Taub im Job, trotzdem erfolgreich, Tipp #4: Beeinflusse die Sitzordnungen

Hätte ich nur einen einzigen Wunsch frei, um mein Leben als Schwerhöriger im Berufsleben zu verbessern — ich würde sagen: Ich will die Kontrolle über die Sitzordnungen. Denn die sind wohl das einfachste Mittel mit der größten Wirkung.

Wenn etwa zwischen allen Anwesenden zu großer Abstand herrscht, wichtige oder gar alle Redner auf der Seite mit dem schlechteren Ohr sitzen oder mitten im Gegenlicht vor einem Fenster, dann wird das Verstehen mühsam bis unmöglich. Ideal ist, wenn der Schwerhörige sich im Raum dorthin setzen kann wo er oder sie will — und dann alle anderen entsprechend platziert werden.

Wie genau „entsprechend“ geht, kann ich hier nur für mich sagen, denn jede Schwerhörigkeit ist anders. Für mich am besten ist: In der Mitte des Tisches bzw. ein bißchen in die eine oder andere Richtung versetzt, wenn dort Personen sitzen, von denen wichtige Beiträge erwartet werden (Kunden, Berater, Lehrpersonen, etc.). Die will ich halbrechts von mir haben. Nur halbrechts, damit ich mir nicht den Kopf verrenken muss um sie anzusehen. Manchmal setze ich mich auch mit dem schechten Ohr dicht an eine wichtige Person und lasse das gute ‚den Raum überwachen‘. Ich bin außerdem als jemand bekannt, der Leute bittet, doch ein bißchen zusammenzurücken, wenn sie sich gar zu sehr in alle vier Ecken des Raumes verteilen. Bei Vorträgen gehe ich in die erste Reihe, manchmal auch in die zweite oder dritte, wenn von dort aus die Sicht angenehmer ist. Und ich setze mich nie in die Mitte des Raumes, sondern immer ein wenig seitlich an den Rand, möglichst mit einer Wand im Rücken. Wegen des Halls.

Meiner Erfahrung nach sind die meisten Menschen, schnell bereit sich entsprechend zu setzen — wenn man ihnen die Sache vorher nett und nicht auf den letzten Drücker erklärt (siehe dazu Tipp #2) .Wenn Hierarchie freie Platzwahl nicht zuläßt, kann man meist immer noch die gesamte Runde ‚um den Tisch drehen‘. Oder über die Kontrolle des Mobiliars Verbesserungen erreichen (Tische umstellen oder anders anordnen). Oder wie seht Ihr das?

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6 Antworten zu “Taub im Job, trotzdem erfolgreich, Tipp #4: Beeinflusse die Sitzordnungen

  1. Jetzt weiß ich endlich, warum Du hier immer am Fenster saßest: Die Sonne! Dritter Platz vom Rednerpult entfernt und gegen die Sonne…

  2. Irgendwann kommt alles ans Licht.

  3. Ich weiß das ist jetzt am Thema vorbei, aber „mein Leben als Schwerhöriger“ – warum, du bist doch eine „Schwerhörige“. Es ist mir einfach wichtig, dass wir Frauen uns als Frauen zu erkennen geben.

  4. Hi Ilse, — du bist doch eine “Schwerhörige”.
    Äh, nein. 🙂

  5. japp, mache ich auch immer so. hauptsache, alle befinden sich vor oder links oder halblinks neben mir :). deswegen sitze ich hier, trotz ’niederem‘ rang, oft am kopfende :D.

  6. Das ist gut, sich in der Position wohlfühlen muss man auch üben 😉

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