Linktipp: Gebärdensprache

Toller Artikel über Gebärdensprache in der Frankfurter Rundschau.

“Angela Merkel?” “Nein, nie gehört.” — Nichtverstehen für Fortgeschrittene

Ich bin ein eher weltentrückter Mensch. Den Eindruck haben zumindest einige Leute gewonnen, die sich mit mir unterhalten haben. Und ich kann es ihnen nicht verdenken.

“Klitschko?” “Kennichnich.”

“Angelina Jolie” “Ähm, sagt mir nix.”

“Banksy?” “Wer ist das?”

Das Problem sind die Eigennamen. Bei denen stehe ich häufig vor dem Problem: Kenne ich diesen Menschen nicht? Oder habe ich da was akustisch nicht verstanden?

Nicht blöd wie ich bin sage ich es inzwischen auch jedes Mal sofort, wenn das Problem auftaucht. Wenn ich aber nach der dritten Wiederholung immer noch nicht weiter bin, dann muss ich Farbe bekennen. Und mal ehrlich, wie würdest Du entscheiden? Genau. Ich finde auch, dann liegt der Schluss nahe, dass ich den Namen nicht kenne.

Tja, nur leider, kannte ich ihn dann öfters doch. Und nicht nur ich, sondern manchmal so ziemlich jeder andere Mensch auch. Was mich dann ziemlich eigen wirken ließ. Besonders nett war das immer in Kreisen, in denen man sich darüber definiert, welche Bands man hört und welche Künstler man kennt.

Ich wirke hoffentlich nicht ganz so schlimm wie der Typ in dem Video oben. Vor allem habe ich nicht so unglaubliche Augenbrauen. Aber dennoch. Öfters bin ich für andere jemand, den man fragen möchte:

“Sach ma, in welcher Welt hast Du denn die letzen Jahre verbracht?”

Well, in my head, mostly.

Der Karnevalsanfänger

Fünf Tage Hörtraining unter schwierigsten Bedingungen haben ein Ende. Und wie jedes Mal hinterher frage ich mich, ob die Ohrwürmer schlimmer oder angenehmer wären, wenn ich den Text tatsächlich verstehen würde.
Freue mich auf die nächste Trainingssession in neun Monaten!

Next Stop: Leipziger Buchmesse

Ich lese am 14.3. um 19 Uhr im Nikolai-Eck. Ihr seid alle eingeladen!

Schön war’s in Kölle

10x15 Lesung Köln-187

Das war am 21.2. im Café Franck.

Auf der Couch — oder: Schwerhörige können alles, außer gut hören.

Manon war eine tolerante Frau. Sie kannte viele Schwerhörige. Und sie war Schwäbin. “Ist doch klar”, dachte sie darum, “Schwerhörige können alles. Außer gut hören.” Zum Beispiel konnten sie exzellente Psychoanalytiker sein.

Weil sie das so empfand, und es ihr nach einigen Sitzungen deutlich besser ging, machte es ihr auch nichts aus, sich öfters zu wiederholen, wenn Dr. Reitenberger sie wieder einmal nicht verstand. “Ist doch klar”, dachte sie, “so wie er da am Kopfende der Couch sitzt, nebenher Notizen machen muss und wie ich von ihm abgewandt auf der Couch liege — kein Wunder, dass der Arme da Probleme hat. Nicht mal Lippenlesen kann er aus der Position!”

So dachte sie mehrere Monate lang. Bis sie eines Tages nach der Sitzung im Treppenhaus auf eine Nachbarin stieß. Dr. Reitenbergers Praxis befand sich nämlich in einem Wohnhaus. “Sie müssen Manon sein”, begrüßte sie die Nachbarin und lächelte schräg: “Ich habe schon so viel von Ihnen gehört. Eigentlich jedes Mal wenn Sie beim Dr. Reitenberger sind. So laut, wie Sie mit ihm reden.”

Manon erblasste.

Radiogespräch Taube Nuss bei “Scala”

Foto: Thorsten Wullf

Foto: Thorsten Wullf

Schönes Gespräch, angenehme Leute, spannende Sendung. Ich mag WDR5 und Scala, und freue mich, dass die sich für mein Buch interessiert haben.