Hörbehindert an der Waffe — Sollten Schwerhörige und Gehörlose Soldaten werden?

Nach dem Thema Politik und Gehörlosigkeit, bei dem’s ja auch ums Autofahren ging, frag ich mal in die Runde: Sollten Schwerhörige und Gehörlose Wehrdienst leisten müssen? Sollen sie Soldat werden dürfen?

Miliziano colpito a morte, photo by SCAD1 / flickr, some rights reserved

Ich meine, auf der Outputseite ist alles klar: Das Militär ist einer der wichtigsten Produzenten von Spätertaubten — Knalltrauma durch Gewehrfeuer nämlich. Hörschäden sind die häufigsten erworbenen Behinderungen von Veteranen (zumindest in den USA laut dieser Quelle):  Mehr als 46.700 Veteranen aus Afghanistan und Irak haben Hörschäden registriert, viele davon dauerhafte. Aber wie sieht’s auf der Inputseite aus? Oder wie sollte es da aussehen?

Hier in den USA z.B. werden immer dann, wenn Leute gebraucht werden, die Tauglichkeitsstufen runtergesetzt. Also jetzt gerade zum Beispiel. Darum dürfen inzwischen auch Vorbestrafte dienen. Schwerhörige und Gehörlose sind jedoch noch immer ausgeschlossen. Soweit ich weiß, ist das in Deutschland nicht anders. Die genaue Begründung kenne ich nicht, hier wird behauptet, die militärische Führung in den USA lege Wert darauf, dass jedes gebrüllte Kommando bis zur letzten Silbe verstanden werde (mehr Info auch hier). In Israel dagegen müssten Taube wie Schwerhörige genauso wie alle anderen dienen. Und wenn die oben zuerst zitierte Quelle Recht hat, dann gab es sogar Gehörlose in der deutschen SS.

Abgesehen vom dürfen könnten Hörbehinderte das überhaupt? Dass sie Büroarbeiten erledigen können ist ja klar. Bleiben wir mal beim Grundwehrdienst und beim Kampfeinsatz. Hier exemplarisch (und übersetzt) eine Argumentation, warum selbst Gehörlose problemlos Dienst an der Waffe leisten könnten (von hier). Bildet Euch selber eine Meinung: Bei mündlich gegebenen Befehlen sieht der Offizier den Soldaten normalerweise an, daher kann von den Lippen abgelesen werden. Ein Ausbilder, der einen Rekruten einschleift (man kennt das ja aus Filmen), wird sein Gesicht dicht an das des Rekruten bringen. Hörbehinderte können also verstehen und vor Angst zittern wie alle anderen auch. Wenn gebrüllte Befehle nicht von den Lippen abgelesen werden, können sie trotzdem schnell verstanden werden, weil man die Reaktionen der anderen Soldaten sieht und sie nachmachen kann. Wenn man den Beschuss hört, sei es sowieso zu spät zum Ausweichen und dass man beschossen würde, sehe man wiederum an den Deckung suchenden anderen.

Wie seht Ihr das? Ich meine man kann ja sagen: JA, zumindest Grundwehrdienst sollen sie dürfen und müssen. Das hat was mit Gleichberechtigung und Pflichtbewußtsein zu tun! Außerdem sollte man sich auf einer Behinderung nicht wie auf Lorbeeren ausruhen und sich drücken. Erst recht nicht, wo die Bundeswehr vor allem friedenssichernde Aufgaben übernimmt. Da können wir auch Schwerhörige und Gehörlose brauchen. Außerdem müssen wir sowieso mal wieder über den Platz von Wehrpflicht und Armee in unserer Gesellschaft reden.

Oder man könnte sagen: NEIN, man muss die Gleichberechtigungsbemühungen nicht soweit treiben, dass man sich endlich auch anbrüllen lassen, auch töten und auch sterben darf? Außerdem ist es blödsinnig, Behinderte zwanghaft überall repräsentieren zu wollen.

Ich persönlich bin – damals mit mittelgradiger Schwerhörigkeit – ausgemustert worden. Ich musste nicht mal zum Vorstellungstermin. Das fand ich damals toll! Allerdings sagte man mir, schon etwa vier Wochen später hätte das vermutlich anders ausgesehen. Denn wäre ich in eine andere Tauglichkeitsstufe gekommen, bei der sie noch Verwendung für mich gefunden hätten — vermutlich irgendwo am Schreibtisch. Heute sehe ich das etwas abgeklärter. Fände es zwar gut, wenn’s gar kein Militär gäbe. Doch da man’s, wie die Dinge liegen, ja nicht einfach abschaffen kann, mache ich mir gerade mal wieder Gedanken darüber wie ich dazu stehen soll. Auf jeden Fall finde ich: Man sollte nicht, nur weil man schwerhörig oder gehörlos ist, denken, das gehe einen gar nichts an.

Also — wie haltet Ihr’s mit Hörbehinderung und der Armee?

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44 Antworten zu “Hörbehindert an der Waffe — Sollten Schwerhörige und Gehörlose Soldaten werden?

  1. Die Wehrpflicht gilt in Deutschland sowieso nicht für alle. Warum sollten dann Behinderte müssen?

  2. Man könnte sagen: Weil wir eine allgemeine Wehrpflicht haben, d.h. eine Pflicht und eine die für alle gelten soll. Es gibt ja auch Leute, die für Frauen als Soldaten kämpfen. Wobei ich nicht sogenau weiß wie viele für die Wehrpflicht für Frauen kämpfen. 😉

  3. manche Berichte sind echt gut Hut ab! Aber so ein Mist wie hier bitte nix 😉

  4. Boah ey, habe einen der beiden Kommentare gelöscht. Beleidigung muss nicht sein, man versteht auch aus dem 2. Versuch was Du meinst.
    Freut mich, dass einige Einträge Deinen Geschmack getroffen haben, ich kann und will aber nicht garantieren, dass Du nicht mehr enttäuscht wirst. Nachdem ich über die oben erwähnten Quellen gestolpert war, interessierte mich einfach, was andere so über dieses Thema denken….

  5. the fräänk

    Und wems nicht gefällt, der kann ja weglesen, ähh klicken.

    Wehrpflicht für Frauen wird glaubich von niemandem ernstaft gefordert. In machnen – meist konservativeren – Köpfen spukt eine allgemeine Dienstpflicht für Frauen und Männer herum, also Wehrdienst oder Pendant zum Zivildienst oder zum freiwilligen ökologischen Jahr oder so. Aber mehrheitsfähig wird das nicht so schnell.

  6. Also, wem was nicht gefällt, der soll sich schon melden, bitte. Ist ja bißchen langweilig sonst. Nur, der Ton macht die Musik.

  7. Hm, ist wohl ein amerikanisches Thema. Für wen’s interessiert: Hier wird (für USA) argumentiert, es sei gut, wenn Hörbehinderte ins Militär könnten, weil sie auf dem normalen Arbeitsmarkt Probleme haben und beim Militär richtige Jobs finden könnten anstatt in Arbeits-Beschaffungs-Maßnahmen versteckt zu werden.

  8. Bamba-Mjollnir

    Ich bin selber Gehörlos und wollte schon lange beim Militär also beim Bundeswehr aber sie haben abgelehnt weil sie geschrieben haben „Ich befreie sie gern“:D sry muss lachen was sie gesagt haben. Ich denke wenn man im Krieg ist muss man nicht immer hören. Ich höre nicht aber ich kann spüren wenn ein Heli vorbeizischt (durch Vibrationslaute im Körper“ und außerdem sollen die Soldaten nicht nur mit Ohren arbeiten sondern mit Augen. Sehen kann man mehr sicherer sein als nur hören. Es könnte sein wenn Granate einschlägt und der Scharfschütze gleichzeitig abknallt, was hilft hören. Also nicht.

  9. CharlyBrown

    Kein Aprilscherz:
    Gehörlose mussten schon im ersten Weltkrieg
    zum Militärdienst.
    Nicht an der Waffe, sondern als gute Handwerker für alle mögliche Dienstleistungen in der militärischen Logistik.
    Im zweiten WK war es ähnlich.

    Später (in den ersten Jahren der Bundeswehr)
    wurden einige Gehörlose zum Wehrdienst eingezogen (auch kein Aprilscherz!)
    Einige junge Gl wollten damals unbedingt zur
    Bundeswehr. Bei der Musterung wurde damals
    die Taubheit nicht entdeckt.
    Erst nach drei bis vier Monaten Dienstzeit wurde den zuständigen Ausbildern allmählich klar, das
    der Soldat Xy taub ist.

    Makabrer Witz:
    Warum dürfen Gehörlose nicht Soldat werden?
    Antwort:
    Sie hören nicht den Schuss der sie tötet.

  10. Bamba-Mjollnir, genau, tot sind sie am Ende alle. Ich würde vermuten, das größte Problem in der Armee wäre der Umgang mit hörenden Befehlshabern und Kameraden…

    Charly Brown, dass man gehörlos ohne aufzufallen bei der Musterung durchkommen kann, hätte ich gar nicht gedacht. Weißt Du, was dann mit denen passiert ist? Ich meine, passierte gar nichts oder wurden sie versetzt, entlassen oder sogar angezeigt?

  11. bin damals selber ausgemustert worden da erworbene gehörlosikeit
    ich selber hatte immer den wünsch zur BW zu gehen
    iergendwie muss das doch gehen gleichberechtigung für alle
    wenn schon keine möglichkeit da mann nichts hört im gefecht oder so ist das doch egal es zählt dann nur noch reagieren also augen offen!
    meiner meinung nach sollten schwehrbehinderte sofern körperlich 100 prozent fit und geistig auch freiwillig zur bw gehen können

  12. Kommt man denn gar nicht rein, also auch nicht freiwillig und in gar keine Position?

  13. Regenbogen

    Jetzt fall ich aber um…
    Ich kenn so viele Jungs, die liebend gerne auf den Wehrdienst verzichtet hätten, aber gezogen wurden – und Ihr wollt freiwillig gehen?
    (Wo doch viele DAS zumindest als Privileg angesehen hätten, daß Euch das erspart bleibt….)

    „staun“

  14. CharlyBrown

    notqlB,
    es war vor über 40 Jahren, als die Buwehr im Aufbau war.
    Die zwei mir persönlich bekannten Gehörlosen, die
    eingezogen wurden, hatten noch etwas Restgehör
    und konnten gut sprechen (erst mit 6 bzw 8 Jahren ertaubt). Soweit ich noch erinnere, wurden sie nach ca zwei bis drei Monaten wieder entlassen.
    Ich selbst wurde auch gemustert und bei der Musterung ist meine Taubheit niemand aufgefallen. Ich konnte ausreichend mit Lippenlesen verstehen. Es wurde nicht viel gesprochen. Musste schriftliche Farbtest ankreuzen usw.
    Als ich gleich am Anfang sagte das ich taub bin,
    bekam ich nur die Antwort „dort rein“ und
    wurde durch eine Tür geschoben. Im Raum dahinter war wiegen, messen, etc.
    Dann weiter im nächsten Raum die genannten Farbteste und ein Formular ausfüllen.
    Erst als ich am Schluss nochmal sagte, das ich taub bin, wurde mir geglaubt.
    Aber erst nachdem man in meiner ehemaligen Schule telefonisch Auskunft geholt hatte.

    Regenbogen, damals rechnete niemand damit, das die Buwehr in einen Krieg muss.
    Junge sportliche Arbeiter sahen die Buwehrzeit als sportliche Erholung und Spass.
    Sozusagen als Auszeit von der damals üblichen
    Maloche am Fliessband in drei Schichten.

  15. the fräänk

    Naja, Regenbogen, irgendwoher müssen die ca. 20.000 Frauen und Männer ja kommen, die die Bundeswehr pro Jahr an Nachwuchs braucht. Ein guter Teil – je nach Laufbahn bis zu 40 % – verpflichtet sich aus dem Grundwehrdienst heraus. Der Rest dann ohne vorherigen Kontakt zur Bundeswehr. Ist eben eine sehr persönliche Entscheidung – die einen wollen partout nicht hin, die anderen unbedingt.

    Not quite like B, einen tauben oder fast tauben Bewerber wird die Bundeswehr nicht einstellen. Nach Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte bemisst sich die Frage der Dienstfähigkeit oder -unfähigkeit danach, ob ein Soldat/Bewerber in den wesentlichen Dienststellungen seiner Laufbahn Dienst leisten kann oder nicht. Er muss also nicht alles können (von kochen bis kämpfen), aber doch so einiges. Und bei der Feststellung der körperlichen Eignung wird der Truppenarzt beim Hörtest des tauben Bewerbers die Fehlerziffer geben müssen, die den Bewerber von der Einstellung ausschließt.

    Nach dem Einsatz-Weiterverwendungsgesetz gibt es bei Ertaubung aufgrund eines Schadens im Auslandseinsatz einen Anspruch auf Verbleib im Dienstverhältnis, aber darum geht es ja nicht.

  16. Regenbogen, zum Thema Privileg — privat kann man ja froh sein. Bin ich ja auch gewesen. Aber gesellschaftlich gesehen, ist es genau diese Mitnahmementalität, die ich mal hinterfragen wollte. Wenn man die Forderung nach Gleichberechtigung und „Wir können alles außer Hören“ ernstnimmt, dann müßte man doch sagen: Zumindest Verweigern und Zivildienst müsste drin sein.

    Charly Brown, da ist es wieder, das Problem der unsichtbaren Behinderung. Vielleicht hatten die da schon Simulanten, die ausgemustert werden wollten…

    Fräänk, also kochen und kämpfen kann ich ja 😉 Das mit dem Weiterverbleib würde mich interessieren. Weißt Du da mehr, in welchen Positionen/Funktionen verbleiben Im-Dienst-Ertaubte so?

  17. Regenbogen

    Not quite…
    ja, das wäre grundsätzlich nicht verkehrt, Zivildienst dafür einzuführen.

    Sowas wie ein soziales Pflichtjahr.
    Wird ja auch für Frauen überlegt, damit nicht nur die Jungs ein Jahr verlieren.

    @the fräänk:
    Na gut, okay….ich kenne auch jemanden, der sich damals nach Jugoslawien verpflichten wollte, weil er dafür ordentlich Asche bekam und sich damit das Studium finanzieren wollte…

  18. the fräänk

    Not quite like Beethoven, kochen glaub ich Dir. Darüber hinaus: Machen sie bei **** [Trainingsort gelöscht, Nqlb] jetzt schon Training an der Panzerhaubitze 2000 oder am Eurofighter? Wäre eine ganz neue Stufe.

    Zu den Im-Dienst-Ertaubten: Das Einsatz-Weiterverwendungsgesetz ist noch zu jung, als dass es schon viele Anwendungsfälle geben könnte. Zunächst ist auch eine Zeit von bis zu 8 Jahren zur gesundheitlichen Rehabilitation vorgesehen. Bei einer Ertaubung würde dem Betroffenen wahrscheinlich auch die Einstellung ins Beamten- oder Angestelltenverhältnis nahegelegt.

  19. Ich glaub die Grenze ist bei allem was größer als Handfeuerwaffen ist. Und bei Feuerwaffen eher nur die „kreative“ Anwendung 🙂

    Wechsel ins Beamten-/Angestelltenverhältnis, bedeutet das nur kein Kampfeinsatz mehr oder was hat das sonst für Folgen? Das könnte dann unter Umständen auch eine Art „Höherwertung“ im Sinne des Angebots eines dauerhafteren Verhältnisses sein, oder? Falls Du mal was hörst, solche Fälle würden mich interessieren.

  20. Regenbogen

    @CharlyBrown:
    Sportlich? Das ist gut. „lach“

    Mein Onkel war bei der Bundeswehr (Jahrgang 1946)….und meine Oma, ein bißchen naiv manchmal, sagte dann meinen Eltern, sie müßte leise sein, er würde noch schlafen, das sei sehr anstrengend beim Bund….
    Mein Onkel hat darüber (freilich hinter ihrem Rücken) gelacht und meinen Eltern gestanden, daß er einfach nur besoffen war und daher einen dicken Kopf hatte. Nach den sechs Wochen Grundausbildung (oder wieviel das war) hatten die nen lauen Lenz mit Kartenspielen und Schickern.

    Und ja, richtig, damals wußte man nicht, daß wir je wieder in den Krieg ziehen würden (auch wenn unsere Politnasen das immer noch als humanitären Einsatz darstellen – die sind ja auch nicht diejenigen, die den Arsch abgeschossen kriegen).
    Wenn da jemand beim Bund war und davon überrascht wurde, hat er mir extrem leid getan.

    Wenn jetzt noch jemand sich freiwillig meldet, hält sich mein Mitleid doch z.T. in Grenzen. Hab eine Nachbarin, deren Enkel hat sich explizit nach Afghanistan gemeldet. Natürlich wegen der Kohle….blöd nur, wenn man dann hinterher zu verkrüppelt oder gar zu tot ist, um was von den Penunsen zu haben.

    Randbemerkung: Unsere Entwicklungsministeriums-Politnase Dirk Niebel hat von der Bevölkerung verlangt, daß sie mehr hinter dem Afghanistan-Einsatz stehen.
    Ein schönes Beispiel dafür, wie sehr sich die Politiker schon vom Volk und sogar auch vom Grundgesetz entfernt haben.
    Schon mal was von Meinungsfreiheit gehört, Herr Niebel? Niemand kann von den Menschen eine bestimmte Meinung verlangen….das schafft ja nichtmal der Vatikan, geschweige denn ein FDP-ler. ggggggg

  21. CharlyBrown

    Regenbogen, Afghanistan und Politnasen sehe ich
    ganz ähnlich wie Du.
    Die USA hat das Problem in Afghanistan eingebrockt und Deutsche Soldaten sollen es mit ausbaden.
    Viele Menschen wissen nicht mehr (oder haben es vergessen), das die Taliban damals von USA aufgebaut und mit Waffen versorgt wurden um gegen die Russen zu kämpfen.
    (Tip: Spielfilm „Der Krieg des Charly Wilson“ auf
    DVD)
    Und jetzt tun die Ami so, als wären sie edle Helden im Kampf für Demokratie.
    Ähnlich war es mit Irak.
    Saddam Hussein wurde von den USA aufgebaut und mit Waffen versorgt zum Krieg gegen Iran.

  22. Regenbogen, so mit 14 und hatte ich auch mal gedacht, ach ich könnte zum Bund um mal richtig fit zu werden. Wurde aber schnell eines besseren belehrt. 🙂

    Tja, die Spätfolgen davon, dass die Amis damals so einige gegen die Kommis (oder was sie dafür hielten) unterstützt haben, die sollte man wirklich nicht vergessen. Den Film, den Charly Brown empfohlen hat, finde ich übrigens auch gut.

  23. the fräänk

    Uh ah, nqlB, wusste nicht, dass „Trainingsort gelöscht“ geheim ist.

    Der Anspruch nach dem Einsatz-Weiterverwendungsgesetz umfasst die Einstellung als Berufssoldat, als Beamter auf Probe (mit Ziel Berufsbeamter) oder ins Angestelltenverhältnis nach TVöD. Voraussetzung ist ein Grad der Schädigungsfolgen nach der Reha-Zeit von 50 % oder höher (GdS in Bezug auf Hör- und Gleichgewichtsorgan hier http://vmg.vsbinfo.de/b/5.htm ). Beamte oder Angestellte im Geschäftsbereich des Bundesverteidigungsministeriums sind eben keine Soldaten. Nix kochen bis kämpfen mehr, keine Uniform usw.

  24. „Geheim“ würde ich es nicht nennen, aber es muss ja nicht alles im Netz stehen. Bitte entschuldige die Intervention.

    Danke für die Erläuterung. Interessante Website übrigens, die kannte ich noch gar nicht.

  25. Bamba-Mjollnir

    ich habe euren beitrag gelesen. an Not-like, du hast recht was du vermutest. soso ich habe eine frage? Ich möchte endlich Soldat werden und ich habe gehört das die US Army Gehörlosen und tauben rekrutieren. Wenn es möglich ist dann würde ich in Us Army beitreten, sonst wäre ich Gerne bei BW. aber leider klappt nix mit BW. Ich würd mich freuen wenn jemand mir infos über Gehörlose in US Army gibt.
    Gruß Bamba-Mjollnir

  26. Da kann ich leider nicht viel zu sagen. Würde Dir empfehlen, schau mal bei http://www.alldeaf.com rein, dem (hauptsächlich) US-Gehörlosenforum. Oder frag dort nach. Die können Dir sicher weiterhelfen.

  27. Bamba-Mjollnir

    an not quite
    vielen dank für dein Unterstützung.

    Gruß Mjollnir

  28. Ob ich darf machen Bundeswehr gern für Arbeite Seal Team.
    Aber ich machen lernen uns soldaten zukunft gern arbeite.
    Ich nur land wo zeigen wie machen kann schafft!?
    Oder ich fühlen gern hart arbeite Bundeswehr lerne wünsche schön land fahren!
    Aber ich bin gehörlosen bei schwerhörige u gute sprechen u langsam sprechen mund wichtig u hören sagt.
    Ich machen gern Scharfschütztschüss.
    Gern ich lernen wünsche machen schaust wie zeigen fühlen.

    grüße Dennis Vogl

  29. Ich verstehe leider nicht. Könntest Du es bitte nochmal anders formulieren?

  30. Ich versuche mal für Dennis V. frei übersetzen, was er uns sagen möchte.

    Darf ich bei der Bundeswehr in Zusammenarbeit mit Seal Team mitmachen?
    Gerne möchte ich zukünftig als Soldat lernen und arbeiten. Gibt es ein Land, wo man ausbilden kann? Gerne möchte ich bei der Bundeswehr hart arbeiten und wünsche mir durch die schöne Gegend im Ausland fahren. Aber ich bin fast gehörlos, spreche gut und eine Kommunikation mit mir ist möglich. Ich mache gerne als Scharfschütze und ich wünsche mir, wie man sich sich als Soldat fühlt.

  31. Danke, hewritesilent! Leider weiß ich das nicht. Ich würde aber raten, Kontakt aufzunehmen und nachzufragen. Generell würde ich vermuten, dass die Gelegenheit günstig ist, weil die Bundeswehr bekanntermaßen gerade Leute braucht.

  32. Pingback: Deutsch und Deutsche Gebärdensprache ins Grundgesetz? « Silent Writer´s World

  33. Generell möchte ich nicht, das gehörlose Scharfschützen auf irgendwen eine Waffe anlegen. Das möchte ich auch von hörenden nicht, aber noch weniger von jemandem, der nicht versteht, wenn man ruft: „Nicht schießen, das Kind hat doch nur eine Wasserpistole.“ Meine Kenntnisse vom hauptberuflichen Menschenumbringen habe ich wie alle anderen nur aus dem Kino, aber da haben die Scharfschützen auf dem Dach einen kleinen Empfänger im Ohr, durch den der Einsatzleiter flüstert: „Achtung, der Blonde rechts ist es. Lasst ihn nicht entkommen.“ So eine Situation stelle ich mir jetzt mit Gebärdendolmetscher etwas „strange“ vor. Der macht das sicher nicht lange.

    (***Wo bleibt der Comic? Manches schreit förmlich danach, mal gezeichnet zu werden.***)

    Vermutlich werden Gehörlose beim Bund bloss für´s Einkaufen und Essenmachen eingeteilt. Das kann man auch zuhause haben. Ich würde nicht hingehen.

  34. Der Scharfschütze mit Dolmetscher — das wär ja schon so ähnlich wie der gleichgestellte Straßenräuber.

    In punkto was können Gehörlose beim Millitär machen, moralische Fragen mal außen vor, ich denke, dort könnten sie alles was sie im zivilen Leben auch können, z.B. Planen und Analysieren, mit Schrift Arbeiten. Ist ja nicht jeder Job draußen im Feld. Und es gibt ja noch diesen Herren hier.

  35. fassk : also ich bin mittelgradigschwerhörig und hab hörgeräte aber ich verstehe ales was man ein sagt . Also meine frage is ob man mit hörgeräten zur BW kan den auch ohne hörgeräte kan ich genug hören also wer was weiß bitte antworten .!!!
    GüßE Fassk:)

  36. Ich weiß nicht. Ich glaube, ich würde der BW einen Brief schreiben und fragen. Wünsche viel Erfolg.

  37. was is den deine vermutung ? GüßE Fassk:)

  38. Ich kenne den Nolan und seine Familie, wie erwaehnt beim MeinAugenschmaus, Er ist der taube Sohn von dem tauben Kevin Nolan, der um Akzeptanz ins US Military kaempft. Der kaempft, dass es nicht stur per Hoeren gehen darf. Wenn die militaerische Infrastruktur und die ganze Befehlsstruktur flexibler bilingual und bimodal ausgerichtet waeren, wuerde dem Militaer besser als vorher nur aural gedient. Taube Soldaten koennen etwas mehr zur Verdeidigung des Landes beitragen, was bisher von den Hoerenden nicht geschaetzt wurde. Nolan wuerde sagen, Hoerende koennen blind sein, was ihnen visuell unterkommt. Ich habe zuoft erlebt, wie oft Hoerende kleine Sachen uebersehen, die ich gesehen habe.

    Aber das Problem besteht noch: Hoerende wuerden denken, wozu muessen sie sich umstellen, um den wenigen tauben Soldaten gerecht zu stellen. Geht’s leichter, sie auszugrenzen und nur hoerende Rekruten einzusetzen. Wenn taube Kandidaten darueber klagen, scheren sie sich nicht, denn es wird nur aural kommuniziert. Basta! Diese Einstellung zeigt schon die gesellschaftliche Akzeptanz einer Gruppe seitens des Militaers. Solche Ausgrenzung tauber und schwerhoeriger Menschen ist, was Nolan zu berichtigen versucht.

  39. Nachtrag: Kevin Nolan, der Vater des militaerischen Keith Nolans, ist in der tauben Welt in den USA, gut bekannt. Er wurde ins Gemeinderat seiner Heimatstadt Northhampton, Massachussets, direkt gewaehlt. Eine Seltenheit, wo taube Personen als Direktkandidat erfolgreich gewahlt wurde. (in den USA gibt es keine Listenwahl).

  40. Das sich Durchsetzen liegt also in der Familie. 🙂

  41. Einiges aus der Deaf History Kiste:

    Der taube Eugen Sutermeister (siehe Wikipedia) erwaehnt in seinem „Quellenbuch zur …“, 1929, einen Zeitungsbericht, dass eine Battallion von tauben Soldaten der Napoleonischen Armee aus dem Russischen Feldzug in Westschweiz niedergelassen hat.

    In „When the Mind Hears“ von Harlan Lane wird von zwei tauben Adeligen berichtet: Graf Solarz, einer der ersten Schueler von Abbee de l’Epee, war Kanonier. De Velasco,ein Schueler von Ponce de Leon,,wurde Offizier im spanischen Militaer.

    Jack Gannon in „Deaf Heritage“ berichtet von zwei Soldaten im amerikanischen Buergerkrieg, die auf entgegengesetzten Seiten kaempften. Als die beiden sich verloren herumliefen, trafen sie zufaellig einander. Sie erkannten sofort, dass sie taub waren. Herzliche Begruessung und langes Plaudern ueber ihre Schulzeit. Aber sie wurden von einer Streife der Nordstaaten erwischt. Sie wurden als Spion zum Tode verurteilt. Da ritt ein Offizier hinein und erkannte ihre Gebaerdensprache und plauderte mit ihnen, da er im Zivilleben Lehrer fuer taube Kinder war. Auf seinem Befehl wurden die tauben Soldaten freigelassen. Der Galgenstrick blieb ihnen wegen Gebaerdensprache erspart. Ob die Geschichte historisch verifiziert ist,muss ich noch herausfinden.

  42. hey das ganz schön interessant respekt sach ma du nicht zufällig ein der hörgeräte trägt und bei der BW ??? GüßE Fassk:)

  43. Vergiss eins nicht, die Gehörlosen können spüren und können ganz leise schleichen. Die achten mehr mit dem Augen. Ich bin selber Schwerhörig und bin mit Gehörlosen aufgewachsen. Wir sprechen oft mit dem Händen. Es gibt Dolmetscher! Ein gehörloser Bund wäre nicht schlecht. Auch wir sind Menschen und haben ein Gehirn! Ich kenne viele Leute die darüber auslachen können weil die einige Gehörlosen nicht sprechen können. Aber das ist für uns sowas von Scheiß egal.
    Aber ist schon unfair, auch wir Gehörlose haben Träume und ich kenne viele die auch gerne im Bund machen wollen in wurden oft abgelehnt. Schade eigentlich. Achja, es sterben Leute so oder so im Krieg. Was wenn ein gehörloser gesund nach Hause kommt? 😉

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