Hörgeräte Kaufen — Nichts für zaghafte Naturen: Fünf Tips wie man einen guten Akustiker erkennt

Schnell „Ich hätte gern ein Hörgerät“ sagen, kaufen und damit weggehen. Hahaha, guter Witz. So einfach ist es nicht. Eher wie wenn man sich auf eine Beziehung einläßt. Eine langjährige, mit dem Akustiker oder der Akustikerin nämlich. Wenn‘ schief geht, ist man unglücklich oder hat viel Ärger.

Außerdem ist das immerhin jemand, der oder die einem glitschiges Zeugs ins Ohr drückt, was solange schmatzt bis das Ohr vollständig verschlossen (und der Druckausgleich im Kopf im Eimer) ist. Und es dann an einem Bindfaden mit sattem Ploppen wieder herauszieht. Vor dem man sich hörmäßig nackig machen muss. Wie erkenne ich also eine/n gute/n?

Vor ein paar Monaten wurde ich über HörBiz auf  diesen Test von Hörgeräteakustikern aufmerksam. Das fand ich zwar interessant aber nicht besonders aussagekräftig. Ich kenne diese Ketten auch nicht, daher kann ich nicht beurteilen ob ich zustimmen würde. Hier eine saloppe Reihe von Punkten, die mir wichtig sind:

  1. Darauf achten, dass man persönlich mit dem Akustiker oder der Akustikerin kann. Denn man wird viel Zeit dort verbringen. Also einfach mal darauf achten, ob man sich mit der Person gut aufgehoben fühlt.
  2. Gleich am Anfang mal die Geduld des Akustikers oder der Akustikerin testen. Denn die rechte Anpassung fällt nicht vom Himmel — es ist oft zu laut, zu leise oder zu verzerrt. Und es wird 100%ig mehrere Termine dauern, bis die richtige gefunden ist. Man muss oft viel herumprobieren; es ist schwierig, Höreindrücke in Worte zu fassen. Man sollte nie das Gefühl haben müssen, dass man stört.
  3. Mindestens zwei verschiedene Marken und Modelle sollten einem angeboten werden, nachdem der Typ des Hörverlusts geschildert ist. Denn die unterscheiden sich oft deutlich in Einstellmöglichkeiten, Extras, Preis und nicht zuletzt: Klang.
  4. Einfach zum Vergleich sollte man sich auch mal ein ganz billiges Gerät anpassen lassen und ein paar Tage damit herumlaufen. Vielleicht braucht man ja gar kein teureres mit viel Schnickschnack — und wenn doch, dann weiß man wenigstens warum. Ich habe das selbst gemacht und dabei viel gelernt.
  5. Und am Schluss, auch wenn’s schwer fällt: Einen Kostenvoranschlag eines anderen Akustikers einholen. Es könnte sich lohnen. Auch das ist etwas, das mir eigentlich zu mühsam und zu unangenehm war, mit dem ich aber einiges Geld gespart habe.

Übrigens, die schönste Beschreibung was man erleben kann, wenn man ein Hörgerät erhält, stammt von Moira (englisch und die Serie hat inzwischen mehrere Teile. Einfach drüben bei ihr im Blog den Titel suchen.)

Und an die Hörgeräteträger unter uns: Was habt Ihr für Erfahrungen beim Hörgerätekauf gemacht? Wie erkenne ich einen guten Akustiker oder eine gute Akustikerin? Worauf kommt es an?

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68 Antworten zu “Hörgeräte Kaufen — Nichts für zaghafte Naturen: Fünf Tips wie man einen guten Akustiker erkennt

  1. Ich kann da nur Erfahrungen als Begleitperson beisteuern. Banal, aber auf dem Land extrem wichtig: der Akustiker um die Ecke hat die besten Karten. Da beschränken sich die Wahlmöglichkeiten oft darauf, zwischen einzelnen Mitarbeitern wählen zu können. Aber wenn ich den Prozess mit dieser Aufstellung vergleiche, war der Akustiker um die Ecke auch eine ganz gute Wahl. Das Wohlfühl-Gefühl hängt ja auch oft von vielen Faktoren ab. Da kommt man manchmal nicht drauf, was da dazugehören kann: Nasenform des Akustikers, Geruch (des Ladens und der Mitarbeiter), Wandfarbe der Filiale oder die Stimme des Beraters (nach der Anpassung ;-). Und was weiß ich noch. Ich musste zum Glück nicht Entscheiden, nur dabeisein.

  2. Oh, da gibt es so allerhand. Neben Empathie ist Kompetenz für mich ein ganz wichtiger Faktor. Das kann man als Erstkäufer nicht immer gleich erkennen, aber ein paar Tricks gibt es schon.
    Testfrage 1: Haben Sie Hörgeräte mit Sound Recover und wenn ja wie funktioniert das überhaupt?
    Sound Recover ‚transfomiert‘ Frequenzbereiche, die man nicht mehr hört (i.d.R. Hochtonfrquenzen), in Frequenzbereiche die hörbar sind. Viele Spätschwerhörige finden derartiges störend bzw. unangenehm. An sich ist das aber eine gute Sache. Die neueren bzw. teuerern (digitale) HG können so etwas in der Regel.

    Testfrage 2: Unterscheidet sich das Klangempfinden beispielsweise zwischen Phonak Exelia und Oticon Epoq? Was ist das besondere an Phonak HG?

    Das Klangempfinden bei HG ist subjektiv immer sehr verschieden. Allgemein kann man sagen, dass Phonak-Geräte standardmäßig einen ‚härteren‘ Klang haben als beispielsweise Oticon-Geräte mit ähnlichem Funktionsumfang. Das Gute an Phonak ist die breite Zubehör-Palette und ein breites Spektrum an Konfigurationsmöglichkeiten.

    Noch ein Tipp: Beim HG-Akkustiker ist das wie beim Frisör. Je nachdem wie man auftritt (das was und wie man etwas sagt bzw. das Outfit), so wird man auch frisiert bzw. bedient.
    Vorsicht auch vor Oma-Abzockern, die sich ranwanzen und ohne Unterlass anfangen zu blubbern. Die HG-Verordnung vom Arzt nicht einfach bedenkenlos abgeben, sondern ruhig noch zurcükhalten. Erst wenn man sich sicher ist, dass man dort auch was kaufen will, kann man die Verordnung rausrücken.

  3. Janice, schön, dass Du trotzdem schreibst! Ich hatte noch überlegt, dass Nähe zum Wohnort auch ein wichtiges Kriterium ist, weil dann die Schwelle mehrfach zu gehen nicht so hoch ist. Aber dann hatte ich mir gedacht, wichtiger ist, dass man zumindest bei zweien reinschaut und den nimmt, der einem besser gefällt.

    Jens, danke für die detailreichen Tips! Mit den Testfragen ist das so eine Sache, finde ich. Ich mache so etwas gern aber nicht jeder Kunde mag sich mit technischen Einzelheiten abgeben oder kann die Antworten auf solche Fragen für sich beurteilen. Trotzdem ist überhaupt Fragenstellen gut, um ein Gefühl zu kriegen, wie man behandelt wird. Ich finde halt wichtig, dass man ein paar Modelle und Einstellungen nebeneinander ausprobiert und die Unterschiede fühlt/hört. Weil drüber reden nicht jedermanns Sache ist. Dass man die Verordnung nicht gleich abgibt kann ich nur unterschreiben! Und der Vergleich mit dem Friseur ist wirklich äußerst treffend… 🙂

    Meine Erfahrungen mit Sound Recover habe ich übrigens hier beschrieben. Ich hörte dafür glaube ich in den verbliebenen Frequenzen zu schlecht und hatte zuviel Recruitment.

  4. Also, ich bin vor einiger Zeit ganz schön derbe auf die Schnauze gefallen, was Akustiker angeht. Hörgeräte brauche ich erst seit ca. 1 Jahr, rausgekommen ist das alles bei einem Krankenhausaufenthalt nach einem Hörsturz. Im Klinikum ist auch gleich praktischerweise ein sog. „Hörzentrum“ (nicht die Firma „Hörcentrum“) eingerichtet, sodass ich da hingegangen bin. Der Oberarzt (!) der Klinik hat mir die RetroX-Technik empfohlen, die durch dieses Hörzentrum vertrieben wurde und weil ich eine junge Frau bin, die auf ihr Äußeres bedacht ist, war das für mich ideal: man sieht es nicht oder nur ganz versteckt und außerdem ist das Ohr frei (das ist praktisch, wenn man viel über In-Ear-Kopfhörer Musik hört). Die haben dann auch noch gesagt, dass ich es nur an einer Seite bräuchte, was noch viel, viel besser war. Also habe ich natürlich zugesagt usw. Aber auf einer Seite hat es nicht funktioniert (was man sich auch hätte denken können bei meinem Hörverlust), dann hat man schnell noch auf der anderen Seite eine Hülse implantiert. Auch dann ging es nicht, eben weil diese Technik, mit Verlaub, nur was für so Larifari-Schwerhörige ist und obendrein auch ziemlich veraltet.
    Dann habe ich vom gleichen Akustiker (ich wollte ja nicht so sein) hdo-Geräte bekommen, zuletzt mit einer Otoplastik. Die hat der Akustiker falsch aufgesetzt, was ich aber erst zuhause gemerkt habe; der nächste mögliche Termin war erst ein paar Tage später. Dann bin ich also sozusagen mono rumgelaufen,was echt ätzend war, ich konnte nicht arbeiten usw. Ich habe dann sofort gesagt, dass ich die Behandlung da abbrechen möchte, auch, weil sie mich schon beim RetroX nicht so gut beraten haben. Da bekam ich dann zu hören, dass ich mir das selbst ausgesucht hätte mit dem RetroX (ja, warum denn wohl??? Akustiker machen doch sicher psychologische Fortbildungen, oder?) und dass ich ja überdies seit einem Jahr immer wieder herkommen würde, weil die Einstellungen nicht richtig sind und mich nicht entscheiden würde, die Dinger (also die hdo) endlich zu kaufen. Von einem Akustiker also quasi gesagt zu bekommen, dass man irgendwie schon selber schuld daran ist, dass es nicht besser wird, ist schon echt hart. Vor allem auch, weil man dann irgendwie total die Hofnung verliert, dass jemals irgendwas damit besser werden könnte.

    Jetzt bin ich aber bei einem guten jungen Akustiker, der seine Sachen sehr gut macht und mir jedes Mal Kaffee anbietet!

    (Sorry für den langen Post, aber weiter oben ging es schon um Ungeduld bei Akustikern und das fand ich bei dem ersten ganz stark und vemutlich haben sie auch keine Ahnung, was sie damit so anrichten können).

  5. Das ist ja wirklich eine miese Geschichte, tut mir leid. Mir scheint, dass es auch diese enge Verbindung zwischen HNOund Akustiker war, die den ganzen Druck erzeugt hat, richtig? Die sind ja nach allem was man so hört oft nicht ganz koscher, diese engen Verbindungen. Brauchst Dich übrigens nicht zu entschuldigen, schön wieder was von Dir zu hören.

  6. Ja, war einfach doof. Ich finde jetzt auch irgendwie, dass das Psychologische eigentlich fast am wichtigsten ist (neben der soliden Kompetenz). Also, dass die einem zuhören und nicht ungeduldig werden und einem gut zureden.
    Und ich kann auch nicht verstehen, wie man Akustiker sein kann und gleichzeitig meint, dass man extremst nuscheln muss. Dann soll man doch bitte was anderes arbeiten bzw. in der Ausbildung darauf hingewiesen werden.
    (aber ich will jetzt auch nicht die Ausbildung der Akustiker infrage stellen – die machen sicher auch viele Fortbildungen usw.)

  7. Thank you for the nice comment. After the latest appointment, I’ve got a feeling that there are going to be plenty more parts to the story…

  8. Christina, ein bißchen Einfühlungsvermögen gehört schon dazu. Ich bin aber unsicher ob man das jemandem beibringen kann, der es nicht hat. Ist vermutlich wie bei den Lehrern auch — da merken ja auch einige erst im Referendariat, dass sie nicht gut mit Schülern können….

    You’re welcome, Moira. Love your oblique sense of humour. And though I’m very much looking forward to reading plenty more parts, I wish you a quick end to the process.

  9. Pia Butzky

    Hi. Mit meinen früheren Hörgeräten und den dazugehörigen Akustikern im Laden (keine Kette) hatte ich überwiegend gute Erfahrungen gemacht. (Habe jetzt ja ein CI, da gehe ich nur noch zum CI-Spezi.)
    Das erste Paar HG nach plötzlichen Hörstürzen wurde mir sehr gut angepasst, ich durfte viel probieren und wurde gut beraten. Es war eine junge Frau mit ganz ruhiger Ausstrahlung. Sie war einfach entspannt und aufmerksam. Sie hat mir gut verständlich erklärt und gab mir Geräte zum Testtragen mit. (Aber – Jungs! – die Techniknummer bringe ich nicht, auch wenn ich dafür extra einen Volkshochschulkurs machen würde. Null Ahnung von dem ganzen Oticon-Epoq-Sound-Recover-Frequenzkillefitz. Und das bleibt auch so. )

    Nur einmal in einem dieser Kettenläden war mir der aufdringlich schleimige Vielquatschverkäufer sehr zuwider. Der behandelte mich wie eine greise Omi, dabei lief ich damals toll gestylt rum, war jung, schlank wie ein Modell, trug Minirock und rote Haare und fühlte mich supercool. Und dann das. Fatzke!

    Ist lange her. Bin jetzt moppelig, grau, ausgebremst. Der Mini ist hinter Glas gerahmt. Aber auf attraktive Verkäufer legt man doch immer noch wert. Also: Der ideale Akustiker muss schnuckelig aussehen, ansteckend lächeln und sollte nicht nerven. Ganz einfach.
    😉

  10. Oje, wie konnte ich das Wichtigste vergessen?! Natürlich muss er oder sie auch gut aussehen!!

  11. Bisschen spät aber ich habe auch gute und nervige Erfahrungen. Das Tinnituszentrum der Charité vermittelte mich gleich an einen Akustiker, der um die Ecke seine Niederlassung hatte. Aber es klappte partout nicht. Er war stinksauer, als ich ging. Ich ließ mir vom HNO-Arzt eine neue Verordnung geben, „verschliss“ noch zwei (bei einer sollte ich das Probetragen sogar bezahlen, obwohl nichts dergleichen vorher ausgemacht war) und dann habe ich zwar eine sehr nette Akustikerin gefunden. Wenn die Hörgeräte oder mein Hörvermögen auch noch so „nett“ wären, könnte ich echt zufrieden sein.
    Meine Hyperakusis (Geräuschempfindlichkeit) für bestimmte Frequenzen macht mir das Leben echt schwer, nicht nur bei Discomusik oder lauten Fernsehern mit Nebenmusik. Auch mein Twingo ist mir trotz 5. Gang und nur bei 100 zu laut und hochtourig. Manchmal möchte ich nur noch am stillen Computer sitzen und „leiden“.
    Lieben Gruß von Clara

  12. Oh, es ist auf jeden Fall gut, dass es mit dem Computer einen schnellen stillen Weg zum Kommunizieren gibt. Aber ich hoffe, dabei bleibt es nicht. Wünsche alles gute.

  13. hallo ,
    ich hab mir das alles gut durchgelesen. ich werde akustikerin und mache gerade ein praktikum; bin ziemlich entsetzt, daß es fast nur noch ums verkaufen geht (nicht so sehr in „meinem“ geschäft, aber allgemein….)
    da ich selber eine hyperakusis und ein explosionstrauma habe, denke ich anders mit den zukünftigen kunden umgehen zu können, als ein mensch, der nicht weiß, wie hören sein kann. wenn es dann verändert ist, egal, wodurch.
    ich empfehle allen, die mit mir lernen, diese seite, es ist gut daß es sie so gibt; mit all den links …
    danke dafür!

  14. Bitteschön, Annemarie, das freut mich sehr. Also dass es überall nur ums Geld geht, kann ich zum Glück aus meiner Erfahrung auch nicht bestätigen. Und ich denke schon, dass man ganz anders mit den Kunden umgehen kann wenn man selbst betroffen ist. Wünsche viel Glück für die Prüfung!
    Und danke fürs weiterempfehlen.

  15. Seit 2 Wochen habe ich diesen blog gefunden und lese eifrig und dankbar mit. Ich bin jetzt auch in den „Elitekreis“ der Hörgeräteträger eingestiegen und war letzte Woche erstmalig bei Akustiker mit meinem Rezept.
    Interessant war, das bei der Beratung erst gar nicht über ein günstiges Kassenmodell gesprochen wurde. Erst, als ich fragte, ob ich denn wohl auch eines von diesen zum probetragen haben könne, hat mir meine Beraterin eines mitbestellt. Ich bin schon sehr gespannt, was ich da auf die Ohren kriege.
    Und dank diesem Beitrag werde ich leider jetzt eine kritische Kundin sein.
    Vielen Dank für diesen blog
    Liebe Grüsse
    Anita

  16. Bitte, Anita, freut mich sehr! Auch, dass Dir das Blog gleich von Nutzen war. Wenn ein billiges Gerät bei Dir okay ist, wunderbar. Und wenn nicht, dann weißt Du wenigstens warum Du mehr zahlst (oder zahlen läßt, ich weiß gar nicht wie inzwischen die Lage ist, nach diesem Urteil, dass die Kassen grundsätzlich auch teurere Geräte bezahlen müssen).

  17. Hi
    erstmal vielen Dank für diesen Blog, ich lese seit geraumer Zeit mit und ich habe das Gefühl, dass in letzter Zeit kaum etwas meinen Horizont so sehr erweitert hat wie deine Wahrnehmung der akustischen Realität. Das ist für mich besonders wichtig, denn ich bin angehender Hörgeräteakustiker und stehe zur zeit kurz vor der Gesellenprüfung.

    Entsetzt hat mich allerdings deine letzte Empfehlung, am Schluss ein Angebot von der Konkurrenz einzuholen!
    Versteh mich nicht falsch, es spricht nichts dagegen, die Preise zu vergleichen und sich im Zweifel für das günstigere Angebot zu entscheiden, ganz im Gegenteil. Aber wir sind schließlich keine Supermärkte und es geht auch nicht um eine Flasche Milch.
    Du hast es in den ersten beiden Punkten ja schon angesprochen: man verbringt beim Akustiker eine Menge Zeit und dieser widerum verwendet viel Zeit, Aufwand und auch Geld auf eine qualitativ hochwertige Anpassung. Das umfasst, wie du ja auch bereits geschrieben hast, das Probetragen verschiedener Geräte, das umfasst eine Audiometrie (die ja in aller Regel kostenlos ist), einen Beratungstermin, das Bestellen und Einstellen von Hörsystemen, die Anpassung auf subjektive Bedürfnisse des Kunden, häufigeres Nachstellen und im Zweifelsfall wird ein Probegerät eben noch ne Woche länger mitgegeben oder es wird eben noch ein drittes/viertes/xtes zur Probe mitgegeben. Genau deswegen unterscheiden sich ja die Preise von Akustiker zu Akustiker: der Preis des Geräts ist nicht ausschließlich auf das Gerät selbst sondern auch auf alle oben genannten Punkte sowie mehrere Jahre (!) Service und Nachsorge zurückzuführen – und gerade deswegen sollten deine ersten beiden Empfehlungen viel wichtiger sein, als die Verlockung kurzfristig Geld zu sparen!
    Kunststück, dass ein konkurrierender Akustiker ein günstigeres Angebot machen kann, wenn man bei einem anderen Akustiker die vergleichende Anpassung bereits hinter sich hat und schon genau weiß, welches Gerät man will: der zweite Akustiker hat quasi keinen Aufwand und kann deutlich mit dem Preis runtergehen (noch dazu, wenn er der Konkurrenz eins auswischen will).
    Der erste Akustiker widerum geht völlig leer aus: er hat sich über mehrere Wochen viel Zeit genommen und sich große Mühe gegeben und bekommt noch nichtmal von der Krankenkasse eine Entschädigung für die abgebrochene Anpassung (die wurde vor ein paar Jahren abgeschafft).
    Ich habe das selbst vor kurzem erlebt und es ist wirklich nicht schön.

    Wenn schon Preise vergleichen, dann bitte VOR der vergleichenden Anpassung!

    Zum Thema „zuzahlungsfreies Hörgerät“: Akustiker sind verpflichtet, darüber zu informieren und eines (bei manchen Kassen sogar zwei verschiedene) anzubieten!

  18. Pia Butzky

    Mmmh. Stimmt. Den besten Service möchte man als Kunde immer gern umsonst mitnehmen, aber dann geizt man rum mit der Bezahlung.
    Umso besser, wenn die Akustiker das mal transparent machen.

    Finde ich gut, auch als Kundin! Wenn ich erkenne, was der Wert einer Leistung ist, zahle ich das Geld mit gutem Gefühl. Die elende „Geiz ist geil“ – Mentalität hängt mir auch als Verbraucherin schon schwer zum Hals raus. Sie macht doch bloss gute Qualität kaputt. Es gibt schon „billig-beerdigungen“. Vielleicht wird es bald „hörgerät-to-go“ geben? Horror.

  19. @Anita: es ist ganz ganz wichtig, dass Du mindestens ein (je nach Krankenkassen auch zwei) zuzahlungsfreie Hörgeräte zur Probe trägst. Nur dann hast Du eine Chance, eine Zuzahlung oder Teile davon bei der Krankenkasse, der Rentenversicherung oder einem anderem Träger (zumindest teilweise) erstattet zu bekommen.

    Je nach Hörschädigung bekommt man nämlich mittlerweile auch ‚höherwertige‘ Geräte erstattet (aktuelle Rechtsprechung). Voraussetzung ist dafür aber u.a. das Probieren von Kassengeräten selbst dann, wenn völlig klar ist, dass diese für die vorliegende Hörschädigung nicht ausreichen. Mache gerade sehr leidvolle (und teure) einschlägige Erfahrungen …

  20. Hi Benny, willkommen hier, freue mich dass Du mitschreibst. Im Ernst, Deine Perspektive und die Sichtweise von Akustikern fehlt hier noch (Ausnahme, aber auch das erst seit ein paar Tagen: „Dude“).
    Ich kenne die wirtschaftliche Situation von Akustikern ein bißchen. Will nun wirklich keiner Geiz ist geil-Mentalität unter Schwerhörigen das Wort reden, Pia. Mir war das die zwei Male, die ich es getan habe auch sehr unangenehm. Wie Du sagst, es geht nicht um Supermärkte und Milch.
    Aber solange die Zuzahlungen für Top-Systeme so groß sind, hat man als Kunde keine andere Wahl, halte ich Preisvergleich dennoch für angemessen. Allerdings offenen und möglichst früh. Bei mir zB war es so, dass ich offen gesagt, habe ich würde gerne bei Ihnen (meinem Akustiker) bleiben, der andere ist aber leider bei formal gleichwertiger Leistung etwa 100 Euro billiger [Nachtrag: 1000, sorry, Tippfehler. Für 100 wäre das natürlich lächerlich]. Das macht für mich einiges aus, können sie mir ein wenig entgegenkommen. Sowas finde ich okay.

    Finde es übrigens klasse, dass sich hier gerade noch so Sachverstand und Erfahrungen ansammeln. Mit der aktuellen Rechtslage hatte ich nämlich noch nicht wieder ein Hörgerät, da kenne ich mich nicht aus. Danke auch, frauke!

  21. Noch ein paar Tipps zum Hörgerätekauf von mir als „Insider“:

    Der „Klang“ eines Hörgeräts ist Frage der Einstellung – und die ist oft abhängig von der Vorberechnung des Hörgeräteherstellers und damit von dessen Philosophie (und da stehen sich optimales Sprachverstehen und gute Spontanakzeptanz als Gegensatzpaare gegenüber). Dieser Klang lässt sich aber stark verändern. Die entsprechende Messtechnik und etwas Geschick vorausgesetzt kann man Hörgeräte unterschiedlicher Hersteller nahezu gleich klingen lassen, zumindest was die reine Verstärkungseinstellung angeht (mit Störgeräuschunterdrückungssystemen, Richtmikrofonen usw. siehts etwas anders aus).

    Vereinfacht ausgedrückt: wem ein bestimmtes Hörgerät zu scharf/zu dumpf/zu schrill oder sonstwas klingt, der muss deswegen nicht gleich zu einem anderen Hersteller greifen.

  22. Guten Morgen allerseits 🙂
    Das Thema heißt, wie erkennt man einen guten Akustiker. Ich finde die 5 Punkte absolut o.k.
    Offenheit, Klarheit und Fairness sowie gegenseitiges Vertrauen sind die Basis für eine gute Arbeit. Ich bin Akustiker und kein Wunderheiler. Nur wenn der Hörgätekäufer und der Akustiker wirklich zusammenarbeiten werden wir gemeinsam das passende Gerät und die optimale Einstellung finden. Je genauer ein Problem beschrieben wird, umso besser kann es angegangen werden. Vergleichende Anpassung… zwei(!) verschiedene Geräte… also was immer ich mir kaufe die Auswahl ist größer und das gilt auch für Hörgeräte. Preisvergleich… selbstverständlich ! Wenn ich Preise vergleiche, achte ich auch darauf, wie der Service ist, wenn ich ihn denn brauche und bezahle auch mal mehr, wenn ich mich gut beraten fühle (So mache ich es bei meiner Optikerin auch, zu der habe ich vollstes Vertrauen). Ich habe mal gelesen, dass der Mensch zwei Ohren hat und einen Mund, wohl um mehr zuzuhören, als zu reden. Nein im Ernst… keine Scheu haben und offen alles ansprechen, auch den Preis. Viele Akustiker kommen entgegen mit einem Nachlass oder der Möglichkeit Ratenzahlung u.v.m. Die Leistung der Krankenkasse ist eine Schande !! Der Festbetrag wird einseitig festgelegt und dann auch verlangt, dass bis zu zwei Kassengeräte angeboten werden. Das Hörgerät muss ausreichend und zweckmäßig sein, das reicht der Kasse. Aber wie dehnbar ist das denn ?!
    Es gibt Fälle in denen ein Kassengerät völlig reicht, aber wer aktiv im Leben steht und auf dem aktuellen Stand sein möchte, kommt nicht an der Eigenleistung vorbei.
    Es gibt eine riesige Auswahl an Geräten und es ist beinahe immer möglich das „richtige“
    Geräte zu finden, das alle Anforderungen und Wünsche weitestgehend erfüllt. Das ist mühsam, ja ! Aber nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sonder weil wir es nicht wagen ist es schwer.

  23. Hehehe, die Hörgeräteanpassung als Schule fürs Leben. 😉 Danke für Deinen Kommentar.

  24. Hallo zusammen, habe mit großem Interesse hier gelesen und möchte meine Erfahrungen auch mal einbringen zu Hörgeräteakustikern. Ich habe Otosklerose und brauche seit ca. 10 Jahren rechts ein HG. Nun wirds links auch schlechter und ich bin deshalb hier hereingestolpert.
    Das erste HG habe ich bei einem fairen netten Akustiker gekauft, alles war okay, die Beratung, die Anpassung, der Preis, mir wurde auch nichts überteuertes aufgeschwatzt, ich durfte testen, was ich wollte und so lange ich wollte. Dann bin ich umgezogen, weit weg von diesem Akustiker.
    Das nächste Modell musste ich dann woanders kaufen. Ebenfalls netten Laden gefunden, durfte viel testen und wurde viel eingestellt. Irgendwann machte mich jemand auf eine Rabattaktion bei einem anderen Akustiker aufmerksam. NUR deshalb rief ich dort an und ließ mir die Preise für HGs sagen, die in meiner engeren Auswahl waren. Schock: Preisunterschied von bis zu 600,- €! Dieser Akustiker nannte mir seine günstigen Preise OHNE zu wissen, dass ich die Testphase nicht mehr brauche. Er hat davon ausgehen müssen, dass ich nach meinem Anruf komme und noch ein halbes Jahr herumteste. Was sagt uns das??
    Macht bitte bitte BEVOR ihr zu testen anfangt einen telefonischen Preisvergleich für HGs. Mittlerweilen kann man über Internet und seiner Hörkurve vom Arzt in etwa abschätzen, was man ungefähr für Modelle braucht und wählt sich einfach einige aus, ruft an und fragt, was die kosten. Damit kann man schon mal die überteuerten Akustiker von den günstigeren unterscheiden. Und dann kann man immer noch abwägen, ob einem die Nase des einen Akustikers lieber ist als die des anderen und dafür gerne etwas mehr zahlt. Man geht nur nicht schon von vorneherein zum teuersten.
    Das der für 600,- oder auch mehr Aufpreis mehr bieten kann, ist auch klar, aber ich will nicht ganz allein seine Monatsmiete und seinen Service finanzieren!

  25. Danke für Deine Geschichte, Angie. Genau, zu Anfang mal kurz über die Preise (und die Nasen 😉 ) der verschiedenen Akustiker vor Ort informieren ist gut. Schließlich ist Hörgeräteanpassung eine langwierige und vertrauensbedürftige Sache, da will man nicht später wechseln, wenn man schon drin ist.

  26. Danke für diese Ausführungen! Wenn ich die Erfahrungen und auch die obigen Kriterien lese, dann bin ich, glaube ich, sehr gut gelandet. Ich bin seit langem mitteltonschwerhörig (rechts leicht, links mittelgradig), über Jahrzehnte hörentwöhnt und außerdem sehr musikalisch und damit sehr differenziert hörend – was die Anpassung wirklich schwierig macht, für mich wie auch für die Aktustikerin. Ich habe mittlerweile 5 verschiedene Hörgeräte ausprobieren können (meinen Favoriten jetzt mit Ohrpassstücken, was alles wieder leidvoll anders macht) und 15 mindestens 1stündige Sitzungen hinter mir, ohne dass die Akustikerin wirklich abgesichert wäre, dass ich bei ihr kaufe. Aber für mich ist das keine Frage mehr, bei dieser Qualität und Geduld.

  27. Bitteschön! Freut mich, dass es gut läuft.

  28. Obwohl, ich hätte da noch ein weiteres Kriterium: Man sitzt einfach im Zimmer des Hörgeräteakustikers, und dort wird die Einstellung vorgenommen. Das ist allerdings nur eine von vielen Hörsituationen, und merkt erst draußen oder zu Hause, ob die Einstellung stimmt oder nicht. Daher ist es m.E. wünschenswert, wenn schon vor Ort mehrere Situtationen ausprobiert werden können (das geht m.W. bei einigen Akustikern). So manche zusätzliche Sitzung lässt sich so einsparen.

  29. Das ist wichtig, stimmt. Mit Simulationen kenn ich mich nicht so aus, ich bin mit meinem Akustiker bisher immer einfach mal kurz auf die Straße gegangen oder ins Treppenhaus.

  30. Pingback: Sie hätten gern ein Hörgerät? Da wird ihnen geholfen | Not quite like Beethoven

  31. Täubchen ;o)

    Vor etwas über acht Jahren hatte ich bei einem HNO-Arzt einen Hörtest gemacht. Hintergrund war eine neurologische Untersuchung wegen Reizüberflutung. Zu meiner Überraschung wollte mir der HNO-Arzt sofort Hörgeräte anpassen, die ich angeblich dringend benötigte. Auf einer Tabelle zeigte er mir, dass ich angeblich bereits halb taub sei. Aufgrund meiner Skepsis – bislang hatte ich nie Hörprobleme – erklärte er, wenn ich das nicht ernst nähme und mich erst später irgendwann zu Hörgeräten entschließen würde, hätte mein Gehirn bis dahin verlernt, an es weitergeleitete Hörimpulse zu verarbeiten. Mir würden die Geräte dann nicht mehr helfen und ich würde schließlich taub werden. Er gab sich intensive Mühe, mich zu verunsichern.

    Ich verließ die Praxis und nahm nie mehr Kontakt auf. Bis heute trage ich keine Hörgeräte. Bis heute höre ich gut.

    Ohne Zweifel existieren zwischen einigen HNO-Ärzten und HG-Akustikern eine Art mafiöser Strukturen. Ich finde das allerhand!

  32. Was Du da beschreibst, klingt ja wirklich sehr schräg. Das ist dann wohl wirklich ein äußerst schwarzes Schaf gewesen! So schlimm, dass Leuten, die gar keins brauchen, ein Hörgerät aufgeschwatzt wird, das habe ich noch nie gehört. Zum Glück.

  33. Ich trage seit 33 Jahren Hörgeräte und habe auch schon Einiges erlebt – im Guten wie im Schlechten. Wenn ich gefragt werde „zu welchem Akustiker würdest Du gehen“, würde ich zusätzlich zu den o.a. Punkten aus dieser Erfahrung heraus noch Folgendes ergänzen:

    1. Vermeide Optiker, die auch Hörgeräte verkaufen. Sicherlich gibt es auch hier mal dann und wann einen Lichtblick. Aber mittlerweile ist die Hörgerätetechnik dermassen spezialisiert, dass man so etwas nicht nebenbei in der Ecke des Brillenladens anpassen kann und sollte. Suche also ein Fachgeschäft, in dem ein Meister aktiv ist.

    2. Vermeide Ketten – je größer desto schlimmer. Ketten kaufen vor allem größere Mengen Hörgeräte von Massenherstellern zu vergünstigten Preisen ein und versuchen natürlich, diese dementsprechend an den Mann zu bringen. Ich gehe ab und zu immer mal wieder in einen solchen Laden und stelle spezifische Fragen – und werde dann dermassen blöd angeschaut, als würde ich einen Zugschaffner nach dem letzten Wartungsprotokoll der Lok fragen, die den Zug zieht. Suche also ein unabhängiges Fachgeschäft.

    3. Sei vorsichtig, wenn ein HNO-Arzt direkt mit einem Hörgeräteakustiker verbandelt ist, also gegenseitige Empfehlungen ausgesprochen werden oder sogar direkte Weiterleitungen oder Gemeinschaftspraxen. In dieser Kette Arzt-Akustiker-Patient bist Du als Patient das schwächste Glied. Solche Klüngeleien sind außerdem eigentlich nicht erlaubt – obwohl hier derzeit eine Besorgnis erregende Entwicklung zu beobachten ist.

    4. Suche einen Akustiker, der bereit ist, mit Dir einen schwierigen Kampf gegen die Krankenkasse wegen der Kostenübernahme zu führen. Ich habe bislang alle Hörgeräte voll bezahlt bekommen – einfach war es nicht und man braucht einen langen Atem.

    5. Mache einen Bogen um Akustiker, deren Praxis und Geräte eher nach 70er-Jahre-Wohnzimmer aussehen als nach einem IT-Unternehmen 😉 Für eine optimale Anpassung sind hochmoderne Gerätschaften wichtig. Damit muss ein Akustiker umgehen können. Wenn beispielsweise keine Mail-Erreichbarkeit gegeben ist, werde ich skeptisch. Ältere Akustiker sind mit der Materie manchmal überfordert. Ich persönlich tendiere deshalb eher zu jüngeren Akustikern. Das ist allerdings eine ganz subjektive Erfahrung – es gibt auf jeden Fall auch hervorragende ältere Akustiker.

  34. Da sprechen 33 Jahre Erfahrung, in der Tat! 🙂 Wenn Akustiker nicht per Email zu erreichen sind, müssen sie, finde ich, zwar keine schlechten Akustiker sein, sie sind aber schonmal schlechte Dienstleister. Ich meine, bei welcher Zielgruppe sollte denn das emailen noch näher liegen als bei Schwerhörigen?

  35. Vielleicht passt die Frage hier ganz gut rein, die sich mir seit Lesen des Blogs stellt: Ist es für jemanden wie mich („Anfangs-Twen“, im Prinzip gut hörend, außer bei Dingen, die ich nicht hören will 😉 ) notwendig/angeraten ab und zu (oder halt in einem bestimmten Abstand) mal einen Hörtest machen zu lassen? Wenn ja, macht man das besser bei einem Arzt oder bei einem Akustiker (Beim Optiker bekam ich beim letzten Mal auch das deutlich bessere Ergebnis…)? Kennt sich jemand damit aus?
    Lieben Dank und viele Grüße 🙂

  36. „Notwendig“ ist es sicher nicht, vor allem wenn man jung ist und keinerlei Anhaltspunkt hat, dass man evtl schlecht hört. Aber da man diese Anhaltspunkte bei sich selbst oft lange nicht sieht/nicht drauf kommt/verdrängen will und *falls* man schlecht hört, es gut ist, wenn man sich schnell drum kümmert: Ist schon gut, wenn man mal einen macht, wenn man dran denkt.

    Mit der Qualität verschiedener Tester habe ich aber keine Erfahrung. Es kommt v.a. auf die Ausstattung an und dass die genormt eingestellt ist.

    Ich würde sagen: Fürs erste kann man überall hingehen bzw. so einen oder so einen Internet-Test machen. Falls da was bei rauskommt würde ich bei Gelegenheit mal zum HNO gehen.

  37. Danke für die prompte Antwort 🙂 (Ich frag mich ja schon wie Deine Link-Sammlung wohl aussieht, werter Herr @nqlb. Wenn da auf ein Stichwort gleich einer kommt… ;))
    Die online Tests werde ich nachher mal machen. Grad keine (innere) Ruhe dafür 😉

  38. In diesem Fall sieht die Linksammlung aus wie die Eingabemaske einer Suchmaschine. 😉

  39. Ah Google, Dein Freund und Helfer im WWW. 😉 Auch gut. (hätt ich ja mal selbst drauf kommen können… Danke also)

  40. Ein wichtiger Punkt fehlt mmn noch. Versteht der Akustiker die Ausdrucksweise und die in Worten gefassten Empfindungen? Kommt das was ich sage, so an wie ich es meine?
    Gerade in der Hörakustik wird viel über das Hörempfinden gesprochen, doch für diese Empfindungen existieren keine richtigen Begriffe, sondern nur subjektive Umschreibungen. Nur wenn der Akustiker diese Umschreibungen in seine eigenen Empfindungen übersetzen kann, kann eine gezielte Feinanpassung durchgeführt werden. Ich habe Kunden die verzerrende Geräusche mit roten Farbtönen bezeichnen und einen zu dumpfen Klang als eitrig. Gleiche beschreibende Worte wie „Schallig“ oder „Hallig“, werden oft bei sehr unterschiedlichen Empfindungen verwendet.
    Beim ersten Beratungsgespräch sollte besonders auf diese Kommunikation geachtet werden, denn nur wenn der Akustiker versteht, kann er dem Verstehen helfen.

  41. Eure Tipps werd ich auch beherzigen. Mein altes Bravissimo werd demnächst 6 Jahre alt und ich will es durch einen neuen Gefährten ersetze, der NICHT fiept… Ich dreh durch wenn ich das Geräusch noch weitere 6 Jahre ertragen muss… das nervt auf Dauer…

  42. akustikermeister, sehr wichtiger Punkt! Vielen Dank! Ich dachte eigentlich immer, dass ich mich recht gut ausdrücken kann — bis ich zum Akustiker ging 😉 „eitrigen“ Klang versuche ich mir gerade vorzustellen und wende mich geekelt ab. 🙂

    Eluchil, hoffe es bringt was, wünsche viel Erfolg!

  43. ich hab das alles noch vor mir und momentan noch eine ziemliche hemmschwelle, einen solchen laden zu betreten…werde ich, vorerst ohne ärztliche bescheinigung, denn überhaupt ernst genommen? geht das probetragen auch ohne diese bescheinigung? ich habe auf dem linken ohr einen pfeifton, das macht schon den hörtest schwierig…

  44. @Steffen – nun ja, es gibt Akustiker, die dich ernst nehmen, und es gibt solche, die zuerst eine Verordnung vom Arzt auf dem Tisch haben wollen.
    Aber es gibt sehr oft sogenannte Test-Aktionen (Frühlin, Herbst) oder Studien, mit denen Akustiker werben, und dabei kann man kostenlos und unverbindlich Geräte testen. Die Frage ist dann allerdings, wie gut diese fürs Testen angepasst werden.
    Pfeiftöne sind bestimmt lästig. Ich kenne eher das leise Rieseln oder Plätschern, und sobald ich Hörgeräte trage und mich anderweitig beschäftige, sind mir die Geräusche egal.
    Beim Hörtest erlebe ich es oft, dass ich die Töne, die vom Band kommen, länger höre, da sage ich dann immer, dass ich jetzt nicht weiß, ob das ihr Ton oder mein Ton ist 😉

  45. Nur Mut! Ansonsten: Kann mich Gruppli nur anschließen. Was den Pfeifton angeht, da gibt es dann für den Hörtest eben keine konstanten Piepstöne, sondern pulsierende. Die kann man besser von dem Pfeifen unterscheiden. (bei einigermaßen modernem Equipment zumindest)

  46. hey, vielen dank euch, ihr baut mich auf…hoffentlich kann man da was machen, ich hab mal gelesen, wenn man einen pfeifton hat, kann man einen „gegenton“ einsetzen, um diesen quasi zu neutralisieren…hat damit jemand erfahrungen gemacht oder weiß bescheid?

  47. Das geht auf jeden Fall bei Geräuschen außerhalb des Kopfes. Innerhalb: Was es gibt sind hörgeräteartige Geräte, die den Ton „maskieren“, das soll dann den gleichen Effekt in der Wahrnehmung haben. Ich glaube, es funktioniert auch (oder entspannt zumindest) aber ich weiß nichts genaues…

  48. geräusche ausserhalb des kopfes? :))
    ich bin gespannt, wie das weitergeht. werde mir nächste woche mut antrinken und dann mal in so einen laden reingehen…ich werde berichten…ein schönes wochenende euch allen!!
    p.s. die seite ist super!

  49. …also nur mal so als zwischenmeldung, falls es jemanden interessiert: ich hab mich noch nicht reingetraut…

  50. Ist sie so hübsch, die Akustikerin? 😉

  51. alsoooooo: ich war DRIN! gestern hab ich es getan. hübsch war sie ja 🙂
    wir haben einen hörtest gemacht, der (überraschung!!) schlecht ausgefallen ist. leider war die gute frau extrem nervös, fahrig, gestresst…sie war alleine, weil die kollegin auf hausbesuch (?) unterwegs war…zwischendurch hat das telefon geklingelt, eine andere kundin kam rein und dann wurde sie noch nervöser…furchtbar…auf meine fragen ist sie teilweise nicht eingegangen, oder aber sie hat wegen telefonklingeln die frage vergessen und „den faden verloren“…mein fazit: wenn ich da öfter hin müsste, um geräte anzupassen/einzustellen, wäre ich ziemlich genervt…also muss ich weiter suchen…
    jetzt mach ich erst mal einen termin beim ohrenarzt, um dann eine bescheinigung zu bekommen…anstrengend, das alles…

  52. p.s. die frau ist laut visitenkarte „hörgeräteakustiker meisterin“ und „pädakustikerin“…in einer solchen gesprächsatmosphäre kann man meiner meinung nach keine hochwertigen medizinischen geräte verkaufen, sorry, frau R….

  53. Erstmal Glückwunsch zur bestandenen Mutprobe! Eine Meisterin, die so nervös ist? Klingt komisch, sie müsste doch eigentlich viel Erfahrung haben. Vielleicht hatte sie einfach einen schlechten Tag?
    Naja, jedenfalls, wenn Du Dich nicht wohl gefühlt hast, solltest Du Dir wohl noch etwas anderes ansehen, immerhin zählt das Wohlbefinden in so einer Situation sehr.

  54. danke, mein lieber…ich war auch ziemlich erstaunt, als sie mir ihre visitenkarte gegeben hat – ich hätte eher gedacht, sie wäre eine seiteneinsteigerin mit wenig berufserfahrung…
    naja, wie auch immer: ich habe am dienstag einen termin beim ohrenarzt, dann überlege ich mir, ob ich nochmal zu frau r. gehe oder woanders hin…hat jemand erfahrung mit lindacher oder kind? ich hab jetzt schon öfter gelesen, dass die „kettenakustiker“ nicht so empfehlenswert sind…

  55. Da gibt es auch sone und solche. Und die meisten „Kettenakustiker“ waren mal selbständig.

  56. also, „gehopst wie gesprungen“, wie man bei uns in baden württemberg sagt!?
    ich komme gerade vom doc. er war entsetzt über das schlechte ergebnis (er hat nochmal nen test gemacht), hat mir aber noch keine verordnung ausgestellt. ich soll in 5 wochen nochmal kommen und in der zwischenzeit ein paar hörgeräteakustiker austesten…irgendwie hatte ich das gefühl, er will erstmal testen, ob ich „am ball“ bleiben, bevor er mir die verordnung ausstellt…

  57. Hm, ich kann nicht ganz nachvollziehen wie man entsetzt sein kann und gleichzeitig sagen, kommen Sie in 5 Wochen nochmal vorbei. Muss nichts heißen, jedenfalls ist wäre das aber ein neuer Besuch im nächsten Quartal.

  58. das hab ich mir ehrlich gesagt auch überlegt, aber leider erst, als ich wieder zu hause war. vielleicht rufe ich nochmal an und versuche, einen termin im juni zu bekommen…anscheinend sind noch „einige untersuchungen“ nötig, bevor ich die verordnung bekomme…was wird denn da noch untersucht?

  59. Keine Ahnung. Hängt vom Einzelfall ab und was schon untersucht wurde.

  60. naja, mir wurde in die ohren geguckt und eben dieser hörtest gemacht. weiß nicht, was die noch untersuchen werden…hab eben angerufen und einen termin für den 29.06. bekommen, also in diesem quartal 😉

  61. soooo, mal wieder ein update, seit dem 08. ist nix passiert. war heute nochmals bei besagtem hörgeräteakustiker, diesmal bei einem anderen frollein. ohne die ärztliche bescheinigung wurde ich 1-1,5 h beraten und durfte sogar ein hörgerät zum testen mitnehmen…es ist ziemlich gewöhnungsbedürftig, und viele geräusche erscheinen mir unnatürlich laut, z.b. die eigenen schritte…sicher ist das alles noch nicht optimal eingestellt und ich muss mich auch erst dran gewöhnen…hat jemand ähnliche erfahrungen gemacht bzgl. der eingewöhnung?

  62. Ja, das ist normal, dass die Einstellung noch nicht superoptimal ist und dass man sich trotzdem an das andere Klangbild gewöhnen muss. Sind ja zum Teil auch Geräusche/Frequenzen, die Du lange nicht mehr so gehört hast…

  63. so, mal wieder news von der front…habe endlich diese verordnung bekommen und gerade die zweiten geräte im test. diesmal siemens, die pfeifen los, wenn man sich übers haar streicht oder schnell bewegt…anscheinend sind diese probleme bekannt, ich sollte die lautstärke einfach eine stufe runter stellen. hat jemand mit siemens diese erfahrung gemacht? morgen hab ich ein vorstellungsgespräch und weiss noch nicht, ob ich die dinger reinmachen soll…

  64. Benny (Akustiker)

    etwas ältere Siemens-Geräte haben meiner Erfahrung nach wirklich gewisse Schwierigkeiten mit der Rückkopplung, aber die ersten Geräte der aktuelle Serie Motion/Pure XCEL, die ich bisher angepasst habe, sind spürbar besser…

  65. hallo benny, vielen dank für den kommentar vom fachmann…die werden mir doch nicht ältere geräte mitgeben zum testen, wollen doch auch schließlich neue verkaufen!? hab nächste woche wieder einen termin und werde das dann abklären…leiser stellen möchte ich die dinger eigentlich nicht…
    die akustikerin meinte, es läge evtl. auch daran, dass die „schirmchen“ nicht richtig im ohr sitzen, wenn die individuell ans ohr angepaßt werden, dann ist das weg. kannst du das so bestätigen? was mache ich, wenn ich die dinger kaufe und die pfeifen noch immer nach der anapassung?

  66. Helena,
    hallo, alle zusammen. Habe seit drei Wochen Hörgerät in beide Ohren. Komme zu Zeit immer noch nicht klar. Bei Telefonieren, Ferneseh. Im hintergrund höre ich immer meiner stimme. Ist das normal. Das Gerät soll
    Hörgerät marke Phonak. Preiss 2.500 E. Hatt jemand erfahrungen,

    Mfg Helena

  67. Nein, das ist nicht normal. Dein Akustiker sollte die Einstellung ändern, so dass Du dich nicht mehr hörst (nicht mehr als sonst auch).

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