Weckkontakt: Man soll nicht von sich selbst auf andere schließen!

Also, ich werde ja am liebsten am Bein geweckt. Da Schwerhörigkeit und Ertaubung es mit sich bringen, dass man aus der Entfernung nur mit grellem Licht geweckt werden kann, ist auch kein sanftes Rufen in die morgendliche Realität mehr möglich — es ist Anfassen angesagt. Und Rucken. Oder Schütteln. Ob nun durch Wecker oder Personen. Wurfgeschosse lassen wir mal außen vor.

Aus dem Schlaf gerissen werden, weil’s am Körper irgendwo heftig wackelt, ist extrem. Das ist gleich so dicht an mir dran, ich wache mit Kampf- oder Fluchtreflex auf. Darum ist’s mir deutlich lieber, am Bein geweckt zu werden als an der Schulter oder am Arm. Das ist gefühlt weit weg und die Störung kann notfalls weggetreten werden.

Dass diese Vorliebe indezent sein kann, lernte ich gerade an einer schlafenden Pendlerin im Zug. Sie war so ungünstig eingeschlafen, dass ich nicht an meinen Sitz kam. Im Minirock. Und erst kurz vor Abschluss fiel mir auf, dass es vielleicht doch nicht so gut kommt, eine fremde Frau am Bein zu begrapschen während sie schläft. Mit einem Lächeln begrüßte sie mich trotzdem nicht.

Soll mal einer verstehen…

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21 Antworten zu “Weckkontakt: Man soll nicht von sich selbst auf andere schließen!

  1. Notfalls wegtreten. Ts, ts.

  2. Liebevoll wegtreten natürlich. Oder bei Bedarf mit nem Fußhaken ranziehen. 🙂

    Habt Ihr auch Weckvorlieben?

  3. Regenbogen

    Gibt bei mir ja für gewöhnlich nur eine Methode…halt mit dem Klingelwecker.

    Aber wenn ich jemanden wecken müßte, würde ich das, glaube ich, etwas sanfter machen und nicht so heftig rumrütteln. 😉

  4. Oh!
    Aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, ich hätte nicht nur böse geschaut.
    Von fremden Menschen angefasst zu werden und dann auch noch so unvorbereitet, dass ist für mich das unangenehmste überhaupt.

  5. Oh, das kann ich mir vorstellen. Was ich vergaß zu sagen: Die Dame schlief mit dem iPod im Ohr.

    Regenbogen, man kann sanft anfangen, aber wenn das nicht hilft, dann…

  6. Wegen Wecker an sich: Ich spiele ja mit dem Gedanken mir ein „Philip Wake Up Light“ zu holen, da das Wecken damit etwas sanfter als per Rütteln oder plötzliches Licht an erfolgen soll. Vor allem die „Licht an“ Methode bewirkt bei mir immer, dass ich danach quasi senkrecht im Bett stehe und ich glaube nicht, dass das auf Dauer sonderlich gesund ist 🙂

  7. „Sie war so ungünstig eingeschlafen, dass ich nicht an meinen Sitz kam. Im Minirock.“ Du trägst Minirock? 😉

  8. Lars, das ist bestimmt nicht gesund. Berichte mal, falls Du’s machst und magst. Aber ich glaube, zu sanft klappt auch nicht. Jedenfalls genau dann nicht, wenn man eigentlich nen Wecker braucht und nicht sowieso um die Zeit rum aufwacht…

    Trotzendorff, hehehe, allenfalls Männer-Wickelrock 🙂

  9. das interessiert mich jetzt aber: wie machen das sehr schwerhörige menschen? ich höre gut genug, daß mir ein wecker reicht, aber wenn das nicht mehr ginge, würde bei mir ‚licht an‘ nüscht bewirken, das habe ich schon ausprobiert… nqlb, läßt du dich rütteln oder…. ?

  10. Da zitiere ich mich mal kurz selbst. 🙂

  11. Pia Butzky

    Also, wenn mich im Zug jemand Fremdes an den nackigen Beinen anfassen würde, da gäbe es aber Haue! Meine Minirockzeiten sind allerdings vorbei, da wäre es jetzt nicht mehr so kritisch. Die sensible und kreative Kunst, genau richtig zu wecken, die teilt die Menschheit in zwei Hälften. Die Einen können´s und die anderen kriegen immer Haue.

    Ich gehörte mal mit einem alten Elektowecker aus den frühen 80ern zu der letzteren Hälfte und hatte regelmässig Ärger mit meiner WG. Der schrottige Wecker hatte ein heiseres kratziges Ratteldröhnen, das ganz leise anfing und sich über 20 min hinweg penetrant steigerte. Ekelhaftes Geräusch. Zum Glück hörte ich es kaum, weil ich davon nicht aufwachte, aber es schlich sich in meine Träume und dramatisierte die Handlungsabläufe enorm.

    Aufgewacht bin ich dann von dem Geschimpfe und Türenknallen meiner Mitbewohnerin: „Eines Tages schmeiße ich das Mistding aus dem Fenster!“

    Damals konnte ich noch superperfekt hören. Heute bin ich taub und habe einen Tinnitus, der sich anhört wie das nervige Elektrodings. Eines Tages schmeiße ich das Mistding …

  12. @nqlb
    oh, danke 🙂 – da war ich hier noch nicht, glaube ich. coole sache, und so einleuchtend! ^^

  13. Pia, hehehe, schöne Geschichte mit Deinem Elektrowecker. Aber aufpassen beim aus dem Fenster Schmeißen, dass nicht zuviel mit dranhängt, ja!

    rebhuhn, bitteschön. 🙂

  14. @rebhuhn: Du sagst, bei Dir hilft „Licht an“ nicht. Hast Du denn schonmal einen Lichtwecker ausprobiert? Das ist nämlich nicht nur „Licht an“ sondern ein ganz ekelhaftes Blinken bzw. Blitzen.
    Ich werde davon immer wach, selbst wenn es im Sommer schon recht hell ist. (Mein Mann übrigens erstaunlicher Weise nicht)

    Alle Jubeljahre gelingt es mir mal, bei dieser Blinkerei weiterzuschlafen, dann träume ich aber garantiert, dass ich ständig mit Blitz fotografiert werde und das gar nicht aufhört … (und wenn ich dann doch wach werde fühle ich mich völlig durch den Wolf gedreht).

  15. Pia Butzky

    Den Wackelwecker in Handschmeichlerform, den alle haben, den habe ich auch. Aber bei mir ist der zu schwach. (?) Verstehe gar nicht, wieso manche den monströs stark finden. Wenn ich nicht gerade mit dem Kopf direkt drauf liege, merke ich nichts. Eischenartisch.

    Bevor ich den Shaker kaufte, habe ich als Ertaubte jahrelang meine eigenen inneren Wecker gehabt. Abends vor dem Einschlafen habe ich mich daran nochmal daran erinnert, wann ich aufstehen muss und bin dann morgens ca. 10 min vorher aufgewacht. Echt wahr! Auch früh um 5:30 oder 6:15 Uhr, egal. Aber manchmal habe ich aus Angst, zu verpennen, auch die ganze Nacht durchwacht. Stöhn.

    Umso besser, wenn man jemanden hat, der sanft an Beinen zupft. Oder Kaffee kocht: Kaffeegeruch, der macht mich sowas von wach. Allein von dem Geruch wache ich auf. Gibt es einen Duftwecker? Wäre ja mal was.

  16. Frauke, interessant. Hast Du denn immer Träume, in die Du Blitzlichtgewitter gut einbauen kannst — Oscarverleihungen, rote Teppiche etc? 😉

    Pia, innere Uhr funktioniert bei mir auch recht gut, hat nur das Problem, dass ich immer schon zwei Stunden früher unruhig werde und nicht mehr richtig schlafe. Das mit dem Kaffeeduftwecker hat sich Frau Berlinessa neulich auch gefragt, lies mal, auch die Kommentare.

  17. @frauke
    nee, das habe ich noch nicht ausprobieren können/müssen, nur ‚licht an‘ über zeitschaltuhr an der nachttischlampe, eine viertelstd. vor dem wecker. ich wollte mal ausprobieren, ob ich dann schon wacher bin, wenn der wecker klingelt. hat aber überhaupt nix genützt. 😉

  18. nee, nqlb, es handelt sich eher um nightmares, a la ohnehin furchtbare familienfeier und dann fotografiert auch noch dauernd einer

    übringes: die Sache mit der inneren Uhr kenne ich auch, die wird durch den Lichtwecker eher verstärkt: Da es so unangenehm ist, von dem Ding geweckt zu werden, werde ich vorsichtshalber vorher wach … 😉

  19. Wie furchtbar! Der Wecker des Grauens!

  20. Der vierbeinige Katzen-Wecker kann sanft und auch unsanft sein. Jedenfalls werd ich wach wenn beim Familenbesuch die Katze über einen hinwegläuft ( fühlt sich tap, tap, tap an) bzw. ihren Kopf an deiner Wange reibt oder dir ungeduldig den Kopf an deinen Kopf donnert. Der Bart von meinen Freund hat denselben Effekt, bzw. kraulen mit Fingern im Gesicht oder am Hals oder an den Armen… Wenn es DreRoCo Primavera-Sonntagfrüh ist dauerts länger bis die Kitzelmassage ihre Wirkung tut, denn dann brauch ich ne Weile um aus dem erschöpften Tiefschlaf zu erwachen…

  21. Hahaha, das Gesicht von der Frau hätte ich sehen wollen, wenn ich sie mitten im Zug mit meinem Bart geweckt hätte!

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