phonophob

Aussehen tut das Wort ja gut: phonophob. Könnte auch auf einem coolen T-Shirt stehen.

Leider fühlt es sich nicht gut an. Mir ist gerade klar geworden, dass ich mit CI wohl den einen Klang wieder werde hören müssen, wegen dem ich froh war, dass mein Gehör schlechter geworden war. Das war nämlich für alle Beteiligten besser so. Für mein Nervenkostüm und für die Stimmung am Tisch.

Es geht um Eßgeräusche. Erwachsenen, womöglich auch noch nahestehenden Menschen zu sagen, es stört mich, wie Du ißt, finde ich dermaßen Fundamentalkritik — das ist nahe dran an es stört mich, wie Du bist.

Jetzt ist mir bange. Ob ich dann Musik auflegen soll? Was Essen angeht, bin ich wirklich empfindlich.

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13 Antworten zu “phonophob

  1. Ui. Ich bin grad sehr froh, dass ich Essgeräusche von meinen Liebsten kaum kenne – wohl aber die Angst, fundamental anmutende Kritik zu äußern.
    Wenn’s dich stört, ich würde das humorvoll verpackt anbringen. Oder drauf hoffen, dass diejenigen hier mitlesen. 😉

    Ein- und ausschalten is also wohl nicht beim CI? Hm. Ich hab zu viel 6-Millionen-Dollar-Mann geguckt.

  2. That’s hard. If the person is not a guy who spends the weekend drinking, slurping, playing Wii and proud of it–I would suggest trying everything to convey the information without singling them out. Could you steer the conversation to talk about eating/hearing generally, and what specifically makes it hard for you to hear, so that they get the hint? Saying, „Ursula, when you get excited and start talking without first having swallowed all the food in your mouth, it makes me want to stick bamboo needles under my fingernails“, is not a reprimand quickly forgotten.

  3. fragmentjunkie

    Mir passiert es öfters, dass meine Schmatzgeräusche den einen oder anderen stören. Wenn sich jemand beschwert, dann tangiert mich das nicht besonders. Manchmal sage ich, man möge doch die Schmatzer ignorieren.
    Insofern kann ich nur raten, es frei heraus zu sagen, wenn es dich stört.

  4. Keoni ist da auch eher empfindlich, und gelegentlich ermahnt sie mich. Mir ist das lieber, als wenn sie es schweigend ertrüge und sich jeden Tag neu drüber ärgerte.

  5. Geschätzter Herr Notquitelikebeethoven
    Nicht zu Essgeräuschen (die mich auch gelegentlich stören), sondern zu etwas ganz anderem: Meine Nachricht neulich scheint Ihr Missfallen erregt zu haben. Dafür bitte ich um Entschuldigung. Selbstverständlich verzichte ich darauf, Sie bei mir zu verlinken. Aber ich darf doch weiter bei Ihnen lesen, oder?

  6. Hallo, kann ich gut verstehen. In solchen Situationen setze ich mein charmantestes Lächeln auf und sage: „Ab 5 Gramm wird’s undeutlich!“

  7. tina, ich hoffe dann mal, dass mir was humorvolles einfällt, Elizabeths und jumas Arten z.B. sind schon mal nicht schlecht 🙂
    Wie fragmentjunkie und muriel schon sagen, Offenheit ist dann sicher besser als reinfressen und Frust aufbauen.

    Man kann ein CI selbstverständlich leiser stellen oder ausschalten, wie unauffällig das geht, muss ich dann mal ausprobieren.

    diefrogg, aber ganz und gar nicht! Da muss die stressbedingte Knappheit meiner Antwort mehrdeutig gewesen sein, das tut mir leid. Sie sind hier sehr willkommen, ich hoffe wir lesen voneinander!

  8. Ich glaube, es gibt vielleicht kulturelle Unterschiedlichkeiten, wie man Kritik ausuebt. Im Sued-USA wenn eine Frau fragt, soll ich dieses Kleid tragen?, sagt man am schlimmsten, „Why don’t you wear the blue dress?“ Manchmal wuensche ich, dass ich direkter sein koennte. Ich habe jetzt eine Mitarbeiterin, die brummt (hums) jeden Tag. Es scheint die anderen nicht zu stoeren. Sie ist eine aeltere auslaendische Frau, und ich will ihr Gemuetlichkeitsgefuehl bei der Arbeit nicht stoeren. Aber es gibt lange Strecken wo man sonst nicht anderes hoert, und es ist schwer zu konzentrieren.

  9. Oh, nein, entschuldigung! Ich habe ihn nur nicht mehr gefunden, da ich ja meinen eigenen fehlplatziert hatte (und ich mit wordpress nicht so vertraut bin. Und ich nicht nur etwas schwerhörig, sondern auch etwas „scatterbrained“ bin.) Aber einiges Suchen hat nun Ihre Antwort zu Tage gefördert! Danke und alles i. O. und bis auf weiteres! 🙂

  10. Elizabeth, oh, die Kollegin ist ein gutes Beispiel für was ich meine. Wünsche eine passende Formulierung!

    diefrogg, freu mich dass wir alles geklärt haben. Viele Grüße.

  11. Oha, dann wird dieser Link hier für Dich vielleich gar nicht ganz so erfreulich sein, wie ich dachte: http://idw-online.de/pages/de/news348517

    Ich würde mich übrigens von schmatzenden Leuten so weit wie möglich wegsetzen oder sie auf die Seite setzen, auf der Du schlechter hörst. Vielleicht reicht das schon?

  12. Oh nein, Ute, das find ich trotzdem spannend. Danke. Eßgeräusche sind ja nun doch eher eine Petitesse gegenüber der Möglichkeit, besser zu hören. Und mit Geräten ausgestattet hat braucht man ja nicht einmal Ohrstöpsel, man kann immer ausschalten oder leiser drehen oder die Mikrofonempfindlichkeit herabsetzen oder…..

  13. Glaub mir – ich war auch schon oft kurz davor, mir vor dem Essen Ohropax in die Gehörgänge zu stopfen. 😉 Geschmatze finde ich furchtbar!

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