Taub im Job, trotzdem erfolgreich, Tipp #1: Lege ein Depot an

Out of batteries - Foto: Not quite like Beethoven, all rights reserved

Wer sich ne Uhr ans Handgelenk bindet, fesselt sich an die Zeit. Und wer sich Hörgerät oder CI zulegt, nun ja, an den Batteriedealer. Was Ihr hier seht, kann im Job das Antlitz der Katastrophe sein. Kein Wunder, denn ohne Batterien geht nix — oder jedenfalls kein Hörgerät. Sowas sollte man also dort nie sehen müssen. Bei mir zumindest geben die Dinger nämlich bevorzugt dann den Geist auf, wenn was ansteht, wo ich hören muss.

Zugegeben, dieser erste Tipp mag manchen banal erscheinen. Trotzdem kann ich nur raten: Sorge dafür, dass Dir niemals die Batterien ausgehen. Andere haben im Büro vielleicht Sakko und Krawatte im Schrank oder Kostüm und Absatzschuhe. Schwerhörige brauchen am Arbeitsplatz ein Batteriedepot! Egal ob Akkus oder Einmalbatterien. Alles andere ist unprofessionell.

Mir selbst ist das zum Glück nur einmal passiert. Ich habe meine Ersatzbatterien in der Jackentasche. An jenem Morgen im April war’s überraschend warm. Und ich spät dran. Also schnell zurück, Jacke getauscht — und schwuppdiwupp war’s geschehen. Kurz nach dem Mittagessen gab erst eine, dann die andere Batterie den Geist auf. Und bei der einzigen Batterie in meinem Schreibtisch war irgendwie der kleine Aufkleber abgegangen, sie hatte ihren Saft schon lange abgegeben. (Die meisten Hörgerätebatterien sind sogenannte Zink-Luft Batterien, die, sobald man einen kleinen Aufkleber abzieht, auch beim nur Herumliegen schon in einer Woche leer werden können.) Gerade noch mal gutgegangen: An dem Tag standen keine Präsentationen und keine wichtigen Treffen auf dem Programm. Nur die Mittagspause mit den Kollegen war etwas gewöhnungsbedürftig.

Wie sind da Eure Erfahrungen? Hat jemand eins dieser neuen Hörgeräte, die man über Nacht in die Aufladestation steckt, wie läufts damit? Und wie ist das bei CIs? Ich habe gehört, gängige Modelle verwenden Batterien im Dreierpack, was dann ca. drei Tage reicht. Oder einen Akku, der aber nur etwa zehn Stunden durchhält. Das wär ja ganz schön knapp, wenn’s mal ein langer Tag wird…

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6 Antworten zu “Taub im Job, trotzdem erfolgreich, Tipp #1: Lege ein Depot an

  1. Bei mir liegen überall Batterien rum. In meiner Tasche, am Arbeitsplatz im Schub, im Auto sogar usw. Passiert mir zum Glück sehr selten, dass ich Batterien vergesse und wenn dann schalte ich das Hörgerät ne Weile aus und so höre ich ein bisschen wieder was. Ich habe das Glück, dass meine Zinkluft-Batterien schon an die zwei Wochen oder sogar länger halten. Ich bekomme auch jedesmal ein Klopf-Geräusch, das mir sagt, die Batterien gehen leer.

    Meine Mutter trägt ein CI, von ihr weiß ich dass ein CI-Gerät drei Batterien gleichzeitig benötigt und wie schon erwähnt 3 Tage halten. Es sind allerdings keine Akkus, sondern auch Zink-Batterien, glaube sogar extra für CIs hergestellt.

  2. Wie lange halten denn solche Hörgeräte-Batterien? Bei meinem iPhone ist immer direkt nach maximal 24 Stunden Schicht im Schacht.

  3. Ich habe ein CI mit Akkus. Der kleine Akku hält bei mir ca. 14-15h. Es gibt auch größere (habe ich nicht), die halten ca. 24h.
    Ich habe 4 Akkus und komme damit prima klar. Ich muss natürlich daran denken, a) die leeren Akkus wieder aufzuladen und b) immer mindestens einen vollen Akku dabei zu haben, aber war bisher nie ein Problem. Und ich bilde mir ein, umweltfreundlich zu handeln. 😉

    Links, beim HG, halten die Batterien 2 oder 3 Wochen (weiß ich gar nicht so genau), zur Neige gehende Batterien kündigen sich aber hier durch einen Warnton an.

  4. Bei mir hält eine Hörgeräte Batterie so 10-14 Tage (liegt wohl dran, dass ich so viel wach bin 😉 Macht ca 6 Batterien im Monat. Früher war das extrem teuer, zum Glück sind die Dinger inzwischen billiger geworden.

    @jojo: 24h finde ich schon ziemlich knapp. Ist ja schlimmer als sich um ein Tamagotchi zu kümmern …

  5. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und setze vor wirklich wichtigen Terminen (z.B. Investorengespräch, Pitchpräsentation, Hochzeit, Bewerbungsgespräch) immer frische Batterien ein. Denn selbst wenn man noch so locker mit den Hörgeräten umgeht ist es immer eine ein bisschen unangenehme Situation, wenn man in einem wichtigen Meeting an der Technik rumwursteln muss.

    Wenn dieser Fall dennoch eintritt gibt es mehrere Möglichkeiten: Entweder um eine kurze Pause bitten, die Batterien so unauffällig wie möglich unter dem Tisch wechseln (was schwierig ist, wenn man vorher die Aufmerksamkeit der Gesprächspartner auf sich fokussiert hat – man sitzt ja in so einem Meeting als Hörgeschädigter immer im Rampenlicht) oder kurz den Raum verlassen.

    Ich habe in der Business-Tasche auch immer Ersatzhörgeräte dabei – und zwar ältere Geräte, die ich vor den aktuellen getragen habe. Das nimmt nicht viel Platz weg, kann im schlimmsten Fall aber sehr hilfreich sein. Denn: Ein Hörgerät geht grundsätzlich immer nur in den unmöglichsten Situationen kaputt. Da verhält es sich also nicht anders als viele andere elektronische Gebrauchsgegenstände.

  6. Hi Chris, Danke für deine Tipps!
    Stimmt, wenn es einige Zeit her ist, dass ich gewechselt habe, setzt bei mir auch so eine innere Unruhe ein und wenn’s wichtig wird wechsel ich proaktiv. Das Gefühl ist so ein bißchen wie sich selber ohne Wecker aufwecken…

    Da ich ja zwei Geräte trage, hab ich — wenn ich Pech hatte und’s mich mitten im Meeting traf — immer mit großer Selbstverständlichkeit, ohne groß hinzusehen und nicht zu schnell offen auf dem Tisch gewechselt.

    Ersatzgeräte allerdings sind etwas, das ich bisher sträflich vernachlässigt hab. Sollte ich vielleicht mal machen!

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