Was darf Werbung?

Jens Scholz vermißt Anstand in der Werbekampagne eines Hörgeräte-Akustikers. Ich finde zu Recht. Noch mehr aber finde ich sie einfach um ein schlechtes Wortspiel herum gemacht. Das habe ich drüben schon in einem Kommentar geschrieben. Und was denkt Ihr?

Nachtrag: Die Werbung auf der Homepage des fraglichen Akustikers dagegen („Sie verstehen Ihre Welt nicht mehr?“) finde ich wirklich sehr gut! Besonders die verstörten und deplatzierten Gesichtsausdrücke der Schwerhörigen.

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19 Antworten zu “Was darf Werbung?

  1. Pia Butzky

    Ja, geschmacklos. In der Werbeagentur haben sie den Praktikanten dran gelassen. Passiert öfter.

    Es gab mal Aufruhr bei einer Plakatserie, die mit Todesanzeigen auf Unfalltode aufmerksam machte. Das hatte einen echten Sinn, eine sehr dringende Absicht und ging einfach nur ehrlich mit dem Thema um: Man wollte Raser auf der Autobahn zum Runterbremsen bringen. Das gab aber Proteste, weil angeblich „geschmacklos“. Dabei ist und war das eine sehr gut überlegte und ernste Aktion.

    Diese angebliche Vermisstenanzeige des Hörgeräteladens hier ist einfach nur völlig daneben, erreicht auch bei allem sonstigen Aufruhr die Zielgruppe nicht. Oder doch? Übrigens wird jede Art von Aufmerksamkeit auch schon als Erfolg der Werbung gewertet, auch Abneigung. Aber ob die Kiddis mit lauter Musik jetzt zu dem Hörgeräte-Laden gehen – na, ich denke mal:
    Nö.

    Nur der Laden wird bekannt. Und das war wohl die Absicht.

  2. Pia, das hab ich auch gedacht: Auffallen um jeden Preis, Presse gehabt – Ziel erreicht. Aber genau das ist ja auch der Knackpunkt. Mit so ’ner Einstellung unterhöhlt man letztlich die allgemeinen Grundsätze von Anstand und Menschenwürde.
    Und: Sprachliche Logik vermisse ich hier auch. 😉

  3. Meine Fresse. Das ist so krass. — So kann man sich das eigene Geschäft auch kaputt machen …

    @Pia. Ich muss ehrlich sagen, dass ich selbst diese Anzeigen zur Geschwindigkeitsbegrenzung grenzwertig fand. Dabei fand ich sie irgendwie auch gut, vor allem weil es das, was es kommunizieren wollte, so gut — fast zu gut! — kommuniziert hat. Aber der Kloss im Hals war von sehr stattlciher Grösse!

    Diese Mist-Kampagne dagegen ist einfach bizarr. Davon abgesehen, dass es ja echt die Höhe ist, mit so einer Symbolik zu spielen, ist mir das kommunikative Ziel überhaupt nicht klar. Es selektiert auch null die richtige Zielgruppe.

    Jetzt spricht die Werberin aus mir, die denkt: „Na wenn’s wenigstens Erfolg versprechend wäre …“ aber es ist einfach total für die Tonne. Alles, was sie dafür bekommen werden, ist negative Presse und Abscheu. Und das mag zwar für manche manche Zielgruppen verkaufsfördernd wirken, also z.B. kommt Nazisymbolik bei manchen Klamottenmarken gut bei Nazis an und so aber das ist doch hier echt krass verfehlt.

    Man sieht den Zettel, das Herz sinkt einem in die Hose, man liest ganz vorsichtig und dann denkt man direkt: YOU’VE GOT TO BE F*CKING KIDDING ME, du blöder Hörgeräteakustiker!

    Ich möchte dem, der das abgesegnet hat, gern rechts und links eine rein…

  4. Also, SO schlimm finde ich es nun nicht. Wenn man nur ein bisschen genauer hinguckt, sieht man ja sehr deutlich, dass es Werbung ist, und nichtmal virale. Da gibt es sicher schlimmere Werbungen, die man auch nach eingehendem Checken nicht als solche erkennt (hab aber jetzt kein Beispiel). Ich glaube, das eigentliche Problem, warum sich alle drüber aufregen, ist, dass es eben keine Aufklärungskampagne ist („Leute, hört eure Musik leiser bzw. normal laut“), sondern eben Werbung. So, als wären die Autobahntode-Plakate von einer Automarke gemacht worden (Vergleich hinkt, aber trotzdem).

  5. Pia und Janice, es ist ja leider so, dass sie oft recht behalten und es auf längere Sicht tatsächlich keine schlechte Publicity gibt. Ich denke aber gerade wenn es um so beratungsintensives Geschäft geht, könnte es durchaus nach hinten los gehen. Bin da ganz bei Berlinessa!

    Aber die Frage doch, ob nicht vielleicht doch viele Leute es ganz informativ, gar gut finden. Oder es ihnen vielleicht gar nicht auffällt oder vollkommen egal ist…

    Christina, Du hast schon recht. Festzulegen, wie schlimm genau das ist und was noch etwas besser und was schlechter — darauf würde ich mich auch nicht einlassen. Ich finde auch gar nicht so sehr die moralische Frage schlimm (wie Jens). Ich finde es vor allem schlecht gemacht. Und würde wirklich gern wissen, ob ich mich vom Neukundenansturm des Akustikers Lügen strafen lassen müsste.

  6. Ich glaube, ein Akustiker hat niemals Neukundenansturm, auch wenn er supertolle Werbung macht – das liegt einfach in der Natur der Sache, oder?

    Aber wie könnte ein Akustiker werben, damit er gut ankommt und es auch was nützt? Oder vielleicht nur über Aufklärungskampagnen? Aber wäre das dann nicht auch wieder fies (wg. wirtschaftliche Ausnutzung der Kampagnenziele)?

  7. CharlyBrown

    Das erinnert mich an ein Werbeplakat vor
    einigen Jahren.
    Da stand der Satz: Taub macht dumm.
    Es war von Firma die CI oder Hörgeräte herstellt,
    hab es nicht mehr genau in Erinnerung.
    Darüber gab es damals viel Protest in Foren
    der Gehörlosen.
    Die Werbung „Gehör vermisst durch laute Musik“ ist dagegen harmlos.

    Off Topic zur Aufheiterung:
    Eine Autofirma wirbt für einen französischen
    Kleinwagen mit dem Text:
    Machen Sie es wie Frau Bruni, nehmen Sie
    einen kleinen Franzosen.

    (Für „Auf Leitung stehende“: Frau Bruni is die
    Frau des französischen Präsidenten)

  8. Dein Kommentar drüben trifft es gut, und ich muss noch anfügen ( was ich auch schon drüben geschrieben habe) dass mich der, mit der Vermisstenanzeigen-Notfallstimmung erweckte „Das darf nicht wahr sein“ impetus unheimlich stört. Den empfinde ich als stigmatisierend und ausgrenzend.

  9. Christina, ich denke, ob ein Akustiker gute Werbung hat ist so ähnlich wie ob man Kampfsport kann. Fürs Bestehen „auf der Straße“ (bzw. die Frage ob Kunden zu einem kommen) ist es in den allermeisten Fällen was anderes, das den Ausschlag gibt. Bei Akustikern z.B. räumliche Nähe, Empfehlungen von Freunden oder Verwandten. Wenn allerdings die (unwahrscheinliche) Situation entsteht, dass zwischen Akustikern gewählt werden muss, kann gute Werbung schon den Ausschlag geben. Ich finde auch nicht, dass Akustikerwerbung immer Aufklärungscharakter haben muss, ganz und gar nicht.

    Charly Brown, das Franzosenbeispiel ist aber mal richtig gut! 🙂 Und das CI- oder HG-Beispiel geht nun gar nicht — aber es hat, im Gegensatz zu dem „Vermißt“ seine innere Logik.

    Smilla, den Aspekt welchen Gefühlszustand die Kampagne bei den angepeilten Lesern voraussetzt/erzeugt, hatte ich noch gar nicht gesehen. Stimmt. Schöner Kommentar von dir drüben.

  10. Nur ein kleiner Hinweis, dass ich oben einen Nachtrag in den Artikel eingefügt habe. Denn die Werbung auf der Homepage des fraglichen Akustikers finde ich wirklich gut!

  11. Von der reinen Theorie her ist es ja schon gute Werbung, weil sie einen gewaltigen Grad an Aufmerksamkeit erregt. Aus dem gleichen Grund ist ja auch als nervig und/oder stumpfsinnig empfundene Werbung gut, wenn sie als „diese XY-Reklame“ im Kopf bleibt, wobei XY für die entsprechende Marke steht. Das scheint zum Beispiel häufig das Prinzip von JvM zu sein. Eine Ausrede oder gar Entschuldigung ist das natürlich nicht. Wenn man schon auf so ein verqueres Bedeutungs-Spiel kommt, dann gibt es sicherlich noch 1000 andere kreative Einfälle, die keinen dermaßen beleidigen.

    Was die Motive auf der Köttgen-Seite angeht, muss ich allerdings widersprechen: Die finde ich auch nicht besonders gelungen. Das Problem ist, dass besonders das Motiv mit der älteren Dame ohne den Kontext schlicht fremdenfeindlich rüberkommt. Von der heftig klischeeisierten Darstellung aller Beteiligten ganz zu schweigen.

    Ich finde, die Agentur, die hier verantwortlich ist (Counterpart aus Köln, wobei ich im Falle der „Vermisstenanzeigen“ nicht zu 100% sicher sein kann, vielleicht hat Köttgen mittlerweile ne neue) hat fast auf ganzer Linie danebengesägt. Eigentlich schade, deren früh-Plakate („11:12“, „bevor es Alt wird“, „Drama, Baby“) fand ich echt super.

  12. @grmpf: Freut mich, dass Sie (oder Du?) hier her gefunden haben, danke für den Kommentar. Und den Hinweis auf die klischeehafte Darstellung. Es stimmt, das sind Stereotypen und es stimmt, ich habe die gar nicht so gesehen. Danke also.
    Allerdings finde ich es in diesem Zusammenhang, hmnunja, verschmerzbar. Ich habe ein bißchen überlegt und bin auf keine bessere Idee gekommen, wie man hier Fremdheit und unverständliche Sprache bildlich und prägnant darstellen soll. Das typische Schwerhörigkeitsgefühl eben, in den eigenen vier Wänden unter XXX zu sein, bitte vollkommen exotische Fremdsprachler Ihrer Wahl einsetzen. (Gut, es hakt insofern als man eigentlich auch vertraute Personen haben müsste, aber wie die als fremd darstellen? Und sicher, man hätte ganz andere Ideen haben und umsetzen können, aber das ist ja immer so.)

    Mich würde übrigens sehr interessieren ob, für wen und unter welchen Bedingungen sich das Vertrauen auf „Aufmerksamkeit zählt“ als Bumerang erweisen kann. Gibt es da empirische Untersuchungen, Fallstudien vielleicht?

  13. @not quite like beethoven: Also, „Du“ ist, denke ich mal, angebrachter, weil sich hier ja auch alle anderen duzen und Du Deine Leser ebenso. Außerdem bin ich erst 20 und bei den meisten Leuten, mit denen ich „locker“ spreche, würde es mir komisch vorkommen, sie zu siezen. Freut mich aber, dass ich anscheinend einen „erwachsenen“ Eindruck hinterlassen habe. ^^

    Ich bin von Jens Scholz hierher gekommen, dahin wiederum vom bildblog. Eine kleine Weltreise durch die Blogosphäre quasi. 😀

    (Jetzt kommt verdammt viel Text zum Thema, den ich extra mehrfach gekürzt habe. Jetzt ist das, was ich sagen wollte, echt SEHR kurz dargestellt, aber ich wollte halt so viel dazu sagen. Ich hoffe, man kann sich trotzdem durchkämpfen.)

    Ich weiß leider nicht, wie es ist, schwerhörig zu sein. So war mir auch nicht bewusst, dass man so ungefähr das Gefühl hat, sein Gegenüber würde eine „vollkommen exotische Fremdsprache“ zu einem sprechen. Wenn die Motive bei der Zielgruppe so eine Art ja-da-versteht-einer-dieses-Gefühl-Effekt auslösen, ist es unter gleich mehreren Aspekten gute Werbung, diesmal sogar positiv wahrgenommene.

    Ich stimme zu, dass man z.B. Chinesen in der heutigen Zeit als Klischee darstellen muss, damit sie nicht als Deutsche zufällig chinesischer Herkunft identifiziert werden. Im Prinzip verdeutlicht diese Tatsache, dass von den Machern dieser Motive ein globales, integratives Denken in der Bevölkerung vorausgesetzt wird. Vor 50 Jahren hätte das gleiche Motiv in Deutschland noch mit Chinesen in „deutschlandüblicher“ Kleidung funktioniert. Das wäre auch schlüssiger gewesen, denn Schwerhörigkeit hat ja nichts z.B. mit anderen Essgewohnheiten zu tun.

    Das Problem ist aber ebenso, dass die Bilder die Grundannahme voraussetzen, dass Menschen, die „so“ aussehen, unbedingt Chinesen, die in China leben, sein müssen. Der Betrachter muss darüber hinaus von selbst annehmen, dass „solche Leute“ auf keinen Fall Deutsch sprechen. Ich muss zugeben, dass ich, käme mir eine dieser fiktiven Personen aus den Motiven entgegen, auch nicht unbedingt erwarten würde, auf Deutsch angesprochen zu werden. Das ist aber ein Vorurteil, das wirklich alles andere als förderungswürdig ist. Die gedankliche Verknüpfung von Gebräuchen, Sprache und Verhaltensweise kann sehr bedenklich sein.

    Nun will ich aber auch nicht wie der letzten Moralapostel wirken. Politisch Unkorrektes kann unheimlich witzig sein und ich kann sogar über britische „Germans=Nazis“-Witze lachen, was für viele Deutsche anscheinend unglaublich schwierig ist. Geschmackloses und Unkorrektes kann ruhig Aufmerksam erregen und Spaß machen. Es sollte nur harmlos sein und das sind die Bilder auf der Internetseite, finde ich, gerade noch so. Aber wenn es nicht harmlos ist, dann sollte der damit verfolgte Zweck auf keinen Fall einfach nur persönlicher Profit sein. Deswegen sind ja die „Vermisst“-Motive so dermaßen daneben.

    Die Sache mit dem Bumerang-Effekt ist eine sehr schwierige Sache und ich kenne keine Untersuchungen dazu. Ich studiere zwar einen Kommunikation/Design/Medientechnik/BWL-Studiengang, aber die Erfahrung, um so eine Untersuchung zu kennen, habe ich nicht. Ich weiß nur, dass es sehr häufig schon funktioniert hat, einfach auf irgendeine Weise Aufmerksamkeit zu erregen, wenn dann das, was dahinter stand, gut kommuniziert wurde und von guter Qualität war (oder zumindest gefiel und somit beliebt wurde). Kritisch wird das Ganze nur, wenn sich „wichtige Leute“ oder Leute mit Vorbildfunktion einschalten und die entsprechende Aktion deutlich und ernsthaft verurteilen. Das kommt auch ab und zu vor, aber von so einem richtig krassen Schaden, der dadurch entstanden ist, weiß ich nicht. Was natürlich nicht bedeutet, dass es so etwas nicht vielleicht schon mehrfach gegeben hat. Aber anscheinend hat es häufig genug geklappt, sonst würde es solche Kampagnen ja nicht immer wieder geben.
    Blogs tragen immerhin ihren Teil dazu bei, dass ein stärkeres Bewusstsein für so etwas geschaffen wird. Dafür bin ich Leuten wie Dir und Jens auch echt dankbar.

  14. Pingback: Tweets that mention Was darf Werbung? « Not quite like Beethoven -- Topsy.com

  15. Pia Butzky

    Was wäre eigentlich eine gute Werbung zur Hörproblematik? Mal abgesehen von der direkten Werbung zu Hörprodukten.
    Ein Ziel wäre es, mehr Bewusstsein für Hörschutz zu erreichen (Eigenverantwortung des Einzelnen). Es gibt eine merkwürdige Unempfindlichkeit gegenüber dem Risiko, das Gehör mit Lautstärke zu gefährden. „Scheißegalhaltung“.

    Das zweite Ziel wäre die Aufwertung von Hörbehinderten, die mit Peinlichkeit, Unfreundlichkeit, Unverständnis zu tun haben. Das meint: Man hat ja selbst als Betroffener auch Hemmungen, sich das Hörgerät anzuklemmen oder zu bekennen, dass man schwerhörig ist. Das ist ja eine eher unsexy Behinderung, die man meistens mit Alter verbindet. Und sogar ältere Menschen haben eine Scheu, sich Hörgeräte zu besorgen. Das Selbstwertgefühl und auch das äußere „Image“ der Schwerhörigen könnte man aufwerten und mehr anschaulich machen. Gute Aufklärung wäre angesagt. Und andere Bilder als die Oma mit Enkel …

  16. Pia Butzky

    Du, grmpf, da sind aber nicht nur Chinesen zu sehen, sondern auch Eskimos, wie ich dank langjähriger intensiver Klischeebildung erkennen kann. *augenzwinker*

    Ansonsten würde ich jetzt bei den Abbildungen auf der betreffenden Firmen-Website nicht unnötig verkrampfen wollen, bloss weil man in der Lage ist, besondere Merkmale einer Kultur zweifelsfrei zuordnen zu können. Einfach mal locker machen …

    Die Fotoidee mit fremden Sprachkulturen ist ganz gut, trifft die Problematik etwas. Oft können ja gerade die Personen, die eine Weile im Ausland lebten, spontan die sozialen Folgen von Hörproblemen nachvollziehen. Es gibt aber einen massiven Unterschied: Wer nach Finnland oder China zieht, lernt immer mehr von der Sprache und verringert damit das Problem. Wer aber schlecht hört, verringert leider nur seine Kraftreserven und bleibt unverändert in der Ausgrenzung gefangen.

    Ich bin immer dankbar für alle Versuche, die Hörproblematik in Bildform umzusetzen, egal ob nun Foto, Diagramm, Zeichnungen. Habe den Eindruck, es wird dann verständlicher.

  17. Pia Butzky

    AUTSCH.

    Sorry, „Eskimos“ ist ja völlig daneben. INUIT. Ich meinte INUIT. Nicht hauen. Es sind Inuit …

  18. @Pia: Ich bin ganz locker, auch wenn’s sich in den mittleren Absätzen zugegebenermaßen nicht so anhört. 😉
    Wollte ja nur ein bisschen das Ganze von weiteren Seiten (oder vielleicht tiefer von innen oder von weiter weg?) betrachten und darauf hinweisen, dass die Agentur grundsätzlich nicht besonders zurückhaltend mit dem Menschelnden im Menschen spielt. Ich find die Motive mit den „fremdartigen Gästen“ doch auch im Endeffekt harmlos. Im Gegensatz zu den „Vermisst“-Schildchen.

    „Eskimos“ ist im vorliegenden Fall, denke ich mal, ironischerweise schon treffend. Man sieht das Klischeebild „Eskimo“, während diese Bezeichnung für die eigentliche Volksgruppe daneben wäre.

    Leider lässt der universelle Aufschrei in der Blogosphäre auf sich warten, dafür werden anscheinend in Köln fleißig die Schildchen demonstrativ vernichtet. Vielleicht kommen die Leute bei Köttgen bald „von selbst“ auf die Idee, dass die Aktion nicht das Wahre war. Hoffentlich.

  19. grmpf, nochmal danke für den informativen Kommentar! (Und falls das widerwillig rüberkommt, hast Du dir das mit Deiner Namenswahl selbst zuzschreiben 😉 .) Ich finde auch nicht, dass Du wie ein Moralapostel rüberkommst, ich finde es wichtig, mal hinzuweisen auf so „kulturelle Unterstellungen“, die funktionerende Werbung immer in sich trägt, ja in gewissem Ausmaß tragen muss.
    Ich hoffe natürlich, dass Blogs zu so etwas wie Aufklärung beitragen können, oder auch als kritischer Gegenpol in so einem Fall wie diesem. Bin aber der Meinung, dass Blogger dazu tendieren, die eigene Bedeutung und den eigenen Einfluss zu überschätzen.

    Pia, ich seh’s genau wie Du: Die Fremdsprachen/Fremdheitsmetapher ist sehr treffend — außer dass man Fremdsprachen eben mit der Zeit lernen kann und die Fremdheit weniger wird.
    Wie gute Werbung geht? Müsste ich mal ausprobieren. 🙂 Jedenfalls glaube ich nicht, dass Werbung für Akustiker oder HG-Firmen unbedingt gleichzeitig aufklären muss (Lärmproblematik, auch junge sind schwerhörig etc.). Das ist ne nette Zugabe bzw. kann genutzt werden. Aber ich finde es vollkommen legitim, in der Werbung in erster Linie zu werben und erst in zweiter oder als Nebeneffekt aufzuklären.

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