Inglourious Basterds: Filme gehören so ins Kino wie der neue Tarantino!

Seit ich ernsthaft schwerhörig bin, möchte ich nur noch in Großstädten leben. Warum? Weil ich Filme liebe. Und nur in Städten von einiger Größe gibt es regelmäßig eine Auswahl guter Filme im Original mit Untertiteln im Kino. Wie heißt es so schön: Dafür werden Filme gemacht. Bei DVDs zuhause läßt sich vielleicht besser essen und kuscheln, aber es ist einfach nicht dasselbe. Zuhause ist was für Fernsehserien.

Poster: Inglourious BasterdsLeider werden Filme mit Untertiteln ja auch in den Großstädten immer weniger, je mehr die kleinen Kinos aussterben, die solche Filme zeigen. Nicht nur in Originalfassung. Sondern auch noch mit Untertiteln. So gesehen bitteres Glück im Unglück, dass sich mit der Ausbreitung der Multiplex-Kinos auch das Programm verschoben hat: Die meisten Filme, die dort laufen, kann man auch gucken ohne zu verstehen, was gesagt wird. Kämpfe, Verwandlungen, Raumschiffe, Explosionen, Verfolgungsjagden und dazu noch eine recht standardisierte Hollywood-Filmsprache — da versteh ich auch so was passiert.  Soll heißen: Ich kann mich mit den Bild- und Soundebenen des Films einigermaßen vergnügen und mir die Details später erzählen lassen. Ich mache das notgedrungen regelmäßig, wenn ich mit meinen Freunden ins Kino gehe. Denn aufs Kinoerlebnis will ich nicht verzichten.

Warum da Quentin Tarantinos neuer Film über eine Bande amerikanisch-jüdischer Nazi-Verklopper im zweiten Weltkrieg gerade recht kommt — nach dem Klick.

„Inglourious Basterds“ feiert diese Woche in Cannes Premiere. Was man hier und hier liest, klingt vielversprechend.

Allerdings: Tarantino ohne Tarantino-Dialoge, das ist nun wirklich nix. Kein guter Regisseur also für die Methode Erst-gucken-dann-nacherzählen-Lassen. Aber zum Glück sprechen in „Basterds“ wenigstens die Deutschen Deutsch und die Franzosen Französisch; der Film soll extrem viel mit Untertiteln arbeiten statt mit Synchronisierung. Das, finde ich jetzt mal gaaanz unparteiisch, sollte Schule machen.

Aber man muss wohl schon Tarantino sein, um mit sowas bei den großen, an möglichst einfacher weltweiter Vermarktung interessierten Studios durchzukommen. Zuviele Untertitel sind Kassengift. Die Masse steht einfach nicht auf Text in ihrem Bild. Kann ich sogar verstehen. Diesmal aber behauptet Tom Ortenberg von der Produktionsfirma Weinstein Company, die Menge an Untertiteln bereite ihnen keine Bauchschmerzen. Denn: „Tarantino ist eine universale Sprache.“

Das mag man nun sehen wie man will. Aber blöd ist, dass sie in Deutschland bestimmt die meisten Untertitel wieder rausmachen werden.

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