Spaß an der Gepäckkontrolle, oder: Dafür kann das CI doch nichts!

Da man mich gern mal mit einem Terroristen verwechselt — besonders ab Fünftagebart aufwärts — habe ich schon lange eine besondere Beziehung zur Gepäckkontrolle am Flughafen. Fast immer werde ich abgetastet, auch wenn nichts piept — und sehr oft stellt man mir Fragen nach dem woher und wohin. Obwohl es doch auf der Bordkarte sehr deutlich abzulesen ist. Man will mich eben kurz zum Reden bringen.

Zuletzt gestern, als sich der selber auch nicht besser rasierte Abtaster beim innderdeutschen Flug zunächst nach meinen Deutschkenntnissen erkundigte und dann die  Bordkarte verlesen ließ.

Seit ich einigermaßen mit dem elektrischen Ohr klarkomme ist die Gepäckkontrolle auch besonders beliebter Ort für Selbstüberschätzungen meinerseits. Dass ich besser höre bemerke ich nämlich generell daran, dass ich häufiger kleine Schwätzchen mit flüchtigen Begegnungen anfange — beim Bäcker, an der Kasse, an der Bar. Und eben auch an der Gepäckkontrolle. Nur tut Übermut dann eben doch selten gut.

Dieses Mal wurde ich von einer gutaussehenden jungen Dame noch einmal aufgehalten — ob das meine Tasche sei und man noch einmal hineinsehen dürfe. Sicher, meinte ich, das dürfe man. Gerne. Sie holte dann zuerst das Buch raus, das ich gerade lese, und sah es sich an.

Ich, einigermaßen überrascht: „Ist gut, kann ich empfehlen.“

Sie, dreht es um, guckt fragend und liest den Titel: „Das heißt: Die gleiche Musik???!!“

Ich: „An equal music,  ja. Ich weiß gar nicht ob’s das auf Deutsch gibt.“

Sie, blättert kurz darin und liest die Beschreibung auf der Rückseite. Dann macht sie etwas was für mich wie „hmpf“ klingt. Und steckt das Buch zurück in meine Tasche.

Ich, angenehm aufgekratzt von der Tatsache, dass ich so eine Nebenherunterhaltung führen kann, übertreibe es: „Hmpf? Scheint Ihnen, nachdem Sie die Beschreibung gelesen haben, nun doch nicht mehr so interessant?!“

Sie: „Doch doch, darum habe ich doch auch gesagt: Schön!“ Und lächelt.

Ich dagegen möchte im Boden versinken. Aber das war ja auch beim schwerhörigen Frequent Flyer schon so.

Advertisements

4 Antworten zu “Spaß an der Gepäckkontrolle, oder: Dafür kann das CI doch nichts!

  1. J. auf auswärtigem Computer

    Hmmm. Die Grundproblematik verstehe ich schon, aber wenn Du im Boden versunken wärst, wäre sie bestimmt traurig gewesen. Schließlich hat sie doch gelächelt! Was genau man redet, wenn die Sympathie erstmal klar, ist doch in vielen Fällen eh nicht mehr ganz so wichtig, zumal Du ja vorher genau den richtigen Ton getroffen zu haben scheinst. Für mich klingt es ehr wie eine kleine, hübsche „was-wäre-wenn-Geschichte zwischen zwei unbekannten an einem Durchgangsort“. Oder?

  2. Hehehe, ja.
    Und sicher wäre sie traurig gewesen. Weil wenn ich versunken wäre, dann hätte da eine herrenlose Tasche gestanden und die sind ja bekanntlich an Flughäfen ein Problem. 🙂

  3. Du hättest doch auch sicher ein paar Schwänke von der Gepäckkontrolle zu berichten, oder?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s