Da gibts viel zu sehen, da braucht man nicht zu hören. Eine Nacht im Tigerpalast

Tigerpalast 001

Nach Jahren es endlich mit den Eltern in den Tigerpalast schaffen. Feststellen, dass die sorgsam in Internet gekauften Karten für die Vorstellung vor drei Tagen galten. Dabei Scheitern, Garderobiere und Einlasser zu belabern, dass man doch sicher irgendwo am Rande noch ein Plätzchen fände. Dem Vater zusehen, wie er sein altes Motto „Nie aufgeben!“ wieder rauskramt und — als wir schon draußen sind — ein Funkeln in den Augen kriegt, noch einmal reingeht und irgendwie noch den Platzanweiser und Ober überzeugt kriegt, dass wir „um neun nochmal wiederkommen sollen, das kriegen wir schon hin.“

Das Programm gerade ist superb. Ich bin ja sowieso der Meinung dass man nicht immer nur ins Kino gehen sollte, sondern auch immer mal wieder Artistik und Akrobatik braucht. Die intime Atmosphäre im Tigerpalast (und das nette Personal) tun ihr übriges. Je nachdem wie man sitzt baumeln die Damen an Seil und Trapez einen halben Meter neben und über dem Scheitel. Wenn ich es bezahlen kann schleppe ich mein nächstes Date hierher, erst unten ins Restaurant zum Speisen und später in die Show.

Und alles zum Sehen — nur der Conferencier hatte auch drei Nummern zum Hören, die mir leider vollständig entgangen sind. Aber Vorsicht — dieser Herr klaut Ihnen ohne dass Sie’s merken ihre Krawatte vom Hals weg!

Taschendieb im Tigerpalast 003

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5 Antworten zu “Da gibts viel zu sehen, da braucht man nicht zu hören. Eine Nacht im Tigerpalast

  1. Ich war noch nie in einem richtig guten Varieté! Und schön beschrieben hast Du das. Am schönsten finde ich aber trotzdem die Episode mit Deinem Vater.

    Meiner kriegt es auch schon mal fertig, mit Charme und Augenzwinkern ein eigentlich geschlossenes Freibad für 2 paar große Kinderaugen aufzukriegen, und zwar MIT dem nunmehr bezauberten gestrengen Bademeister, nicht GEGEN ihn.

    Bei sowas zuzugucken, die Veränderung des Mienenspiels zu beobachten ist eigentlich auch schon fast ein Varieté an sich, oder?

  2. Allerdings! Und den Tigerpalast kann ich vorbehaltlos empfehlen. Vom Wintergarten war ich nicht sooo begeistert, ist aber schon länger her…

  3. Meine Mutter hat es geschafft, für mich das Chagall-Museum in Halle/Westf. an einem eigentlichen Ruhetag öffnen zu lassen. Sie ist dafür sogar ins Rathaus getigert und hat die Besitzerin ausfindig gemacht & am Telefon belabert. *g*

  4. Wow! Genau so Eltern braucht man… 🙂

  5. Im Tigerpalast war ich schon mehrfach, immer wieder ein Genuss!

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