Der Meister der Erwartungen in Augsburg

Nein, ich kann wirklich nicht behaupten, niemand hätte es mir gesagt: Am Cochlea Implantat entzünden sich die Erwartungen — Endlich wieder Hören und Verstehen! Und wer sich eins implantieren läßt, muss zum Meister der eigenen Erwartungen werden.

Schon bevor ich mich überhaupt auf das elektrische Ohr einließ wußte ich: Das Implantat ist keine Reparatur. Wie gut man damit in vivo, also bei schnellen, leisen oder undeutlichen Sprechern, über Entfernungen, mit Nebengeräuschen, am Telefon etc. hören und verstehen können wird, ist sehr individuell. Und damit nicht exakt vorhersagbar. Vor allem aber ist das alles nicht über Nacht zu erreichen. Viel Geduld und Spucke ist angesagt.

Dennoch war ich nach den überraschenden und schön-schaurigen Erlebnissen in letzter Zeit enttäuscht.  Augsburg hieß der Ort und es lag Schnee. Es waren nette Leute und interessante Gespräche. Das Essen war vorzüglich — oder habt Ihr schon einmal in Kirsch-Sushi mit Pistazien- und Schokoladensoße sowie dazu echte Maracuja gegessen?

Nur die Leute hinter der Rezeption im Hotel, am Infoschalter bei der Bahn, im Meeting um den großen Tisch herum, in der Gruppe in der Kneipe und im Auto, das mich gerade so um die große Karambolage auf der A8 herum bugsierte — die verstand ich nur sehr mühsam bis, leider leider, gar nicht. Ich werde weiter meine Erwartungen im Zaum halten, Geduld haben und weiterüben. Frustriert, wer ich? Ommm.

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3 Antworten zu “Der Meister der Erwartungen in Augsburg

  1. Wie verschieden, am vierten Tag auf der Heimfahrt von der Erstanpassung konnte ich erstmals im Auto mit der familie schwätzen, ging bis da nur per umgebauten Motorrad Headset (Induktionsspule auf meiner Seite) . dagegen ist der „Sound“ noch immer recht mies, Entenhausen überall. ich hab das nukleus 5 mit Fernbedienung, da kann man schnell die Mikrofon Empfindlicchkeit runter schrauben und schon sind die Störgeräusche weg, mache icch auch wenn icch ins RZ gehe, isst von Servern und klima sau laut.

  2. Bei mir ist es so: mal verstehe ich bestimmte Sachen, (was mich sehr erstaunt), dann verstehe ich andere aus vergleichbarer Entfernung oder in ähnlichen Rahmenbedingungen gar nicht (was mich frustet). Für ein Fazit ist es gewiss zu früh…

  3. Ja, zimi, wirklich sehr verschieden. Ich denke, Fazit ziehen und Vergleichen ergibt eigentlich auch erst so ab 6 monaten, vielleicht sogar erst 1 Jahr oder anderthalb Sinn. Schon allein wegen der uneinheitlichkeit von der Du sprichst, jueb.

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