Digital ist besser? Nicht bei Musik — und Hörgeräten

Wer konnte, zog es vor, ohne Hörgerät zu musizieren. Andere konnten das nicht und lebten in ständiger Angst, ihre alten analogen Hörgeräte könnten kaputtgehen. Digitale Hörgeräte befanden sie für untauglich zum Musizieren.

[Das hat Moira neulich von einem Musikerwissenschaftler gehört.]

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51 Antworten zu “Digital ist besser? Nicht bei Musik — und Hörgeräten

  1. Ich kann es nur bestätigen! Genau diese geradezu existenzielle Angst um die analogen Hörgeräte treibt mich derzeit um. Zu gerne wüsste ich, was andere hörgerätetragende Menschen darüber denken – und was es für Lösungsmöglichkeiten aus der schier aussichtslos erscheinenden SItuation gibt.
    Ich bin von Geburt an hochgradig schwerhörig und kann mit meiner Gitarre leider nicht ohne Hörgeräte musizieren. Die Gitarre ist dann zu leise, dumpf und hört sich falsch an. Die analogen Hörgeräte entsprechen meinem Empfinden nach in gewisser Weise dem Unplugged-Spiel und die digitalen Hörgeräte einem Verstärker, der vieles nicht mehr transportiert. Als geburtsschwerhöriger Mensch konnte ich zwar keine Vorstellung entwickeln, wie es sich „wirklich anzuhören hat“, aber kommt es darauf an? Ich glaube nicht, dass es so etwas „Wirkliches“ gibt. Mir reicht zu erfahren: Ich merk den Unterschied deutlich, so dass Einfach-einen-Verstärker-dranstecken für mich keine Lösung ist.
    Für den Alltag und für das Musizieren schwöre ich auf analoge digital programmierbare Hörgeräte von Phonak, früher das Modell Sonoforte, heute, d.h. auch schon seit zehn Jahren, das Modell Piconet. Vor zehn Jahren versuchte ich erstmals den Umstieg auf digitale Hörgeräte und blieb bei analog. Und gerade erst in den letzten Wochen, nachdem mich genau jene Angst beschlichen hatte, was denn nach meinen altersschwachen, aber mittlerweile unersetzbaren analogen Hörgeräten denn sein würde, probierte ich es erneut mit digitalen Hörgeräten, vielleicht hat sich etwas verbessert in den zehn Jahren? Und wie sich inzwischen für mich herausgestellt hat: NEIN!!!! Ja, schon, was die Sprachverständlichkeit in allen möglichen Hörsituationen angeht. Nicht aber, was den Klang an sich angeht und eben die Musik. Beim Probetragen (Phonak Modell Certena) scheint der musikalische Klang (auch beim „Musikprogramm“) nach wie vor verloren zu gehen.
    Beim (klassischen) Gitarrenspiel hat sich gezeigt, dass ich dafür die digitalen Hörgeräte nicht benutzen kann und es keine Sache der Gewöhnung ist: Der Anschlag der Saite ist völlig überbetont und der Nachklang ist sofort gleich nur noch ganz dünn. Aber genau in diesem schwebenden Nachklang steckt die besondere Musik und Klangqualität der Gitarre! Ich versuch mal einen visuellen Vergleich: Die Kalligraphie der chinesischen Schriftzeichenkultur lebt auch von der Dynamik des sanften Pinselaufsetzens und des Ausstreichens innerhalb des Zeichens. Und würde völlig verkleckst, wenn der Pinsel überbetonte Anfänge setzen würde.
    Von einigen Musikern (Klavier, Gitarre) habe ich gehört, dass sie im Alltag digitale Hörgeräte benutzen und beim Musizieren analoge. Ich weiß nicht, ob ich eine solche Trennung hinbekommen würde: der musikalische Klang ist für mich auch im Alltag bedeutsam. Der klingende Alltag ist musikalisch erlebbar (à la John Cage oder Evelyn Glennie).
    Was ist eigentlich das Problem? Dass ich mich – wie offenbar auch manch andere – mich nicht an den Sound der digitalen Klangweltrepräsentation gewöhnen kann? Ist es nicht vor allem das Problem, dass keine analogen Hörgeräte mehr hergestellt werden? Warum werden sie nicht mehr hergestellt? Weil sie aus dem Finanzierungsrahmen der Krankenkassen herausgestrichen wurden? Komisch dass die Hörgeräte sich mittels der digitalen Technik immer mehr den Cochlear Implantaten (CI) anzugleichen scheinen, obwohl doch gerade Hören mit Hörgeräten noch eben genau diese zusätzliche Dimension des analogen Hörens ermöglicht im Gegensatz zum CI! So stelle ich mir das jedenfalls vor, ich trage kein CI. Ich bekomme nur immer häufiger die Frage gestellt, warum ich denn kein CI tragen würde, dann würde ich doch besser hören. Das kommt mir so widersinnig und geradezu wahnsinnig vor!
    Wird es die analogen (und digital programmierbaren) Hörgeräte demnächst wieder geben? Vielleicht, denn es gab ja auch bei den Tonträgern eine Wiederbelebung der Schallplatten. Analoge Hörgeräte für die „wahren“ Hörliebhaber im Retrolook bzw. Retrohearing – wenigstens als Luxusgut? Aber eigentlich sollten analoge Hörgeräte auch jenseits von Luxus zu erwerben sein! Vielleicht sollten „wir“ uns zusammenschließen? Und gemeinsam eine Kaufkraft und „Kennerschaft“ präsentieren, die den Markt für analoge Hörgeräte wieder anschiebt und diese für uns existenzielle Lücke zu schließen vermag?
    Ich kann mir kaum etwas neben analogen Hörgeräten vorstellen, was mir noch mehr Lebensqualität geben könnte. Vor allem habe ich das beängstigende Gefühl, dass mit aufgezwungenen digitalen Hörgeräten mein Musizieren zum Erliegen kommen wird. Und das wäre ein wesentlicher Verlust. Mit der Marktzwangslage droht für mich in gewisse Weise ein – technischer – Hörsturz. Und das für mich, die ich in meinem ganzen Leben bisher noch nie einen Hörsturz oder -verlust hatte und gesunde Ohren habe! Das bereitet mir Kopfschmerzen. Wem noch?

  2. Oh je, das klingt ja schrecklich. Ich habe ein CI, aber ich kenne auch die Angst, von der Technik abhängig zu sein und Klangqualität zu verlieren, weil die Technikerfuzzis irgendwas Neues entwickeln. Nicht unbedingt immer zum Besseren für uns Schwerhörige.

    Übrigens: Was passiert mit alten Hörgeräten? Ich habe noch welche in der Schublade, die ich mal spenden könnte. Sie müssen aber vom Akustiker angepasst werden und es kommt auf den speziellen Hörverlust an, ob alles so passt und so. Die Geräte habe ich im letzten Jahrhundert ca. 4 Jahre getragen, dann war Schluß mit lustig.

    Sollte mal echt Nachfrage nach analogen Geräten bestehen: Ich habe welche rumliegen. Glaube zumindest, die sind analog. Null Display, nur ein Drehknopf für Lautstärke und überhaupt alles noch handgehäkelt, wie es scheint. Naja, und gebraucht, eben.

  3. Althörgeräte kann man, soweit ich weiß, in verschiedene Sammlungen geben. Eine für Musiker hab ich aber noch nie gesehen. Vielleicht wäre eine Analoggerätetauschbörse gar nicht so doof. Ließe sich doch sicher leicht online organisieren, vielleicht am besten über das Schwerhörigen-Netz.

    Fantail, das ist ja wirklich dramatisch. Technischer Hörsturz, das trifft es! Bei mir ist der Musikgenuß mit den digitalen auch deutlich weniger geworden, allerdings auch mein Hörvermögen, so dass ich nie richtig sicher war, woran es eigentlich lag.

  4. Da hatte ich doch recht, als ich vor einigen Jahren einer schwerhörigen
    Hörgeräteträgerin sagte:
    „Solange Du mit Hörgerät Musik geniessen kannst, solltest Du auf dem Ohr
    kein CI implantieren lassen“.
    Diese schwerhörige Freundin war unzufrieden mit Sprachverstehen ihres
    Hörgerät aber sie hörte gern Musik, auch wenn sie die Texte der Lieder
    nicht genau verstehen konnte.

  5. Charly Brown, naja, kommt auf den Hörverlust an und welche Hörgeräte es sind. Ich selbst bin ja ein gutes Beispiel, wie das Musikhören bimodal (also mit CI auf einem Ohr und Hörgerät auf dem anderen) deutlich besser und schöner sein kann als nur mit Hörgeräten.

    Fantail, was ich gestern nacht vergaß: Das Beispiel mit der Kalligraphie finde ich toll, das trifft es genau.

    Und generell, nur damit mal nicht der Eindruck entsteht, das hier sei ein Luxusproblem von Klassikfans: Hörgeräte verändern den Musikgeschmack.

  6. So ist es! Ich höre immer wieder die gleiche Klischees von anderen Hörgeräteträger. Dank volldigitale Hörgeräte „“höre ich viel besser als meine alte Hörgeräte“ oder „hat es wirklich mein Hörleben verändert“. Ich persönlich trage seit Jahren halbdigitale Hörgeräten, die sehr gut auf meine Resthörigkeit eingestellt sind. Die Mischung aus digital und analog stimmt die Chemie. 😉

  7. 🙂

    Könntest Du kurz erläutern, was genau heißt denn halbdigital? Wie muss ich mir das vorstellen?

  8. He write silent.

    Na, halbdigital = 50 % digital + 50 % analog

    Es hört/liest sich zwar „doof“ an, wenn ich immer halbdigital und halbanalog tippen müsste. 😀

  9. ich steh immer noch auf dem Schlauch, tschuldige. Was genau wird denn durch die 50% digital erledigt? Und was durch die 50% analog?

  10. Falle vor Lachen vom Stuhl. 50 % sitzt noch, 50 % liegt schon unten.
    Köstlich. 🙂

  11. Ich vermute, silentwriter hat auf einem Ohr digital,
    auf dem anderen analog?
    Oder gibt es heutzutage schon sowas wie Hybrid-HG ähnlich
    Hybrid-Motoren die abwechselnd mit Benzin und E-Batterie laufen?

  12. Hybrid-Energieversorgung, das wär doch mal was! Also, mit Benzin oder Diesel vielleicht nicht gerade, aber — Solarstrom? 😉

  13. @ Fantail: ALLES, was du geschrieben hast, spricht mir aus der seele.
    ich bin auch hochgradigschwerhörig und habe analoge geräte und bin für meine hörkurve außergewöhnlich musikalisch. ich bin manchmal sogar in der lage auf den halben ton genau zu sagen, in welcher tonlage sich das gespielte lied befindet.
    ich spiele klavier und gitarre, und von früher ein bißchen akkordeon und blockflöte.
    das tonlagen-raushören ist mit digitalen geräten gestrichen. das gitarrestimmen nach gehör auch.
    ich lebe auch in hellster angst, daß meine analogen hörgeräte kaputt gehen und sich eines tages, wegen ersatzteilmangel nicht mehr reparieren lassen.
    ich hab 2000 digitale geräte ausprobiert, 2007 und jetzt aktuell bin ich gerade wieder dabei.
    wie kann man rückschritte der entwicklung in sachen:
    – musikalisches hören
    -sprache verstehen
    -telefonieren -am besten induktiv-
    die inzwischen nicht mehr in einem einzigen gerät zu einigen sind, wie kann man eine solche entwicklung „fortschritt“ nennen!?

    und immer wieder frage ich mich, wie es ein profi-musiker machen würde, der wegen eines hörsturzes evtl. hörgeräte bräuchte, sich aber nicht mal welche für viel geld kaufen könnte, weil es diese einfach nicht mehr gibt? würde der dann arbeitsunfähig, weil die technik sich in punkto musik nur noch verschlechtert hat?!

    es sagte mir mal ein akustiker, daß bei analogen hörgeräten die „lineare schallverstärkung“ besser war, als bei digitalen hörgeräten jetzt ist.

    ich werde diesbezüglich mich demnächst mal im schwerhörigen-netz mal registrieren und diesbezüglich mal ein thema und aufruf starten, mir brennt noch einiges auf der seele diesbezüglich loswerden zu wollen, ansprechen zu wollen, umfragen zu wollen…

  14. Danke, Shiva, für deine Gedanken! Die Sache mit den Telefonen ist, glaube ich, etwas komplizierter, da spielt auch die veränderte Telefontechnik stark mit rein.
    Aber die Musikfrage, die fehlenden Geräte und diese existentielle Angst von musikalischen Menschen wie Dir, finde ich, das ist ein Thema, das wir (ich) zukünftig öfters thematisieren sollten! Hoffe im SH-Netz springen sie drauf an.

  15. ich kann mich im schwerhörigennetz z. zt. nicht registrieren, da ist irgendwie ein fehler.

    ich probiere seit einer woche wieder ein digitales hörgerät aus. 2007 war meine aha-erfahrung ein besseres verständnis für die alten senioren, warum sie sich aufregen, wenn jemand musik im radio anmacht: „mach doch den ollen lärm aus!“
    die super-teuren digitalgeräte haben mir mit glanz und gloria offenbart, was alte leute hören:
    ein geplärre vermischt mit stechenden schrillitäten -das ganze im duett mit einer dröhnende übersteuerung.
    das dazu bei mir im kopf verursachte bild sieht etwa so aus, als wäre ein lkw, beladen mit alten metall-milchkannen, mit einem vollen schlachtschweine-transporter verunglückt, wo vielleicht noch der eine oder andere träumer hintenrein gekracht ist.

    ich habe 2007 bei der hälfte der gerätschaften keine melodie mehr erkennbar hören können, was mich sehr schockiert hat, oder es war nur ein geräusch ohne klangerlebnis.
    musik klingt auch heute mit dem testgerät, flacher, unvoluminös, sehr dumpf, hohe töne führen ungehört/uneinsortiert zu ohrenschmerzen, und insbesondere selbstgemachte musik, wie im ersten kommentar ganz oben beschrieben, klingt zuviel, zu wenig, zu kurz, zu flach, zu dumpf, zu eingesperrt, zu falsch. die schillernden farben der einst so bunten musik sind einem nebeligen grau gewichen -nicht schwarz/weiß, da wären ja noch kontraste. Die lebendigkeit wurde in den rollstuhl verbannt und die blühende blume abgepflück und getrocknet in eine vase gestellt.
    der hohe raum hat seine decke soweit abgesenkt bekommen, daß man den raum nur noch gebeugt betreten kann.
    was hier auf dieser seite schon anderweitig beschrieben wurde: ich höre 1/40s, iso 800, und blende 2,8…
    auch ein klasse vergleich. das machen digitale hörgeräte mit musikalischem klang-empfinden.

    ich weiß nicht, wie sich musik für normalhörende anhört, aber ich weiß, wie sie mein innneres ohr geprägt hat.
    mit analogen hörgeräten hab ich die letzten 30 jahre meistens einen weg finden können, bei digitalen hörgeräten noch nicht einen einzigen -auch nur kompromiss.
    ich will nicht auf mein primäres hobby und meine „innere zweite sprache“ verzichten, ich will nicht auf meine liebe zur musik verzichten, das ist ein teil von mir.
    ich höre von SO vielen hörgeräte-akustikern, betroffenen oder noch anderen quellen, daß gute 65% (!!!) der langzeit-schwerhörigen am liebsten bei analogen hörgeräten bleiben wollen und viele auch schon auf eigene kosten die dreifachen reperaturkosten aus eigener tasche zahlten, um ja nicht auf digital ausweichen zu müssen. warum erkennt kein hörgeräte-hersteller diese sich anbahnende oder bereits klaffende marktlücke und stellt wieder -bzw. auch wieder analoge hörgeräte her? die würden mit sicherheit absatz finden! Warum zahlen krankenkassen (ich hab gehört, weiß es aber ncith sicher) möglicherweise keine analogen geräte mehr? Warum gilt diese erfahrene technik als veraltet, wo sie doch in der ergebnis-erzielung ausgereifter scheint, als die digital-geräte, die sich vielleicht besser und vielfältiger programmieren lassen, mit noch mehr fasznation vollpacken, aber den endverbracuher am ende doch großenteils mehr frustriert, als begeistert?

    ich würde zu gerne mal an einer umfrage teilnehmen, wo man anklicken könnte, wer analoge hörgeräte oder digitale oder halb/halb vorzieht.
    (info halb/halb: analoge hörgeräte, die sich digital einstellen lassen)
    mich würde doch ZU SEHR interessieren, wieviele andere schwerhörige mitleser/mitmenschen probleme mit digitalen geräten haben, die sie mit analogen geräten nicht haben.
    Und ich hätte nicht wenig lust, einesammelliste von unterschriften bei hörgeräte-herstellern einzureichen, mit der bitte, sich doch noch mal zu überlegen, ob analoge hörgeräte nicht beibehalten werden können am markt… kann man diese nicht absetzen, wenn sie nicht mehr gefragt sind?
    und es geht hier wirklich nicht um umgewöhnung an das neue klangbild. ich werde mich nie daran gewöhnen können (und wollen), musik nicht mehr richtig hören zu können, solange die ursache nicht in meinem gehör, sondern an der fortschrittlichen technik liegt, bei der ganz offensichtlich einiges über bord geworfen wurde, um andere sachen an dessenstatt in die neuesten befähigungen aufzunehmen.
    Es kann nicht sein, daß ich auf kosten des fortschritts rückschritte in kauf nehmen muss….
    schade, eigentlich…

  16. Da sagst Du viel Wahres! Vor allem solche Zahlen und Umfragen würde ich auch gerne mal sehen. Schwierig deswegen, weil es ja immer auch darum geht, ob die Geräte wirklich optimal eingestellt sind, also tatsächlich nicht mehr können. Ich überlege mal, was ich dazu beitragen kann…

  17. @Shiva: „das dazu bei mir im kopf verursachte bild sieht etwa so aus, als wäre ein lkw, beladen mit alten metall-milchkannen, mit einem vollen schlachtschweine-transporter verunglückt, wo vielleicht noch der eine oder andere träumer hintenrein gekracht ist.“

    Schlachtschweine und Milchkannen. Schmeiß mich weg bei dem Vergleich. Herrlich, was da an Beispielen kommt, wenn man unser schiefes Hören beschreiben will. Ich erkläre das auch oft mit einem Betonmischer, in den man Instrumente reinschmeisst. Geräusch macht das auch irgendwie, aber ob das dann Musik ist …?

    Als Zielgruppe müssten Hörgeräteverbraucher doch auch ein bischen mitbestimmen dürfen, wie die Leistung beschaffen sein soll. Die Hersteller haben keinen anderen Absatzmarkt als uns. Mal eine Aktion machen:
    „Gebt uns mehr Musikhören“?

  18. He write silent.

    Gut und schön. Einfach mal den Hörgeräteakustiker fragen, was halbdigital ist. :/

  19. Pia Butzky

    @CharlyBrown weiter oben: „Oder gibt es heutzutage schon sowas wie Hybrid-HG ähnlich Hybrid-Motoren die abwechselnd mit Benzin und E-Batterie laufen?“

    Echt witzig: Stellt euch vor, man hätte einen kleinen Auspuff am Hörgerät und müsste regelmässig zur Tankstelle. Oder das CI ist mit einer Schirmmütze verbunden, auf der Solarzellen angebracht sind. Dann muss man mindestens 1 x am Tag für 1 Stunde in die Sonne zum Aufladen, das wär doch was. Oder man nimmt die eigene Körperenergie oder Muskelkraft und erzeugt daraus Strom. Dazu müsste man täglich aufs Fitnessrad oder `ne Runde laufen. Wäre nicht schlecht, hält insgesamt fit. Wer weiß, welche Möglichkeiten zur Energieerzeugung es zukünftig geben wird für die Hörtechniken.

    Die Motorenidee hat den Nachteil des drohenden fossilen Brennstoffmangels – vor allem aber ist sie zu laut. 🙂
    Wenn ich mir vorstelle: Ein lauschiger Sommerbiergarten mit 3-4 knatternden Hörgeräteträgern … da kommt Stimmung auf. In Restaurants müssten die Hörgeräteträger leider wie die Raucher vor die Tür gehen.
    🙂

  20. wiederhoeren

    Alles nicht so abwegig:
    http://www.solarear.com.br/solar/

  21. Genau! Es wird ja auch an Stromversorgung durch Muskelbewegung gearbeitet. Ich weiß, dass sie das mal mit Laptops ausprobiert haben: Stromgenerator am Knie und die Leute (ich glaube, Kinder irgendwo wo’s keine Steckdosen gab) mussten 1x pro Stunde spazierengehen, bevor sie weitermachen konnten.
    Und ich glaube, auch bei Vollimplantaten (CI oder Hörgerät) wird das zumindest geprüft, ob und wie der Strombedarf durch Bewegung gedeckt werden kann.

  22. wiederhoeren

    Das gibt es ja bereits bei Uhren. Allerdings ist da der Strombedarf nicht so hoch wie bei Hörgeräten.

  23. CharlyBrown

    Denkbar sind Hüte mit Solarzellen und Fahrradhelme mit
    Windrädern oben drauf.
    Müsste theoretisch für CI oder Hörgeräte reichen.

  24. Pia Butzky

    Oder man bekommt ein Dynamo mit einer Kurbel auf den Rücken. Und wenn jemand dann mit einem sprechen möchte, muss er/sie erst ein bischen an der Kurbel drehen, damit das Hörgerät anspringt. 😀

  25. wiederhören — und erst recht nicht so hoch wie bei CIs

    Charly Brown und Pia Butzky, 🙂

  26. Ich kenne die Crux der langjährigen Träger analoger Geräte, die versuchen, auf digitale Geräte umzusteigen. Habe selbst immer und immer wieder Anpassungsversuche unternommen und wieder aufgegeben. Ich war bei vielen verschiedenen Akustikern. Die meisten schlugen mir nach kurzer Zeit und einigen Versuchen vor, dass ich als Neugerät einfach die gleichen analogen Geräte noch einmal erhalten solle, die ich schon seit 13 Jahren trug. Das wollte ich nicht einsehen, da die Geräte noch völlig einwandfrei gearbeitet haben.

    Ich war mir immer ganz sicher, dass sich aus den digitalen Hörgeräten mehr rausholen lässt, wenn man nur die vielfältigen Einstellungsmöglichkeiten berücksichtigt, welche die meisten Akustiker heillos überfordern. Letzendlich habe ich es hinbekommen und bin mit digitalen Nachfolgern (Phonak Savia) sehr sehr glücklich geworden, auch wenn der Weg schwierig war. Und ich gestehe, dass ich die tollen Funktionen der digitalen Geräte, verkrüppeln lassen habe: der Autopilot, das automatische Umschalten zwischen Programmen ist aus. Ich höre also immer im Standardprogramm „ruhige Umgebung“ in der kein Störlärm herausgefiltert wird. Wenn ich dies in einer bestimmten Situation dennoch möchte, wechsle ich manuell ins Störlärmprogramm. Zudem habe ich die Kompression (noch so was tolles) runterdrehen lassen. Ich erinnere mich noch, als mein Akustiker mit diesem Feature herumspielte und mich fragte, wie es klingt. Ich war total begeistert und forderte immer mehr und mehr davon rauszunehmen, da sich das Hören immer mehr an das mit meinen analogen Geräten anglich (welches mir nunmal als Optimum erschien). Schlussendlich war ich sehr zufrieden und der Akustiker sehr enttäuscht, da er meinte, dass ich jetzt alles Positive der digitalen Geräte hätte abschalten lassen, und genausogut billige Kassengeräte tragen könnte. Das fand ich allerdings nicht, denn Klang und Sprachverständnis waren mit den Geräten wirklich viel besser geworden. Und später musste ich eingestehen, dass ich in der Testzeit mit etwas mehr Kompression drin, ein klein wenig besser verstanden hatte und habe diese daher wieder etwas reinnehmen lassen. Man muss sicherlich etwas bereit sein, sich auf etwas neues einzulassen.

    Beim Musizieren (Gitarre) hat mich mit den digitalen Geräten nur gestört, die Resonanzschwingungen (wenn der Ton nicht ganz passt) nicht mehr deutlich wahrnehmen zu können. Musikstücke klangen natürlich etwas anders, da Sprache, also Gesang hervorgehoben wurde. Das hat mich aber weniger gestört..

    Und dann noch ein großer Vorteil digitaler Geräte: problemloses Telefonieren mit jeglichem mobilen Telefonhörer! Diese haben ja mittlerweile überall Einzug gehalten, nicht nur als Handy sondern auch im Hausgebrauch.

    Ich kann durchaus verstehen, dass Musikliebhaber bei ihren analogen Geräten bleiben möchten. Aber ich würde trotzdem jedem, der keine Zeit und Frust während vieler Einstellungsversuche scheut, ans Herz legen, der digitalen Technik eine Chance zu geben und sich darauf einzulassen (funktioniert leider nur mit mitspielendem und kompetenten Akustiker). Leider darf man die Geräte ja nicht zu Hause selbst einstellen (ich kannte die Software gegen Ende der Anpassungszeit besser, als mein Akustiker). Aber das ist ein anderer Punkt.

  27. Vielen Dank, teddybär, für die detaillierte Schilderung!
    Insbesondere Deinen letzten Absatz will ich nochmal hervorheben: Man braucht in der Tat einen Akustiker, der Geduld hat, mitspielt und kompetent ist (oder mitlernt). Und man muss auch selbst viel, viel Geduld (und Zeit) haben.
    Aber wie Dein Beispiel zeigt, kann dann am Ende vieles gut werden.

  28. Bei den Schlachtschweinen und Milchkannen schmeiß ich mich auch weg vor Lachen. Diese blumigen Beschreibungen sind köstlich…
    Wenn ich nur mit dem CI Musik zu hören versuche, klingt das manchmal wie als hätte jemand eine Rüstung oder einige Schwerter umgeworfen oder würde am Mischpult wild mit den Reglern herumspielen. Die Instrumente erkennn ich auch nicht. Jetzt geht es schon einigermaßen mit dem Musikhören. Am Anfang hörte sich der tolle HdR-Soundtrack von Howard Shore an als ob die nicht mit den Instrumenten spielen würden sondern mit irgendwelchen Metallteilen (Rüstungen, Schwertern, Schilden) aus der Reqisitenabteilung herumscheppern würden. *g* Das „Bauchkrabbeln“ welches ich mit dem Hörgerät hatte und der schöne Klang waren weg. Jetzt scheppern sie schon weniger und spielen mehr…*g*
    Den Klang des CIs hab ich auch schon mal als neblig betitelt.

    Ich hab auch schon mal digitale Hörgeräte ausprobiert und es hörte sich alles gedämpft an wie unter ner Käseglocke oder im Nebel. Die Hörgeräte ddie ich dann genommen hatte waren halbdigitale, da brauchte ich mich wenigstens nicht so anstrengen den Schulstoff zu verstehen. Damals war ich auch jünger und hatte weniger Geduld. Den volldigitalen Hörgeräten werd ich noch mal eine Chance geben wenn meine jetzigen total kaputt sind.
    Vielen Dank teddybär für deine Schilderung. Beim nächsten digitale Hörgerätetestversuch werd ich mich an deine Tipps halten und mein Akustiker hat Geduld, ist kompentent und spielt mit.

    Bei einer „Gebt uns mehr Musikhören“-Aktion wär ich auch dabei.

  29. Mit meinen digitalen Hörgeräten komme ich eigentlich ganz gut zurecht 😉

  30. Hallo! Ich bin von Geburt an hochgradig schwerhörig und hatte noch nie Probleme mit Hörgeräteanpassungen gehabt. Allerdings passierte mir vor 4 Jahren als mein Phonak Sono Forte mich verlassen hatte und die Krankenkasse die Reparaturkosten nicht übernahm, mußte ich mich für digitale Siemens-Hörgeräte entscheiden, womit ich eigentlich nicht wohl fühlte und auch noch „schlechter“ hörte und verstand (Kruxifix, da hat die Krankenkasse 20 % Kosten übernommen/ Info: Krankenkassen übernehmen die Kosten erst, wenn die Hörgeräte 6 Jahre alt sind – vorher waren´s 5 Jahre ). Vier Jahre lang kämpfte ich mit den Akustikern. Trotz ständiger Einstellungen war ich nie zufrieden und diese Woche hatte ich´s satt und bin wieder hin und wollte aufgeben. Nun habe ich nochmals Hörtest durchergehen lassen und habe jetzt seit 2 Tagen von Phonak (digital, jetzt neu) zum Ausprobieren bekommen. Nun ja, vom Klang her habe ich es endlich wieder wie beim „Alten“ und Telefonieren ist da noch besser (ein bißchen ungewohnt, ist zu verkraften) wie bei Sono Forte. Die Erfahrung mit der Verständigung und Unterhaltung mit mehreren Leuten muß ich noch machen. Musik hören ist auch supergut. Da ich mehr mit der Sprache trainiert habe und Musikspielen nicht gelernt (weiß ich nicht wie das beim Spielen klingt) habe, sondern eher Musik höre. Da ich privatl. und berufl. viel mit Hörenden zu tun habe bzw. mehr in der Hörende-Welt als bei der GL-Welt bin und mehr Wert lege auf das „Verstehen“! Ich hoffe Euch weitergeholfen zu haben, die auch die Frust oder Angst haben wie ich. Von Euch weiß ich nun endlich, daß ich nicht die Einzige bin mit diesem Problem! Danke!

  31. Danke, Heike, fürs Teilen Deiner Geschichte! Freut mich, dass es Dir was gibt, hier zu lesen.

  32. Hallo zusammen,
    ich hätte fast geheult, als ich das hier gelesen habe! Ich trage Hörgeräte seit ich vier Jahre alt bin, jetzt bin ich 39. Vor zehn Jahren habe ich schon einmal digitale Geräte getestet und war schon damals schockiert. Ich habe dann digital programmierbare analoge Geräte bekommen, die ich jetzt auch noch trage (Audio Service Targa 2 P). Jetzt habe ich wieder begonnen digitale Geräte zu testen. Bisher waren es die Siemens „Aquaris“ und die Oticon „Alta Pro“. Schrecklich! Ich weiß auch nicht wie ich meiner Akustikerin erklären soll an welcher Schraube sie drehen soll. Das „zischelt“ (stärker je lauter die Umgebungsgeräusche werden), beim Autofahren regeln sich die Dinger nen Wolf, vom Tippen auf die PC Tastatur bekomme ich Kopfschmerzen, manche Dinge höre ich garnicht mehr (Türklingel) und Sprachen kann ich nicht sauber verstehen. Dafür kann ich jetzt Musik auf die Geräte streamen …
    Hier wurde schon lange nichts mehr geschrieben, gibt es mittlerweile gute digitale Alternativen zu den analogen Geräten? Wie habt Ihr den Umstieg geschafft?
    Gruß – Mike

  33. Ich fand die Phonak Savia ganz gut, was Dir aber vermutlich leider nicht wirklich weiterhelfen wird. Falls hier niemand mehr antworten sollte — so eine Frage würde auch gut hierhin http://pinboard.schwerhoerigen-netz.eu/ oder dorthin http://www.schwerhoerigenforum.de passen.

  34. Hallo Mike.
    Mir hat Dein Beitrag sehr gutgetan, weil es mir genau so geht. Ich habe eine beidseitige Innenohrschwerhörigkeit seit Geburt, trage seit dem 12.
    Lebensjahr Hörgeräte und bekam 2007 nochmals analoge Geräte mit digitaler Einstellung (so sagte mir mein Akkustiker). Mit denen war ich sehr zufrieden. Ich bin Klavier- und Gitarrespielerin und arbeite im sozialen Bereich mit Gruppen und Einzelpersonen.
    Meine Erfahrungen mit bisher drei verschiedenen Hörgeräten (digital) zum Ausprobieren waren schrecklich.
    Sehr schlechtes Sprachverstehen, wenn ich lauter klicke dann schmerzt jeder lautere Ton (z.B. Niesen des Mannes, schließen der Waschmaschine, Türen, Fenster etc.). Musik hören oder machen trotz Musikprogramm kein Genuss mehr, sondern Tonscherben. Kopfschmerzen, Reizbarkeit etc.
    JEtzt probiere ich ein „einfaches“ Digitales Gerät, welches laut meinem Akkustiker dem analogen ähnlicher sei. Die digitalen Funktionen sind alle herausgenommen. Das geht jetzt. Ich habe aber in verschiedenen Foren gelesen, dass es den Schwerhörigen, die schon lange analoge Geräte getragen haben oft so geht. Kann man die Hersteller nicht dazu bringen, dass sie sich auf diese (unsere) Zielgruppe einlassen??
    Es grüßt Kbettina

  35. Hallo Bettina,

    tja, ich fürchte wir sind zu wenige, als dass wir bei den Herstellern etwas bewegen können. Es geht halt immer ums Geld und wenn die Krankenkassen keine analogen Geräte mehr finanziert, diese somit auch weniger gekauft/verkauft werden, dann werden diese irgendwann auch nicht mehr Hergestellt. Ich befürchte an diesem Punkt sind wir jetzt angelangt.

    Als ich in diesem Jahr zu meinem Akustiker gegangen bin, hatte ich mich richtig gefreut. Ich hatte lange gespart, hatte also genug Geld und wollte die besten Geräte. Ich dachte das würde ganz schnell gehen. Jetzt habe ich erkannt, dass es so leicht wohl nicht werden wird.

    Diese digitalen Geräte können eine Menge, das Problem ist nur dem Akustiker zu erklären was er/sie ändern muss. Ich stand letzte Woche mit einer DVD Hülle vor meinem Akustiker und habe diese auf zu gemacht. Ich sagte ihm das sich das Geräusch schrecklich anhört und auch viel zu laut ist. Die Antwort war: „Das ist aber auch für mich sehr laut“. Klar, wie soll man das vermitteln?

    Die HiPro Schnittstelle und die Kabel bekommt man bei ebay.com, die Einstellsoftware direkt auf den amerikanischen Seiten der Hörgerätehersteller. Vielleicht ist das ein Weg. Ich will mir nicht anmaßen die Fachkompetenz eines Akustikers zu besitzen aber ich denke wenn man kleine Veränderungen vornimmt und diese mit dem Akustiker bespricht, dann könnte das eine Möglichkeit sein, die richtige Einstellung zu finden. Ferner wäre es möglich mittels Laptop die Einstellungen an verschiedenen Orten, in verschiedenen Hörsituationen zu verändern.(z.B. auf der Arbeit).

    Mit den Oticon „Alta Pro“ komme ich mittlerweile schon etwas besser klar.

    1. Alle elektronischen Helferlein abgeschaltet.
    2. Lautstärke der leisen Töne (gesamtes Frequenzband) etwas leiser (2dB).
    3. Lautstärke der lauten Töne (1kHz – 6kHz) etwas lauter (5dB)

    Erstes Programm Alltag: Mikrofoneinstellung → Surround
    Zweites Programm laute Umgebung: Mikrofoneinstellung → Vollfocus
    Drittes Programm Meeting: Mikrofoneinstellung → Vollfocus + Surround

    Sprich das mal mit Deinem Akustiker durch, vielleicht hilft Dir das?

    Gruß,
    Mike

  36. Es ist, das kann ich bestätigen, ein Krampf. Die Worte, die man braucht, um zu erklären was man hört. Die Zeit, die man braucht, um die vielen, vielen Einstellungen durchzuprobieren oder auch nur abzuschalten. Und den Akustiker oder die Akustikerin, die nicht nur die Geduld, sondern auch das Wissen hat, was man alles ändern kann und wie man es ändern kann.
    Ein Krampf. Aber es lohnt sich, Wahl hat man ja sowieso nur eingeschränkt.

  37. Hallo, vielen Dank für Eure Antworten.
    Werde versuchen, mit meinem Akkustiker noch weitere Dinge auszuprobieren.. Habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

    Gruß Kbettina

  38. Hat jemand eine Adresse, wo trotzdem noch neue oder gutgebrauchte und reparierte analoge Hörgeräte verkauft werden?

  39. Ich hab hier vor drei Jahren schon geschrieben.
    Vor eineinhalb Jahren habe ich digitale Hörgeräte aufgezwungen bekommen, weil sich meine analogen Hörgeräte verabschiedet hatten. Der Hersteller sagte auf direkte Anfrage, daß eine Reperatur wg. fehlender Ersatzteile nicht mehr machbar ist.
    (So ganz glaube ich das noch immer nicht.)
    Nun habe ich digitale Hörgeräte, und ich bin -in Sachen musikalisches Hören- im höchsten Maße unzufrieden damit:
    Musik hören aus der Stereoanlage geht zwar inzwischen; soll heißen, ist ausreichend bzw. so lala. Jegliche Konzerte jedoch mutieren zur Zerreißprobe des Hörnervs. Hohe Töne stechen, zerren und sind schrill, tiefe Töne geben eine Mischung aus „nicht-separat-wahrnehmbar“ und übersteuertem Gedröhn ab. Als ich aus dem Konzert (anfang diesen Jahres) herauskam, war jegliche vorfreudige Euphorie einer tiefsten Enttäuschung, Wut und Frustration gewichen. Insgesamt sind meine digitalen Hörgeräte gänzlich ungeeignet zum Hören von selbstgemachter Musik oder Konzertbesuche.
    Das Klangerlebnis im musikalischen Ohr wirkt wie Farbkleckse auf einem Gemälde in Künstleraugen. Seit ich digitale Hörgeräte habe, wurde auch meine Leidenschaft, Klavier und Akkordeon oder Gitarre spielen gänzlich in die Grütze manövriert.
    Allerdings „beschwert“ sich auch mein Freund, daß ich ihn nciht mehr so gut verstehe, wie noch mit analogen Hörgeräten.
    Ich habe im schwerhörigen-Forum gesehen, daß hier oder da gebrauchte analoge Hörgeräte auf dem Flohmarkt angeboten werden. Regurlär käuflich aus irgendwelchen Restbeständen hab ich sie norgends mehr gefunden.
    Schade, für mich sind und bleiben die digitalen Hörgeräte kein update, sondern ein downgrade. Und wie oben weiter vor 3 Jahren schon zitiert muss ich mich leider wiederholen: Es tut weh und mir fehlt irgendwie die Bereitschaft, Rückschritte in Kauf zu nehmen, die dem Kunden als Fortschritt und Verbesserung anepriesen werden.

  40. Das glaube ich gern. Miese Sache. Ist denn Dein Gehör ansonsten gleich geblieben über die Jahre? Und hast Du schon einmal einen anderen Akustiker ausprobiert, ob der die Geräte anders einstellen würde? (Mit letzterem habe ich noch überraschende Erfahrungen gemacht, obwohl ich dachte, schon das Optimum herausgeholt zu haben.)

  41. Meine Hörkurve ich gänzlich unverändert geblieben.
    Es liegt eindeutig an den Hörgeräten. 😦
    Einen anderen Akustiker könnte ich noch probieren, wobei das bei mir auf’m Dorf schwierig wird.
    Oder baldmöglichst neue Hörgeräte? Bei den digitalen war der Preissprung der Zuzahlung (der für mich geigneten Geräte) „eben mal“ ein Preissprung von 350 auf 8000 €.
    Da hab ich lieber verzichtet, das unerschwingliche Hörgerät zu testen -es wäre eh nur für 5 oder 7 Jahre, weil die Krankenkassen danach keine Reperaturen mehr zahlen, sondern auf neue Geräte bestehen.

  42. Die digitalen Hörgeräte bieten eine Fülle von verschiedenen und komplizierten Einstellmöglichkeiten. Wenige „Klicks“ können große Veränderungen bedeuten. Das Problem ist, dem Akustiker zu vermitteln, an welcher Schraube er zu drehen hat. Schaut man sich z.B. die Phonak Software Target 3.2 an, dann gibt es ja schon eine Lösung für das Problem. Es können akustische Beispielsituationen abgespielt werden und die Hörgeräte dann entsprechend angepasst werden (Ton zu Hell/Schrill – Ton zu dumpf – Ton generell zu leise … usw.) Diese Situationen könnten im Rahmen der Anpassung ja durchgespielt werden. Das dauert aber sehr sehr lange, da es sich um eine Vielzahl von Situationen handelt und Zeit ist auch für den Akustiker Geld.

    Alles was man zum Hörgeräteeinstellen benötigt, bekommt man in den USA. Auch generalüberholte Hörgeräte kann man dort erwerbe. In Deutschland ist es für den „Otto normal Schwerhörigen“ verboten sich diese Dinge zu kaufen, da es sich um medizinische Geräte handelt. Ganz ohne technischen Sachverstand sollte man auch besser die Finger davon lassen!

    Sprich doch mal mit Deinem Akustiker, vielleicht nimmt er sich die Zeit mir Dir die Situationen durchzuspielen … er muss ja auch nicht die ganze Zeit dabei sein. Wichtig für deinen Umstieg von Analog auf Digital ist auf jeden Fall, dass alle Hörhelferprogramme ausgeschaltet sind!
    Viel Glück!

  43. Danke für diesen konstruktiven Kommentar!

  44. Ich bins nochmal. Das Problem scheint mittlerweile bei der Ärzteschafft angekommen zu sein. Vielleicht ändert sich ja demnächst ja etwas.

    http://www.aerzteblatt.de/archiv/157047/Hoergeraeteversorgung-Fachaerztliche-Begleitung-angezeigt

    Gruß,
    Mike

  45. Interessant! Das kostet dann Hörgerätetragende noch einmal Zeit aber ich glaube, das ginge in die richtige Richtung!

  46. tantemädel

    In Rehakliniken für Hörgeschädigte nehmen sich die Audiologen genau dafür die Zeit, die Hörgeräte und auch CI´s optimal einzustellen. Hinzu kommt auch die fachmännische Beratung für andere Bereiche, die mit hören zu tun hat, wie z.B. Hörtraining, Kommunikationstraining und -taktik.
    http://www.best-news.de/?kliniken
    Hinzu kommen die Audiotherapeuten, die in vielen Bereichen unterstützen und Deutschlandweit vertreten sind und auch diese Themen behandeln.
    http://www.audiotherapie.info/index.php

  47. Bettina Knoch

    Ich habe Ende letzten Jahres schonmal hier Einträge gemacht. Inzwischen habe ich nach ca. 6 Monaten ein Hörgerät gekauft, welches mich über 3000 Euro kostete (Widex). Inzwischen habe ich mich damit abgefunden.
    Ich verstehe die Umwelt fast so gut, wie mit analog und Musik hören und machen ist auch dem analogen am ähnlichsten. So kann ich letztlich doch von erhaltener Lebensqualität sprechen. Besser höre ich in Wirtschaften oder Kneipen (Nebengeräusche lassen sich dämpfen).
    Alle billigeren Versuche waren für mich nicht akzeptabel, trotz vieler vieler Versuche mit einem sehr geduldigen Hörgeräteakkustiker….
    Schade, dass es keine Lobby für Menschen mit analogen HÖrgeräten gibt, die damit gut zurechtkamen – viele viele Jahre….

    Bettina Knoch

  48. Lobby für analog könnten wir in mehreren Bereichen gebrauchen. Demnächst werden ja auch alle Festnetz-Telefonanschlüsse zwangsumgestellt auf Internet-Telefonie. Wie sich das auf die Qualität auswirkt, bin ich ja mal gespannt.

  49. Kathrin Vial

    Hallo,
    ich bin nebenberufliche Organistin und spiele im Blasorchester „Bückeburger Jäger“ Baritonhorn. Ich trage digitale Hörgeräte von Audiphon und bin damit sehr zufrieden. Inzwischen sind sie auch schon 5 Jahre alt und ich probiere gerade verschiedene Hörgeräte aus. Mein Eindruck ist, dass eine „Verschlimmbesserung“ stattgefunden hat und ich keinen Rat weiß. Kann mir jemand sagen, welche Hörgeräte für hochgradig schwerhörige Musiker am besten geeignet ist?

  50. Hallo Kathrin,
    ich kenne die Produkte von „audifon“ nicht, würde Deinen Akustiker aber mal fragen, ob es vergleichbare (evtl. neue Version) Hörgeräte zu denen gibt, die Du jetzt trägst. Wenn es möglich ist die Einstellungen von deinen alten Geräten, auf die neuen Geräte zu übertragen, könnte das eine Lösung sein. Meiner Meinung nach liegt es selten an den Geräten selbst, sondern oft daran, wie diese eingestellt werden.
    Ich bin zufrieden mit meinen Boleros von Phonak . Für Dich wären vielleicht die Phonak Naida SP (SuperPower) oder UP (UltraPower) gut.
    Viel Glück!

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