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Was darf Werbung?

Jens Scholz vermißt Anstand in der Werbekampagne eines Hörgeräte-Akustikers. Ich finde zu Recht. Noch mehr aber finde ich sie einfach um ein schlechtes Wortspiel herum gemacht. Das habe ich drüben schon in einem Kommentar geschrieben. Und was denkt Ihr?

Nachtrag: Die Werbung auf der Homepage des fraglichen Akustikers dagegen (“Sie verstehen Ihre Welt nicht mehr?”) finde ich wirklich sehr gut! Besonders die verstörten und deplatzierten Gesichtsausdrücke der Schwerhörigen.

Hätt ich genauso gemacht

Würden Sie nach diesem Filmchen ein Hörgerät kaufen?

Tja, hätte die Dame mal meine Tips für Schwerhörige in Teamsitzung und Besprechung beherzigt. Dann wär’s gleich besser gelaufen. Hier sieht man gut wie’s im Job allzu oft zugeht für Schwerhörige.

Ist eine ganz typische Situation, finde ich also ganz gut ausgewählt für Hörgerätewerbung. Auch wenn ich den Spot selbst zu lang finde und das Vorspiel unnötig und nicht so witzig wie die Macher das wohl denken. Übrigens: In den Kommentaren bei youtube wird bemängelt, dass die Darstellerin nicht selbst schwerhörig ist. Das, finde ich, ist doch vollkommen egal. Oder? Wie findet Ihr das Video? Zumindest besser als dieses hier?

Tauben Ohren ist gut predigen: An wen richtet sich eigentlich Werbung für Hörgeräte?

Komisch habe sie geklungen, berichtete gestern meine Freundin J. Eine Mischung aus salbungsvoll und als ob man kleinen Kindern etwas zum fünften Mal erkläre: Werbung für Hörgeräte im Berliner Klassikradio.

Hat das zufällig wer gehört?

Abgesehen von dem Tonfall fanden wir es beide äußerst merkwürdig, dass im Radio Werbung für Hörgeräte lauft. Das ist doch wohl das Medium, das Schwerhörige am wenigsten nutzen. Dann schon eher Print, Online oder Fernsehen — oder bin ich da ein Einzelfall?

Aber vielleicht — haben wir dann weiterüberlegt — vielleicht zielen die ja gar nicht auf die Schwerhörigen selbst, sondern auf Freunde und Familie. Damit diese die Betroffenen überzeugen? Meist braucht es ja ein wenig Arschtreten Ermutigung, bevor einer sich ein Hörgerät anschafft. Oder ist schonmal einer nur vom Werbung betrachten auf die Idee gekommen, jetzt ein Hörgerät zu wollen?

Oder kann man beim Klassikradio einfach besonders gut betuchte Hörer erwarten? Schließlich handelte es sich um diese implantierbaren Hörgeräte. Kosten nur etwas über 13.000 Euro. Sind gerade runtergesetzt.

Blindes Vertrauen, überhört zu werden — und die Folgen

Ein Werbespot für Hörgeräte: Was meint Ihr?   Lustig? Brutal? Unrealistisch? Ist Euch schonmal was ähnliches passiert?

Flitter und Tand – aber nett war’s

Wo ich gerade vom Boxen sprach, ich freue mich gerade über das hier:

Foto: Not quite like Beethoven

Übrigens hat Joe Frazier, bekannt vor allem durch seinen Sieg über Muhammad Ali und den Thrilla in Manila, auch ein Hörgerät. Und hoffentlich ein bißchen Geld dafür bekommen, das zu sagen. Das kann er nämlich gebrauchen.

Das Spiel zur Lage der Welt

Wo ich gerade Sparen und Finanzkrise ansprach – spielt eigentlich noch jemand Monopoly? Dieses Spiel in dem man ein Immobilienimperium aufbaut? Ist das immer noch das meistverkaufte Brettspiel der Welt, wie der Verlag Hasbro es bewirbt (in 103 Ländern verkauft, in 37 Sprachen übersetzt)?

Wär doch passend. Ich jedenfalls hab das früher ganz gern gespielt, aber schon lange nicht mehr daran gedacht. Und auch nix von gehört. Aber anscheinend wird im Moment doch tatsächlich Werbung für das Spiel gemacht – und zwar sehr schöne! Angucken bei space invaders! (Gefunden durch notcot).

Vielleicht kommt ja demnächst eine Version raus, in der man sich um staatliche Rettung (Bailout-Money) bemühen darf. Immerhin gab es passend zum Earth Day 2008 eine Klima- und Ressourcenschutz-Version des Spiels (mehr hier).

Der Verlag kolportiert übrigens immer noch den Erfindungsmythos, das Spiel sei kurz nach der Weltwirtschaftskrise in den 1920ern von einem Arbeitslosen erfunden worden:

Das Leben war trostlos, aber Darrow hatte eine großartige Idee: ein Spiel, mit dem jeder in die Welt der Reichen hineinschnuppern könnte. (Quelle)

Wikipedia gibt hier gut belegt die wie immer etwas kompliziertere Geschichte wieder.