Nur keine Scham beim Arzt

„Oh, Sie haben wenig Zeit. Soll ich mich beeilen?!“

Ich bemühe mich, meiner Stimme eine Mischung aus Unschuld und Mißbilligung zu geben. Schielt dieser neue Arzt doch tatsächlich immer wieder verstohlen auf seine Armbanduhr! Während ich ihm knapp (!) meine Krankengeschichte schildere. Schnösel!!

„Oh äh, tut mir leid…“

Mein Lächeln wird mild-verachtend.

„…ich habe auch Hörgeräte. Das ist meine Fernbedienung.“

Ich blinzele zweimal und lächele weiter.

Das ist aber auch eine blöde Idee, da ne Fernbedienung reinzupacken. Nächstens kommt sie noch ins Handy und ich denke der verschickt währenddessen SMS….

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10 Antworten zu “Nur keine Scham beim Arzt

  1. Na, das nenn ich mal ein Fettnäpfchen.
    Aber mach dir nichts drauß…es gibt Menschen denen passiert sowas ständig*hust*
    Aber mich würde doch interssieren wie der Dialog weiter ging*g*
    Gabi

  2. Oh keine Sorge, fühle mich nicht schuldig. Ist ja klar warum man die Fernbedienung da rein packt, aber das hier ist schon eine ernste Nebenwirkung. Da muss man als Träger schon ein bißchen Eindrucksmanagement betreiben, finde ich. V.a. als Professioneller.
    Es ging nahtlos weiter wie vor dem Zwischenspiel.

  3. Die Fernbedienung des neuen Nucleus-Sprachprozessors (CI) sieht tatsächlich aus wie ein Handy, also demnächst nicht wundern … 😉

    Link: http://www.cochlearamericas.com/nucleus5/complete_confidence.html

  4. Kleine Anekdote aus meiner Schulzeit:

    Es saß jemand mit CI im Kurs. Damals – Ende der 90er – waren die CIs noch mittels Kabel mit einem „Batteriekasten“ verbunden, den der Träger am Hosenbund festclippte. Wir hatten eine Lehrerin, die zwar Lehramt fürs Abitur studiert hatte aber nie für Hörgeschädigte und die auch vorher nie mit Hörgeschädigten zu tun hatte. Es war die zweite oder dritte Stunde bei der Lehrerin. Sie hatte noch nie ein CI gesehen. Deshalb dachte sie das Kabel käme woanders her und hat der CI-tagenden Person einen wütenden Vortrag darüber gehalten, dass sie keine Walkmen im Untericht duldet und dass der sofort zu verschwinden hätte. Als die Person ihr dann erklärte was der Walkmen war war ihr das den Rest der Stunde peinlich.

    Aber ich finde auch, dass wenn man im Beruf im Kunden zu tun hat man das mit dem Hörgerät und der Fernbedienung etwas anders handeln könnte, z.B. vorher kurz sagen, dass man Hörgeräte hat und dass man ab und zu da mal was dran einstellen muss oder so.

  5. Nikana, werd’s mir merken 😉 Wobei die ganz schön nach Plastik aussieht….

  6. So einfach sich das liest, ich bekam 1 Abmahnung vom Arbeitgeber wg. Benutzung des Handys (Fernbedienung der HdO) und diese wurde trotz Erklärung nicht raus genommen. In Abständen sollte ich dann Erklärungen abgeben, was es mit den Schwierigkeiten bei der Arbeit auf sich hätte …. Im Krankenhaus ist mit dem richtigen Handy garkein Empfang. Danach war ich so entnervt, dass ich doch die klobige Armbanduhr benutzte für die HdO. Zumindest wg. „Handynutzung“ hatte ich endlich Ruhe.

  7. Oje. Ich bin ja selbst ein eher bequemer Mensch, aber solche Arbeitgeber sollte man wirklich verklagen. Unglaublich wie sturdoof Menschen sein können..

  8. Erst habe ich gelacht, denn die Verwechslung Uhr/Handy vs. Hörgerätefernbedienung liegt ja wirklich nahe. — Doch bei kace blieb mir das Lachen im Hals stecken.

    Ich gehe da mit Notquite mit. Das darf doch nicht sein! Das muss raus aus deinen Akten! Und aktive Diskreminierung ist es obendrein.

  9. In den USA gilt halt als Grundwissen, wenn man ein Unfall hat, braucht man ein Anwalt, der einer Brief an der Versicherung schreibt–sonst werden die Kosten gar nicht gedeckt, weil die „Versicherung“ irgendwelche Grunde erfindet, nicht zu bezahlen.

    Vielleicht reicht halt ein strenger Brief von einem Rechtsanwalt, der Klage droht? Voll mit der schoenste Beamten-Deutsch? Ich stimme den anderen voll zu, und ausserdem, koennte es ein Dienst zugunsten Anderen sein. Sie sind vielleicht nicht der einzige Mensch, der von der Firma so diskreminiert wird. Alles Gute wuensche ich!

  10. @berlinessa + Elizabeth
    hier hab ich schon geschrieben (Nicht immer nur die gleichen Jobs! 13. August 2009) Bin derzeit ohne Arbeit & ohne Aussicht auf 1 Tätigkeit als med. techn. Laboratoriumsassistenz. Ich habe die Zeichen der Zeit falsch verstanden u. hätte mir rechtzeitig einen anderen Arbeitsplatz suchen sollen. Durch den Gang zum Gericht habe ich mein 1. Baby (zum Bergfest) verloren, weil ich eine Änderungskündigung (mit Eignungstest für meine Berufsausübung duch psych/psychiatr. Fachgutachten) nicht unterschrieben habe!!! Der Arbeitgeber des christlichen Krankenhauses schob eine Kündigung hinterher. Mein Anwalt gab mir klar zu verstehen, dass nirgends so gelogen wird wie im Gerichtssaal. Heute wäre die Zusammenarbeit mit gerade diesen ehem. KollegenINNEN undenkbar. Der Laborchef hat seine Spitzfindigkeiten gekonnt ausgeweitet und der Richter fragte (einzeln), ob den eine Zusammenarbeit denkbar … Derartige Schikanen gehen durch, wenn die Auslastung mit ordentlicher Arbeit vergeblich zu finden ist. Dazu kommt die Angst um den Arbeitsplatz, Neid und Hass untereinander. Der Arbeitgeber lässt 1 Person springen, damit die Sorge um den Arbeitsplatz geschürt wird. Ausserdem hatte ich diesmal Angst um das 2. Baby und habe aufgegeben zu kämpfen (wegen Arbeit um jeden Preis?). Vielleicht lerne ich etwas sinnvolleres und finde sogar besser bezahlte Arbeit. Aus der Heimat M/V gehen meine kleine Familie und ich nicht weg! Danke Euch ganz lieb (auch nqlb) für die Engagiertheit!!!

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