Wie hört sich meine Schwerhörigkeit an? Hörbeispiele im Netz

Bislang hab ich ja nur in Worten beschrieben, wie sich Schwerhörigkeit — meine Welt — mit und ohne Hörgeräte anhört . Jetzt hab ich dafür auch ein Hörbeispiel im Netz gefunden:

Hier hat Scott Bradley von der University of Wisconsin Beispiele für Hörminderung zusammengestellt und informativerweise gleich mit entsprechenden Audiogrammen versehen. So kann man sich das auch gleich grafisch angucken. Meins sieht in etwa aus wie das letzte, „profound hearing loss with residual low frequency hearing“. Ich habe noch etwas weniger Resthörvermögen. Die Files mit Störgeräusch sind gut um einen Eindruck davon zu bekommen, wie Hörgeräte klingen.

Weitere Hörbeispiele für verschiedene Formen von Schwerhörigkeit und Hörminderung gibt’s beim Online-Informationsportal der Audiotech Health Corporation, Hearing centre online. Und bei Phonak, einem Hörgerätehersteller.

[via you hear some funny things when you are deaf]

UPDATE: Ein weiteres gutes Beispiel dafür, wie sich Schwerhörigkeit anhört, habe ich hier gefunden. Unbedingt mal reinhören!

16 Antworten zu “Wie hört sich meine Schwerhörigkeit an? Hörbeispiele im Netz

  1. Vielen Dank für die tollen Links. Sowas hatte ich gesucht. Ich hab da noch alte Cassetten…

  2. Pingback: Trotzendorff | Blog | Delicious Links

  3. Als Musiker würde mich mal interessieren: Gibt es für die verschiedenen Arten der Schwerhörigkeit Möglichkeiten Musik so abzumischen, dass sie genießbarer wird? Oder verzichten die meisten Schwerhörigen irgendwann auf Musik?

  4. Hm, spannende Frage. Ich würde sagen: Kann man bestimmt machen – einerseits auf der Ebene der Frequenzen bei den einzelnen Quellen und dann beim eigentlichen Mischen. Nichts anderes macht oder versucht ja ein Hörgerät auch. Nur dass die leider keine einzelnen, direkt an der Quelle abgenommenen Signale bekommen (die sie dann mischen könnten). Und am digitalen auseinanderpfriemeln von Instrumenten oder Stimmen scheitern. Insofern geht das mit einzeln kontrollierbaren Eingängen sicherlich besser.

    Allerdings könnte man ja dann immer nur Konzerte oder Aufnahmen für eine bestimmte Sorte Schwerhörigkeit machen. Also ist es wahrscheinlich praktikabler alle gleich zu beschallen und auf gut angepaßte Hörgeräte zu setzen.

    Bei hochgradiger Schwerhörigkeit ist es schwieriger. Da fehlen ja einzelne Frequenzbereiche ganz. Und das Dynamikempfinden ist stark gestört.

    Ich glaube vielen vergeht der Spaß an Musik schneller als es sein müsste, weil sie schlecht angepaßte Hörgeräte, schlechte Anlagen und keine Möglichkeit, kein Geld oder keinen geeigneten Akustiker haben, der das mitmacht.

    Aber vielleicht liest ja hier jemand mit, der genauer Bescheid weiß? Außerdem: Hast Du da was bestimmtes im Kopf bei der Frage?

  5. hallo, ich lese seit ein paar tagen hier herum und bin fasziniert und endlich auch besser informiert! da ich auf dem linken ohr noch meine vollständige hörkraft habe und auf dem rechten hingegen mittlerweile seit ~16 jahren komplett ertaubt bin [ich bin jahrgang 81 und mache viel musik nebenher], habe ich immer mal wieder über generell den nutzen eines hörgerätes nachgedacht, um mir das stereohören [klassik!] zurückzuholen. oder um es überhaupt mal zu erfahren, so richtig erinnere ich mich nämlich nicht daran – meine kontinuierliche ertaubung rechts startete ca. mit meinem 6. lebensjahr…

    in diesem zusammenhang kam natürlich auch immer mal wieder der begriff des cochlea implantates auf, aber eher nur am rande. die ärzte vor ~10 jahren hatten mir abgeraten, um das gute hören links nicht zu beeinträchtigen [vom klang her], ich habe ihnen aber immer nicht so recht geglaubt. die verlinkten hörbeispiele haben das jetzt aber bestätigt. ich werde also noch warten und hoffen, daß mein linkes ohr durchhält.

    vielen dank für diesen blog, ich werde weiterlesen!

  6. Hi Rebhuhn, freut mich, dass es Dir gefällt!
    Ich glaube, man bekommt eh kein CI bezeahlt wenn man auf einem Ohr noch gut hört. Bin allerdings ein bißchen irritiert, welche Hörbeispiele Du meinst, „CI-Hören“ war doch gar nicht dabei. Oder hast Du doch von dort aus weiter durchgeklickt?

  7. ja, du hast recht – ich bin über den uni-wisconsin-link auf den allerletzten der dortigen seite [ut-dallas] gelangt, dort gibt es beispiele.

    ich habe übrigens zwar kein hörgerät oder CI, aber dafür keinen steigbügel mehr – da ist jetzt ein implantätchen aus gold😉 – man dachte, ich hätte otosklerose. war’s aber wohl nicht oder zumindest nicht das allein. ich bin auch schon dreimal operiert worden und hatte beim letzten mal die übelsten nachwirkungen… bei dir alles ok?🙂

  8. Hm, das klingt ja nicht so doll. Falsche Diagnose, dreimal op. übelse Nebenwirkungen. Tut mir leid! Bei mir alles okay bzw. so wie Du’s hier lesen kannst…

  9. Karsten Joppich

    Tolle Info. Danke!
    Der Phonak Link ist leider tot.
    Hier der aktuelle:
    http://www.phonak.com/de/b2c/de/hearing/understanding_hearingloss/how_hearing_loss_sounds.html

  10. Oh, danke Dir! hab ich gleich mal eingebaut.

  11. Nochmal zu Schwerhörigkeit und Musik hören: Ich selbst habe eine hochgradige Innenohrschwerhörigkeit, aber in den tiefen Frequenzen hör ich fast normal (kommt eher selten vor). Etwa 25 Jahre lang hab ich mich ohne Gerät durchgeschlagen und in der Zeit Gesangsunterricht genommen, Klavier und Klarinette gespielt. Ich liebe Musik sehr. Da hatte ich nie Probleme mit, natürlich hab ich die hohen Töne nicht gehört, mir aber dann quasi dazugedacht. Beim Musik hören hab ich vor allem die Bässe gehört und jetzt mit Tragen des Hörgeräts hat sich vor mir ein Klangreichtum entfaltet, der sich anfgangs sehr blechern, elektronisch angehört, aber mittlerweile von mir als natürlich empfunden wird. Ich glaube sogar, dass mein Interesse für Musik und meine Musikalität mir auch irgendwie meiner sprachlichen Entwicklung geholfen hat. Wenn das Hörgerät gut angepasst ist, sollte idealerweise kein unagenehmer Klangbrei zu hören sein. Aber ich denke, dass ist sehr individuell.

    Viele Grüße

  12. Ich habe keine Beweise, aber ich bin ganz sicher, dass das Interesse für Musik und Musikalität bei der sprachlichen Entwicklung helfen. Sag mal gibt es Stücke oder Musikrichtungen, die Du früher, ohne Geräte mochtest und jetzt nicht mehr so? Oder umgekehrt?

  13. Nö, nicht das ich wüsste. Ich mag wirklich alles, von Pop über Jazz, Klassik bis Heavy Metal (und die Musik dazwischen). Bei Heavy Metal aber auch nur sehr melodische. Schon immer. Logischerweise war und ist meist der Text nachrangig für mich. Die Melodie ist das wichtigste. Was sich jetzt geändert hat, ist das ich bei den hohen Tönen quasi auf Entdeckungsreise gehe. Schon oft gehörte und geliebte Musikstücke, gerade bei elektronischer Musik, werden neu entdeckt und ich bin manchmal verblüfft, was da alles noch zum Vorschein kommt.
    Weiß nicht, ob das was mit der Hörschädigung zu tun hat: Aber am liebsten mag ich Töne im Alt-, Mezzosopranbereich. Cello klingt für mich z.B. total richtig schön, weich und abgerundet irgendwie. Geige find ich eher quitschig und schrill. Und das gilt auch für menschliche Stimmen. Weiß z.B. nicht, was Leute so schön daran finden, wenn sich ein Sopran ganz nach oben schraubt. Das ist schon eine Leistung, aber schön ist meist was anderes. Vielleicht liegt es daran, dass ich an die dunkleren Töne einfach mehr gewöhnt bin, also längere Hörerfahrung damit habe. Aber ich glaube nicht nur.
    Nqlb, wie ist das bei dir mit Musik? Kannst du die genießen?

  14. Hi NqlB, gerade habe ich gesehen, dass du meine Frage schon beantwortet hast. Stichwort Punkrocksichere Hörgeräte:). Jetzt erst gesehen.

  15. Über das „punkrocksicher“ hinaus. Ja, ich kann die Musik genießen. Ich mag auch die Tonlage von Celli, stehe auf groovigen Rhythmus. Sowas wie Geige müsste ich mal wieder ausprobieren, habe ich lange nicht mehr (bewußt) gehört.

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