Wie Nichthören an die Dinge bindet. Zumindest an die Espressomaschine

Wer keine dieser Cafeteras zum auf den Herd stellen hat, verpaßt was. Es gibt keinen schöneren Kaffeeton — vor allem morgens und vor allem auf einem Gasherd: Dieses leise Zischen und Brausen der Flamme, die unten an der Espressokanne leckt …  Allein dafür habe ich jahrelang direkt nach dem Duschen ein Hörgerät angezogen. Filterkaffeemaschinen röcheln dagegen nur vor sich hin. Der Mühe nicht wert. Richen tut der Kaffee ja sowieso.

Meine neue Espressomaschine macht zwar wunderbaren Kaffee, aber ganz schlimme Geräusche. Wie ein Generator. Eigentlich ein Grund, sich über den Hörverlust und die morgendliche Stille zu freuen. Leider muss ich ihr dann aber den ganzen Brühvorgang über die Hand auflegen.

Das ist natürlich ein Luxusproblem. Weil ich die Maschine nicht einfach benutze, sondern aus ihr das Optimum herauskitzele. Sie davon überzeuge, die Beste zu sein, die sie sein kann! Denn: Ich unterbreche den Brühvorgang an einer ganz bestimmten Stelle kurz und starte sie dann wieder. Mit Hörzeugs in den Ohren bin ich dabei frei zu tun was immer ich will: Müsli vorbereiten. Benommen aus dem Fenster starren. Oder ein paar Worte mit dem lieben Gast wechseln. Wenn ich den Punkt zum Ausschalten höre, tue ich das.

Ohne Hörzeug dagegen höre ich diesen Punkt nicht. Ich muss die Maschine anfassen und den „Gangwechsel“ spüren. Ich kann nicht weg. Ich bin gebunden. Obwohl, wer weiß, vielleicht schmeckt der Kaffee ja gerade wegen des Handauflegens so gut?!

 

Advertisements

6 Antworten zu “Wie Nichthören an die Dinge bindet. Zumindest an die Espressomaschine

  1. the fräänk

    Ich fand den Kaffee bei Dir immer sehr lecker. Handauflegen hat sich also gelohnt. Aber ich hab gut reden: Ich konnte ja jederzeit weg.

  2. Echt handgemachter Kaffee. Trotz Maschinenunterstützung ^^

  3. Hört sich nach Siebträger an! Mit manueller Preinfusion? 😉

  4. Jein. Es handelt sich um manuelles Herumspielen mit der automatisierten Preinfusion — während des Brühvorgangs. 🙂

  5. Hmmm – automatische Preinfusion – grübel… Was ist das denn für eine Maschine? Ein Vollautomat wohl kaum, denn da kann ich mir nur schwer vorstellen den Brühvorgang zu unterbrechen ohne die Maschine durcheinander zu bringen. Aber Siebträger mit automatischer Preinfusion – fallen mir so auch nicht ein. Wird Zeit das Rätsel zu lösen! 🙂

  6. Ich kann’s dir auch einfach sagen, geht schneller. Ist alles nicht wild, eine einfache Siebträgermaschine von AEG (Modell weiß ich grad nicht). Wenn man die anmacht, stoppt sie nach ein paar Sekunden kurz und legt dann erst richtig los.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s