Der Zisch- und Keuchexperte

Das, liebe Leser, bin ich.  Andere verstehe ich zwar immer noch nur selten, doch zumindest an meiner eigenen Rede differenziere ich gerade feinste Unterschiede in Zisch-, Schnalz- und Keuchlauten sowie — das musste ich nachgucken — Frikativen. Und verbinde die mit Zungen- und Lippenstellungen. Natürlich nur wenn ich alleine bin.

Aber ich muss zugeben: Ich glaube, ich rede besser. Ertaubung hört man halt sofort. Sehr drastisch etwa bei dem Radiomoderator Rush Limbaugh, der seine Show ein paar Wochen taub führte, bevor er ein CI bekam.

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6 Antworten zu “Der Zisch- und Keuchexperte

  1. not a blechohr yet

    grins, das kenne ich …
    .
    Und weiß schon ganz genau, was passieren wird, sobald ich dann hoffentlich endlich bald mal meine Hörgeräte habe …

    ich werde wochenlang nicht mehr quasseln können wie mir die Schnute gewachsen ist, alldieweil ich mir ständig beim mich selber hören hoffnungslos die Zunge verknoten wenn nicht gar abbeißen werde. Vor allem diese Zischlaute, die haben das Zeug zur Selbstverstümmelung 😉

  2. Na, wenn Du die Frikative hast, dann hast Du schon mal ein paar Konsonanten! Ist doch immerhin etwas! Das mit den Schwierigkeiten beim Sprechen erlebe ich gerade sehr heftig unterschiedlich: Gerade jetzt erkenne ich meine eigene Stimme nicht mehr, weil ich ziemlich schlecht höre. Noch am Montag sagte mein Chef zu mir: „Warum flüsterst Du denn?“ Ich flüsterte, weil ich dank Cortison auf dem Linken Ohr viel besser hörte UND dazu noch mein Hörgerät trug.

  3. Zu den beunruhigenden Erfahrung bei zunehmender Ertaubung gehört – zumindest für mich – die schwankende, und sich verändernde Wahrnehmung der eigenen Stimme. Zum einen höre ich mich selbst (ohne Hörgerät) immer leiser, zum anderen verändert sich durch die Neueinstellung der Hörgeräte der Klang meiner Stimme. Nicht dass ich mich jetzt unbedingt weniger laut höre, aber weniger voll, weniger klar, weniger angenehm. Da das Hören der eigenen Stimme eben verdammt viel mit der Wahrnehmung und Versicherung der eigenen Identität zutun hat, ist es zwangsläufig sehr, sehr verunsichernd, wenn ein verlässliches Gefühl für die eigene Stimme weg bricht.

  4. Not yet, na dann wünsche ich möglichst wenig Verknotung und möglichst viel Unbefangenheit!

    frau frogg, ja genau, das ist schonmal was! Aber ihre kleine Geschichte macht mir wieder deutlich: Ich kann mir wirklich nur entfernt vorstellen, welche Belastung so stark schwankendes Hörvermögen darstellt. Ich kenne bisher ja nur: schleichende Verschlechterung.

    jueb, bei mir betraf das ab einem gewissen Punkt alle Stimmen. Es machte einfach keinen Spaß mehr sie zu hören, sie waren alle unangenehm, hatten nur noch Informationsanteile, die es zu entziffern galt, keine schönen klanglichen Anteile mehr, bei denen es schön gewesen wäre zuzuhören.

  5. Bin gerade erst darauf gestoßen, danke für den Link: Frikative!

    Die Welt ist ja so geheimnisvoll und bunt. Wusste bisher nichts von den Frikativen – und nun der ganze bunte Zoo. Wer denkt sich sowas aus? Frikativhersteller? Toll!

    Stimmloser alveolopalataler Frikativ und pharyngaler Frikativ, uvularer und dorsopalataler velarer Frikativ, und dann der labiodentale, der ist fast schöner als der stimmlose glottale und der postalveolare Frikativ zusammen.

    Wie wird man das: Frikativ-Erfinder?
    Wunderschön.

  6. Hehehe, wenn Du nen neuen hast, sag Bescheid! 🙂

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