Schwerhörigkeit ist NICHT das Problem

Das Problem ist viel eher: Um halb sieben Uhr morgens so müde sein, dass man auf KEINEM Kanal mitbekommt, dass der Zug, der da steht, wo meiner immer steht, ein ganz anderer ist. Nämlich einer, der eigentlich schon vor 20 Minuten nach Jüterbog gefahren sein sollte. Und dass mein Zug, der ist, bei dem sich auf dem benachbarten Gleis gerade die Türen schließen.

Ist ja auch kompliziert. Es ging gerade noch mal gut: Die Tür erwischte mich nur an der Brust.

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20 Antworten zu “Schwerhörigkeit ist NICHT das Problem

  1. Ich hasse Bahnhofs- und S-Bahndurchsagen, weil beide gleichermaßen nicht zu verstehen sind!

  2. hatteste du ihn dann doch verpasst oder biste Rückwärts aufgesprungen?
    Aber auf Bahnhöfen hab icch mit sowas auch Probleme… immer den Nachbar fragen, ob die Durchsage diesen Zug betrift….
    Was ich festgestellt habe, denn die Stimme aus dem Computer kommt, versteht mein CI alles….

  3. Ich habe, liebe Clara Himmelhoch, zu diesen Durchsagen auch ein sehr gespanntes Verhältnis. Immerhin, mit CI und ein bißchen Glück klappt’s immer mal wieder. Ich wundere mich eigentlich, dass ich es trotzdem lustig finden kann, wenn Durchsagen für niemanden zu verstehen sind. Zorckblm!

    Bin noch durch, zimi, nur die Tür hat mich eben noch gestreift. Oder ich sie. Sehr zur Belustigung eines dahinter stehenden Säufers, der meinte, „Man darf einfach keene Angst vor Kontakt haben wenn man ankommen will, wat?!“
    Das mit dem Computer liegt bestimmt daran, dass das CI die Verwandtschaft erkennt 😉

  4. na, da hat der säufer aber mal ’ne richtige lebensweisheit vom stapel gelassen!!

  5. Regenbogen

    Oh, da haste auch als Hörende manchmal gaaaanz schön Probleme, wenn Du nicht direkt unterm Lautsprecher stehst. Nämlich aufgrund des ganzen Lärms in der Umgebung. Da sprechen selbst die Lautsprecher nicht laut genug, um die Züge auf den Nachbargleisen zu übertönen. 😦

  6. Rebhuhn, genau. Drum find ich ja ich verpaß da was wenn ich das nicht versteh was die so sagen. 🙂

    Regenbogen, na wie jesacht, in dem Fall wäret eh egal jewesen.

  7. Pia Butzky

    Bahnsteigdurchsagen, oh jeh, … zwecklos. Nehme ich immer zum Anlass, um nette Leute anzusprechen. „Ich kann die Ansage nicht verstehen. Was wurde eben gesagt?“ Schon ist man im Gespräch, wenn die Ansage nicht laut dazwischen knattert.

    Duuuu, Bester-aller-Beethoven, mal ganz abgesehen von Müdigkeit: Geht es dir manchmal so, dass du vor lauter Anstrengung beim Hören (= decodieren) den Inhalt nicht speichern kannst? Passiert mir leider öfter. Habe zwar jedes Wort entschlüsselt, aber nichts im Kurzzeitgedächtnis. Leer. Muss ich mir Sorgen machen?

    Habe gehört *bitterlach*, naja, eher gelesen, dass andere Schwerhörige auch Probleme haben, etwas inhaltlich auszuwerten, was sie akustisch durchaus verstanden habe. Nicht aus Dummheit, sondern weil das unmittelbare Aufnehmen ins Gedächtnis durch das aktive Sprache-Zusammen-Bauen blockiert ist. So in der Art.

    Schon mal gemerkt oder davon gehört/gelesen?
    (Oder baue nur ich ab? Help.)

  8. Hi Pia,

    nein, du bist da nicht die einzige, geht mir genauso. Ich hatte nie ein auditives Gedächtnis, da vorm CI wirklich null Sprachverstehen (und nie mehr als null gehabt). Inzwischen ist es besser, so dass ich mit der Familie gut telefonieren kann (wie schon gesagt, an Fremde trau ich mich nicht ran). Aber ich hab auch oft Mühe, hinterher das Gespräch wiederzugeben und vergess die Hälfte dabei. Oder ich vergesse im Gespräch, was ich eigentlich alles noch sagen/fragen wollte, weil meine ganze Aufmerksamkeit dem Verstehen gilt…

    Da gibts wohl keine wirkliche Lösung, außer weiter fleißig telefonieren (und auditives Gedächtnis trainieren) und Zettel + Stift. 😉

  9. Pia Butzky

    DANKE, JoJo.
    Tröstet mich echt. Habe mir schon Sorgen gemacht, dass ich nicht schrullig (ein hohes Ziel!), sondern bloss blöd werde. Zettel + Stift kommen oft zum Einsatz. Geht gar nicht anders.
    Auditives Gedächtnis trainieren? Wie?

    Hi, nqlb, du wirkst so clever und mit dem Kopf überall dabei, „Antennen nach außen gedreht“ trotz Hörstörung, aber hast du auch manchmal einfach diese Speicherlücken? Also nicht wegen Müdigkeit, sondern unvermittelt. Man guckt ins Kurzzeitgedächtnis und huch: Nix drin! Obwohl man so geackert hat beim Zuhören.

  10. Pia, da hast Du aber recht, ein Grund andere Leute anzusprechen ist eigentlich immer gut. So muss man es auch sehen!
    Außerdem kenn ich das auch, was Du beschreibst. Ich merke generell, dass nur Gehörtes nicht so gut in Erinnerung bleibt (zB auch beim Hörbuchhören). Das war übrigens eigentlich schon immer so. Und ich glaube auch nicht, dass sich das nochmal groß ändert, ich werde glaub ich immer lieber Bücher lesen als Hörbücher hören und Nur-Vorträge anstrengend und nicht so ergibig finden.
    Kenne übrigens, jojoauch das mit dem vor lauter Zuhören einiges von dem vergessen was ich vielleicht noch sagen/fragen wollte. Das allerdings kann man trainieren. Einfach zwischendrin mal Durchatmen, aus dem Versteh-Hamsterrad raus und überlegen was man wollte.

    Nochmal Pia: „Man guckt ins Kurzzeitgedächtnis und huch: Nixdrin!“ Doch, das kenn ich auch. Also wenn ich mich nachmittags mit wem unterhalten hab und dann abends nochmal überlege was alles gesagt wurde. Hab neulich eine Studie gelesen, wo rauskam, dass Schwerhörige tatsächlich geistig so beschäftigt/blockiert sind beim Zuhören, dass sie sich schlechter merken können was gesagt wurde. Also Entwarnung, liebe Pia. 🙂

  11. Also ich merk, dass ich am Abend nicht mehr so geschaft vom hören bin, seit ich das Ci hab. zum Gedächtnis gibts auch eine Untersuchung: http://www.nachrichten.de/wissen/Schwerhoerigkeit-Gedaechtnis-Brandeis-University-Leistungsfaehigkeit-Wingfield-cid_2257248/
    Grüße
    zimi

  12. Ja, das ist die Meldung zu der Studie, die ich gelesen hatte. Weniger anstrengend als mit Hörgeräten, kann ich auch bestätigen. Nach der Eingewöhnungsphase jedenfalls.

  13. Also zum Thema durchsagen in bahnhöfen, zügen, strassenbahnen kann ich auch als hörende beschwerliches vorbringen; ich hab ganz oft den eindruck, das interessiert überhaupt keinen ob das irgendjemand versteht was die da reden. Das wird alles derart schnell runtergeleiert, in völlig verschwurbelter sprechweise, das kann man größtenteils gar nicht verstehen. Und das versteh ich dann auch nicht; weil ich würde doch annehmen dass man eine Information auch möglichst sicher angekommen wissen möchte, wenn man sich schon die mühe macht all die technischen gerätschaften dafür ein und aufzubauen.
    und das mit dem säufer? hab ich auch nicht verstanden…Insider?

  14. Eigentlich würde man das annehmen, ja. Wenn noch live gesprochen wird (und ich glaube bei der Bahn kommen ja immer mehr automatische Ansagen) dann hat das sicher was damit zu tun, dass die reden ohne ihr Gegenüber zu sehen. Ist ja auch ne komische Situation.

    Mit dem Säufer? Nein, kein Insider. Er hat nur was zu mir gesagt, das man mit bißchen Interpretationsfreude aufs Leben und alles anwenden kann. Und ich hatte auf den alten Beitrag verlinkt weil ich immer das Gefühl hab, mir entgeht was, wenn ich nicht höre was Leute so brabbeln. Oder was meintest Du?

  15. Da hast du ja noch Glück gehabt mit deinem Zug. 😉 Erinner mich, dass ich mal mit einer Freundin auf den Bahnsteig kam und da stand schon ein Zug, wir also schnell noch rein („Mist, sind wir so spät dran?“) bevor der Zug dann abfuhr… leider in die falsche Richtung! So kann’s gehn.
    Zu den Durchsagen: Da wunder ich mich auch manchmal. Manche Leute reden wirklich so undeutlich als wäre es denen egal, ob man unten auf dem Bahnsteig irgendwas versteht. Davon abgesehen, dass es häufig einfach zu laut ist auf dem Bahnhof um die Durchsage zu verstehen. Wissen die das eigentlich nicht? Oder ist das denen egal?

  16. Ohja, ich war auch sehr froh! Wär ich in den falschen gestiegen, hätte das für reichlich Unannehmlichkeiten gesorgt.
    Zu den Durchsagen: Gibt sicher Sprecher, denen’s egal ist. Ansonsten würd ich vermuten: Die wissen nicht, wie sie’s (baulich, technisch) ändern sollen…

  17. gelesenes wird sowieso besser gespeichert als das gehörte. Wenn es umgekehrt wäre, dann würde ich sicher nicht am PC sitzen und im Netz rumgucken. Meistens ist gucken eh viel schöner!!!

  18. Hi da, auch wieder hier? 🙂 Bei mir ist es auf jeden Fall so, dass Gesehenes besser gespeichert wird. Glaube aber, ich kenne ein paar Leute, bei denen es andersherum ist. Werd sie mal fragen…

  19. Pia Butzky

    Es gibt Leute, die mehr akustisch orientiert sind und andere, die mehr visuell orientiert sind, völlig unabhängig davon, ob die Sinne auch alle funktionieren. Erinnerungen, Stimmungen, Gedächtnis, Lernen, Aufmerksamkeit, Kontaktverhalten – alles wird vermehrt über Sehen ODER über Hören aufgenommen. Solche Verlagerungen sind aber selten ganz deutlich ausgeprägt, aber bei Musikern oder Fotografen ist diese Ausrichtung ja offensichtlich.

    Meistens aber mischen wir die Sinne,wie man es gerade braucht: Lernen klappt nicht ausschließlich über Lesen. Manches wird klarer, wenn es mündlich erklärt wird. Das Sehen hilft bei schnellem Abspeichern von Eindrücken (Erinnerung). Und Hören kann ebenfalls intensiv erinnert werden (Stimmen, Musik). Es fehlt einfach was, wenn ein Sinn ausfällt.

    Menschen, die stark visuell ausgerichtet sind, trifft es nicht so schwer, wenn das Hören weg geht. Und auditiv ausgerichtete Menschen trifft es nicht so stark, wenn der Sehsinn nachlässt.
    Deshalb werden solche Sinnesverluste auch unterschiedlich schmerzhaft erlebt.
    Sag ich jetzt mal.

    Dass Schwerhörige sich auf das Sehen verlagern, ist ein nur Ausweg – notgedrungen.

  20. Ich denke, Du hast recht. Nur, dass man manches besser versteht wenn es einem mündlich erklärt wird ist glaube ich eher nicht der Lautsprachlichkeit/Mündlichkeit sondern der Interaktivität, der Möglichkeit des Rückfragens und des Feedbacks geschuldet, die man bei einem Buch nicht hat.

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