interessanten Beruf oder Job herausgefunden hat — dann erst kann und sollte man herausfinden ob man nicht mithilfe technischer Geräte, organisatorischer Änderungen und kleiner Kniffe die geforderten Funktionen auch mit Hörbehinderung und unter Normalhörenden erfüllen kann. Dazu werde ich dann bald wieder schreiben wenn ich meine Serie fortsetze Taub im Job, trotzdem erfolgreich: 12 Tipps für Schwerhörige, ihre Chefs, Kollegen und Kunden.

Berufswahl und Jobsuche für Hörbehinderte — Wie seht Ihr das?

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Taub im Job, trotzdem erfolgreich, Tipp #5: Raum und Gegenstände in Teamsitzung, Besprechung und Präsentation

9. August 2009 · Kommentar schreiben

Manche Sitzungsräume können es Schwerhörigen schwer machen. Meist wird man an den Räumen am Arbeitsplatz relativ wenig ändern können. Aber oft stehen unterschiedliche Räume zur Auswahl oder es läßt sich längerfristig was an der Einrichtung ändern. Zumindest aber kann man meist auf die Gegenstände einwirken, die jedesmal hinein- und herausgebracht werden. Hier ein paar Vorschläge, von denen auch Normalhörende profitieren:

  • Manche Klimaanlagen machen mit ihrem lauten Summen und Surren das Verstehen schwierig. Besonders, wenn die Sitzung lange dauert und dennoch volle Konzentration verlangt. Wenn möglich also einen Raum ohne laute Klimaanlage wählen, sie herunterdrehen oder gar für die Dauer der Sitzung ausschalten — und stattdessen vorher und hinterher lüften.
  • Ich habe einige Menschen kennengelernt, die durch das Lüftergeräusch von Computern gestört wurden, besonders Desktopmodelle älteren Jahrgangs. Außerdem: Wenn die Anwesenden beim Reden auf ihre Bildschirme starren und von dort ablesen ist Lippenlesen kaum möglich. Da kann es helfen, alle nicht dringend benötigten Rechner auszuschalten oder möglichst leise Modelle anzuschaffen.
  • Wenn die Akustik im Raum generell schlecht ist, kann man oft durch kleine Änderungen etwas erreichen, z.B. indem man den Tisch umstellt, verschiebt oder dreht. Häufig sind ja große Tische aus mehreren kleinen zusammengestellt um flexibler zu sein — diese Möglichkeit sollte man dann auch nutzen und sich je nach Zweck und Gruppengröße Passendes zusammenstellen (lassen).
  • Wenn möglich einen nicht zu hohen Raum mit Teppichboden wählen. Aber schon ein paar Pflanzen, ein kleinerer Teppich oder — kein Witz — mehr Möbel oder auch nur Aktenschränke oder -stapel können Hall entscheidend mindern.
  • Dünne Jalousien können vermeiden, dass einige Personen vor starkem Gegenlicht sitzen — das erleichtert Allen das Ansehen und Schwerhörigen das Lippenlesen.

Über Eure Erfahrungen und Kommentare zu diesen Hinweisen würde ich mich freuen.

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Taub im Job, trotzdem erfolgreich, Tipp #4: Sitzordnungen

30. Juli 2009 · 4 Kommentare

Hätte ich nur einen einzigen Wunsch frei, um mein Leben als Schwerhöriger im Berufsleben zu verbessern — ich würde sagen: Ich will die Kontrolle über die Sitzordnungen. Denn die sind wohl das einfachste Mittel mit der größten Wirkung.

Wenn etwa zwischen allen Anwesenden zu großer Abstand herrscht, wichtige oder gar alle Redner auf der Seite mit dem schlechteren Ohr sitzen oder mitten im Gegenlicht vor einem Fenster, dann wird das Verstehen mühsam bis unmöglich. Ideal ist, wenn der Schwerhörige sich im Raum dorthin setzen kann wo er oder sie will — und dann alle anderen entsprechend platziert werden.

Wie genau „entsprechend“ geht, kann ich hier nur für mich sagen, denn jede Schwerhörigkeit ist anders. Für mich am besten ist: In der Mitte des Tisches bzw. ein bißchen in die eine oder andere Richtung versetzt, wenn dort Personen sitzen, von denen wichtige Beiträge erwartet werden (Kunden, Berater, Lehrpersonen, etc.). Die will ich halbrechts von mir haben. Nur halbrechts, damit ich mir nicht den Kopf verrenken muss um sie anzusehen. Manchmal setze ich mich auch mit dem schechten Ohr dicht an eine wichtige Person und lasse das gute ‘den Raum überwachen’. Ich bin außerdem als jemand bekannt, der Leute bittet, doch ein bißchen zusammenzurücken, wenn sie sich gar zu sehr in alle vier Ecken des Raumes verteilen. Bei Vorträgen gehe ich in die erste Reihe, manchmal auch in die zweite oder dritte, wenn von dort aus die Sicht angenehmer ist. Und ich setze mich nie in die Mitte des Raumes, sondern immer ein wenig seitlich an den Rand, möglichst mit einer Wand im Rücken. Wegen des Halls.

Meiner Erfahrung nach sind die meisten Menschen, schnell bereit sich entsprechend zu setzen — wenn man ihnen die Sache vorher nett und nicht auf den letzten Drücker erklärt (siehe dazu Tipp #2) .Wenn Hierarchie freie Platzwahl nicht zuläßt, kann man meist immer noch die gesamte Runde ‘um den Tisch drehen’. Oder über die Kontrolle des Mobiliars Verbesserungen erreichen (Tische umstellen oder anders anordnen). Oder wie seht Ihr das?

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Kinder und Schwerhörige — geht das zusammen?

24. Juli 2009 · 8 Kommentare

Das ist ja alles schön und gut mit meinen Regeln, der Gebrauchsanweisung für Schwerhörige. Aber Sigrid hat eine gute Frage gestellt, hier in den Kommentaren:

Aber wie bringe ich es meinen Wirbelwinden von Kindern bei, wie sie mit [dem schwerhörigen] Opa sprechen müssen?

Kinder beim Spielen, Foto by Torsten-Schröder / pixelio.de

Ja, wie macht man das? Wie geht man als Schwerhöriger mit Kindern um oder wie bereitet man sie auf den Umgang mit einem vor?

Ehrlich gesagt, ich habe ich dazu rein gar nichts zu sagen. Ich kenne nur das Problem. Kinder, insbesondere kleine Kinder verstehe ich so gut wie nie! Die hellen Stimmen, das Rumgewusel, die kindliche Aussprache… Das ist so schlimm, dass ich ihnen oft ausweiche oder mir übersetzen lasse — so dass ich schon wirklich Angst davor habe wie das wohl wird, wenn ich selber mal welche habe. Denen sollte man ja wohl nicht ausweichen. Und Angst haben vor ihnen auch nicht.

Darum mal von mir die Frage in die Runde: Was habt Ihr für Erfahrungen mit Kindern und Schwerhörigkeit gemacht? Wie geht man damit um? Gibt’s da mehr zu zu sagen als „es ihnen in ner ruhigen Minute erklären“?

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Taub im Job, trotzdem erfolgreich, Tipp #3: Selbstvermarktung und das erfolgreiche Bewerbungsgespräch

3. Juli 2009 · 8 Kommentare

Wie soll man sich als Schwerhöriger oder Ertaubter beruflich verkaufen?  Natürlich ist es schwierig, hier Tipps zu geben ohne auf die jeweilige Kombination aus Person, Behinderung und Job einzugehen. Ich versuche es trotzdem mal. Dabei greife ich auf meine Erfahrung im Umgang mit meiner Behinderung zurück — eigene Vorstellungsgespräche und Berufserfahrung sowie Unterhaltungen mit Leuten aus unterschiedlichsten Positionen und Branchen, von Wissenschaft über Film und Fernsehen bis Unternehmensberatung.

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Konversation und ihre Tücken: Wie macht man ein nettes Abendessen mit Schwerhörigen?

27. Juni 2009 · 8 Kommentare

Mein täglich Brot beim geselligen Abendgelage zu mehreren ist: Ich komme einfach nicht mit.

Ich kann dem Lauf der Unterhaltung nicht folgen und oft nicht mal verstehen, wenn mich überraschend jemand direkt anspricht. Da ich nicht weiß, worüber geredet wird – was, selbst wenn ich den Anfang mitbekommen habe, nach drei, vier Wortwechseln der Fall ist – kann ich auch keine passenden Beiträge machen. Sondern im besten Fall ein neues Thema ansprechen. Was mir auch nicht immer einfällt. Und im schlechtesten seltsam unpassende Beiträge machen.

Man wechselt ja auch nicht einfach so das Thema, der Zeitpunkt muss schon passen. Wissen, was schon besprochen wurde, worüber sich gerade jemand ereifert oder begeistert hat, ist auch nicht schlecht. Und schließlich ist Reden ja ein Ping-Pong-Spiel: Man muss den Ball auch aufnehmen und wieder zurückspielen, antworten auf die Antworten der Leute. Das ist was anderes als eine Serie von Monologen. Und man muss den Moment finden, wenn der eine Sprecher schon fertig ist, der nächste aber noch nicht begonnen hat.

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Taub im Job, trotzdem erfolgreich, Tipp #2: Offen sein, es nicht alleine versuchen, Initiative ergreifen

19. Juni 2009 · 3 Kommentare

Ich glaube,  der folgenreichste Irrtum über Schwerhörigkeit/Taubheit ist, dass sie nur einen alleine betrifft. Hab ich früher selber mal gedacht, stimmt aber nicht. Hörbehinderung betrifft die Kommunikation. Und damit immer auch andere. Egal ob in der Familie, unter Freunden — oder im Job unter Normalhörenden.

Darum ist dies ein ganz, ganz grundsätzlicher Tipp: Von Anfang an offen sein, es nicht alleine versuchen und die Initiative ergreifen! Selbst habe ich mich damit lange sehr schwer getan. Zum Teil weil ich mir selbst, dem Chef und den Kollegen nicht eingestehen wollte, dass ich bei bestimmten Dingen (wo es um Kommunikation geht) möglicherweise Probleme habe. Und weil ich niemandem zur Last fallen und die Abläufe stören wollte. Ich dachte, da gibt’s nur Ärger, wenn ich das mache. Aber ich habe viel Lehrgeld bezahlt. Denn wenn es Probleme gibt, sind auch andere davon betroffen. Und wenn es schnell gehen muss, ist keine Zeit mehr.

Außerdem habe ich festgestellt: Es kommt viel souveräner rüber, einfach zu sagen: „Hier könnte es Probleme geben. Aber das macht nichts, denn so und so können wir sie meistern.“

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Taub im Job, trotzdem erfolgreich, Tipp #1: Lege ein Depot an

12. Juni 2009 · 4 Kommentare

Out of batteries - Foto: Not quite like Beethoven, all rights reserved

Wer sich ne Uhr ans Handgelenk bindet, fesselt sich an die Zeit. Und wer sich Hörgerät oder CI zulegt, nun ja, an den Batteriedealer. Was Ihr hier seht, kann im Job das Antlitz der Katastrophe sein. Kein Wunder, denn ohne Batterien geht nix — oder jedenfalls kein Hörgerät. Sowas sollte man also dort nie sehen müssen. Bei mir zumindest geben die Dinger nämlich bevorzugt dann den Geist auf, wenn was ansteht, wo ich hören muss.

Zugegeben, dieser erste Tipp mag manchen banal erscheinen. Trotzdem kann ich nur raten: Sorge dafür, dass Dir niemals die Batterien ausgehen. Andere haben im Büro vielleicht Sakko und Krawatte im Schrank oder Kostüm und Absatzschuhe. Schwerhörige brauchen am Arbeitsplatz ein Batteriedepot! Egal ob Akkus oder Einmalbatterien. Alles andere ist unprofessionell.

Mir selbst ist das zum Glück nur einmal passiert. Ich habe meine Ersatzbatterien in der Jackentasche. An jenem Morgen im April war’s überraschend warm. Und ich spät dran. Also schnell zurück, Jacke getauscht — und schwuppdiwupp war’s geschehen. Kurz nach dem Mittagessen gab erst eine, dann die andere Batterie den Geist auf. Und bei der einzigen Batterie in meinem Schreibtisch war irgendwie der kleine Aufkleber abgegangen, sie hatte ihren Saft schon lange abgegeben. (Die meisten Hörgerätebatterien sind sogenannte Zink-Luft Batterien, die, sobald man einen kleinen Aufkleber abzieht, auch beim nur Herumliegen schon in einer Woche leer werden können.) Gerade noch mal gutgegangen: An dem Tag standen keine Präsentationen und keine wichtigen Treffen auf dem Programm. Nur die Mittagspause mit den Kollegen war etwas gewöhnungsbedürftig.

Wie sind da Eure Erfahrungen? Hat jemand eins dieser neuen Hörgeräte, die man über Nacht in die Aufladestation steckt, wie läufts damit? Und wie ist das bei CIs? Ich habe gehört, gängige Modelle verwenden Batterien im Dreierpack, was dann ca. drei Tage reicht. Oder einen Akku, der aber nur etwa zehn Stunden durchhält. Das wär ja ganz schön knapp, wenn’s mal ein langer Tag wird…

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Not quite like Beethoven in Amerika: Als Schwerhöriger Sprachtests meistern – und Visabeamte nerven

9. Juni 2009 · 5 Kommentare

So ist also die Lage bei mir: Englisch im Prinzip gut — aber alles was mündlich abläuft, ist für mich schwer bis oft genug unmöglich. Ist auf Deutsch nicht anders, aber die Fremdsprache gibt mir in schwierigen Situationen den Rest. Wie ist es, in diesem Zustand für ein Jahr zum Arbeiten in die USA zu gehen? Schwerhörigkeit und die Fremdsprache, Teil 2.

Es fing schon mit wahnsinniger Anspannung an: Für die Finanzierung musste ich einen Sprachtest machen. Und fürs Visum zum persönlichen Interview in die Botschaft. Nun, eigentlich weiß ich ja, dass nichts zu befürchten habe. Hab nix gemacht. Und Englisch kann ich. Half aber nichts: Was ging mir das Herz in die Hose! Ich hatte solche Angst vor diesen Gesprächen. Und meine letzte Sprachprüfung war schon lange her. Damals hatte ich noch fast doppelt so gut gehört wie jetzt.

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Taub im Job, trotzdem erfolgreich — 12 Tipps für Schwerhörige, ihre Kollegen, Chefs und Kunden

8. Juni 2009 · 1 Kommentar

Auch im Berufsleben gilt natürlich die allgemeine Gebrauchsanweisung für Schwerhörige. Im Lauf der nächsten Wochen will ich aber noch einige speziellere Tipps mit Euch teilen, wie man als Schwerhöriger in hörender Umgebung besser klarkommt. Die stammen aus meiner gesammelten Erfahrung — und sind darum natürlich nicht 1:1 auf alle Berufe, Jobs und lokalen Gegebenheiten übertragbar. Wenn aber nicht genau dies machbar ist, dann ist vielleicht etwas ähnliches, ebenso hilfreiches machbar. Insofern sind sie eher als Anregung denn als Vorschrift zu verstehen.

Was sie gemeinsam haben ist, dass sie zwar etwas Aufwand erfordern: Man muss aktiv werden. Dann aber machen sie es Schwerhörigen, ihren Kollegen, Chefs und Kunden leichter — und können nebenbei auch die allgemeine Produktivität steigern.

Die ersten zwei werden grundsätzlicher Natur sein, der Rest bezieht sich auf bestimmte Aspekte und Szenarien. Ich werde Probleme ansprechen, die ich gehabt habe. Und Lösungen beschreiben, die ich gefunden habe.

1.  Lege ein Depot an

2.  Offen sein, es nicht alleine versuchen, Initiative ergreifen

3.  Selbstvermarktung und das erfolgreiche Bewerbungsgespräch

4.   Sitzordnungen

5.   Raum und Gegenstände in Teamsitzung, Besprechung und Präsentation

6.   Gesprächsführung in Teamsitzung und Besprechung

7.   Akustisch Überleben beim Geschäftsessen

8.   Auf Geschäftsreise

9.   Konferenzgespräche

10. Kundenkontakt per Telefon

11. Präsentationen vor dem Kunden

12.  Smalltalk und Netzwerken bei Empfängen

Dabei verstehe ich mich nicht als der Weisheit letzter Schluss — ich freue mich, auch von Euch zu hören! Welche Probleme haben Schwerhörige im Job? Wie konntet ihr sie lösen oder auch nicht? Und wie gefallen Euch meine Vorschläge?

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Amerikanisches Fernsehen im Netz — mit Untertiteln!

2. Juni 2009 · 2 Kommentare

Bei Hulu.com gibt es amerikanisches Fernsehen im Internet –  Filme, Shows, Serien. Was ich bisher übersehen hatte: Sehr viele Shows haben Untertitel! Warum hat mir das keiner gesagt?

Einfach auf das kleine Symbol „cc“ achten und draufklicken. Oder gleich nach „closed captioned“ suchen.

Das heißt übrigens: Man kann auch die Episode von Dr. House mit Untertiteln gucken, mit der er die Schwerhörigenszene in den USA gegen sich aufgebracht hat — und die ich hier beschrieben habe.

Update: Bernd hat mich gerade darauf hingewiesen, dass hulu offenbar aus Europa nicht so leicht erreichbar ist. Schade, zu früh gefreut. Hier steht an einem anderen Beispiel, wie man es trotzdem nutzen kann. Variante drei ist die einfachste, sonst die erste…

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Wollen wir tanzen? Ist ja nett, dass Du mir ins Ohr sprechen willst, aber…

23. Mai 2009 · Kommentar schreiben

Das ist mal wirklich eine typische Hörenden-Reaktion: Sobald es irgendwo ein bißchen lauter wird oder sonstwie schwierig mit dem Verstehen, tendiert der Normalhörende dazu, sich vorzubeugen und einem ins Ohr sprechen zu wollen.

Macht man das mit mir, ist das Ergebnis ein kleines Tänzchen. Du kennst das von wenn einem jemand auf der Straße entgegenkommt, der auf der gleichen Seite an einem vorbei will, an der man auch vorbei wollte. Da grooven ja auch oft beide mehrfach hin und her, bevor es schließlich weitergeht.

Im Fall des Ins-Ohr-Sprechens: Beugt sich mein Gegenüber nach rechts vor, nehm ich ihn dort in Empfang. Beugt er sich nach links, mach ich das gleiche. Stehen wir und sie wandert auf meine Seite, drehe ich mich mit, schummdidumm.

Und alles nur weil das Lippenlesen so wichtig ist….

*Danke, André, für den Kommentar, der mich an diese Geschichten erinnert hat.*

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Gebrauchsanweisung für Schwerhörige – Fragen an Euch!

22. Mai 2009 · Kommentar schreiben

Damit ist die Gebrauchsanweisung für Schwerhörige erst einmal abgeschlossen. Bevor ich demnächst zu Tipps für den beruflichen Bereich weiterschreibe, würde mich interessieren — wie kommt sie an?

Habt Ihr’s schon ausprobiert? Was sind Eure Erfahrungen? Was findet Ihr sinnvoll? Was fehlt?

Freund F. etwa sandte mir gestern folgenden Dialog, der sich nebenbei mit seinem auf beiden Ohren hochgradig schwerhörigen (und schwäbischstämmigen) Steuerberater abspielte:

Er: \“Sie könne sisch gar net vorstelle, wie schlimm des mit de Hörgeräte isch.\“
Ich: \“Ja, ein Freund von mir muss auch Hörgeräte tragen und deshalb…\“
Er: \“Wie war desch?\“
Ich: \“Ein FREUND VON MIR…\“
Er: \“Wer?\“
Ich: \“Ein Kumpel von mir muss auch…\“
Er: \“Ah, ein Kumpel!\“

Regel Nummer 10 funktioniert also. [...] Entschuldigung an alle Schwaben für die (wahrscheinlich nicht mal detailgetreue) Parodie.

Über weiteres Feedback und Kommentare, auch Kritik freue ich mich sehr! Wenn Ihr hier nicht schreiben möchtet, dann auch gerne per Email an die Adresse rechts in der Seitenleiste…

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Gebrauchsanweisung für Schwerhörige #11: Blue Steel oder Le tigre?

22. Mai 2009 · Kommentar schreiben

Wie macht man’s Schwerhörigen leichter und das Gespräch erfolgreich?  11 Regeln von denen auch Andere profitieren.

Regel Nummer 11: Blue Steel oder Le tigre?

Diese letzte Regel ist zum einen dafür da, wenn gar nichts geht. Wenn ich trotz aller Tricks einfach nichts verstehe und wir sprachlos voreinander stehen. Das kommt öfters auf Parties und in Kneipen vor. Leider meist mit netten, mir unbekannten Menschen, die mich kennenlernen wollen. Die Regel ist aber auch sehr grundlegend — und begleitet gewissermaßen alle anderen.

Zoolander's blue steel / otisproductions.comFilmfreunde haben es vielleicht schon gemerkt, der Titel bezieht sich auf einen Film von Ben Stiller: Zoolander ist eine wahnwitzige Geschichte über unglaublich einfältige männliche Supermodels und einen kruden Attentatsplan auf den malayischen Premierminister. Ich finde den Film köstlich!

Derek Zoolanders Markenzeichen und Kapital als Model jedenfalls sind verschiedene, von ihm entwickelte Posen. Das Bild zeigt seinen größten Erfolg: Blue Steel.  Daneben hat er noch eine Handvoll anderer Posen und Blicke patentiert, wie Le tigre und Ferrari. Nur — die sehen alle gleich aus. Im Grunde geht es den ganzen Film über darum, dass Zoolander seine Ausdrucksmöglichkeiten erweitert. Und was man nur mit Blicken so alles anstellen kann.

Also: Auch mit Blicken kann man kommunizieren. Dann braucht’s gar nicht so viele Worte. Wenn also mit mir gar nichts mehr geht — aber auch gerne schon vorher — scheut Euch nicht, mir auch ein bißchen Mimik und Gestik zu schenken. Dann fällt ungünstigenfalls auch das zusammen schweigen leichter.

Zur Übersicht: 11 Regeln für besseres Reden mit Schwerhörigen

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Gebrauchsanweisung für Schwerhörige #10: Erweitere Deinen Wortschatz

19. Mai 2009 · 3 Kommentare

Wie macht man’s Schwerhörigen leichter und das Gespräch erfolgreich?  11 Regeln von denen auch Andere profitieren.

Regel Nummer 10: Erweitere Deinen Wortschatz

Mit meinen kleinen Tricks wie Brille aufsetzen, Lippen und Leute lesen verstehe ich wesentlich mehr als ich höre. Wenn ich dann doch einmal etwas  nicht verstehe (also meist alle zwei oder drei Minuten), kannst Du es ein oder zweimal wiederholen. Spätestens dann aber wäre ich Dir dankbar, wenn Du die Strategie wechselst. Sonst kommen wir uns beide nur blöd vor.

Werde kreativ. Umschreibe, was Du meinst mit anderen Worten. Gib mir Stichworte.

Denn: Den Klang dessen, was ich nicht verstanden habe, hab ich mir nach zweimal Wiederholen schon gemerkt. Was Du davor gesagt hast, weiß ich auch (meistens). Mein Kopf arbeitet bereits auf Hochtouren, daraus einen Sinn zu gewinnen. Wenn Du nur wiederholst, ist das für mich nichts Neues, leider. Aber alles was Du mir darüber hinaus gibst, hilft mir bei der Berechnung dessen, was Du gesagt haben musst.

Und ja, was dabei bei mir abgeht, ist so aufwendig und kompliziert wie es klingt.

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