Heute in München: Expertendiskussion über Telekommunikation und digitale Integration Behinderter

Mehr zu wollen, liegt wohl in der Natur des Betroffenseins. Ich hatte ja schon mal beschrieben, wie zwiespältig ich die von o2 angestoßene, sogenannte Diskussion über Behinderte und Telekommunikation finde. Einerseits Lob für Telefónica o2 Germany, weil der Konzern das Thema aufgreift und sich auf die Fahnen geschrieben hat, die Möglichkeiten moderner Telekommunikation barrierefrei zu gestalten.

Andererseits ärgert mich einfach, wenn PR-Veranstaltungen als Dialog verbrämt werden. Wenn unter dem Banner „Dialog“ Foren eingerichtet werden, in denen Leute einem Konzern ihre Zeit und Mühe schenken — und dabei ist von vornherein überhaupt nicht klar wozu das führen soll. Was man erwarten darf, kann, oder sollte, wenn man sich da beteiligt. Ich sehe diese Online-„Diskussion“ eher als eine äußerst kostengünstige Fokus-Gruppe denn als Dialog. Denn mit O2 konnte dort niemand sprechen. Einbahnstraße.
(Ich glaube nicht, dass Unternehmen immer und überall „Dialog“ führen sollten, schon gar nicht öffentlich. Aber dann muss man auch nicht behaupten, das zu tun.)

Wer sich für das Thema interessiert und morgen heute abend in München ist, kann vielleicht die dazugehörige Podiumsdiskussion besuchen. Ich würde selber hin, ist aber leider zu weit. Vielleicht mag jemand berichten?

Podiumsveranstaltung zur digitalen Integration von Menschen mit Behinderung:

„Brücke oder Graben; Der Beitrag der Telekommunikation für Menschen mit Behinderung?“

25. März 2010 von 18 bis 19:30 Uhr

mit anschließendem Get Together im O2 Tower, Georg-Brauchle-Ring 50, 80992 München

Auf der Veranstaltung wird auch das neulich schon mal erwähnte Verbavoice Live-Schriftdolmetschsystem zum Einsatz kommen.

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7 Antworten zu “Heute in München: Expertendiskussion über Telekommunikation und digitale Integration Behinderter

  1. Ich bin sogar morgen in München, kann Dir aber nicht versprechen hin zu gehen. Habe es mir aber auf geschrieben.

  2. Es ist heute! Ich hatte das gestern geschrieben, daher „morgen“. Hab’s mal geändert…

    Zu verprechen gibt’s hier selbstverständlich gar nichts, war nur ein Hinweis. Aber freut mich, dass es Dich interessiert 🙂

  3. Pia Butzky

    Es wird ja wohl hoffentlich nicht bayrisch gesprochen? Das müsste dann sowieso für alle übersetzt werden. *scherz*
    Bin in Norddeutschland und gehe nicht hin. Würde aber wohl gern was nachlesen dazu. Wie wird die Veranstaltung denn in den Alleskönner-Medien dokumentiert? Das dürfte interessant sein …

    By the way: Barrierefreie Technik ist keine liebgemeintes Entgegenkommen der Herstellerunternehmen, sondern hat einen allgemein lukrativen wirtschaftlichen Nutzen. Beispiel 1: „Bildtelefon“ wird im geschäftlichen Bereich auf der Managerebene verwendet, wäre für die wirtschaftlich uninteressante kleine Gruppe der Hörbehinderten sicher nicht entwickelt worden.
    Beispiel 2: Barrierefreiheit im Internet hatte eigentlich wenig mit Behinderten direkt zu tun, sondern entstand aus dem Problem, das konkurrierende Hersteller und Entwickler sich auf Produktkompatibilität einigen mussten – ein Umdenken im Konkurrenzverhalten, das von dem Grundprinzip der Vernetzung erzwungen wurde. Das hatte eigentlich kaum etwas mit den tatsächlich Behinderten zu tun, ließ sich aber einfacher komunizieren.

    Motorisch eingeschränkte Menschen bleiben beim „Kleine-Knöpfchen-drücken“ aussen vor, profitieren aber vielleicht von den relativ neuen leichter bedienbaren „Touchscreen“-Lösungen? Auch hier wird es zuerst Gutverdienende aus dem Businessbereich genervt haben, die sich ein beequemer bedienbares Produkt wünschten, bevor es entwickelt und dann als behindertenfreundlich verkauft wird.

  4. Wie die dokumentiert wird? Man wird sehen. Viel Werbung wurde ja nicht gemacht, soweit ich sehe.

    Das ist mir schon klar, dass es hier nicht darum geht, dass jemand lieb ist und jemand anders danke sagt. Das ist ja gerade Teil dessen was mich hier stört, dass es unter Corporate Social Responsibility und PR läuft anstatt ehrlich dafür aber zielorientiert unter Marktforschung und -segmentierung. Dann merkt man nämlich schnell, dass oftmals keine reinen Behindertenmärkte vorliegen.

  5. Pia Butzky

    Genau das isses, NqlB. Dem unternehmerischen Eigennutz ist mehr Vertrauen zu schenken, als einer vermeintlich netten Geste. Wenn die Unternehmen behindertenzugängliche Angebote und Produkte für sich als wirtschaftlich vorteilhaft entdecken – na, da mache ich doch eine Flasche Sekt auf! Andersrum wäre es ganz mies: Sie tun es nur aus öffentlich-moralischen Prestsigegründen und wir taugen noch nicht mal als Verbraucher so richtig was. *grummel* Hoffentlich sagt das denen mal jemand! Wirklich schade, dass ich kein bayrisch spreche …

  6. So ist das, wenn man nicht gescheit guckt!
    Tut mir leid!

  7. Pia, ich stimme dir zu. Mal sehen, zB, was mit Googles in der Pipeline steckender Echtzeit-Übersetzung passiert. Das funktioniert angeblich nach dem Prinzip Sprache 1 –> Text 1 –> Text 2 –> Sprache 2. Da könnte also auch was für uns bei „abfallen“.

    Nina, ist doch wirklich kein Problem 🙂

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