Sage mir wer Du bist: Was ist eigentlich das Gegenteil von schwerhörig?

Insofern ist das Bloggen wie das Leben, es bringt einen dazu, Dinge zu tun, die man niemals tun wollte.

Ziemlich am Anfang habe ich mich ja mal über den Begriff „hörgeschädigt“ mokiert. Ich seh schon, dass man nen Oberbegriff für alle möglichen Sorten von Nicht- und Andershören braucht. Aber diese Mischung aus scheinbarer Neutralität und Beleidigung fand ich doof, das wollte ich nicht sein. Den wollte ich nicht benutzen. Seither fand ich mich beim Schreiben öfter in der Situation wieder, dass er gut gepaßt hätte. Manchmal geradezu stur habe ich „hörbehindert“ geschrieben.

Wer schreiben will, muss halt benennen worüber er schreiben will, sonst geht’s nicht. Oder es geht schon, das aber schlecht.

Genauso geht’s mir gerade mit dem Gegenteil von schwerhörig. Was sind Leute, die nicht sind wie ich? Oft ist von „Hörenden“ die Rede, doch das geht mir zunehmend auf den Geist. Hören tu ich ja auch, nur anders. Hörende mag das Gegenteil von Gehörlose sein, aber nicht von Schwerhörige. Nicht-Schwerhörige? Zu sperrig. Also schreibe ich Normalhörende. Aber ehrlich gesagt, das ist auch bäh! Was ist normal, wo sind die Grenzen?

Es ist ja immer auch eine Identitätsfrage. Wie sieht man sich, wie will man sein? Und was sagt man über andere? Das Problem ist ja im Grunde das gleiche wie bei der Diskussion um Behinderung und ihr Gegenteil…

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29 Antworten zu “Sage mir wer Du bist: Was ist eigentlich das Gegenteil von schwerhörig?

  1. Das ist ein richtig schweres Thema!
    Hier meine persönliche Meinung, ganz persönlich und vielleicht etwas naiv.
    Jeder Mensch ist anders und das ist eben so. Der eine hat eine dicke Nase, der andere einen krummen Rücken, der nächste hat unter der Geburt zu wenig Sauerstoff bekommen und ist jetzt eben ein wenig einfältiger als die anderen und der übernächste stotter, dann der nächste braucht eine Brille und ein anderer hört schlecht. Jeder Mensch ist anders! Und ob der Mensch eine Behinderung hat, egal was für eine, ist vollkommen egal, es ist und bleibt ein normaler Mensch mit seinen Defiziten, die jeder mehr oder weniger ausgeprägt hat! Mit manchen kann man besser leben, bei anderen benötigt man Hilfe von außen.
    Benennen sollte man viele Dinge, dann können sie besser gefasst werden. Doch wenn man sich das Leben damit schwer macht, was ist normal, was entspricht der Norm, dann ist das meiner Meinung nach sehr anstrengend und kräftezehrend.Und oft wird man damit nicht glücklicher.

  2. Interessantes Thema, über das ich noch gar nicht nachgedacht habe. Für mich waren das einfach immer die „Normalhörenden“, wenn man sie schon in eine Schublade stecken muss. Aber was normal ist, ist natürlich eine sehr spannende Frage.

    Am Wochenende war ich mit einer Freundin unterwegs, der ich ein bisschen von meiner Schwerhörigkeit erzählte. Ich sagte zu ihr, dass ich es schade fand, dass ich z.B. in der Straßenbahn nie mit einem halben Ohr zuhören kann und früher immer dachte, dass diejenigen, die es können, eine Art Superman wären. Daraufhin meinte sie, dass sie das auch nicht könne, obwohl sie guthörend ist. Sie kann den Störtschall nicht ausblenden. Fällt das jetzt trotzdem noch in die Kategorie „Normal“? Vermutlich nicht. Vielleicht ist „guthörend“ ein geeignetes Wort?

  3. Mm, guthörend klingt an sich nicht schlecht, ist aber auch wieder ziemlich dehnbar. Sicher gibt es auch Schwerhörige, die einen Grad der Schwerhörigkeit haben, mit dem sie ganz gut hören können. Auch ohne Hörgeräte.

    Das Gesunde ist eben die Norm, das, was sich davon in irgendeiner Art und Weise abhebt, bekommt eine Bezeichnung. Sehen – sehbehindert. Hören – schwerhörig, gehörlos…

    Und was ist noch mal das Gegenwort zu durstig? 😉

  4. Diese Identitätsfrage hat es wahrlich in sich. Was ich mich dabei frage ist, warum nach einem Begriff – ja Etikett – gesucht wird, der möglichst präzise das wiederspiegelt was Schwerhörige nicht sind. Das scheint mir schwer, wenn nicht gar unlösbar.

    Ein Hip-Hopper würde sich wohl kaum Gedanken darüber machen, wie Leute einzugruppieren sind, die kein Hip-Hop hören. Vermutlich würde er sich eher damit beschäftigen für seinen eigenen Musikstil ein noch originelleren Begriff zu kreieren.

    Wie auch immer. Letzendlich kommt es doch darauf an, wie der Begriff besetzt ist und welche Assoziationen er auslöst. Da ist für den Begriff „schwerhörig“ noch viel zu tun.
    Ich selbst finde den Begriff passend. Ich habe nunmal Schwierigkeiten mit den Hören, d.h. es fällt mir schwer zu hören.

    Ups, jetzt habe ich mich wohl mehr über Schwerhörigkeit als über Nicht-Schwerhörigkeit ausgelassen. Vermutlich kann man das eine vom anderen nicht trennen 😉

  5. Joe, ja, ich denke man kann es nicht trennen. Wie Andrea ja sagt, es geht um das unbezeichnete Andere dessen worüber man spricht. Das wodurch es Kontur gewinnt. Da kann der Hip-Hopper noch so viel nur über Hip-Hop sprechen, um ihren Sinn zu gewinnen brauchen seine Worte die unausgesprochnen Kontraste. Die können in den meisten Zusammenhängen auch unbezeichnet bleiben, das tun sie ja auch.

    Nur manchmal, nina, verlangt das Schreiben und sich zu Dingen äußern Wollen eben doch, dass man sie ans Licht bringt. Vor allem wenn man Beziehungen zu anderen in generalisierter, eben nicht persönlicher Weise thematisieren will. Dann kommen immer wieder so Momente, wo man irgendeinen Begriff braucht. Normalhörend — oder auch mal guthörend, Nikana — ist da das kleinste Übel was ich bisher gefunden hab.

    Und ansonsten halt möglichst konkret bleiben, Ross und Reiter nennen und unnötige Generalisierungen vermeiden. Auch wenn das oft die eigenen Texte erstmal weniger „allgemein wichtig“ zu machen scheint. Insofern finde ich, muss man es sich als Schreiber, jedenfalls wenn man bißchen Anspruch hat, schon selbst etwas schwer machen. Lohnt sich aber meist.

    Andrea, ob „schwerhörig“ nun eher von der Sorte „hungrig“ oder „durstig“ ist, müssen wir nochmal diskutieren.

  6. Nichtschwerhörige wär ja vielleicht auch was. Das könnten dann zwar Normalhörende und Gehörlose sein, aber warum nicht?

  7. Das finde ich nicht gut, der Begriff ist mir zu konstruiert (Nicht+X). Vielleicht Leichthörige?

    Hmm, warum bin ich da eigentlich nicht vorher draufgekommen?! Das kann man dann je nach Anlass und Intention modifizieren: Flotthörende, Lockerhörende, Achtloshörende, Flüchtig-, Lieblos- und Hastighörende,…

    Danke, Andrea!

    PS: Da geht dann unter, dass es nicht nur Einstellungs- und Bemühenssache ist, sondern eine organische Ursache dafür gibt, aber dafür gibt’s ja dann immer noch hörbehindert. Am Flotthören gehindert nämlich…

  8. ;-))

    super nqlb, vor allem die flotthörenden gefallen mir gut …

  9. alle normal!!! 🙂
    ich stör mich auch sehr an dem begriff BEHINDERT! handicapped people hört sich doch viel interessanter an.
    und auch wenn das sehrwahrscheinlich nicht in den bereich deiner hörfrequenz geht, auch bei uns zu haus gibt es große hörunterschiede. er hat, sagt der ohrenarzt, mit anfang 30 ein gehör wie ein bauarbeiter, ich dagegen höre sehr sehr gut und geräusche wie z.B. die freuquenzen von geräte auf stand by stören mich. das ist ein theater beim fernsehen! leiser bitte! ist zu leise! usw…. 😉
    also, alle unterschiedlich, DAS ist normal! 🙂

  10. frauke, 🙂

    kathrin, stimmt, „normal“ verdeckt auch ziemlich viel Unterschied. „Gehör wie ein Bauarbeiter?“ 😮 na das kann mir richtig vorstellen, das Gezanke beim Fernsehen.

  11. das kommt vom jahrelangen lauten walkmanhören.
    im nachhinein bin ich meiner ma also SEHR dankbar das sie auf aufliegende kopfhörer bestanden hat. sie hat allerdings auch mal hier:
    http://www.samonas.com/
    und auch mal hier:
    http://www.erfahrungsfeld.de/
    gearbeitet 🙂

  12. the fräänk

    notquitelikeBeethoven, das ist eine interessante Herangehensweise. Schwerhörig ist nur ein beschreibendes Adjektiv unter vielen: leichthörig, liebloshörig, gewissenhafthörig, zugehörig – ach nein das nicht, flotthörig usw.

    Noch vielfältiger wird es, wenn man es variiert: leicht hörig, schwer hörig…

  13. kathrin, insbesondere samonas klingt interessant. Wenn ich recht verstanden hab ist das Klangtherapie und man lernt, sich ein klanglich gutes Umfeld zu schaffen?

    fräänk, ich hab mich schon gewundert, dass das bislang noch keiner vorgeschlagen hat 🙂

  14. the fräänk

    Ach, habe ich hier die Rolle des Kalauer-Beauftragten übernommen? Werde versuchen, das nicht weiter zu pflegen.

  15. Hey, nicht beleidigt sein, ja?! Ist halt naheliegend. Außerdem hab ich nichts gegen diesen K. Lauer 😉

  16. the fräänk

    Werde doch wegen sowas nicht beleidigt sein. Außerdem habe ich mir den Schuh ja selber angezogen. Zweitens außerdem ist der „K.Lauer“ auch nicht schlecht.

    Und ich frage mich, ob Elizabeth mit den ganzen – schlechten – deutschen Wortspielen klarkommt.

  17. Hello Fraeaenk.
    Kalauer Beauftragten=> Witz mit Bart; Lauern=>lurk; zugehörig=>schoenes Wortspiel. Gibt es sonst verborgene etymologische Akrobatik?

    Ich frage mich, warum“zugehoerig“ Wuerzel mit „hoeren“ teilt. Does the word for „belonging to“ mean, on a literal level, „hearing toward“? Ich hoffe, dass Southern Vampire dir gefaellt. Das erste Buch im Serien ist von mir aus das beste. LG

  18. Hi,
    ich denke die Problematik der Begrifflichkeiten liegt in der Wahrnehmung einer gewissen Wertigkeit. Wir bewerten solche Begriffe als positiv oder negativ, und manchmal als neutral. Bestes Beispiel ist doch, das nqlb selbst schreibt, das der Begriff „hörgeschädigt“ anfangs unbedingt vermieden werden sollte – und später plötzlich sogar in manchen Situationen als passend empfunden wurde. Da hat sich offensichtlich die Wahrnehmung verändert. Der anfangs negative touch ist in bestimmten Situationen dann gar nicht mehr sooo negativ.
    Ich kann mir vorstellen, das diese Wahrnehmung sogar Tagesform abhängig ist.
    Die Suche nach dem Gegenteil ist vielleicht ein Versuch, das Ende der Bewertungsskala auszumachen, um zu sehen wo auf dieser Skala der Begriff „Schwerhörig“ oder „Hörgeschädigt“ liegt.
    Ich selber kann „ganz gut“ hören – ein Freund von mir gar nicht. Wir beide stellen immer wieder fest, das jeder von uns mal einen Vorteil gegenüber dem anderen hat. Je nach Situation. Manchmal hat man es schwer, gewisse Dinge nicht zu hören, manchmal hat man es schwer, gewissen Geräuschen nicht ausweichen zu können. So ist der Begriff „schwerhörig“ wohl irgendwie „relativ“ – und befindet sich irgendwo zwischen viel hören und nix hören – ein Gegenteil zu finden wird schwer bis unmöglich.

    Geschädigt hat eben wieder diesen negativ vorbelegten Aspekt – weil man meint da sei was geschädigt, also kaputt, und somit „nicht normal“. Wobei „außerhalb der Norm“ für mein Empfinden weniger negativ klingt als „unnormal“ – obwohl beides exakt das gleiche bedeutet.

    Abschließend will ich mal was zur Diskussion anregen und stelle mal eine Behauptung auf: Ein Begriff selber ist nie beleidigend – er ist immer neutral. Der beleidigende Aspekt kommt erst hinzu wenn jemand den Begriff in beleidigendem Kontext benutzt oder jemand sich beleidigt fühlt. Es gibt schwarz und weiß – und auch grau. Grau ist eine neutrale Farbe. Graues Wetter und eine „grau Maus“ sind negativ vorbelegte Nutzungen dieser sonst eben absolut neutralen Farbe.

    Hoffe meine Gedanken sind einigermaßen verständlich rübergekommen. Gar nicht so einfach das zu formulieren was einem zu so einem komplexen Thema im Kopf rumschwirrt.

  19. Hi Anfänger, freut mich, dass Du’s hier so anregend findest 🙂

    Für mich hat das nicht nur mit Wertigkeit zu tun, sondern auch mit dem was Begriffe sagen und worauf sie hinweisen. Sie bedeuten ja nicht exakt das gleiche, öffnen nicht denselben beschreibenden Sinnhorizont. Unabhängig von der Wertigkeit, die man damit verbindet. Darum hast Du wohl recht, Begriffe sind in einem gewissen Sinne neutral. Sie können aber dennoch unzutreffend oder sachlich schlecht passend sein. Darüber kann man selbstverständlich streiten, aber das ist eine andere Ebene.

    Ich würde auch, aber darüber muss ich vielleicht mal nen Extraeintrag schreiben, Schwerhörigkeit nicht ausschließlich als Mischung zwischen den Polen Hören und Nichthören ansiedeln.

  20. the fräänk

    Hi Elizabeth,
    nur der Vollständigkeit halber noch zum Anfangs-Kalauer: zieht man die Wörter „leichthörig“ oder „schwerhörig“ zu „leicht hörig“ usw. auseinander, wird daraus „hörig sein“ im Sinne von sehr beeinflussbar, abhängig („dependent“). Vielleicht erklärt sich hier auch Deine Frage zu „hörig“ und „zugehörig“. Bin da aber nicht sicher.

    Muss leider sagen, dass mir das eine Sookie Stackhouse-Buch (drittes Buch, den ersten Teil gab es nicht in der Buchhandlung) nicht besonders gefallen hat. Ich fands ein bisschen zu unoriginell. Allerdings ziehe ich meinen Hut vor Sookies Nehmer-Qualitäten. Sie musste in dem einen Buch ja einstecken, wie sonst nur Bruce Willis in den Die Hard-Filmen.
    Habe mir auf Anraten eines Freundes noch zwei Folgen der dazugehörigen Serie „True Blood“ angeschaut und werde auch nicht weiter verfolgen. Den Bill-Darsteller fand ich ziemlich blöd, und die Geschichte arg lahm erzählt. Der Vorspann ist allerdings klasse.

  21. Hello Frank,
    Danke fuer die Erklaerung ueber „hörig sein“. Deutsch ist sehr bildhaft, und es gefaellt mir sehr, Wort-Nuancen zu entdecken. Zum Bespiel, wie „Sohn“ in „Versohnung“ steht, erinnert man sich am Geschichte des Verlorenen Sohnes. (an dieser Stelle, seufze ich tief nach dem muehsam deutsch-Genitiv Ausbau.)

    Re: True Blood. Ja, die Buecher nach dem ersten sind mir nicht so spannend, dafuer stimmt es mit der Nehmer-Qualitaet. Ich glaube man neigt dazu, Shows zu moegen, die in der eigenen Gegend stattfinden. Ich erkenne viele Einzelheiten aus meinem Heimat erkennen (how the buildings look; typical phrases; clothes worn; uneasy mixture in a small community of strong religiousity and hot repressed sex; and so on); dewegen ist es mir interessanter als typisch LA/NY Serien.

    I feel a tad embarrassed about bringing in a topic unrelated to the serious and thoughtful discussion about language on this particular thread. I wish there were an easy way to shift outwardly spiraling conversation to entries mournfully bereft of comments, so that one could say, „Find me on NqlB’s early summer Ode to Billy Idol!“ (smile)

  22. the fräänk

    Elizabeth, das mit den Serien und Filmen, die in der Heimatgegend spielen, kann ich gut verstehen. Filme mit Berlin als Hauptspielplatz haben für mich auch einen besonderen Reiz. Solltest Du sie aus Deiner Zeit in Berlin nicht kennen und irgendwie daran kommen, empfehle ich Dir „Sommer vorm Balkon“ und „Keinohrhasen“.

    Nach Deinen ganzen Komplimenten über die deutsche Sprache und ihre Verwendung muss ich mal einiges zurückgeben. Wendungen wie „to shift outwardly spiraling conversation to entries mournfully bereft of comments“ muss ich mir für die nächsten Gelegenheiten merken. Und schon sind wir wieder drin in der ernsten und bedeutungsschwangeren Diskussion über Sprache!
    Außerdem wird uns notquitelikeBeethoven schon sagen, wenn wir zu ungebührlich herumkommentieren.

  23. Good morning Frank,
    Danke fuer die Empfehlungen. Ich bin auch total gespannt wenn ich Berlin in Filmen erkenne, vor allem Prenzlauerberg. Das schwierige ist, deutsche DVDs sind leider schwer hier zu kriegen, es sei denn die alte Klassiker. Wenn ich Freunde in Deutschland besuche, versuche ich gleichzeitig Filme zu sehen.

    Allerdings nachdem ich die beiden in Wikipedia gesucht habe, bin ich felsenfest ueberzeugt, dass
    ein paar Vampire ihnen zugutekommen wuerden.
    Schau mal:

    „Die Freundinnen Katrin und Nike, beide jenseits der Dreißig, wohnen im selben alten Mietshaus im Prenzlauer Berg in Berlin…Beide lernen den LKW-Fahrer Ronald kennen, als der beinahe Katrin überfahren hätte. Nach einer Liebesnacht mit Nike zieht Ronald bei ihr ein.“

    Findest du nicht, dass es eine deutliche Optimierung des Filmes waere, wenn Ronald sich doch als Vampir herausstelle anstatt nur–gaehn– als Familienvater (imagine putzig smiley here)?

  24. Hier im Sendeberich des WDR (WDR-Deutsch: ‚im Sektor‘) gibts auf 1live den Marketingspruch: ‚1life macht hörig‘. Fand ich von Anfang an gut, weil es bei mir beim Zu-Hören ‚Stopp‘ oder ‚Klick‘ sagte, und der Bedeutung von ‚hörig‘ ge-hörig was hinzufügt.

  25. Das find ich auch sehr gut! Bei Radio paßt das sehr gut.

  26. Ich denke, dass es kein Gegenteil von schwerhörig geben kann, denn es ist eine Zwischenstufe. Taub und hörend sind Gegenteile wie blind und sehend.
    Es geht um den Grad der Schwäche oder des Defizites, wobei es wohl besser ist von der Hörschwäche zu sprechen. In der Praxis ist oft vom Hörverlust die Rede oder vom Hörschaden. Es ist gut mal darüber nachzudenken, danke für die Anregung.
    Ich kam zum Ergebnis, dass die Hörschwäche es relativ gut und wenig bewertend beschreibt. Es schmälert das Problem auch nicht, denn es kann auch von einer massiven Hörschwäche gesprochen werden. Es ist im Augenblick, das Wort welches ich in meinen Alltag mitnehme.
    Besser als Hörfehler, Hörschaden, Hörverlust…
    Gut bei Ertaubung ist das extrem und hier von eine Totalschwäche zu sprechen am Thema vorbei.

  27. Finde es klasse, dass Du dir solche Gedanken machst.
    Ich denke, es geht nicht nur um den Grad, sondern auch die Art. Es ist ja nicht nur ein leiser hören, sondern auch ein anders, komisch, verzerrt etc. hören.

  28. Klar geht es nicht nur um Quantität, also den Grad, sondern auch um die Qualität, um die Art des Hörens, respektive nicht, schlechter oder einfach anders Hörens. Da stimme ich völlig zu.
    In einem Gespräch heute zum Thema nannte ich meine Wahl „Hörschwäche“ zu verwenden und da kam mein Gegenüber mit dem „Hörschwächling“ oder eben damit, dass Schwäche in unserer Gesellschaft auch eher negativ gesehen wird. Und so muss ein neues Wort her…
    Hmmm nicht einfach….
    Vielleicht besser einen Extra-Thema.
    Hier ging es ja um das Gegenteil von schwerhörig

  29. Ich denke auch mal nach und wollte demnächst drüber schreiben. Danke übrigens für die Verschriftlichung des wundervollen Dialoges in den anderen Kommentaren!

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