Die Welt ist was man draus macht

Wäre die Welt so wie ich sie verstehe, wäre sie — deutlich lustiger. Ich traue mich schon kaum mehr nachzufragen. Aus den letzten Wochen:

Die Bedienung bringt nicht so’n Quark an (wie in dem anderen Café) und hat so nett gelächelt — „Sie ging dich stark an und, äh — wann hat sie geschwächelt?“

Eine Unterhaltung über heute morgen, die richtig lange Zeit in der „Wartelounge“ beim Friseur — „Heute morgen heftiger Wattebauschstreit?“

Die Realität ist dagegen richtig farblos. Ernsthaft lustig wird’s jedoch, wenn zwei Schwerhörige sich miteinander unterhalten. Das durfte ich am Wochenende mal wieder ausprobieren. Anstatt auf so Fragen wie oben nämlich ernüchtert zu werden — erhält man dann zur Antwort: „Ja, genau!“ So als ob es das Normalste von der Welt wäre.

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14 Antworten zu “Die Welt ist was man draus macht

  1. 😀 😀 zu lustig…

  2. Genau das habe ich gleich gedacht als ich die Überschrift gelesen habe! Und nach dem Artikel wars wie vorher: Es kommt drauf an, was jeder einzelene von uns draus macht: Carpe diem 🙂

    Netten Gruss Carole

  3. Ich glaube, wir beide könnten und stundenlang unterhalten, ohne das gleiche Thema zu haben… 😀

  4. Bibi Blocksberg

    Oh Gott, danke, ich hab laut gelacht, wie gut ich das kenne. Manchmal frage ich mich, wie es wohl wäre und sich lebte, wenn das Mengen-Verhältnis (kann ich das so sagen?) Hörende / Hörgeschädigte genau andersherum wäre.

  5. Vermutlich hätten sich Emails, SMS, Chats und Twitter schon zehn Jahre früher durchgesetzt… 🙂

  6. Bibi Blocksberg

    Gestern bin ich mal wieder durch Zufall auf „Der weiße Neger Wumbaba“ von Axel Hacke gestoßen – das Buch über die zahlreichen Verhörer bei Songtexten. Das ist so lustig zum Teil.

  7. Hahahahaha, ich hab mich soo tooootgelacht dabei. Aber nur bei dem, nich bei der Fortsetzung……

  8. Freut mich, dass Ihr hier so viel Spaß habt 🙂

  9. Bibi Blocksberg

    Hahaha…. vor allem der Anfang, der Anfang, wo er über seine Frau und sich erzählt… „I believe in nuckles / milkbones … .. you saxophone“ :))

  10. Bibi Blocksberg

    nqlb, wenn du willst, schick ich dir eine Passage aus dem Buch, falls noch ein paar andere Leute darüber lachen wollen 🙂

  11. Dadaismus im Falschverstehen bekommt eine lustige Komponente mit der „Automatischen Untertitelung“ bei YouTube. Verrückt. Unbedingt ausprobieren: Bei manchen Filmausschnitten oder Videos kann man eine automatische Untertitelung anklicken (ein kleines Text-Icon in der Abspielleiste, zur Zeit nur in englischer Sprache). Was dann entsteht zwischen Ton und Text, ist wirklich abgedreht, denn die Software hat *genau wie wir Schwerhörigen* Verständnisprobleme und interpretiert fleissig drauflos. Zum Weglachen.

    Man muss ein bischen suchen, aber z.B. hier ein Interview zum Film „Der Hobbit“: http://www.youtube.com/watch?v=hHV32oqF-mg
    Je schneller gesprochen wird, desto ulkiger die Übersetzung.

    Wer gut hört, wird seinen Spaß daran haben. Wer schlecht hört, merkt an den dadaistischen Untertiteln, wie fehleranfällig die Worterkennung ist. Genau wie unsere … 🙂

  12. Wir Schwerhörigen und die Übersetzungsalgorithmen zusammen, das wär’s! Wir verstehen, können aber nicht hören. Die können super hören, aber nicht verstehen. : )

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