Der Ruck aus den Träumen: Geht’s noch besser? Ein Selbstversuch

Über die Sache mit den angenehmen und weniger angenehmen Weisen des Weckens hab ich schon länger nachgedacht. Jetzt habe ich seit etwa acht Wochen Rütteln am Handgelenk probiert. Soll heißen: einen Armband-Vibrationswecker. Denn ich wurde gefragt, ob ich Lust hätte, den Sleep-Tracker zu testen. Ohne Geld und ohne Verpflichtung. Das fand ich anständig. Auf sogenannte Schlafphasen-Wecker war ich eh neugierig: Wecken genau in den Phasen, in denen ich eh fast wach bin? Erholter Aufwachen? Ich sagte zu.

Und stellte fest: Ich musste mich wirklich dran gewöhnen! Mir was anzuschnallen zum Schlafen fühlt sich einfach komisch an. Ich bin’s gewohnt, mich vorher auszuziehen — und schlafe lieber unbeschwert. Die Gewöhnung hat sicher zehn Tage gedauert.

Die Erkennung, wann ich fast wach bin, funktioniert aber richtig gut. Der Alarm kommt zuverlässig kurz nachdem ich mich umhergewälzt habe und gerade weiterschlafen wollte. Das ist wirklich erstaunlich angenehm!

Allerdings: Man muss dem Wecker auch eine Chance geben. Er weckt zwar, übernimmt aber — natürlich — keine Verantwortung fürs Wiedereinschlafen. Aufstehen muss man auch immer noch selber. Viel zu früh bleibt einfach viel zu früh. Und wenn der Schlafrhythmus aus den Fugen ist, hilft auch Schlafphasenwecken nicht. Dann hat’s sich was mit dem erholteren Aufwachen. (Wer Spaß daran hat, kann das Gerät aber gerade dazu nutzen, sich geregelteren Schlaf anzutrainieren.)

Freunde der Sleep-Taste (wenn ich nicht ganz dringend aufstehen muss, kann ich mich damit über Stunden hangeln!) haben auch nicht soviel davon. Ausmachen und Weiterschlafen-bis-es-sich-endlich-richtig-anfühlt zerstört den Effekt. Ganz Geübte können ihn so aber auch von Hand und ohne Sleeptracker nachbauen.

Für Schwerhörige, Taube und Gehörlose muss gesagt werden: Die Vibrationsfunktion, und nur die habe ich ja getestet, ist beim Sleeptracker vergleichsweise schwach — eher so ein leichtes Rubbeln. Technisch gesagt: Als vibrierte er mehr lateral denn gegen meinen Arm. Kein Vergleich zu meinem Preßlufthammer im Handtuch. Das kann man schonmal verschlafen.

Nachdem ich mich nun dran gewöhnt habe, mit Uhr ins Bett zu gehen, finde ich so schlafphasengewecktwerden ganz angenehm. Kann ich also empfehlen. Allerdings wäre mir der Sleeptracker zu teuer. Es dauert nämlich eine ganze Weile, bevor man merkt ob und wieviel es einem bringt. Das hängt sehr vom individuellen Schlaf- und Aufwachverhalten ab. Ich werde den Sleeptracker definitiv noch eine Weile weiternutzen und berichten wenn sich Neues ergibt. Zum Beispiel hatte ich seither noch keine Gäste in meinem Bett — bin gespannt, wie die darauf reagieren, wenn ich mich zum Schlafengehen erstmal an den Wecker binde.

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17 Antworten zu “Der Ruck aus den Träumen: Geht’s noch besser? Ein Selbstversuch

  1. OT: dir ebenso wie smilla viel erfolg morgen :)!

  2. Regenbogen

    Jenau, is ja morgen soweit; Mann, am selben Tag wie die Bundespräsidentenwahl…..

    Nur daß Not quite like Beethoven wichtiger ist.
    😀
    (smilla natürlich auch. 😉 )

  3. Pia Butzky

    Klingt ja sophisticated, der Sleeptracker. Den Elite Female gibt es für Sportlerinnen, Erlebnisreisende und die moderne Frau. Ist also schon mal nichts für mich. Sie müssten noch das Produkt für Trantüten, Rumsitzende und die unfreiwillig älterwerdende Frau entwickeln. Das hieße dann Sleeptracker Butzky.

    Mich wundert aber auch, was und wie das Gerät abmisst, klingt ja richtig unheimlich. Und was ist, wenn man um 7:20 Uhr zum Zug muss, aber der Wecker dann gerade eine Tiefschlafphase diagnostiziert? Darf man als Arbeitnehmer dann auch vorbringen: „Tschulljung, Chef, meine Wecker war noch nicht soweit“?

    Die zweitbeste Methode für Frühaufwachen ist immer noch: Früh einschlafen. Die allerbeste Methode ist: Sich ganz doll auf was freuen an dem Tag. Zong, biste wach.

  4. liebe Pia, die erkenntnis in den letzten beiden sätzen ist bei mir gerade eingeschlagen wie eine bombe. wußte ich zwar schon mal ganz diffus, ist mir aber gerade so richtig aufgegangen: macht euch die welt schön! es gibt jeden tag etwas, worauf man sich freuen kann! [oder sollte man zumindest. danke.]

  5. Pia Butzky

    liebes rebhuhn.
    wie jetzt: nur die beiden letzten sätze sind bei dir eingeschlagen? nicht jedes einzelne krümelchen, das ich gönnerhaft und kostenfrei von mir gebe? wozu die mühe und das unendliche ringen um den geschliffenen kommentar, wozu die qual zur perfektion, der asketische verzicht auf blödelei, der hohe anspruch hin zu besserem, wenn ich nicht dich, rebhuhn, damit völlig vom stuhl reissen kann – mit jeder silbe, jedem wort, jedem einzelnen leerzeichen?

    ästonischt und erschöpft: das butzy.

  6. Rebhuhn und regenbogen, Dankeschön!!

    Pia, jaja, die Werbung 🙂 Zur Funktionsweise: Alle Geräte für den Heimgebrauch sind nicht superexakt, exakte Schlafphasenmessung geht nur mit Hirnstrommessungen oder Pupillenbeobachtung. Und das wär mir auch zu spooky! Der Sleeptracker macht’s schon ganz gut, es geht um Bewegung. Je weniger Bewegung desto Tiefschlaf. Deshalb muss man sich den ja auch an die Hand binden, hat nen Bewegungssensor. Und man stellt ein Weckintervall ein das natürlich da enden sollte, wo man spätestens aufwachen muss. Wenn der Wecker in dem Intervall eine Unruhephase entdeckt, weckt er. Früher. Ansonsten ist’s wie ein normaler Wecker.

    Ansonsten, Rebhuhn hat recht, dass Du recht hast: Das ist schon wichtig, dass man was hat wofür man aufsteht!

    Kann Dich übrigens beruhigen, echt 1A Kommentare, Deine. Hochklasseware. 😉

  7. Pia Butzky

    Ich steh jeden Morgen für meine formschöne Espressokanne auf, die beste auf der ganzen Welt. Und für solche Perlen wie: „Je weniger Bewegung desto Tiefschlaf“.

    Das, schonungsloser-Selbstversuch-Beethoven, möge man auf meinen Grabstein schreiben, wenn du das Copyright dafür freigibst.

    *entzückt: das Butzky*

  8. ich hätte sogar ein einfaches ‚danke‘ in normaler echter groß- und kleinschreibung toleriert, nein, mich darüber gefreut, liebe Pia ;). – aber ich lese deine kommentare auch gern, sonst – sie werden also gewürdigt. ausreichend :P.
    *müde: das rebhuhn*

  9. Pia Butzky

    Rebhuhn: Danke!
    Normal und rechtgeschrieben.

    *Tasse Kaffee…?*
    😉

  10. @Pia
    hattichschon ;). mehrere.

  11. Pia Butzky

    Du, not-quite-like-Zappelphillip, ist das deine geockerte Bettwäsche da oben auf dem Foto?

    Dass die Jungs das Erdige so mögen, wenn es um Wäsche geht … tsss. Muss was mit dem urzeitlichen Höhlenbewohnen zu tun haben. Ist jetzt aber wirklich kein wichtiges Thema. Echt nicht. Fiel mir nur so auf bei der Warterei auf Grimme und/oder den Bundespräsi …

  12. Pia Butzky

    Der Ruck aus den Träumen: Kein Grimme für NQLB und kein Gauck für uns alle. Wie gemein. Und sehr schade.

  13. Ja, das ist meine Bettwäsche, obwohl meine Lieblingsbettwäsche hellblau ist.
    Nett, Pia, der Titel dieses Threads trifft’s wirklich gut. Vielleicht war’s ja ne Vorahnung…

  14. Wusstest Du eigentlich, das der Erfinder der Snooze Funktion kurze Zeit später dann auch die Gleitzeit erfunden hat?

    🙂

  15. Hahahaha, 🙂
    Bei mir war’s umgekehrt. Gleitzeitarbeit ermöglichte mir die perfekte Integration der Snooze-Taste ins Leben.

  16. TanteMaedel

    Ich habe mir einen Lumie Lichtwecker geholt. Er ist mit Einschlaf und Aufwachfunktion und imitiert den Sonnenuntergang und -aufgang. Vorher hatte ich die Blitzlampe und ich finde sie immer brutal, Vibratonswecker finde ich noch brutaler. Der ganz teure Lumiewecker
    http://www.amazon.de/Lumie-Bodyclock-Lichtwecker-verschiedenen-Einschlafoptionen/dp/B001IAFVPA/ref=sr_1_7?ie=UTF8&qid=1365063606&sr=8-7&keywords=lumi+wecker
    hat sogar eine Blitzlampe integriert, aber ehrlich gesagt, ich brauche sie nicht mehr, ich liebe mittlerweile das sanfte Wecken. Ich habe ihn übrigens von einem Hörenden empfohlen bekommen. Seine Kinder schlafen wunderbar dabei ein.

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