Finnisches Fingerschütteln — Signmark verbindet Hip Hop mit Gebärdensprache (in Berlin)

Das Hände- und Fingerschütteln hat beim Rappen Tradition, insofern paßt es ja: Die finnische Gruppe Signmark macht Hip Hop mit very sophisticated Fingerschütteln, mit Gebärdensprache. Das hört sich nicht nur gut an, das sieht auch gut aus.

Hier gibt’s einen spannenden Bericht des MDR über die Gruppe und den gehörlosen Frontmann Marko Vuoriheimo. Da sieht man mal wieder, was in einer kreativen Partnerschaft so alles möglich ist. Musiker Sein ohne Hören (oder mit fast nichts hören) — wie das geht finde ich ja immer wieder faszinierend. Und es muss ja nicht immer Evelyn Glennie sein.

Morgen abend (24.7.) treten Signmark in Berlin auf — und zwar im Glashaus bei  Sencity, was man wohl als einen Frontalangriff auf die Sinne bezeichnen muss: Bei dieser Partyreihe gibt’s nicht nur Musik und Lichtinstallation, sondern auch noch „Aromajockeys“, die Gerüche mixen, der Boden ist ein „sensefloor“, so dass man die Musik besser spüren kann, Gebärdensprachtänzer und Massage. Ich finde, das klingt ziemlich wild. Leider kann ich nicht hin. Aber falls wer hingeht, würde mich freuen zu hören wie’s war!

[Auf signmark bin ich übrigens bei jule gestoßen.]

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11 Antworten zu “Finnisches Fingerschütteln — Signmark verbindet Hip Hop mit Gebärdensprache (in Berlin)

  1. Ich bin ganz von den Socken – toller Beitrag. Kannte ich nicht. Zeig ich gleich weiter. Hab dich übrigens gerade bei mir erwähnt 🙂

  2. Pia Butzky

    Entspannter Typ.
    Mich wundert: Rhythmus und das Sehen von Bewegung scheinen ihm zu reichen für ein unterhaltsames Musikempfinden. Mir wäre das zu wenig, denn wenn man auch schon mal Melodie hören konnte, fehlt sie einfach – es wird monoton und langweilig. Ich kann aber gut verstehen, dass signmark sein eigenes Vergnügen daran hat, das für sich eben völlig ausreicht. Hauptsache.

  3. Ich bin ja mit zunehmender Ertaubung auch immer rhythmuslastiger und grooviger geworden in meinen Musikvorlieben. Langweilig ist das nicht unbedingt, wenn man sich die entsprechenden Musikstile raussucht.

    Aber man weiß ja nicht, wie genau er hört. Und beim Musik selbst machen ist das Gefühl oftmals ja doch nochmal ein ganz anderes als es unbeteiligt hören/sehen. Da geht man anders mit und kann die letzte Katzenmusik großen Spaß machen.

  4. Hier berichtet die taz über die Party und den Auftritt.

  5. Hallo, schöner Beitrag zu Signmark. Bin über Augenschmaus auf diesen Blog gestoßen, und nehme das gerne in meine Blogroll auf. Ich finde das Thema Musik spüren, Rhythmik wahrnehmen auch sehr spannend, wie z.B. bei dem barrierefreien Video von Breitenbach „Waiting“ mit Gebärden, Untertiteln und Pegeln.

  6. Oh, dankeschön, gruppli. Schaue mir gleich mal an was Du über Waiting geschrieben hast.

  7. Ist schon der Hammer, wenn man sieht (youtube) wie er sogar bei Liveauftritten vollkommen synchron mit seinem Partner ist – und das mit nur wenig Blickkontakt. Das setzt enormes Gefühl und viel Training voraus – anders kann ich mir das kaum vorstellen.

    Signmark ist wirklich klasse, ich mag die Musik und seine ansteckende positive Ausstrahlung.

  8. Ja, nicht wahr? 🙂
    Ich würde übrigens mal vermuten, dass er den Rhythmus schon mitbekommt — und so auch die Synchronisierung funktioniert.

  9. Das Album „Breaking the Rules“ von Signmark ist übrigens auch echt hörens- und sehenswert (als DVD und CD).
    Hab mir den Spaß gegeben einen Monat lang in allen CD Läden zu fragen bevor ich es dann doch bestellt hab.

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