Wenn das Licht ausgeht…

Verdammt, inzwischen wird’s aber früh dunkel! Gerade wo’s am nettesten war beim Picknick am Kanal bricht sie herein, die Dunkelheit. Und damit das Unbehagen.

Im Park -- Photo by Iwashere / flickr, some rights reserved

Natürlich hat wieder keiner ne Fackel dabei, geschweige denn mehrere kleine. Ich auch nicht, klar. Das wäre aber für mich eigentlich nötig, damit ich jedes Gesicht in der Runde gut ausleuchten kann. Damit ich ein bißchen was von den Lippen ablesen kann.

Ohne Licht kann ich die Nacht nicht genießen. Klingt verrückt, oder? Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht naß oder so. Aber sonst höre ich nicht nur nicht, sondern sehe auch nicht, was jemand zu mir sagt. Ich kriege nicht mehr mit, was um mich rum passiert. Ich bin in Gesellschaft allein. Und wenn es wirklich stockdunkel ist, ist das ganz schön shiete, das Gefühl. Der absolute Höhepunkt dieser Erfahrungen war ein Paddelausflug auf der Ardèche – dunkel, im Wald, ich kannte die Leute noch nicht und hatte meine Freundin verloren. Und alle redeten Französisch. Waah! Ich hab nichts verstanden und wollte nur noch nach Haus. Dabei war ich da schon lange nicht mehr 16.

Vielleicht sollte ich mir angewöhnen, so eine kleine Campinglampe mit herumzuschleppen. Hat jemand Empfehlungen? Klein, leicht,  stärker als eine Kerze und schönes Licht? Soll ja auch nicht blenden. Gibts sowas? Der Sommer kommt ja bald wieder. Bestimmt.

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22 Antworten zu “Wenn das Licht ausgeht…

  1. Also DAS geht ja mal GAR nicht!

  2. Du hast ja schliesslich um Vorschlaege gebeten . . . (smile)

  3. Google==Flashlight Face==> presto, problem solved (bisschen ernster als Headlamp Chic):

    Du bringst Flashlights beim Ausflug mit und bittest die Freunden, Gesichte beim Sprechen von unten zu beleuchtern. Koennte man als Reasonable Accommodation betrachten. Und Flashlights sind Spass.

  4. Also ich mache das immer so, dass ich den Leuten in so Situationen sage ich will jetzt und aber wirklich und ausgerechnet JETZT eine Lagerfeuer-Geschichte erzählen. Und dazu brauchst du ja Taschenlampen. Das sieht dann so aus wie auf dem von Elizabeth verlinktem Bild und klappt ganz gut. Wenn die Leute mich ein bisschen kennen brauche ich auch gar keine Geschichten vorzuschieben, die stellen dann schon selber überall Camping-Lampen hin oder reichen beim Sprechen die Taschenlampe rum.

    Andere Variante: Red nicht mit ihnen, SING mit ihnen. Das macht super viel Spaß. Klappt allerdings nur, wenn du dich noch an irgendwelche Lieder erinnerst, die alle anderen auch kennen. Wenn du lustige Sachen singst und die lachen bist du mittendrin statt nur dabei, wenn die beginnen sich zu zoffen, weißt du es singt jemand noch falscher als du das vermutlich ohne Rückkopplung tust. Und wenn du ganz viel Glück hast findet sich, so du es brauchst, auch noch eine gute hörende Seele die den jeweilgen Text für dich gebärdet.

  5. Ich habe übrigens unter anderem so etwas für Menschen die sich partout nicht auf Taschenlampen einlassen wollen (gibt ja auch solche Hörenden, die du zwar gefälligst verstehen sollst die sich aber konsequent weigern, dir das zu ermöglichen):

    http://www.globetrotter.de/de/shop/detail.php?mod_nr=ft_01084&k_id=1305&hot=0

    Ich sage denen dann immer, entweder sie nehmen die Taschenlampe oder sie bezahlen die Stromkosten für das Ding. Dann sind sie ganz schnell, Duracellophil, glaub’s mir.

  6. Wie kommisch, dass irgendwelche Leute verweigern zu helfen. Uebrigens gibt es auch sehr winzig Flashlights (taschenlampe?), duenn und so lang wie ein Finger, sie heissen Maglites:

    http://www.maglite.com/index_flash.asp

    Das Image, Nightquite besoffenes GroupSing anfangend, gefaellt mir (smile).

  7. Ich hatte auch mal so eine Maglite (allerdings kein Original), das war nicht schlecht, hab sie dann aber gegen eine etwas Größere von Phillips ausgetauscht.

    Hier übrigens mein absoluter Tipp wie man auch singunwillige Hörende zum Singen kriegt:

    http://www.riolyrics.de/song/id:134 (NQ kennt das vielleicht noch)

    Elizabeth, falls dich das mit deinem Tinitus nicht zu sehr stört und du ein deutsches Lied anhören magst, kannst du mal hier klicken:

    Es ist nicht das beste Lied was er macht hat, er hat sehr viel schönere gemacht, aber dieses Lied kennt fast jeder. Es gibt überall Hörende die zumindest den Refrain können. (Die Strophen kann man sich ja auch selber ausdenken) 😉

  8. Hihi! Stimmt, das Bild, dass Herr NqlB als Chorleiter fungiert, gefällt mir auch! 😉 Vor allem sind ist der kleinste gemeinsame Nenner an Lieder, von denen alle den Text können, bestimmt total interessant. Hoffentlich wird es abends nochmal warm, damit wir das ausprobieren können.

    Keine Ausreden, Herr NqlB, ich habe eine Maglite!

  9. Ich finde zunehmend, die meisten Nenner Lieder die alle unser Alter kennen und die sich singen lassen sind halt die Weihnachts-songs. Das Chorleit-Maglite bild wird immer fesselnder…uebrigens, tolles Interview.

  10. Ich müsste mal updaten, dass ich eine Taschenlampe vom Phillips besessen HABE bzw. sie zwar noch besitze sie aber gestern Abend zwei Händen voller elf Monate alten sehr lebhaften Oliver-Fingern nicht standhalten konnte. Na ja, wenigstens fand der ich habe schön gesungen.

    Man braucht übrigens keinen Sommer um abends draußen zu sitzen und zu singen. In Baden-Württemberg haben wir das auch im Herbst noch gemacht oder im Frühjahr schon. An Weihnachten ist das bestimmt auch toll mit so Christmas Carols oder so. Wobei ich zugegebenermaßen sehr wenig Weihnachtslieder in deutscher Sprache für Erwachsene kenne.

    Notfalls kann man übrigens Kinderlieder zur Hand nehmen. Das Lied vom „Elefant auf dem Spinnennetz“ (kannte ich hörend NICHT und ist mir lediglich mit ner Akustikgitarre als Instrumental beigebracht worden vor ein paar Jahren) eignet sich gut wenn man Leute kennen lernen will 😉

  11. @alle: Initiative übernehmen und was anderes machen als (nur) Reden ist immer gut! Und singen passiert sowieso zu wenig, finde ich.

    Elizabeth, die hat ja lustige Unterhosen an, da bei Deinem zweiten Bild. 😉

    Salomea, Lagerfeuergeschichten bei Taschenlampenlicht, soweit ist es schon gekommen… 😉

    Judith (und all), wer die zweite Strophe von irgendwas kennt, gewinnt.

  12. Dear Salomea,
    Ich habe gerade den Clip gesehen, Danke. Ich komme aus landlich Sued USA, und deswegen ist die Musik die ich hoere so wie Blues, Bluegrass, Gospel, old-school Country wie Johnny Cash. Ich wuerde gerne deutsch musik hoeren, aber die Bands die ich ich sind eher Electro Pop (Fant. Fier, Virginia Jetzt, etc). Mit Harold Gruenemeyer kann ich nicht viel anfangen. Auf der anderen Seite wuerde ich in die Handlungen von deutschen Seifen Oper total verwickelt, die ich bei Fitness Studio cardio angeschaut hatte, obwohl ich in den USA nicht ein Fernseher selber besesse. Manchmal checke ich Verbotene Liebe bei youtube (it’s terrible but addictive!) und Turkisch fuer Anfaenger. LG

  13. @nqlb:

    Ja, genau Lagerfeuergeschichten. Irgendwo muss man seine Improkünste doch schulen. 😉 Und in einer Stunde werde ich abgeholt zum Singen.

    @ Elizabeth: Ich komme musikalisch eigentlich aus der Dark Wave-Ecke und ein bisschen Punk (aber nur ein bisschen). Heute suche ich mir meine Musik nach Texten aus. Auf Englisch mag ich zum Beispiel Joy Division gern oder VNV Nation. VNV Nation ist ein Ire, er heißt bürgerlich Ronan Harris und lebt in Hamburg, der total schöne Texte hat und super viel Krach macht. Mit Herbert Grönemeyer kann ich auch nichts anfangen. Auf Deutsch mag ich zum Beispiel Alexander Veljanov gerne. Der hat eine sehr tiefe Stimme, das kann man schön fühlen wenn man nahe bei steht. Problem ist ein bisschen, dass er zwar ein deutliches Mundbild hat aber normalerweise keine Mimik, da geht dann etwas das Verständnis verloren.

    You tube hat ein Video, das er als offiziellen Clip gemacht hat, da zeigt er ausnahmweise mal Emotionen:

    Die Dolmetscher haben mir gesagt, dass es sehr deutlich gesprochen ist.

    Das ( http://www.youtube.com/watch?v=tG18ARsi2Mk ) ist „Perpetual“ von VNV Nation, mein absolutes Lieblinglied. Ich finde es so toll lebensbejahend.

    Bevor mich irgendjemand fragt 😉 : Ich weiß, dass es darin „the sound you’re hearing is the symphony of what we are“ heißt. Aber diese Symphonie kommt auch ohne Töne aus. Außerdem ist mein Tinnitus nicht gar kein Sound. 😉

    Ich wünsche allseits eine gute Nacht, ob mit oder ohne Gesang. Vorschlag für unser erstes Lied: „Der Mond ist aufgegangen“ 😉

  14. Habt Ihr schon mal diese Knicklichter mit Magnesium oder wasauchimmer drin ausprobiert? Frisch geknickt, sind sie relativ hell, aber nicht so grell wie Taschenlampen. Und sie müssten die Konturen recht gut abbilden, so dass unterstützendes Lippenlesen klappen könnte.

  15. Salomea, thanks for the clips, sweetheart :). VNV Nation und Joy Division sind wunderbar.

  16. Hallo Elizabeth,

    danke für das Kompliment. Vielleicht wirst du jetzt lachen, aber ich habe beide Bands erst kennen gelernt als der Ton bei mir schon aus war. In Kreisen in denen VNV Nation gerne gehört wird war ich schon als ältere Jugendliche unterwegs, das bedeutet ich kannte zwar die Band habe mich aber nie richtig damit beschäftigt, sondern erst als ich begonnen habe die Texte wie Poesie zu lesen. Dann habe ich ganz oft da gesessen und gedacht „Hey, das ist großartig! Es sagt was aus und es ‚knallt‘ so toll, dass ich es spüren kann!“ Von einigen Liedern kann ich sogar die Melodien klopfen. Und manchmal, wenn ein Hörgeschädigter zu mir kommt, der mit seiner Hörschädigung noch nicht so gut klarkommt oder mich fragt wie ich an den Punkt gekommen bin an dem ich bin, sage ich ihm, er soll sich das Album „Futureperfect“ anhören bzw. die Texte lesen und wenn er ganz schlecht drauf ist vielleicht den Text von „Solitary“, das ist ein paar Jahre früher entstanden. Es ist grotesk, aber die meisten Leute sagen mir hinterher es hat sie ein bisschen getröstet weil man sich mit gestörtem oder nicht mehr vorhandenem so unter Hörenden fühlen kann.

    Ein Ausschnitt:

    „In this picture stands a man
    Far away alone and distant
    Like a solitary field
    In some nameless foreign land“

    – „Solitary“ VNV Nation, 1999 Text von Ronan Harris

    Joy Division habe ich noch später kennen gelernt. Ich sehe Ian Curtis nicht wie viele andere Leute als Ikone für irgendwas, aber ich mag die Texte sehr, weil sie nicht gekünstelt sind. Der hatte schon durch seine Krankheit kein einfaches Leben. Die Texte auf dem Album „Unkbown Pleasures“ die ja das Manchester in dem er gelebt hat beschreiben passen sehr gut auf die Welt in der ich in den 80ern aufgewachsen bin. Rechts Betonklotz, links Betonklotz, Enge und eigentlich keine Chance wegzukommen. Ich liebe das Lied „Interzone“. Und wenn du dich mit Menschen unterhältst wie du sie in einem BFW triffst, dann hast du ganz schnell Verständnis für „Wilderness“. Mir helfen also Texte meine Umwelt zu verstehen. „Dead Souls“ kann man übrigens mit etwas schrägem Humor auf Tinnitus anwenden. Ein Freund von mir singt dieser „They keep calling me“ immer wenn er seinen Tinnitus nicht aushält.

    Mich inspiriert so etwas auch. Wenn ich zum Beispiel über hörende Charaktere schreibe mache ich mir zuerst Gedanken darüber welche Musik die mögen, so baue ich dann eine Beziehung zu denen auf.

    Ich wünsche erst mal einen schönen Tag und sende liebe Grüße

  17. fräänk, meinst du die Bunten wie es sie auch bei der Armee gibt? Meiner Erfahrung nach sind sie relativ gut (am Besten in Gelb), aber leider meinen viele Hörende sie hätten einen Freibrief daraus Luftballontierchen zu formen… Dem halten die Dinger dann doch nicht stand

    Liebe Grüße

  18. Salomea, vielen Dank fuer die Lyrik. Der Schreiber hat vielleicht Shelley’s Ozymandias gelesen.
    Ich hoere auch gerne Nightwish, die sind Finnish Metal. LG

  19. Danke, Elizabeth. Ich kenne die Band, habe aber noch nie ein Video oder Bild von denen gesehen. Ist das Tarja Turunen oder die Nachfolgerin? Tarja Turunen hat in Karlsruhe an der selben Uni wie ein Dolmetscher von mir studier. Ich weiß aber nicht ob sie sich kannten. Er hat mir das nur mal erzählt. „Ozymandias“ ist übrigens auch der Name eines Albums von der Mittelalterband Qntal. Ich weiß nicht, ob ich damit „aus der Konserve“ – also von CD – was anfangen könnte, aber live machen die es sehr schön. Aber die Frau, Sigrid Haussen, soll sehr hoch singen.

  20. PS. Ich hoffe nicht, dass wir NQ mit so viel verlinkter Musik stören 😉 Es möge uns verzeihen so es doch so ist

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