Warum ich ein Cochlea Implantat haben will

So, heute das Gegenteil von gestern. Wahrscheinlich denkt ihr, jetzt ist er total verrückt geworden, der Not quite. Oder er hängt sein Fähnchen nach dem Wind. Es ist aber seit einiger Zeit so: Ich gehe abends ins Bett wie gestern beschrieben und wache heute auf wie, nun, wie ich gleich beschreiben werde. Mal denke ich Ja! oder Nein! und spätestens nach ein paar Tagen bekomme ich wieder Zweifel. Um klarer zu sehen, was ich nun in Sachen CI unternehmen werde, habe ich mir die Freiheit genommen und mal meine Gedanken und Gefühle nur aus der einen Perspektive aufgeschrieben. Ich bedanke mich herzlich für alle Kommentare zu dem Post von gestern! Die waren sehr hilfreich! Jetzt kommt die andere.

Irgendwo zwischen diesen beiden Texten finde ich mich, im Moment eher zerrissen. Leider kann ich mein echtes Leben ja nicht wie diese aufteilen und mal so mal so leben. Obwohl — eigentlich ist es glaube ich ganz gut, dass ich das nicht kann. Es gibt sicherlich Menschen, die es lächerlich finden, welche Probleme ich mir bereite. Aber so ist es nun mal.

Nach Warum ich kein Cochlea Implantat haben will nun Warum ich eins haben will

„Nun, ich komme gut klar so wie die Dinge jetzt sind. Danke!“ Das war, was ich — wie gestern beschrieben — vor fünf Jahren den Ärzten zur Antwort gab, als sie mir ein CI anboten.  Und das war auch gut so.

Inzwischen, fünf Jahre später, kann ich das nicht mehr so einfach sagen. Von an Taubheit grenzender Schwerhörigkeit habe ich deutlich die Grenze zur Taubheit überschritten. Wenn ich ehrlich bin, ich habe mich in meinem Leben trotz starker Schwerhörigkeit im Leben nie besonders behindert gefühlt. Im Alltag, Liebe und Beruf, in dem was ich tun muss, tun möchte und mir wünsche. In diesem Sinne behindert fühle ich mich erst seit vielleicht drei, vier Jahren. Das ist kein schönes Gefühl.

Ich merke deutlich, wie mein Leben sich verändert hat. Dass ich weniger Kontakt zu anderen Menschen habe, sogar zu meinen Freunden. Viele Situationen sind in diesem Blog beschrieben. Und in vielen Situationen ist das Verstehen und sich mit anderen Menschen unterhalten inzwischen nicht mehr schwer, sondern absolut unmöglich. Ich kann mir mit kleinen Zettelchen oder Handydisplays über schwierige Momente helfen. Ich kann mit anderen mitlaufen. Aber ich bin nie voll dabei. Ich mache viele Dinge nicht mehr, die ich gerne machen würde. Und alle sind dabei sich daran zu gewöhnen. Die anderen daran, mich draußen zu lassen, ich daran, draußen zu bleiben. Ich bin inzwischen immer der, der am frühsten nach Hause geht. Meine Welt ist kleiner und unwirtlicher geworden.

Außer wenn ich gerade am Computer sitze und per Email, Chat, Blog, Twitter oder sonstwas mit Leuten kommuniziere. Aber ich will nicht dauernd nur am Computer sitzen.

In vielen Unterhaltungen mit Ärzten, Audiologen und CI-Nutzern habe ich den Eindruck gewonnen, dass mir ein CI hier doch einiges erleichtern könnte. Die weitaus überwiegende Zahl der Menschen, die ich kennenlernte, war zwar zum Teil sehr kritisch. Aber alle waren der Ansicht, dass sich ihre Lebensqualität verbessert habe.

Beeindruckt haben mich besonders die Geschichten davon, wie leicht Hören unter halbwegs guten Bedingungen wieder sein kann (auch wenn man es erst einmal heftig üben muss). Und dass es auch unter schlechten (also vor allem Störschall, größere Entfernung) nicht mehr ganz so aufreibend sei. Weniger häufig mit Kopfschmerzen verbunden. Wie sie weinten, nur weil sie ein kleines Internet-Video oder eine Bemerkung  ihres Chefs aus einem Gespräch mit jemand anderem verstanden haben. Dass man wieder an Plaudern und Geschwätz teilnehmen kann. Und nicht mehr gar zu oft nur zustimmen, nicken und lächeln kann. Nicht nur physisch anwesend sein, sondern auch im Gespräch. Ich weiß gar nicht ob das irgendjemand von außen auch bemerkt hat, wie ich in diesem Sinne nicht mehr da bin. Und das obwohl man mich sehen kann.

Vielleicht am meisten angerührt hat mich diese Erfahrung einer Dame: Nach Jahren, in denen der Hörverlust sie zwang, jemand zu sein, der sie nicht war, sah sie nun ihr altes Selbst wieder knapp unter der Oberfläche blubbern. Sie beschrieb, wie erschreckend und gleichzeitig erregend das sei. Das traf mich.

Es ist zwar nicht klar, woran es liegt, aber mein Gehör ist bisher immer schlechter geworden. Ich kann zwar hoffen, dass es nicht noch schlechter wird, aber diese Hoffnung hat eigentlich keine Grundlage. Außerdem wird man ja schon vom Altern allein schwerhöriger. Ich muss also annehmen, dass ich einmal gar nichts mehr höre.

Das an sich wäre vielleicht noch nicht so schlimm. Aber ich habe dazu noch beidseitig ziemlich lauten Tinnitus. Wenn ich die Hörgeräte herausnehme, höre ich nur noch was in mir drin ist. Und das ist inzwischen leider viel — und laut. Gar nichts mehr von außen zu hören, dafür von innen umso mehr, ich weiß nicht ob ich das aushalte. Irgendeine Form von Hörgerät werde ich also sowieso behalten.

Und das Warten auf bessere Therapien und Entwicklungen? Stammzellen oder Gentherapie? Oder zumindest Vollimplantate? Nun, da habe ich vorgestern den richtigen Spruch für gefunden.

Kein Leben ist lang genug, um das Glück auf später zu verschieben.

Ich wußte gar nicht, dass der Joop, Wolfgang, so schlaue Sachen sagt. Damit meine ich nicht, dass ein CI selbst das Glück wäre. Ich weiß, dass nur Hören mein Leben nicht postwendend glücklich machen wird, genauso wenig wie unglücklich übrigens. Da gehört schon noch etwas mehr dazu. Ich meine stattdessen, dass es keinen Sinn hat, zehn Jahre des Lebens zu verschenken, in denen ich hören könnte, nur um auf etwas zu warten, das dann obendrein vielleicht doch nicht kommt — oder nicht so wie erwartet oder für andere Indikationen oder oder oder. Noch dazu: Zehn Jahre, in denen sich nach allem was man von Menschen so weiß für mein Leben wichtige Dinge entscheiden werden. Zumindest beruflich (und hier macht gerade die Frage, ob ich im Gespräch unter vielen präsent sein und zumindest meist telefonieren kann oder nicht, einen großen Unterschied). Ein CI würde für mich in dieser Zeit mehr Freiheit, Ungebundenheit und Beweglichkeit bedeuten.

Und was den Eintrag von gestern angeht — für mich läuft es bei der Entscheidung für oder gegen ein CI auf die Wahl zwischen mündlicher Kommunikation und diesem ungezwungenen Körperverhältnis hinaus, das mir so wichtig ist und das ich beschrieben habe. Wie gesagt, das mag andern lächerlich erscheinen, für mich ist es die härteste Entscheidung meines Lebens. Gebärdensprache kann ich ja immer noch lernen. Ich weiß, dass ich jemand bin, der allzu oft mehr davon gefangen ist, was er verliert, als was von dem, was er möglicherweise gewinnen könnte. Aber manchmal muss man einfach springen. Ich glaube, dass die Entscheidung für ein CI eine der mutigsten in meinem Leben sein würde. Genauso wie die dagegen.

Wenn ich versuche, mir vorzustellen wie mein Leben mit und ohne CI aussehen könnte, dann sieht das so aus.

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56 Antworten zu “Warum ich ein Cochlea Implantat haben will

  1. Hm, mit diesem Beitrag hätte ich jetzt nicht gerechnet. Obwohl es wiederum passt, denn wem fällt eine solche Entscheidung schon leicht? Gibt es für ein CI eigentlich einen günstigen Zeitpunkt, den man verpassen kann? Oder sind Alter, Grad der Schwerhörigkeit usw. egal? Kann man ein CI wieder entfernen lassen?

    Das Problem bei dieser Entscheidung ist bestimmt auch, dass kein Zwang in dem Sinne herrscht wie z. B. wenn man einen Herzschrittmacher oder eine künstliche Hüfte braucht. Da hat man keine andere Wahl. Kennst Du CI-Träger, die mit ihrer Entscheidung nicht glücklich sind?

    Vertrackt, sehr vertrackt. Ich wünsche Dir, dass Du die für Dich richtige Entscheidung triffst…

  2. Ich weiß nicht, ob dir das was nützt, aber ich kann an deiner Unentschlossenheit nichts Lächerliches finden. Von mir selbst weiß ich, wie schwierig viel weniger weitreichende Entscheidungen über neue Mobiltelefone, Autos oder sonstige Investitionen sein können. Ein solches Implantat spielt meiner Meinung nach noch in einer ganz anderen Liga. Mehr als meine dumme Bemerkung über Cyborgs und meine besten Wünsche für den richtigen Entschluss kann ich dir dabei aber auch nicht auf den Weg geben.

  3. Hi,
    das Du total verrückt geworden bist denkt glaube ich niemand, der sich auch nur annähernd mit der Thematik beschäftigt hat, wie es sein muss, irgendwo zwischen hören und nicht hören zu stehen.

    Im letzten Absatz schreibst Du, das Du die Gebärdensprache ja immer noch lernen kannst. Genau das würde ich auf jeden Fall _vorher_ schon beginnen. Vielleicht gibt genau das Dir die nötige Grundlage, um entspannter entscheiden zu können.

    Ich arbeite in der IT und muss für viele Systeme ein Ersatzsystem bereit halten. Wenn das Hauptsystem ausfällt kann ich sofort umschalten – alle können weiter arbeiten. Wenn auch mit dem Ersatzsystem nicht so performant, aber immerhin.
    Vielleicht gibt das Wissen, das die Gebärdensprache als bereits erlernte Fähigkeit als Notfallsystem funktionieren wird, eine größere Entspannung gegenüber all den Gedanken im Kopf die mit „was wäre wenn…“ beginnen.

    LG

    A.

  4. Hello,
    I would like to respond to these two extremely moving articles, and please forgive the English. Although my hearing is not so bad that I need a CI to communicate, one aspect really stood out for me, here:

    „Hinzu kommt, dass ich das Thaiboxen aufgeben müsste. Auch das mag lächerlich klingen, aber was ich dort tue ist mir über die Jahre zu einem ganz wichtigen Teil meiner Person geworden. Mit einem CI im Kopf wäre ich zerbrechlich.“

    This does not seem at all laecherlich to me, because I experienced something similar after a neck injury. After the ligaments in my neck were damaged where they connect to my spine, I changed from training about three hours a day to walking and physical therapy. It was hard to give up not just competitive water polo and swimming, but also to realize how many fun things I liked to do with friends involved sports: soccer, ultimate frisbee, softball, dance and so on. In addition the „zerbrechlich“ feeling drove me crazy. I became vulnerable to the slightest thing–an American guy putting on a shirt in a big swooping motion and accidentally backhanding me sent me back into a neck brace.

    Thus I can certainly understand why you wrote, you would feel two-times disabled with a fragile implant in your head. If, in addition to asking, „nochmal bitte“, you also would have to painstakingly avoid situations where the CI in your head might be jostled („please don’t kick the soccer ball near me“) AND give up activities that make up a key part of your identity–this would be a huge change. By no means do I mean, „and therefore do not get a CI.“ I just thought, the fact that you are an athlete is going to make your experience different from others if you get one. Taking this into consideration is not laecherlich at all.

  5. Wer über dich lächelt, weiß nicht wirklich um was es hier geht. Ich kann dich gut verstehen, mir geht es genauso.
    Ich kann dir nur wünschen, daß du die richtige Entscheidung für dich triffst und wünsche dir alles Gute und viel Glück.

  6. @Anfänger
    Ich arbeite auch in der IT und bin seit Geburt gehörlos, aber ich habe nie die Gebärdensprache gelernt. Redundanz ist auch ein Thema für mich, aber die habe ich mit dem Lippenablesen. 😉

    @not quite: Mir gefällt, dass Du Dich kritisch damit auseinandersetzt und Deine Gefühle pro und contra CI geschrieben hast.

    Es ist wahr – diese Erfahrung hatte ich vor Jahren auch einmal machen müssen: Entscheiden muss man selbst. Ich für mich habe jedenfalls die Entscheidung für das CI keine Sekunde bereut, auch nicht, dass ich keine Gebärdensprache kann.

  7. Diese beiden Postings zeigen sehr deutlich, wie schwierig diese Entscheidung letztendlich ist. Mein Tipp: Mache es nicht, bevor Du nicht hundertprozentig überzeugt bist, dass Du es wirklich willst. Ich habe auch bis zu diesem Zeitpunkt gewartet. Hätte ich es früher gewagt, wäre ich vermutlich von den ersten Höreindrücken enttäuscht gewesen, weil ich zu viel erwartet hätte.

    Was die Gebärdensprache angeht: Ich würde sie gerne lernen, aber nicht als Fallback, sondern weil mich Sprachen interessieren. Als Fallback ist jedoch Lippenlesen meines Erachtens wesentlich sinnvoller, denn ich kenne fast nur Guthörende, die ebenfalls keine Gebärdensprache beherrschen. Ich fürchte sogar, dass man mit Gebärdensprache im Alltag noch hilfloser ist.

  8. @Andrea, genau, dass es freie Wahl ist macht, es in gewissem Sinne schwerer. Unglückliche kenne ich persönlich nicht, es gibt sie aber. Zeitpunkt ist bei Spätertaubten glaub ich nur im Zushang mit allg. Lebenssituation und Plänen mehr oder weniger günstig (bei Kindern/Babies andere Diskussion, darauf geh ich hier nicht ein). Allerdings, sind junge Gehirne sicher etwas plastischer und lange Taubheit/fehlende Stimulation läßt den Hörnerv erlahmen=schlechtere Voraussetzungen. Man kann wieder entfernen lassen, ist aber weitere OP und man muss schon bißchen probiert und sich bemüht haben. Außerdem sind dann glaube ich die Strukturen im Innenohr weitgehend kaputt. „Testen“ geht also nicht und ich denke man entscheidet besser wenn man das ganze als endgültige Entscheidung behandelt. Lebenslänglich ist ja heutzutage auch nur 15 Jahre 😉

    Muriel, danke. Ich fände Cyborgsein auch wesentlich angenehmer wenn ich sexy wie Summer Glau würde dadurch und mich so bewegen könnte 😉

    Anfänger, auch danke! Ich denke ich werd mich bei nächster Gelegenheit daran machen. Gibts eigentlich ein Maß, wann die Kosten der Redundanzerhöhung ihren Nutzen übersteigen? 😉

    Elizabeth, danke! Gefühlsmäßig ist es ganz genau so. Allerdings muss man fairerweise sagen: Mit dem CI ist es wohl nicht ganz so schlimm wie eine Verletzung an der Halswirbelsäule. Sport ist immer noch möglich nur halt impact/contact eigtl nur mit richtig gutem Helm. Und beim Boxen ist halt impact am Kopf eines der Ziele.

    Übermama, danke!

    eyeIT, auch Dir danke! Lippenablesen, Handy mit großem Display und qwertz-Tastatur dabeihaben, was gibts noch an Redundanzstrategien? Achja, nicht alleine leben 😉

    Nikana, das ist genau was ich hier versuche. Mir sicher zu werden. Und es später, im Zweifel, nachlesen zu können 😉

  9. Oha – die Kosten/Nutzen lassen sich bei Redundanzlösungen meist schwer ermitteln.

    Es ist wie mit einem Backup. Das kostet immer wenn man es macht – und wenn man es nie braucht ist der Nutzen gleich null.

    Wenn man aber eines braucht und dann keines hat, wäre man plötzlich bereit wer weiß was zu bezahlen um eines zu haben. (Ein Königreich für ein Pferd…)

    Das Thema Redundanz sollte jetzt auch im Zusammenhang auf die pro/contra Entscheidung nicht überbewertet werden, sondern meiner Meinung nach nur etwas Entspannung in die Lage bringen.

    @eyeit
    Dadurch das Du seit der Geburt gehörlos bist, ist eine Gefaht der Hörverschlechterung bei Komplikationen ja auszuschließen. Noch weniger als nichts zu hören geht nicht. Aber bei quiet liegt die Ausgangslage etwas anders. Daher der Ratschlag ruhig vorher in etwas zu investieren – auch wenn es später nicht gebraucht wird.

    Als Administrator kann ich besser schlafen wenn ich weiß das mein Backup durchgelaufen ist – und ich es benutzen „könnte“ wenn ich es denn „bräuchte“. Ich könnte es auch komplett weglassen – und einfach nur hoffen das nie ein Datenverlust auftritt – allerdings hätte ich dann deutlich nervösere Einschlafphasen.

    Um diese möglicherweise zusätzliche „Entspannung“ ging es mir beim Vorschlag die Gebärdensprache jetzt schon zu lernen.

    Aber vielleicht bewege ich mich auch auf sehr dünnem Eis mit meiner Meinung – ich habe zwar gehörlose Freunde, bin aber selbst hörend – und das bringt schon allein so seine Probleme mit sich, bei dem Versuch sich in die schwerhörige oder gar gehörlose Welt hinein zu versetzen. Mangels eigener Erfahrung eben.

    LG

    A.

  10. Keine Sorge, ich bewerte Deine Bemerkung nicht über, nur als Hinweis auf eine pragmatische, vorausschauende Herangehensweise. Ich finde Deine Kommentare gut!

  11. Etwas zu dem was hier über Gebärdensprache gesagt wird: NQLB hat gesagt, dass er die DGS immer noch lernen kann, auch wenn er sich für ein CI entscheiden würde, Anfänger gibt die Empfehlung das vorher zu machen und Nikana sagt, sie fürchtet das man mit Gebärdensprache im Alltag noch hilfloser ist.

    Das alles muss jeder für sich entscheiden. Da kann ich und will ich auch keinen Rat geben.

    Was bleibt ist aber – und auch das ist kein definitives Pro, die Entscheidung muss jeder selber fällen -, dass an dem Punkt an dem man mit beruflicher, sozialer oder teils auch medizinischer Reha in Kontakt kommt es von Nachteil sein kann sie nicht zu können. Es gibt genügend Einrichtungen in diesen Bereichen, die insbesondere nicht gebärdenden Spätertaubten gerne unterstellen, sie könnten oder wollten ihre Taubheit nicht akzeptieren und das was diese Einrichtungen sagen hat oft bei Stellen die eine schwerwiegende Entscheidung über einen Lebensweg treffen können Gewicht. Das muss man aushalten können.

    Eine Art von Contra oder eher ein Vielleicht für das Lernen von Gebärdensprache ist, dass einem das nicht unbedingt Türen öffnet. Es ist nicht immer so, dass du das kannst und dann lassen die Gehörlosen mit sich kommunizieren. Das ist wieder die kulturelle Kiste, die diese Sprache auch von anderen Sprachen unterscheidet.

    Liebe Grüße

  12. @Anfänger
    Nun ja, da bewegst Du Dich durchaus auf dünnem Eis, aber es trägt Dich 😉
    Du sitzt auf einem Missverständnis auf, das aber nicht nur Dir passiert, sondern vielen anderen auch, mitunter auch Hörbehinderten selber. Gehörlos bedeutet nicht, dass man taub ist. Das, was Du meinst, ist Taubheit. Anders und vereinfacht ausgedrückt: Wer gar nichts mehr hört, ist taub. Wer noch sehr wenig hört, ist Gehörlos. Das heisst aber auch: Man kann Hörstürze haben 😉
    Aber ich gebe zu, das ist eine Haarspalterei.

  13. Salomea, hm, bedenkenswerte Punkte. Danke.

    eyeIT und anfänger, es ist ein bißchen so wie es für manche überraschend kommt, dass Schwarze auch Sonnenbrand bekommen können….

  14. Ich kann als Nichtbetroffener in der Sache nicht wirklich mitdiskutieren, doch die heutige Entscheidung, es jetzt doch zu tun, bestätigt mein Bauchgefühl in der Diskussion, dass ich genauso entschieden hätte. Lebensqualität im Sinne der weiteren Verfügbarkeit von Sinnen kontra der Individualität vice versa im Sinne von Selbstbestimmung zu Lasten persönlicher Präferenzen.

    So oder so bist Du über Deinen eigenen Schatten gesprungen und wenn ich mal wieder in Berlin, würde ich mich freuen, Dir einen versauten Witz zu erzählen. Den ich Dir im Kreise von ein paar Damen unbemerkt ins CI flüstere … 😉

  15. not quite like beethoven

    Oh, DAS freut mich sehr. 🙂 Die dreizeilige Zusammenfassung meiner Entscheidungsquälereien musste ich zweimal lesen bevor ich’s verstanden hab

  16. Hallo Alexander,

    also ich habe 42 Jahre mich mit Schwerhörigkeit rum gequält. Ein CI mit Restgehörschrottung habe ich seit letztem Jahr online. Obendrein auch noch einen nervenden Tinnitus – aber das juckt ehlrich geschrieben keinen. Mal ist es ein Wunder das CI, und dann weiß ich auch immer wieder welches Resthör mir die OP genommen hat. Ich bete, dass meinem anderen Restgehör nichts passiert. Und so fand ich es klasse, dass Du Dir viel Bedenkzeit einräumst.
    Nach knapp einem Jahr (am 31.7.2010) ist die OP ein Jahr her und ich versuche aus beidem das Beste zu nehmen: Das taube Ohr mit CI ergänzt das Restgehör.

    Grundsätzlich ist der Betroffene der jenige, welcher sagt, welche Hilfe er braucht!!!
    Kein Arzt, kein Sozialarbeiter usw., kein Amt usw.

    Netten Gruß aus Karlsruhe

    Carole Lafargue

    CI-SHG-KA

  17. Da sagst du mal wirklich was richtiges. Danke auch für die Rückmeldung. Wünsche dir alles Gute fürs zweite Ohr.

  18. Hallo, lieber Alex,

    nun sind noch mehr Zeit ins Land gegangen und ich kann in der Summe feststellen, dass ich mit dem CI und den sehr vielen Einstellungen seit 31.07.2009 schreiben kann, dass ich sehr anders höre mit dem diametralen Höreindrücken des CIs und des HGs. Beides zusammen machen jeden Tag das Beste draus und das ist schon die halbe Miete: Gute Einstellung und dann läuft es mit der Technik und seiner Handhabung zur Alltagstauglichkeit besser. Technik ist nicht alles und innere Stärke auch nicht aber die Combi machts: Ich bin trotzdem überzeugt, dass das CI dem Normalgehör nie nah kommen wird – aber das größte Wunder ist das taube Ohr, das mit Hilfe einer Hörprothese wieder Hörimpulse bekommen kann.
    Das erstaunt mich jeden Tag!
    Ab 2012 werde ich die CI-Selbsthilfegruppe, Rhein-Neckar übernehmen und freue mich auf die vielen neuen Eindrücke, die das Leben mit CIs Trägern mit sich bringt.

    Netten Gruss nach Berlin
    Carole aus Karlsruhe

  19. Freut mich zu hören, das klingt doch schonmal gut!

  20. Im vorhergehenden Thema „Warum ich kein Cochlea Implantat haben will“ wird jetzt gerade (im Februar 2012) viel geschrieben, aber es ist ja anfangs mal ein Eintrag von 2009 gewesen. Das ist eine Weile her!
    NQLB hatte damals das Für und Wider eines CI gegeneinander abgewägt. Dazu gehört auch dieser Eintrag „Warum ich ein Cochlea Implantat haben will“. Ebenfalls von 2009.

    Zwischen 2009 und 2012 ist viel passiert.
    Wer also die Ursuppe zum Thema CI diskutieren möchte, sollte auch neuere Einträge lesen, die sich um Erfahrungen mit dem CI drehen. Oder auch ganz andere Themen behandeln … 😉

    (Kleiner Hinweis von The Herbergsmutter Butzky, weil der Beethoven wohl gerade keine Zeit hat …)

  21. Danke Dir. Wobei ich mich echt geschmeichelt fühle, dass Du meinst, man müsse nur hier im Blog lesen und habe sich dann damit gleich die Ursuppe zum Thema CI erarbeitet.

  22. Genau das ist wichtiger Aspekt. Wer möchte, kann meine neuste Erfahrungen mit Implantat in meinem Kopf nachlesen. http://treenet.ch/Stille
    Auch dort würde ich mich über Kommentare und Beiträge freuen.

  23. Tschuldige, ich stehe gerade auf dem Schlauch. Was genau ist ein wichtiger Aspekt?

  24. Hallo und guten Tag.
    Ich habe im Oktober 2012 die Empfehlung zum CI bekommen und bin daraufhin beim Informationen suchen auf diese Seite gestoßen.
    Ich bin seit 5 Jahren rechts Taub, aufgrund einer Überanstrengung ist mir das Innenohr ausgelaufen. Das Ohr war nie so richtig in Ordnung und ich hatte nach 3 OPs ein Hörgerät und das Ohr wäre sowieso irgendwann ausgestiegen.
    Links habe ich ohne Hörgerät noch 50% doch hat eine Kernspientaufnahme eine Verkalkung festgestellt die mich über kurz oder lang Taub werden lässt. Da ich dieses auch rechts auf der Tauben Seite habe musste ich mich Kurzfristig ( 3 Monate ) dazu entscheiden da sonst die CI Electrode nicht mehr durchpasst ob ich eins möchte oder die Gefahr laufen möchte mit der Otosklerose Taub zu werden.
    Da ich erst 45 Jahre alt bin und Ehrenamtlich in der EV. Kirche Tätig bin und dort nichts mehr mitbekomme und auch immer der erste bin der nachhause geht habe ich mich für das CI entschieden.Auch ist es mir zu viel immer nachzufragen wenn ich etwas nicht verstehe.
    Die Anpassung wird in München Großhadern sein. Dort habe ich mit etwa 10 Menschen geredet die schon ein CI haben und bis auf eine Frischoperierte sind alle hochzufrieden.
    Es heißt dass man Logopädische Hilfe braucht um das Hören neu zu erlernen. Ich Antworte immer auf die Frage: Wir hört man mit einen Hörgerät- -So als ob man Telefonieren würde.Ich denke so wird es mit den CI auch sein. Ein wenig Cyborg
    Ich hoffe das ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Die OP ist am 2.April 2013.
    Kann mir jemand , der die Op schon hinter sich hat(schonungslos) sagen ob es sehr weh getan hat nach der OP, wie lange man einen Verband tragen musste und ob man wirklich nach 3 Wochen wieder einigermaßen fit ist um seinen Handwerksberuf auszuüben.
    Ich würde mich sehr über Antworten freuen und diese auch beantworten.
    Danke .

  25. Erstmal: Für mich klingt es wie eine gute Entscheidung, Deine nüchterne Sichtweise finde ich auch sehr passend. Meine Erfahrung ist übrigens, dass man nicht unbedingt logopädische Hilfe braucht. Man muss/sollte in den ersten acht Wochen ein bißchen üben, aber das muss nicht unbedingt Termine beim Logopäden beinhalten. Kommt ein bißchen auf einen selbst und die Vorlieben an. Mein Mittel der Wahl war jeden Tag eine Episode irgendwelcher Fernsehserien mit Untertiteln zu gucken (ab und zu anhalten, Stellen mehrfach hören und verstehen wollen inbegriffen: aha, so klingt dies, so klingt jenes). Das war für mich jeden Tag eine Stunde Spaß und Üben in einem.
    Zu Deinen Fragen: Soweit ich weiß, ist das sehr unterschiedlich. Bei mir: Kein Schmerz, den man nicht mit Aspirin in den Griff gekriegt hätte und das auch nur ca 4 Tage. Ca 10 Tage zuweilen unangenehm beim Schlafen auf der Seite wo operiert wurde. Verband 1 Woche (aber nach 3 Tagen nur noch ein leichter). Und nach 3 Wochen war ich wieder fit, ja.

    Viel Glück und Erfolg!

  26. @Arwed – da ist bestimmt Audiotherapie statt Logopädie gemeint. Das passt für mich besser zum Thema ’neues Hören lernen‘ – und ist vielleicht auch Bestandteil der Reha-Maßnahme nach einer CI-Operation. Darüber sollte die Klinik informieren. Wünsch dir viel Glück und schöne Hörerfolge.

  27. @Arwed: Deine Fragen kannst du wirklich gut mit der Klinik klären, also auch die ganze Nachsorge nach der OP. Die Kliniken haben ein Programm zur CI-Versorgung und Anpassung, ist ja längst nichts Neues mehr.
    😉

    Mitterweile ist die OP „minimal-invasiv“, also sehr schonend. Man ist schnell wieder fit, ich konnte wenige Stunden nach der OP schon wieder aufstehen. Aber Vorsicht mit körperlicher Anstrengung!! Die ersten 2-3 Wochen nach der OP solltest du wirklich alles sehr langsam und ruhig angehen. Später kannst du bis ans Lebensende wild herumtoben, aber in den paar Wochen direkt nach der OP darf der Körper seine Heilungsarbeit in Ruhe zuende bringen. (Manche sind so doof und machen ein Rekordspiel daraus, wie schnell sie wieder herumgelaufen sind. Das ist extrem blöd, denn es kann Folgeschäden durch Blutgerinnsel im Ohr geben oder eine Entzündung oder Wundheilungsstörung.)

    Schmerzen sind direkt nach der OP nicht zu spüren, nur ein Druckgefühl oder leichtes Ziehen. Man schläft auch noch viel am ersten Tag. Es kann aber manchmal zu Schwindel oder Tinnitus kommen, der sofort in der Klinik behandelt wird. Ich durfte nach ca. 5 Tagen nach Hause, konnte den Verband nach ca. 8 Tagen abnehmen und ganz vorsichtig Haare waschen. „Fäden ziehen“ war dann 2 Tage später. Es ist alles ein Klacks gegen eine Mandel-OP, aber der Kreislauf ist noch eine ganze Weile schlapp und die frischen Öffnungen im Knochen müssen erst abheilen. Also alles ganz langsam angehen. Lieber 2 Tage länger Pause, als zu früh herumhüpfen.

    Die frischoperierte Stelle fühlt sich noch lange ziemlich fies an, man mag sie nicht gern anfassen. Aber auch das normalisiert sich im Laufe der Jahre 🙂

    Alles Gute, wirst sicher davon profitieren und wieder besser hören!

  28. Nochmal übersichtlich:
    Ich war ca. 5-6 Tage in der Klinik, danach 14 Tage krank geschrieben. Dann wieder leichte Büroarbeit im Sitzen. Man ist aber noch wabbelig und hat nur „halbe Kraft“. Je nach Beruf musst du vorsichtig sein bei: Schwerem Heben, gebücktes Arbeiten mit Kopf-nach-unten (gar nicht gut) und Balancieren auf Gerüsten o.ä. (Gleichgewicht kann leicht lädiert sein).

    Aber in der Regel reichen 3 Wochen insgesamt, die man aus dem Beruf raus ist. Im Einzelfall: ARZT fragen!

  29. Vielen Dank an alle die auf meine Frage geantwortet haben und es noch tun wollen. Ich habe mir die Entscheidung nicht so einfach gemacht ob ich die OP wage oder nicht da es ein ziemlicher Eingriff in meine Persönlichkeit ist .Ich wollte Zocken und darauf warten ob es in ein paar Jahren etwas besseres gibt .Doch ist die Gefahr zu ertauben mir zu hoch.
    Anfangs dachte ich mir : jetzt kannst du dich entscheiden zwischen Pest und Cholera. Doch mittlerweile Weiß ich das das albern ist und es jeden beleidigt der ein CI hat. Ich habe nur Menschen mit CI kennen gelernt ( auch Ältere die es schon länger haben ) die sehr selbst bewusst damit umgegangen sind und es Ihnen geholfen hat.
    Ich war vor 2 Tagen bei der VOG Prüfung ( Gleichgewicht) was mich ziemlich mitgenommen hat und es mir ziemlich schlecht geworden ist. Doch dies ist laut Aussage der Klinik ein sehr gutes Zeichen das das Gleichgewicht funktioniert und das das CI klappen wird. Vielen Dank für eure Antworten über den Heilungsverlauf nach der OP. Seit heute geht es mir wieder besser und ich kann meinen Weg zum CI in Ruhe gehen da ich jetzt auch weiß was nach der OP auf mich zukommt.Nein ich werde nicht auf den Gerüst herumturnen… Ich bin in einer Werkstatt und stelle Holzspielwaren her und habe ganz toll vor auf mich aufzupassen und mich zu schonen und werde gerne an dieser Seite mit weiterschreiben um auch anderen suchenden eine Entscheidungsfindung zu geben.
    Ich danke vor allen meiner Frau und meinen Sohn für die Unterstützung in dieser Zeit.

  30. Hallo und guten Tag.2 Monate nach der OP möchte ich einen Zwischenbericht Liefern. Die Op ist gut verlaufen und ich war nach zirka 5 Wochen wieder fast der alte. Die erste Anpassung war vor 2 Wochen, also knapp 6 Wochen nach der Op. Ist schon sehr eigenartig das Elektrische Hören. Momentan kommen Hauptsächlich Geräusche an. Beim Sprach Verstehen war ich bei den Einsilbern bei 45% ,was gut sein soll. Die Eingewöhnung zum Tragen war ein Kinderspiel. An angenehme Dinge gewöhnt man sich schnell, da das Ci mich jetzt schon beim Hören unterstützt. Einzig die Narbe die bei mir zwischen Ohr und Kopf ist schmerzt nach einen langen Tag durch das Gewicht des Prozessors. Ich kann jetzt schon sagen das ich diesen Schritt nicht bereut habe und freue mich darauf mehr zu Hören und zu verstehen. Kann mir jemand sagen ob man in 3 Monaten schon auf 80% Hörvermögen kommen kann? Ich befolge die Tipps der Klinik und Höre viel mit und ohne Kopfhörer was sich bei mir so ungefähr anhört als ob Terminator am Telefon ist. Danke für die Antwort.Liebe Grüße von Arwed.

  31. Das mit der Narbe wird sich vermutlich noch verbessern, also kannst Du guten Mutes sein. Wieviel Prozent Sprachverstehen man in drei Monaten erreichen kann, ist sehr unterschiedlich. 80 könnten schon sein, aber falls nicht, ist das auch kein Grund zur Sorge. Ich denke, eine Bilanz macht frühestens nach sechs Monaten Sinn.

  32. Danke für die schnelle Antwort. Ja ich weiß ich bin zu ungeduldig. Ich denke das das Hören auch ohne viel Trainieren kommen wird und werde mich da nicht hineinsteigern und es so nehmen wie es kommt. Melde mich in einen halben Jahr mit meinen Erfahrungsbericht.

  33. Hallo und Guten Tag. Der Blog hat sich anscheinend Totgelaufen da keiner mehr schreibt.
    Ich bin nun 15 Monate mit meinen CI unterwegs und möchte euch berichten wie es ist. Messtechnisch liege ich bei 85% Sprachverständlichkeit. Objektiv beim Fernsehen wenn ich mein Hörgerät ausschalte und nur mit CI Höre ist es gefühlt weniger und am Ton muss noch gearbeitet werden. Zusammen mit meinen Hörgerät ist es Perfekt und nur noch bei Tischgesprächen mit der CI Seite etwas Schwierig .Ich habe ziemlich intensiv Hören gelernt da ich einfach er geizig bin. Nach 6 Wochen Erstanschaltung habe ich mir eine Bluetooth Freisprecheinrichtung von Humantechnick ( CMBT2) gekauft wo ich dann pro Tag anfangs eine, jetzt bis 3 Stunden am Tag Musik und Hörspiele über das Handy höre. Zusätzlich habe ich 25 Logopäden stunden gemacht . Nach der vierten Anpassung vor 3 Monaten (1 Jahr nach Erstanschaltung) höre ich mittlerweile so gut das ich so auch damit Telefonieren kann. Im Alltag komme ich gut zurecht und werde sehr selten komisch angesehen, was mich aber auch nicht stört. Ich kann diesen Schritt zur OP nur empfehlen wenn ihr am Leben teilnehmen wollt. Es ist aber ganz wichtig das ihr übt und den Technicker der euch dann einstellt auch sagen könnt wo ihr Probleme habt. Dazu ist es wichtig das ihr Hörtraning beim Logopäden macht, der euch dann Fachlich richtig sagt wo es noch nicht ganz klappt. Ich wünsche allen eine Gute Zeit.

  34. Danke für das persönliche Fazit!

  35. Hallo alle zusammen,
    stimmt, es ist recht still geworden hier im Blog, liegt aber wahrscheinlich an der Ferienzeit, der Hitze oder was weiß ich sonst noch….
    toll für Dich arwed, dass Du schon nach 15 Mon. telefonieren kannst u. offensichtlich rundum zufrieden bist… Daraus schließe ich, dass Du noch allerhand Restgehör hattest u. wie bei vielen anderen, die ich kenne zusätzlich noch das Hörgerät nutzen kannst.
    Bei mir sieht das schon bissel anders aus, nach fortschreitender Ertaubung beiderseits (ca. die letzten 10 Jahre = null) habe ich nun seit 3 Jahren 1 CI links, rechts taub…
    Bin allerdings ca. 20 Jahre älter, aber ich muss sagen, selbst nur einseitig wieder fast alles zu verstehen ohne zu verzweifeln (nahe genug war ich dran!) ist schon ein Segen…. Und wie Du schon sagst, ohne Üben geht nix u. dass mache ich immer noch, z.Zt. Telefontraining mit scala 2 wo ich dann auf MT oder T stelle u. den Ansagen lausche….habe Tranings-CD´s angeschafft, horche in Hörbücher rein usw.
    Aber was für mich sehr wichtig ist, auch mal nicht dauernd dran zu denken
    u. was anderes machen worauf ich dann selber auf mich stolz bin, aber hier müßte ich jetzt einen nächsten Kommentar verfassen, z.B. zum „Kompromiss…“ oder „die nerven die Schwerhörigen“ …da passt es schon, dass ich es geschafft habe, dass mein lieber Mann endlich die „Taube Nuß“ liest … Bestes Schwerhörigenbuch weit und breit!!!
    Schönen Sonntag Euch allen und bewegt Euch

  36. Ich glaube, etwas anderes zu machen, aus dem man Stolz und Stärke zieht, wird leider völlig unterschätzt. Unglaublich wichtig, das. Und danke für das Buch-Lob. : )

  37. Huhu nqlb,
    und auch hier ein kleiner commi: ein Balsam für meine Seele der Beitrag ganz oben, denn genau die Überlegungen führten mich zur Entscheidung für das CI. Erst durch richtige Auseinandersetzung mit der Realität wurde mir selbst erst bewusst dass ich
    – nicht mehr telefoniere (außer im Beruf, und was mich total schlaucht)
    – zu keine Stammtisch, keiner Betriebsfeier geh, Überall die Erste bin die geht,
    – ich mir vorkomme wie eine alte Griesgrämmin, weil meine HGs „Krach“ so schön laut machen aber Sprache nicht mehr verständlicher zu kriegen ist.
    – geschockt feststellen musste, dass ich im Kindergarten meiner Tochter total genervt war von all dem „blöden Kinderlärm“, der noch vor ein Paar Jahren in meinen Ohren eher was sehr Positives gewesen wäre… usw. DAS bin ich NICHT, ich liebe Kinderlärm eigentlich.. oder liebTE ihn…

    Ich glaube der Körper und die Psyche kompensieren lange Zeit ganz gut, aber irgendwann gibt es eine Grenze wo es kippt ins Negative, und diese Grenze ist so schleichend wie eine Sucht auch einen befallen kann und plötzlich merkt man man ist im „LOCH“ und fragt sich,warum man das vorher nicht gemerkt hat…

  38. Durch Zufall bin ich an diese Seite wieder erinnert worden, weil da neue Nachrichten auf meine emailseite kommen.
    Ich selber bin an Taubheit grenzend schwerhörig, aber ich lehne für mich CI ab. Erstens habe ich angst vor jeder Art von OP und dann gibt es ja auch noch die Gebärdensprache, wenn ich nix mehr hören sollte.
    Klar, mit meinem Mann, er ist hörend und körperbehindert/Spastiker ist es dann schon schwieriger, aber das lassen wir rankommen.
    Es stimmt schon, mit den Jahren verliert man an Spannkraft,man kann nicht mehr so lange um Verständigung kämpfen und ist schneller erschöpft.
    Daher war ich froh, dass neulich bei einem Seminar in Duisburg zwei Schriftdolmetscherinnen dabei waren. Obwohl es diese schon lange gibt, sind sie aber noch nicht so bekannt.
    Gruss Dorena

  39. Hallo Nqlb und alle die hier noch aktiv schreiben,

    ich habe jetzt Dein Buch gelesen und stöbere viel im Blog und es hilft mir mein Verhalten, aber auch das Verhalten der Menschen um mich herum zu verstehen.
    Ich brauche meine Ohren, denn ich bin Unternehmensberaterin und die Menschen und Unternehmen denen ich helfen will, wollen erst einmal dass ich zuhöre. Wenn ich sie verstanden habe ist das die dreiviertel Miete und wenn ich dann noch Tipps habe, dann lieben sie mich. So war das zumindest mal. 2005 fing es an, wenn mein Freund im anderen Zimmer etwas sagte, kam bei mir oft nur ein Brei an und Filme stellte ich so laut, das ich mich jedes Mal erschrak sobald eine Melodie gespielt wurde. 2007/8 dann die ersten Hörgeräte und seitdem ging es rapide bergab. Links bin ich seit 3,5 Jahren mehr oder weniger taub und rechts bin ich nun seit einem Jahr an Taubheit-grenzend schwerhörig. Und, auch wenn ich mir das nicht vorstellen konnte. Es wird noch schlechter. Absurderweise kann ich rechts mit dem Samsung S5 relativ gut telefonieren (also ich verstehe dann tatsächlich so um die 60-70%) mit Hörgeräten (Naida UP5beidseitig) in der realen Welt ist das nur noch ein Traum (ich komme mit Hörgeräten auf ein Sprachverständnis von 45% bei den Tests). Ich kapsele mich ab. Bei Silvesterpartys stehe ich außerhalb und schaue zu. Das toben der Kinder nervt mich endlos und ich bin total schnell gereizt. Meinem Mann geht es auch so mit mir. Er redet quasi kaum noch mit mir, da es ihn zu anstrengend ist alles zu wiederholen.

    Jetzt habe ich mich für ein CI links entschieden und will das durchziehen sobald es meine Familien- und Jobsituation erlaubt (ich habe erst vor 6 Monaten das Unternehmen gewechselt und habe Zwillinge, knapp über 2 die ich jeden Tag um mich habe und haben will).
    Jetzt gibt es eine Fülle von Informationen im Internet, aber die helfen mir nicht so richtig. Wie hab ihr den Hersteller ausgewählt? Wo kann man objektive Erfahrungsberichte herbekommen? Wie sieht das einstellen und die Trainings nach der OP aus (wo geht man „auf Kur“ oder ist ein Training vor Ort doch besser? Wo sind in Berlin die besten Anlaufstellen für die ganzen Fragen? Hat jemand von Euch Erfahrungen mit dem BBCIC? Welche Klinik ist gut (am besten in Berlin, aber ich gehe auch in eine andere Stadt)?
    Vielen Dank und viele Grüße, Tina

  40. Hallo Tina, das sind sehr viele Fragen, die am besten eine Selbsthilfegruppe beantworten kann. Meld Dich doch mal bei Maryanne Becker http://www.hcig.de/startseite/informationen/selbsthilfe/ci-informationen/

  41. Hallo nqlb,
    vielen Dank für die schnelle Nachricht. Die Seite ist super und ich melde mich bei Marianne Becker. Ich halte Euch up-to-date mit meinen Erfahrungen.
    Mein Mann hat mich gestern überredet, dass wir mit den kindern zumindest bruchweise Gebärdensprache lernen, jeden Tag ein paar Worte… mal sehen wie sich das entwickeln wird und ob wir das dann noch brauchen wenn ich das CI habe. Zumindest können wir dann eine Art „Geheimsprache“
    Viele Grüße, Tina

  42. Hallo Tina, es schreibt Dir die Tine, die nur mit einem CI-Ohr (rechts leider voll taub) endlich elektrisch hört, was zur angenehmen Verständigung bzw. Unterhaltung „gehört“. Bei mir hat es 4 Jahre gedauert u. es hat sich gelohnt, aber man darf sich nicht entmutigen lassen u. immer wieder alle Möglichkeiten wahrnehmen. Und ein bissel Gebärdensprache lernen mit den Kindern ist klasse, Kinder sind so schön unvoreingenommen…(also Gebärdensprache ist schwer zu lernen, aber lautsprachbegleitende Gebärden – das geht schon irdendwie)
    und dann war es bei mir so, dass ich von Anfang an meiner Ertaubung
    (U.das ist mittlerweile über 20 Jahre her) versucht habe von den Lippen, Gesichtsmimik, Augen abzusehen. Du glaubst gar nicht was Dir Dein Gegenüber darüber alles mitteilt……
    was Klinik, CI-Modell, Nachsorge usw. betrifft bin ich gespannt, was Dir
    Dir die Berliner Selbsthilfegruppe empfiehlt. Ich habe Med.El Opus2, bin sehr zufrieden.. da leichte Handhabung z.B der Fernbedienung u. das „Ding hinter dem Ohr“ nicht so groß . .
    Und denke auch daran, Papier ist geduldig (damit meine ich die Superhochglanzprospekte, die alles versprechen….)
    Aber Du bist noch jung und hast allerhand Restgehör, da wird es mit dem Eingewöhnen sicher schneller gehen, vielleicht könntest du auch beide Ohren machen lassen…
    So,mehr schreibe ich erstmal nicht das beste diesbezügl. steht sowieso in der „Tauben Nuss“
    Alles Gute Tine

  43. Tine, vielen Dank! Ich habe Kontakt zu Frau Becker aufgenommen und werde eine Infoveranstaltung zum Thema CI besuchen und dann mit Klinik und Reha-Zentrum sprechen. Frau Becker hatte tolle Tipps.
    Währenddessen fange ich gerade mit meinen beiden Mädels an Gebärdensprache zu lernen. Ganz einfache Dinge, aber sie haben ihren Spaß daran.
    Und ich teste für Termine und Meetings gerade FM Anlagen. Hier bin ich noch etwas überfordert. meine Akustikerin behauptet nur Phonak wäre vernünftig. Nur bin ich mit den Roger Pen von Phonak so gar nicht zufrieden. Mh!
    Was das CI angeht so habe ich großen Respekt davor wie das wohl sein wird wenn meine Mädels ordentlich Krach machen, was sie im Moment unablässig tun. Das ist wirklich der einzige Punkt in dem ich froh bin nicht normal zu hören… Ich finde das mit Hörgeräten schon unerträglich laut. Aber die kann ich leise stellen.
    Ich halte Euch auf dem laufenden wie meine Entscheidungen aussehen und wo der Weg hingeht. Aber das heute so und morgen so, kann ich echt bestätigen. Wenn ich sonst immer so unschlüssig wäre, dann würde ich wohl noch in meiner alten Heimat auf dem Dorf sitzen und warten dass was passiert…
    Viele Grüße, Tina

  44. Martina Meyer-Hinsenbrock

    Hallo Tina,
    ich habe seit 6 Monaten ein CI und bin sehr zufrieden. Lärm ist mit dem CI viel besser zu ertragen als mit Hörgeräten.

  45. Danke Martina, darf ich fragen welchen Hersteller Du ausgewählt hast? Mein OP Termin ist am 10.3. und ich kann mich noch nicht so recht entscheiden…
    Viele Grüße Tina

  46. Ich habe ein Implantat von MEDEL und ich werde das zweite Ohr auch mit einem Implantat von MEDEL versorgen lassen. Da Das Restgehör bei der OP erhalten werden sollte kam nur Cochlear oder MEDEL in Frage.

  47. Habe auch MedEl, war eine Bauchentscheidung, das Implantat sah für mich sympathischer aus – weniger wie ein Eindringling 😉 Und die Broschüre des Herstellers fand ich auch ansprechender, sah nicht so nach Hochglanzwerbung aus, die irgendeine glorreiche Zukunft verspricht.
    @Martina: Bei mir ist nach der OP vor über einem Jahr kein nennenswerter Hörrest erhalten geblieben, wie ist das bei dir?

  48. Lieben Dank Euch beiden. MedEl finde ich auch sympathischer und weniger als „Eindringling“ das ist gut beschrieben…im Bekanntenkreis kenne ich allerdings hauptsächlich Cochlear träger, deshalb schwanke ich hin und her. Ich informiere Euch wo ich dann letztendlich gelandet bin…

  49. Das stimmt, bei mir ist auch nicht viel Hörrest vorhanden. Das ist bei dem noch nicht operierten Ohr aber auch so. Dort ist das Hörvermögen auch schlechter geworden.

  50. Hallo zusammen. Ich melde mich mal wieder. Vier Jahre mit Medel Implantat. Das Hören ist sehr gut geworden. Ich habe eine Seite mit Hörgerät und ein restgehör um die 50%. Mit beiden Geräten höre ich nun 85% was recht gut sein soll. Vor der Op war ich 5 Jahre rechts taub durch einen Unfall. Im Herbst ist mein Prozessor kaputt gegangen durch wahrscheinlich schweiss. Da ich Handwerker bin komme ich da öfter mal ins schwitzen und man denkt nicht immer gleich an den Neoprenschutz. Das Sonet was wasserfest ist habe ich getestet und als super entfunden. Leider wollte die Krankenkasse nicht zahlen.
    Seit 4 Wochen habe ich Schmerzen und wollte von euch wissen ob ihr da Erfahrung habt. Im Kopfbedeckung wo die Elektrode verläuft ist es etwas dicker wie normal und es fühlt sich an als ob einer drauf drückt. Im Spulenbereich ist alles Normal. Termin in der Klinik habe ich in einer Woche.
    Ich habe etwas Angst das mein Körper was abstoßen will. Hat jemand ein Idee.
    Vielen Dank für die Antworten.
    LG Arwed

  51. Doofe Worterkennung . Kopfbedeckung soll Kopfbereich heißen

  52. besterger

    Hallo Arwed,
    Abstoßung sicher nicht, aber das klingt als könnte sich vielleicht etwas entzündet haben. In den allermeisten Fällen nichts Schlimmes. Wenn die Schwellung/Schmerzen groß sind, würde ich die klinik fragen, ob Du nicht etwas schneller vorbeikommen kannst, sonst einfach den Termin abwarten.
    Grüße
    Besterger

  53. Danke Besterger. Termine in Großhadern/ München sind ein kraus. Da geht es zu wie im Arbeitsamt mit 2 Mal Nummern zum Warten ziehen. Ich habe da mal schon 8 Stunden verbracht obwohl ich einen Termin hatte. Ich warte lieber auf nächsten Montag und nehme meinen Termin in der Innenstadt München war. Ich habe jetzt einen Tag das CI weggelassen und den schwächsten Magneten genommen. Habe den Eindruck das es minimal Besser geworden ist. Ich schreibe euch nächste Woche was los war. Liebe Grüße

  54. Hallo zusammen. Jetzt sind es doch 3 Monate geworden das ich schreibe. Ist auch nicht viel besser geworden mit den Druckschmerzen. In der Klinik hatten sie nur die Empfehlung zu einer Narbensalbe damit die Haut weicher wird. Ich hatte Anfang August 3 Wochen Urlaub wo es weniger schmerzhaft war im Kopfbereich um das CI. Die Vermutung von mir und den Professor ist das mein Gehörschutz den ich in der Arbeit teilweise bis zu 5 Stunden tragen muss um mein linkes Ohr zu Schützen zusehr aufs Ci drückt obwohl ich den Kapselgehöhrschutz ausgespart habe das er nicht zu sehr auf den opus2 Drückt. Das Sonet ist kleiner und würde weniger mit den Gehörschutz auftragen den ich brauche weil ich im Ci eine stummschaltung habe wo nur das Telefonläuten über Bluetooth durchkommt weil ich erreichbar sein muss.
    Meine Frage an euch ist nun: Hat jemand Erfahrung wer an die Krankenkasse das schreiben aufsetzt mit der Schilderung zum Sonet Wechsel mit 4 1/2 Jahren tragedauer. Ich habe ja schon eine Absage wegen schwitzwasser weswegen ich da etwas ratlos bin. Ich hatte diese Woche schon wiedermal einen Ausfall mit oxydierten Kontakten.
    Danke für eure Kommentare

  55. Mit einiger Verspätung sehe ich dies: Das mit dem Gehörschutz klingt plausibel. Aber der Sonnet ist meines Wissens nach nicht kleiner als der Opus2. Vielleicht etwas anders geformt. Hast Du probiert ob es mit dem Sonnet besser ist? Du musst sowieso probetragen und damit das Hövermögen messen lassen. Mit den besseren Werten oder Schmerzfreiheit argumentierst Du dann in Deinem Brief an die KK.

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