Taub im Job, trotzdem erfolgreich, Tipp #12: Smalltalk und Netzwerken bei Empfängen und Konferenzen

Es ist vielleicht das Furchterregendste und Schwierigste was man sich für Schwerhörige vorstellen kann: Smalltalk und Netzwerken am Rande von anderen Ereignissen, Abendessen oder bei Empfängen vereint alles — den Druck des Berufs, das Ansprechen fremder Leute, oft schlechte Akustik, Gruppengespräche. Und obwohl es Beruf ist auch diesen ganz besonderen Schrecken des Feierabends, es soll ja alles möglichst zwanglos vonstatten gehen. So als ob es eine ganz normale Party sei und keiner eine Agenda verfolge. Immerhin haben damit ja oft genug auch Flotthörige ihre Schwierigkeiten und Ängste.

Was kann man da als Schwerhöriger tun? Zuerst mal… …was auch Leichthörige tun (sollten): Sich vorbereiten, wenn es geht. Wer wird da sein, wen will man kennenlernen, was kann man vorneweg über diese Leute herausfinden? Das Ziel ist, ein paar Ideen parat zu haben, was man die fragen, worüber man ihnen sprechen könnte. Selbst wenn es schließlich alles ganz anders kommt — das hilft dem Selbstbewußtsein. Und wenn sich herausstellt, dass einen keiner interessiert, auch gut. Denn dann muss man ja nicht lange bleiben.

Am praktischsten ist, wenn es zu dem Ereignis eine facebook-Seite gibt. Oder man die Anwesenden bei Linked In oder Xing nachschauen kann. Dann hat man gleich Gesicht und Name, vielleich sogar Position und frühere Arbeitgeber — und yippieh! Schon wieder was, das man nicht mehr verstehen muss!

Hat man sich so ein bißchen vorbereitet, kann man nämlich das machen, was am meisten hilft: Die Initiative ergreifen. Nett lächeln, Leute ansprechen und das Gespräch ein bißchen führen. Der Witz ist ja: Den meisten geht es genauso.

Der Vorteil der Vorbereitung ist: Wenn man weiß, von wem man etwas will und was man mit ihnen reden will — dann kann man auch mal sagen: Entschuldigung, ich bin schwerhörig, könnten Sie bitte so und so mit mir sprechen. Oder: Ich verstehe hier (z.B. in der Mitte des Raumes wo von allen Seiten auf einen eingebrüllt wird) nichts. Könnten wir kurz raus, dort in die Ecke oder auf den Gang gehen? Wenn es ein Thema gibt, einen Grund miteinander zu reden, traue ich mich das. Und das Gegenüber macht auch häufiger mit als wenn man übers Wetter redet. Es muss ja nichts Weltbewegendes sein, nur z.B. eine Frage, die man unbedingt stellen will. Ausnahme: Wenn man „nach oben“ netzwerken und jemand Bekanntes oder Einflussreiches ansprechen will. Das sollte dann natürlich sehr gut vorbereitet sein.

Und was meiner Erfahrung nach auch fast immer geht: Es durchzustehen, ein paar Worte zu wechseln. Und dann sagen, dass man schwerhörig sei, leider nicht gut verstehe hier, aber gerne etwas fragen würde. Ob man vielleicht eine Email schicken könne?

Wenn ich dann mit zwei oder drei Leuten gesprochen habe, dann freue ich mich und habe meist für den Abend genug. Ich muss aber sagen, ich bin auch schon oft genug gescheitert und habe nur rumgestanden. Das ist einfach so.

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21 Antworten zu “Taub im Job, trotzdem erfolgreich, Tipp #12: Smalltalk und Netzwerken bei Empfängen und Konferenzen

  1. Pia Butzky

    Ja, kenne ich auch. Vorher recherchieren und Informationen sammeln. Bloss: Wenn ich einzelne Leute dann etwas frage in einer lauten Menschenmenge, könnten die möglicherweise antworten. Und da haben wir dann ein Problem …

    Ich nehme immer noch mein Notizbüchlein überall hin mit und lasse mir Adressen oder Veranstaltungen oder Namen notieren, oder auch die Info, die ich nicht verstanden habe, auch bei vermeintlich „zwanglosen“ Treffen. Den Smalltalk braucht man eh nicht zu hören, aber in dem Geplauder stecken ja oft kurze Hinweise, die man rausfischen muss. Wer weiß, wieviele tolle Hinweise auf Orte, Events, Objekte, Personen mir schon entgangen sind, weil ich das nicht habe hören können?
    *seufsz*

    (Und? Beethoven? Grimme?)

  2. Ein Tipp ist auch Visitenkarten zu tauschen, egal wie spießig oder wasimmer das sein mag.
    Man hat alle Daten und wenn man die noch aufhübscht und mit einem guten Satz versieht, wird man nach dem Event rückfragen können etc. und evtl. mehr Verständnis bekommen, wenn man mal nichts oder eben zu wenig verstehen kann

  3. Moin Moin,

    die Tipps sind gut und habe ich auch als Strategie, vor allem Xing ist für mich eine Offenbarung, weil man dort oft auch die Events mit den teilnehmenden Personen findet und mit ihnen zum Teil auch im Vorfeld kommunizieren kann. Oft mache ich das so, dass ich bereits Kennende signalisiere, dass ich auch komme und schon hätten wir eine Gesprächsgrundlage. Darüber hinaus peile ich an, mindestens 3-5 neue Leute pro Event kennen lernen zu wollen.

    Was noch zu wenig genutzt wird: Beim Veranstalter nach der Gästeliste fragen! Wenn man sich als „Nicht-Hörender“ ausgibt, was spricht dagegen, diese Bitte abzuschlagen?

    Und zu guter Letzt: Oft nehme ich neben dem Richtmikrophon meiner Mikroport-Anlage auch Gebärdensprach-Dolmetscher mit. Das erleichtert ungemein die Kommunikation und man kommt in Gebärdensprache oft schnell und unkompliziert zu guten Gesprächen. (Bitte jetzt hier keine Diskussion, ob Gebärdensprache dafür ausreichend ist. Sie ist es! Es liegt – wie in jeder Sprache begründet – nur an Sender und Empfänger, ob sie es richtig nutzen können. Das liegt nicht am Medium, denn das Medium Gebärdensprache kann eigentlich jeder lernen!).

    Im Übrigen: Auch „Hörende“ haben Berührungsängste, verstehen nicht alles und sind erleichtert, wenn man ihnen quasi „Unterstützung“ gibt, weil man neue Kommunikationshilfen zeigt und offen beim Namen nennt (z.B. „Warum lernen sie nicht die Gebärdensprache, dann hätten wir hier ein Problem weniger ;-)“

    Eines sollte man allerdings wirklich beachten: Als „Nicht-Hörender“ neigt man oft schnell dazu, Monologe zu führen, statt Dialoge zu schätzen. Und oft ist man schnell dabei, „tiefgründige“ Themen zu wählen, was andere Reißaus nehmen lässt. So zumindest erwische ich mich immer mal wieder 😉

  4. Ich finde die Idee für Dein Blogthema fabelhaft!

  5. Pia, Notizbuch als Notizbuch, also für Namen, Orte etc. hab ich auch. Als Unterstützung fürs netzwerkende Gespräch mit unbekannten hat es sich bei mir eher nicht bewährt. Das kann aber jetzt mit dem CI anders sein, weil ich damit ja wieder etwas mehr hören müsste. Mal sehen.
    Zu Grimme: 😉 Wir werden sehen wie’s bei der Preisverleihung läuft. Bei der Nominierung war einfach weil nur wenig Leute, ich einen Tisch am Rand und ich ja Teil des Mittelpunkts war. Da gab’s nicht diese mir völlig unbekannten Menschen, die ich aber unbedingt kennenlernen muss. Außerdem hatte ich mir die Smilla schon vorher rausgepickt, mit der wollte ich gern reden 🙂

    Dude, klar. Visitenkarten. Gute Ergänzung! Wobei ich das oben unter „E-Mail geben lassen“ gefaßt hätte. Visitenkarten austauschen ganz zu Beginn einer Unterhaltung finde ich unelegant.

    Ralph, hi, willkommen auf meinem Blog! Gästeliste ist auch ein guter Tipp! Mikroport habe ich in so geselligen Situatinoen noch nie benutzt, Dolmetscher auch nicht.
    Übrigens, für mich ist Deine Bemerkung in Klammern oben über Gebärdensprache total unnötig. Ich würde mal denken, hoffen, das gilt für jeden der hier liest.

    Judita, auch hi. Das freut mich! Magst Du sagen warum? 🙂

  6. Pia Butzky

    Wenn es akustisch so ungünstig ist, hat man leider kaum Chancen, gerade bei ungezwungenen Kennlerntreffen, wo es nicht um die Inhalte der Gespräche sondern um das Interagieren geht – also um „Sozialverhalten“: Die eigene Rolle klarmachen, geschickt und sympathisch sein, mitlachen. Ein Gespräch über Eck zu fünft verfolgen, mitmachen, zugänglich sein, heiter sein. Da geht es dann nicht darum, Informationen von einer Person zu bekommen, sondern um Gruppenverhalten. Das klappt aber einfach nicht, wenn man nicht hört.

    (@ Ralph Raule, letzter Absatz: JA. Ich auch. Furchtbar.)

    Ich habe auch schon bittere Situationen erlebt, wo ich wie die tumbe Kartoffel daneben stand, alle amüsierten sich, machten richtig nett und lustig smalltalk und lachten – und ich war draussen. Manchmal ist man eben einfach bloss plump, unschick und stimmungskillend, wenn man schlecht hört. Helfen keine Tricks.

    (Einmal war es ganz schlimm, da wollte ich tieftraurig wieder nach Hause, aber dann kam ich mit einer Italienerin ins Gespräch, die darüber klagte, dass sie mit ihren ersten Deutschkenntnissen immer nur daneben steht und sich abseits fühlt. Da waren wir schon zu zweit und sind doch noch geblieben …)

  7. Hallo N-q-l-B,

    ehrlich gesagt, ich lese schon lange den Blog still mit, hätte schon mal die eine oder andere Anmerkung bringen können. Aber manchmal gibt es Diskussionen, bei den dann letztlich der „gewinnt“, der mehr Zeit hat. So auch bei einer anderen Diskussion und auch gerade zum Thema Gebärdensprache (und Schriftsprache).

    Ich sehe aber hier auch bei Dir einen Wandel und mehr Toleranz, als das am Anfang vom Blog noch war. Dennoch gibt es hier viele Leser/Schreiber, die mit der Gebärdensprache nicht so können und noch immer gerne die alten Vorurteil hegen und pflegen.

    Wer mich und auch das kennt, was ich berufliche tue, weiß, dass ich für die Gebärdensprache streite und das leidenschaftlich! da will ich kein Blatt vor dem Mund nehmen und werde es hier dann ohne Klammer tun 😉

    Zurück zum Thema: Meine beiden genannten Lösungen möchte ich etwas differenzierter nennen: Mit der Mikroport habe ich prinzipiell gute Erfahrungen habe, weil die Stimmen fast isoliert und original kommen. Es setzt voraus, dass man schon damit hören kann. Ich bin allerdings auch voll auf das Lippenlesen angewiesen, so dass auch die Nutzung einer Mikroport-Anlage alleine nicht ausreicht.
    Insofern treten dann folgende Nachteile auf:
    – geringe Akku-Dauer (zw. 2-5 Std.)
    – Reichweite des Mikophons
    – „rumfuchteln“vor der Nase der Gesprächspartner
    – schnelle Richtungswechsel sind schwer zu verfolgen
    – eigene Stimme ist nicht zu hören

    Ich benutze übrigens fast ausschließlich die HandyMic von Phonak, während die SmartLink in Gesprächssituationen kaum noch zur Geltung kommt. Und das, obwohl die HandyMic das Vorgänger-Modell der SmartLink ist. Was sich hier Phonak gedacht hat, wird mir immer ein Rätsel bleiben.

    Hinsichtlich der Gebärdensprach-Dolmetscher gibt es ganz andere Aspekte: Zum Einen ist es nicht jedermanns Sache, mit zwei Damen im Schlepptau zu kommen (ok, es kommt auf die Damen an 😉 ). Zum Anderen ist es sehr stark abhängig, wie gut die Gebärdensprach-Dolmetscher sind. Bei mir haben die Meisten ja Glück, dass sie mich nicht voicen müssen. Da eine gewisse Zeitverzögerung immer durch die Übersetzung da ist, ist es wichtig, selbst aktiv im Gespräch dabei zu sein. Letztes Jahr beim Gewinn von webfuture waren Knut Weinmeister und ich sehr froh, dass es so toll geklappt hat und wir viele neue Kontakte gewinnen konnten. Gebärdensprache fällt auch noch auf, positiv, ganz nebenbei …. Schwerhörige werden immer ganz neidisch dabei … tztztz.

    Letztlich ist es so: Je mehr „Kanäle“ man nutzen kann (Gebärdensprache, Hörgeräte, Mikroport, Kommunikationsstartegie, …), desto besser. Und: Eine gute Vorbereitung ist schon die halbe Miete für Spaß am Kennenlernen!

  8. „Den Smalltalk braucht man eh nicht zu hören, aber in dem Geplauder stecken ja oft kurze Hinweise, die man rausfischen muss.“

    Ich glaube, das ist das Schwierige und Gefährliche für Schwerhörige, oder? Wenn ich mir anschaue, welcher Stellenwert dem Smalltalk manchmal gegeben wird (Es gibt nicht umsonst Smalltalk-Seminare für alle Karriere-Stufen), dann wäre glaube ich meine größte Sorge, dass da irgendein Hansel kommt, der eines dieser Seminare zu ernst genommen hat und mich in eine Schublade steckt, bevor ich was dagegen machen kann. Die Gefahr besteht zwar auch für Hörende, vielleicht aber ist sie etwas geringer?

  9. Pia Butzky

    Naja, wenn man darauf aufmerksam macht, dass man schwerhörig ist, hat das Gegenüber den Schwarzen Peter, wenn es sich nicht „politisch korrekt“ und tolerant verhält. Es kann ja auch mal sein, dass ein Schwerhöriger oder Gehörloser in seiner beruflichen Kompetenz eine Stufe über den anwesenden Hörenden steht. Spätestens dann haben die den Stress, sich adäquat „behindertenfreundlich“ zu verhalten. Ist aber wohl eher selten.

    Grundtenor beim small talken ist sicher, nicht anzuecken und möglichst eloquent zu erscheinen. Sowas lernt man wohl in den Kursen? Pech für Leute mit kaputten Ohren. Wir sind die Tölpel.

  10. Ralph, stimme Dir voll zu, je mehr Kanäle umso besser. Und dass Mut zum Auffallen sich lohnt auch. Wenn man nicht gerade zwei Gebärdensprachdolmetscherinnen im Schlepptau hat, muss man sich halt was überlegen. 🙂

    Trotzendorff, ich denke so ist es. Das hat Pia ja oben auch beschrieben, die Gefahr, dass man einfach schlecht aussieht beim Sozialverhalten – und ab in die Schublade. Aber gerade deswegen halte ich ja die Initiative, die ich oben empfohlen habe, für so wichtig. Einzelpersonen ansprechen und tun was man kann. Das ist frustrierend aber ab und zu, manchmal auch öfter, lohnt es sich. Ab und zu passiert dann auch sowas wie mit Deiner Italienerin, Pia. Sehr schön. 🙂

    Und Small Talk ist ja nicht alles Blendwerk, man kann einfach Konversation sagen oder Konversationsfähigkeit, dann klingt das schon nicht mehr so schlimm nach Managerpseudoseminar.

    Pia, also so würde ich es nicht sehen, dass man Leuten mit dem Hinweis, man sei schwerhörig, den schwarzen Peter zuschiebt. Kommt doch drauf an wie man’s macht. Und wenn mich wer so behandelt als wenn ich ihm einen zugeschoben hätte, dann muss er mir schon sehr wichtig sein,dass ich ihn nicht stehenlasse…

  11. Pia Butzky

    Richtig, NQLB, man schiebt selbst gar nicht zu. In manchen Kreisen habe ich es erlebt, dass subtil darauf geachtet wird, sich gegenüber Behinderten fein zu verhalten- als ein Teil der Etikette. Es gehört zum guten Benimm unter den Anwesenden und wer dagegen verstößt, sieht schlecht aus. Wenn es beim small talken eigentlich um den Status und Ansehen im sozialen Gefüge geht, sind nicht immer nur wir Schwerhörige in der Bringschuld! Dann kann es auch mal für Andere, die damit barsch umgehen, bei einer Gesellschaft peinlich sein.

    Das wollte ich mal als eine andere Sichtweise ergänzen, falls wir uns den Stress machen, dass immer nur unsere Konversationsfähigkeit beurteilt wird. Auch Andere werden danach beurteilt, wie geschickt oder aufmerksam sie mit uns umgehen.

  12. In der Tat, in Gesellschaft steht jeder unter Beobachtung. Zumal es ja oft ganz normale Höflichkeitsregeln sind, die gebrochen werden wenn es „uns“ schwergemacht wird. Wie die Sache mit dem Essen oder der Zuwendung beim Reden.

  13. Eine nette Anekdote zum Thema „Höflichkeit“, die ich vor kurzem im Rehazentrum für Hörgerschädigte in Rendsburg gehört habe:
    Ein Patient dort, hochgradige Hörminderung seit Hörsturz, konnte bei seinem Stammtisch nichts mehr verstehen – vor allem auch, weil die Herren dort bei einer hitzigen Diskussion ständig durcheinander gequasselt haben (wie das halt so ist…).
    Also hat er ein Mikrofon mitgenommen und seinen Freunden erklärt, dass sie da hinein sprechen müssen, wenn sie möchten, dass er sie versteht, weil ihre Stimme dann direkt in seine Hörgeräte übertragen würde. Das hat dann auch kurz funktioniert, aber nach ein paar Minuten herrschte wieder das übliche Durcheinander – bis einer der Anwesenden die Gruppe zum Schweigen brachte und das Mikrofon fortan rumgab an denjenigen, der etwas sagen wollte.
    Ergebnis: die Gruppe hat sich selbst diszipliniert und redet jetzt, wie es eigentlich auch in jeder anderen Gesprächsrunde unter Normalhörenden die Etikette gebieten, hübsch der Reihe nach und der Patient kann den Gesprächen wieder nahezu vollständig folgen.

    Das Mikrofon allerdings war weder eingeschaltet noch an seine Hörsysteme angeschlossen – und hat dennoch seine Wirkung nicht verfehlt.

    Und wenn sie nicht gestorben sind…

  14. Sehr nett! 🙂 Klappt es auch, wenn man ihnen das Mikro wieder wegnimmt?

  15. Ich durfte heute einer Meisetrin auf dem gebiet des Netwerkens und small talkens und erfolgreich mal eben en paar ganz entscheidende dinge höchstnebenbei regeln beisitzen, zusehen…
    Flott oder schwerhören…das braucht noch mal ein spezialtalent im kopf oder wo auch immer dieses talent so sitzen mag. Informiert zu sein war meine Ressource der Sicherheit; dass ich wenigstens meistens wusste was los ist fand ich beruhigend, weil ich absichtlich, und auch rein zufällig, vorbereitete war.
    wenn ich das mal wieder so sagen darf aus der welt der hörenden, wenn ich auch persönlich das gefühl hab aus einer welt dazwischen zu kommen.

  16. nochmal ganz zum anfang des artikels, weil du da so selbstverständlich von facebook und co. schreibst: ist es bei dir wirklich so, daß du dort und auf Xing leute, die du beruflich treffen wirst, nachgucken kannst? wenn ja, wie oft? mir ist das noch nie passiert, und ich bin auch bei z.b. den beiden genannten vertreten…

  17. Oh ja, smilla, das kommt mir bekannt vor. Manche Menschen haben das einfach so dermaßen drauf, das beeindruckt mich immer sehr wenn ich mit denen unterwegs bin. Klar darfst Du das sagen — und gerade dieses Thema hier ist ja so eins, wo man wirklich nicht schwerhörig zu sein braucht um seine Schwierigkeiten damit zu haben.

    Nunja, rebhuhn, ich schrieb ja nur, dass es am praktischsten ist, nicht dass es das immer gibt. In den USA hatte ich damit aber zB sehr viel Glück. Oft gab es eine fb-Seite und wirklich viele der Leute, die ich sonst so traf, waren bei linked-in zu finden. Manchmal habe ich auch sämtliche Namen aus den E-Mail-Verteilern der Einladungen für irgendeine Veranstaltung bei fb und linked-in durchgeguckt um ein Gefühl dafür zu kriegen auf wen ich da so treffen würde. Hier in D — nicht ganz so einfach, aber, ja, auch hier klappt’s oft. Und wenn man irgendwie an die Namen kommt, kann man ja manchmal auch per Google was finden. (Klar, das ist wirklich sehr unterschiedlich je nachdem um welche Branche und was für Leute es geht.)

  18. Ich bin über „anders anziehen“ auf deinen Blog gestoßen und lese ihn seitdem mit sehr großem Interesse. Meine beiden Urgroßeltern waren taubstumm. Ich kann mich als Kind noch daran erinnern, wie komisch das war, sie beim Sprechen immer anzugucken, weil sie von den Lippen gelesen haben. Obwohl meine Oma viel vom Alltag mit ihren gehörlosen Eltern erzählt hat (sie haben im Krieg ja z.B. auch den Bombenalarm nicht hören können), wird mir durch diesen Blog mehr und mehr klar, was im Alltag alles anders ist. Danke für diese Einblicke!

  19. Das freut mich, Mona — bitteschön, gern geschehen. Das müssen ja interessante Geschichten gewesen sein, die Deine Oma erzählt hat.

  20. Pia Butzky

    @ Benny: Ist ja witzig!

    Habe ich auch mal so erlebt, dass sich Leute um mein Mikro gestritten haben und die Person, der es weggenommen wurde, hörte mitten im Satz auf zu sprechen. Sie wollte was sagen und nahm der Anderen wieder das Mikro aus der Hand, erst dann legte sie los. Dabei waren alle Anwesenden hörend und nur ich brauchte die FM-Anlage. Mein Mikro waren sie gewohnt, wussten aber nicht, wie ich damit höre. Sie hätten untereinander auch genauso gut einen abgeleckten Eisstiel nehmen können.

    Ich war entzückt, dass es ihnen schon so in Fleisch und Blut übergegangen war, dass sie sofort stoppten, wenn das Mikro woanders war. Sogar in hitzigen Debatten.
    Herrlich.

  21. Da hast Du ja Deine Pappenheimer ja ganz schön gut erzogen!

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