I’m a Cyborg, but that’s OK

Na, das ist ja mal genau der richtige Film für mich jetzt nach der OP. Der Computer in meinem Kopf, der bald mein linkes Ohr ersetzt, ist so groß wie eine halb aufgerollte Lakritzschnecke. Und teurer als ein Mini Cooper. Keine eingebauten Waffen, leider. Und auch kein direktes Interface zum Bloggen. Ist nach wie vor alles Handarbeit 😉

Der Film ist gut, so eine Art Amélie in der Irrenanstalt, sehr asiatisch. Guckt den mal an. [trailer]

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20 Antworten zu “I’m a Cyborg, but that’s OK

  1. Was fuer gute deutschesprachefaehigkeit 🙂

  2. Ähm, wie meinen, Elizabeth?

  3. Und, wie fühlt es sich an? Wie ist das Hören? Funktioniert es denn schon?

  4. @Nina: Es wird noch 4 Wochen dauern bis zu seiner Anpassung, dann kriegt er den Sprachprozessor, der außen hinter dem Ohr getragen wird.

    Erstmal muss ja die Narbe in aller Ruhe verheilen und das Implantat vom Körper akzeptiert werden, bevor da Strömstöße durch die Gegend geschickt werden können.

  5. Danke für den Filmtipp, das sieht sehr interessant aus. Nun muss ich nur noch herausfinden, wo man den herkriegen kann.

    Zum Thema Cyborg: Mittlerweile lagern wir alle so viel Gedächtnis- und andere Arbeit in Rechner aus, dass man nicht mehr Hardware im Körper haben muss, um ein Cyborg zu sein. Mancher Zeitgenosse wäre auch ohne externe Hardware nicht mehr lebensfähig ;-). Du bist also nicht allein!

  6. I like it: „Mittlerweile lagern wir alle so viel Gedächtnis- und andere Arbeit in Rechner aus, dass man nicht mehr Hardware im Körper haben muss, um ein Cyborg zu sein.“ Stimmt stimmt.

    @ NqlB, Es faellt mir immer auf, wenn Filme nicht in Deutschland stattfinden, trotzdem sprechen die Charakters perfektes deutsch. Zum Beispiel, wenn der Film auf einem Bauernhof in Arkansas gedreht wird („Walk the Line“), oder in South Central LA mit schwartz und hispanic Gang Members–oder doch in Asia. Ich stelle mir vor, die Crips and Bloods haben alle Kursen beim lokalen Goethe Institut gelegt.

    Der Film sieht cool aus. Das Original „The Ring“ aus Japan ist auch sehr gut.

  7. Nina, es ist genau wie Jule sagt (danke fürs Antworten!). Wobei ich eher sagen würde, dass mir ein Sprachprozessor angepaßt wird als dass ich angepaßt werde.

    Christian: Die Beobachtung mit dem Auslagern ist zwar richtig, aber „dass man nicht mehr Hardware im Körper haben muss, um ein Cyborg zu sein“, dem muss ich widersprechen. Ich will mich nicht interessant machen (oder allenfalls ein bißchen), aber wenn man das alles Cyborgs nennt (wie es gewisse Kulturtheoretiker tun) dann braucht man den Begriff nicht bzw. es ist nur eine „coole“ Art zu sagen, dass der Mensch Werkzeuge und Hilfsmittel benutzt und sich natürlich zu einem gewissen Grad auch davon abhängig macht, wenn er sich an die Benutzung gewöhnt. Dann sind alle Cyborgs und der Begriff bezeichnet nix Besonderes mehr. Ich würde ihn für den softwaregesteuerten aber eben auch unter die Haut gehenden, dauerhaften Ersatz von Körperfunktionen reservieren (die dann dadurch selbstverständlich auch ausgebaut werden können). CIs und Herzschrittmacher zB. Nicht: künstliche Gelenke, Notizblöcke, Mobiltelefone, Laptops, blogs, twitter etc.

    Elizabeth, ah verstehe. Tja, das Wunder der Übersetzung. Wobei man, wenn man Deinen Einwand strikt nimmt, sich ja auch wundern müsste, dass Charaktere in Büchern mitübersetzt werden und die Landessprache des Lesers sprechen.

    Bin ich heute überkritisch, dass ich an allem was auszusetzen habe? 😉

  8. Vielleicht habe ich etwas überspitzt formuliert, aber für mich haben die Werkzeuge schon eine neue Ebene erreicht: Ein Hammer oder eine Dampfmaschine sind für mich doch noch etwas anderes als ein Rechner als externes Gedächtnis, Simultanübersetzer (per Spracherkennung) oder ähnliches. Klar: Auch ein Lexikon ist ein „externes Gedächtnis“, aber bei der Konfigurierungsfähigkeit und der Geschwindigkeit von Rechnern heutzutage ist doch ein anderes Level erreicht, finde ich. Ob dann zum Beispiel das Übersetzungsprogramm als internes Gerät auf Nervenimpulse reagiert oder eben als externes Gerät auf meine „Audio“ausgabe ist da eher eine technische Interfacefrage für mich.

    Wobei das Ganze natürlich zwar hochinteressante, aber theoretische Gedanken sind. So ganz praktisch ein für das Überleben wichtige Gerät im Kopf mit sich zu schleppen, für Batterien etc. sorgen zu müssen – dass sich das komplett anders anfühlt als einen Rechner zu bedienen, kann ich verstehen.

    Vielleicht tue ich mir mit dem Begriff „Cyborg“ deshalb so schwer, weil ich damit eher die Dinge verbinde, die ich am Rechner tue, als die lebenserhaltenden Funktionen, wie sie z.B. Herzschrittmacher haben.

  9. Schön, dass Du dich nochmal meldest 🙂

    Mir geht es vor allem um die Selbststeuerung der Technik, also dass man sie nicht im engeren Sinne „bedient“. Und um die Feedbackschleifen zwischen organischem und technischem System, ob und wie die gekoppelt sind.

    „Ob dann zum Beispiel das Übersetzungsprogramm als internes Gerät auf Nervenimpulse reagiert oder eben als externes Gerät auf meine „Audio“ausgabe ist da eher eine technische Interfacefrage für mich.“

    Interessanter Fall! Um von einem Cyborg zu sprechen, würde ich sagen, müsste das Übersetzen automatisch und selbständig, eben kybernetisch, selbstregulierend funktionieren, so dass man nur den Output des Übersetzungsprogrammes wahrnimmt (oder diesen ausgibt, wie auch immer das dann vorzustellen wäre). Solange Übersetzungsprogramme noch eher Worte, maximal einzelne Sätze als selbständig Sprache übersetzen, edit: und man sich die Bedeutung immer noch selbst und mithilfe anderer Datenquellen und anderer feedbackschleifen zusammenklauben müsste, würde ich nicht von Cyborg-Technologie sprechen, auch wenn sie implantierbar sein sollten. Wenn sie das aber tun, dann wäre vielleicht auch schon der Übersetzer in der Hand genug, müsste nicht unter die Haut….

  10. fragmentjunkie

    Sehr asiatisch finde ich immer sehr gut 😀

  11. Da würde mich ja mal interessieren ob wir darunter dasselbe verstehen… Kann aber selber gerade schlecht definieren was ich meine. Hatte so etwas wie love exposure im Kopf, den finde ich auch „sehr asiatisch“.

  12. witzig, da commentest du bei uns und ich endecke einen meiner ersten posts bei dir. 😀

    der film ist sehenswert, aber zieht sich ganz schön in die länge.

    grüße von ebbe.

  13. Oh, stimmt! Hab ich gar nicht gesehen. Wobei die Länge auch unter das fällt, was ich „sehr asiatisch“ nennen würde, siehe Love Exposures 237 Minuten.

    Grüße zurück!

  14. fragmentjunkie

    Den muss ich mir noch angucken 😉

  15. Nach Amber Case, einer Anthropologin, sind viele Menschen, die mit Smartphones aufstehen und schlafen gehen, längst Cyborgs 😉 Mehr dazu: Hier klicken und auch hier (mit einblendbarem deutschen UT!).

  16. Danke, bengie, sehr interessant zu lesen! 🙂 Eine Frau mit sehr markigen Sprüchen (z.B. dieses hier: „Es ist offensichtlich: Autos machen uns schneller, das Internet lässt uns umfassender denken, und durch Netzwerke werden wir sozialer.“) Sehr treffend finde ich auch die Beobachtung dass man zunehmend ins Virtuelle springt, sobald das echte Leben mal kurz langweilig wird, an Bushaltestellen, beim Warten etc.

  17. Pia Butzky

    Zu Amber Case (der Video-Link):
    Sie spricht zu schnell, denn sie hinkt der Zeit hinterher. Sie liegt falsch damit, gerade erst etwas entdeckt zu haben und anderen als ganz neu vorzustellen. Verspätete Hektik um die Frage, ob Technologie uns Menschen verändert: Die Antwort hatte schon Stanley Kubrik mit dem Affenknochen in „2001- A Space Odyssey“ wunderbar veranschaulicht. Das war 1968.

    Der Ansatz von Amber Case, dass mit Erfindung von Internet und Handy nun eine wurmlochähnliche Verbindung zwischen Menschen möglich ist, stimmt nicht wirklich. Tatsächlich hat sich die wurmlochähnliche Verbindung schon mit dem ersten Transatlantikkabel und dem ersten Strippentelefon ereignet: Zwei Menschen auf den zwei Erdballhälften sind unmittelbar in Verbindung, die Distanz in Raum und Zeit ist aufgehoben (wie im Wurmlochbeispiel). Das war schon 1866.

    Die Verbindungsqualität zwischen den Menschen hat sich jetzt aber verlagert von Nähe zu Distanz. Ohne Telefon und Internet hätte man intensiveren Kontakt zu den Menschen in erreichbarer Umgebung, mit Internet und Handy hat man Kontakt zu Menschen, die man vielleicht nie persönlich gesehen hat, also dauerhaft auf sichere Distanz halten kann. Vorteil oder Nachteil – das kann jede/r selbst interpretieren.

    Alltägliche Situation (zeigt Amber Case das ja auch augenzwinkernd auf einem Foto): Menschen mit Handy verabreden sich per Handy mit anderen Handymenschen, um während des Treffens ihr Gegenüber zu unterbrechen, links liegen zu lassen, in Wartemodus zu zwingen, während sie per Handy weitere Verabredungen mit nichtanwesenden Handymenschen machen. Ist der Wunsch nach Distanz vielleicht das eigentliche menschliche Bedürfnis dahinter?

    Interessant und wirklich einzigartig bleibt das Internet natürlich als ausgelagertes kollektives Gedächtnis – privat wie gesamtgesellschaftlich ein Archiv. Aber es reduziert auch schlichtweg Fähigkeiten, die ursprünglich mal zu den natürlichen menschlichen Eigenschaften gehörten. Wer kennt die Szene aus „Erin Brockowich“, wo die Filmheldin alle Telefonnummern und familiären Daten ihrer betreuten Mandanten auswändig weiß? OK, im Film wurde das womöglich spektakulär überzogen, aber im Kleinen kennen wir das doch auch alle, oder? Früher in Zeiten des gelben Telefonhäuschens konnte ich alle Kontaktdaten von Freunden echt auswendig, jetzt schon lange nicht mehr, wo ich ja bloss eine Taste am Handy drücken muss. Ist das Handy weg, bin ich dümmer als je zuvor.

    Insofern bin ich nun also ein „Cyborg“, der sich ein Nachlassen seiner natürlichen Fähigkeiten eingehandelt hat. Zur Definition von „Cyborg“ gehören doch aber untrennbar die ungewöhnlich hochgetunten Fähigkeiten, also Verbesserungen, Aufrüstungen? Dachte ich. Oder gilt der Begriff auch für strunzdumme „Cyborgs“, die dank Technologie nur schneller Dosen öffnen können?

    Lobenswert ist die Ermahnung von Amber Case, dass Menschen sich von der Technologie nicht jagen lassen sondern umgekehrt ihre Bedürfnisse damit erfüllen sollen. Man solle also eine Stillezeit einhalten, sich über sich selbst klar werden. Und so.

    OK, stimmt, gute Idee.
    Kiste aus, Stecker raus, ab in die Sonne …

  18. Ich finde ja wie gesagt auch, sie hat markige Sprüche. Was die Verbindung zwischen Menschen angeht, denke ich, ist durch die extrem fallenden Preise, die deswegen hohe Verbreitung und die vielen Kanäle (Bild, Text, Ton) doch nochmal eine neue Qualität geschaffen. Aber klar, wie man das alles interpretiert und für sich managt ist eine einigermaßen persönliche Sache.
    Bin auch unsicher ob es als Verlust anzusehen ist, Telefonnummern nicht mehr zu wissen. Der Punkt ist ja (und das ist auch die Antwort darauf ob „Cyborg“ immer Verbesserung beinhaltet) es geht immer um den Versuch der Anpassung an eine Umwelt. Wenn sich die Umwelt ändert, kann die erfolgte Anpassung natürlich ganz schnell zum Nachteil werden. Solange das Internet erreichbar ist, irgendwo eine Sicherheitskopie vorhanden oder alle Freunde notfalls auch über Email oder facebook erreichbar sind (also bis der Strom ausfällt) braucht man keine Telefonnummern. Oder man merkt sie sich trotzdem. Statt Sudoku spielen. 😉

  19. Bei dem „Cyborg“-Begriff (den die Amber Case wohl wegen des publikumswirksamen Unterhaltungsfaktors gewählt hat) geht es hauptsächlich um eine direkte Verbindung zwischen Körper und Maschine/Technik? Dachte ich. Dafür sind wir CI-Freaks mit unserer Elektronik im Kopf das beste Beispiel, siehe oben. Wenn die CI-Technik nahezu vollständig Sinne ersetzen (imitieren) könnte, gäbe es keine veränderte Auswirkung auf unser Verhalten, denn das immer noch unzulängliche Hörergebnis, also die Resthörbehinderung, beeinflusst unser Verhalten mehr als die Kompensation durch Technik. Wir entfernen uns durch das CI nicht von unserer bisherigen Identität, insbesondere nicht als vormals Hörende. Eher im Gegenteil, oder? Man kehrt zurück zu dem, was man als Normalzustand kannte. Auch im Sozialverhalten!

    Technik beeinflusst gesellschaftliches Verhalten im anthropologischen Sinne sowieso – siehe Autos, Überwachungskameras, Produktionsroboter etc. – ist ja klar. Ist das eine schicksalhafte Entwicklung? Bei den Social Media gibt es keinen allgemeinen Konsens dazu, wo es hingehen soll. Entwicklungsphänomene werden beobachtet und beschrieben, aber es gibt keine Lenkung / Steuerung, es sei denn durch das Angebot der Social Media Firmen selbst. Wenn zum Beispiel bei Google oder bei Facebook neue Funktionen „vom Himmel regnen“, hat das Auswirkungen auf mehr Personen als eine politische Entscheidung vor Ort. Die „User-Community“ kann nur reagieren, nicht planen oder Richtlinien vorgeben.

    Eigentlich müsste Amber Case eher die „Borgs“ aus Star Trek zum Vergleich nehmen, denn die Borg sind eine interessante Anschauung für kollektive Verbindung, Kommunikation, Gemeinschaftsstruktur: 1. Input kommt von allen Teilnehmern gleichzeitig und wird blitzschnell ausgewertet. 2. Die blitzschnelle multilineare Kommunikation setzt einen störungsfreien Konsens voraus, eine Akzeptanz des Zustandes. 3. Das Individuum kann sich nicht daraus lösen, es nimmt die Identität der Gruppe an. 4. Individualität ist nicht mehr erstrebenswert, Zugehörigkeit ist wichtiger.

    Kann man solche Phänomene beobachten? Oder gibt es ganz andere, komplexe oder widersprüchliche Veränderungen? Interessant, was die Frau Case da untersucht. Werde mal mehr dazu lesen …

  20. Mit Borgs hab ich’s nicht so, aber zu Deinem ersten Absatz — Rückkehr zum Normalzustand oder doch eher was Drittes, so wie es z.B. Donna Haraway sieht. Hier hatten wir schon einmal darüber gesprochen.

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