Sonnenschein und Segelohren

Die Nebenwirkungen von strahlendem Sonnenschein werden unterschätzt. Als da wären: Segelohren, und zwar unverzüglich und sofort. Und dann, spätestens nach einiger Zeit, schmerzende Segelohren, Kopfweh und Genervtheit.

Kennst Du nicht? Nun, das mag daran liegen, dass Du hinter Deinem Ohr keine Hörtechnik mit Dir rumschleppst.  Und dass Du einfach Deine Sonnenbrille aufsetzt.

Mich dagegen findest Du am Strand und im Straßencafé entweder schmerzfrei und dafür uncool in die Sonne blinzelnd. Oder cool bebrillt, aber dafür mit den oben erwähnten Begleiterscheinungen. Schon doof, wenn man’s faustdick hinter den Ohren hat.

 

Advertisements

18 Antworten zu “Sonnenschein und Segelohren

  1. Tja, da gibt es nur eines: Hilfe zur Selbsthilfe: Feinstes Schmiergelpapier sich besorgen und Brillenträgergestell-Ende beidseitig dünner schmiergeln aber nur in der Breite, damit die Höhe einen Stabilenhalt hat zwischen Schädel und CI 🙂 Schädel | [schmiergeln >>>|Brillengestell |<<<schmiergeln] CI-Apparat

    Gruss Carole

  2. Pia Butzky

    „Faustdick hinter den Ohren.“
    Aber wirklich. Das CI selbst ist ja schon so ein fetter Brocken, der das Ohr nach vorn klappen lässt. Mit Brille wirds eng. Ich habe eine Fahrradbrille (damit mir bei meinem Wahnsinnstempo nicht immer die Mücken in die Augen knallen 😉 …) mit starken Bügeln, die ich nur aufsetzen kann, wenn das CI in die Jackentasche wandert. Entweder sehen oder hören, beides geht nicht. Auf dem Rad kann ich den Kopf kaum drehen, denn dann stößt der Jackenkragen von unten ans CI und schiebt es hoch, das wieder schiebt den Brillenbügel nach oben und die Brille fliegt runter, mitten im Straßenverkehr. Nervt.

    Ganz früher hatte ich mal einen Taschenprozessor, dieses kleine Gerät, das man am Gürtel trug mit langem Kabel unter dem Pulli hoch zum CI. Das CI-Teil hinterm Ohr war dünn und federleicht (weil ohne Batterien) und nicht spürbar. Ein ganz unbeschwertes Tragegefühl. Nur der Gang aufs Klo war filmreif. Jedesmal beim „Hose-runter“ die Slapsticknummer: Wenn man nicht aufpasste, ging gleich alles zu Boden oder das Kabel zog das CI komplett unter den Pulli – wurschtel wurschtel – dauerte Stunden, bis man sich wieder zurecht gefummelt hatte. Das große Taschengerät am Gürtel wurde mit zwei mittelgroßen Akkus betrieben, die morgendlich einmal ausgetauscht wurden. Keine leeren Batterien, keine abgebrochenen Fingernägel, keine Kleinteil-Gefummel. War eigentlich prima …

  3. Frage mich, ob die Sonnenempfindlichkeit von Augen eine fixe oder eine variable Größe ist. Als nototischer Sonnenbrillenvergesser habe ich irgendwann vor langer Zeit auf dieses Coolness-Accessoire verzichtet und vermisse es seitdem auch kaum. Gut, auf dem Rennrad wollte ich meine Augen dem kerbtierhaltigen Fahrtwind auch nicht ungeschützt aussetzen, aber getönt müsste die Brille nicht unbedingt sein.

  4. Irgendwas machst du falsch. Ich trage schon mein ganzes Leben Brillen und hatte nie Probleme. Vielleicht ist bei dir einfach weniger Platz hinterm Ohr? ^^

  5. Carole, die praktische Lösung. Allerdings: Meine 500Euro-Tom-Ford-Sonnenbrille zu schmirgeln, verlangt schon etwas Coolness. 😉

    Pia, ich hab auch schon öfters gedacht, dass so Taschengeräte in verschiedenen Situationen eigentlich besser wären. Sehr schade, dass die Stromversorgung so dick ist. Und dass es keine drahtlose Stromversorgung gibt bzw. mich beim Gedanken an drahtlose großes Unbehagen ergreift.

    Herr Mark! Wie schön. Ich habe mich auch schon ziemlich gut daran gewöhnt, ohne Sonnenbrille durchs Leben zu gehen. Für extreme Situationen gibt es auch noch Hüte, diese durchsichtigen, farbigen Schirmchen, die man sich auf die Stirn spannen — wie heißen die eigentlich? — oder einfach buschige Augenbrauen, die man sich zulegen kann. Ich habe aber doch das Gefühl, dass etwas Tönung die Augen entspannt. Von den anderen Vorteilen mal abgesehen. Sehen, ohne beim Sehen gesehen zu werden, Sie wissen schon…

    Enno, ich bin wohl einfach nicht segelohrig genug. 😉 (Oder ich muss einfach mal wieder mehr Zeit ins passende Brille suchen investieren, ins Bügelende austauschen oder tatsächlich ins Schmirgeln.)

  6. Im Film „Die Matrix“ hat doch dieser glatzköpfige Meister Propper Typ eine Sonnenbrille ohne Bügel – die nur auf der Nase hält. Wäre das nicht was?
    Andernfalls muss man nicht unbedingt schmirgeln. Ich trage zwar kein CI, kenne aber die Kopfschmerzen aufgrund zu stark drückender Brillenbügel beim Radfahren (Mountainbiking mit Fliegenschutzbrille). Ich habe daraufhin die Brillenbügel in kochendem Wasser heiß gemacht, in meine Wunschform gebogen und dann unter kaltem Wasser in dieser Form „eingefrohren“. Das habe ich bereits mit mehreren Brillen geschafft. Vielleicht kann man so den Bügel der Sonnenbrille auf der CI-Seite so anpassen, das sich die Probleme einstellen.

  7. Das von Anfänger ist ein klasse Tip!

  8. Pia Butzky

    @mark793:
    Jau, dachte ich auch lange Zeit. Sonnenbrillen – die dürften eigentlich nur von den Blues Brothers getragen werden („Der Tank ist voll, wir haben ne Schachtel Zigaretten, es ist Nacht und wir tragen Sonnenbrillen. Drück aufs Gas.“)
    Aber nicht so auf dem Rad! Westwärts bei niedrigstehender Sonne an Sommerabenden werden ganze Kleintransporter weggeblendet, das ist nicht ganz ungefährlich. Und höllisch anstrengend auf die Dauer. Seit einem Beinahe-Unfall habe ich nun auch so ein schwarzes Ding und sehe gleich noch ein bischen schneller damit aus. 😉

  9. Einen Zwicker, Anfänger?! 🙂 Was das mit dem heißen Wasser angeht, mal schaun. Es geht ja vor allem um die Dicke der Bügel.

    Pia, die Blues Brothers sind übrigens ein gutes Beispiel — die haben, wie ich finde welche der mit CI am schlechtesten zu tragenden Modelle. Wayfarer und so.

  10. CharlyBrown

    Off Topic eine allgemeine Warnung (nicht nur für CI-TrägerInnen):
    Wer jahrelang ohne Sonnenbrille bei „strahlendem Sonnenschein“
    viel unterwegs ist, bekommt mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann
    diverse Augenprobleme.(Grauer Star, Netzhautabnutzung etc)
    Die Lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut halten im Prinzip
    ein Leben lang, können sich aber nicht regenerieren, wenn sie
    beschädigt sind!

  11. Pia Butzky

    Wie hat die Menschheit es eigentlich geschafft, ein paar Jahrtausende zu überleben ohne das ganze vermeintliche Gefahrenabwehrgedöns aus der Plastikfabrik? Schlümm, das alles. Obwohl: Die Urmenschen haben früher vermutlich keine Augenprobleme bekommen, weil sie rechtzeitig vorher vom Tiger oder Wolf gefressen wurden. So wurde wohl auch das Schwerhörigenproblem gelöst. Andere Zeiten, andere Sitten …

  12. @Pia Butzky: Nachdem es meine schnittige schwarze Radbrille zerlegt hat, ist das aktuelle Modell graugetönt. Reicht mir völlig, da ich überwiegend mittags fahre (einen Vorteil muss das Homeofficer-Dasein ja haben) und extrem selten in Richtung tiefstehender Sonne unterwegs bin. Und ich seh damit auch bei trübem Wetter noch bisschen was.

    @CharlyBrown: Früher sagte man auch, das Lesen bei schlechtem Licht verderbe die Augen. Wenn da was dran wäre, müsste ich bereits blind sein wie ein Grottenolm. Zudem ist das Risiko, zuviel Sonne abzukriegen, hier im Raum Düsseldorf sehr überschaubar, nahezu nonexistent. 😉

  13. CharlyBrown

    Pia: stimmt. Früher sind die Menschen rechtzeitig gestorben, bevor
    sie im Alter alle möglichen Probleme bekamen.
    Mark und all:
    Beim schreiben meines vorigen Kommentar hatte ich
    meine Touren in den Alpen im Kopf.
    Und wenn man taub ist, achtet man besonders darauf, nicht auch
    noch Augenprobleme zu bekommen.

  14. In der Tat, CharlyBrown, keine Augenprobleme, bitte! Und auch keine motorischen, im Übrigen.

    Mark, nein, dass das Lesen bei schlechtem Licht die Augen verdirbt, glaube ich eigentlich auch nicht — dazu machen wir es doch auch viel zu wenig, rein zeitmäßig gesehen. Dann können wir uns ja jetzt den nächsten Sorgen zuwenden: Wie sieht’s denn aus mit stundenlangem auf den Bildschirm starren? Zumindest las ich des öfteren, dass dabei der Lidschlag eher unterbleibt…

    Pia, wir Schwerhörige sind so evolutionär gesehen echte Wohlstandskinder, Zivilisationsprodukte oder Luxusprobleme. 🙂

  15. Ich würde wirklich empfehlen zum Optiker zu gehen und die Brille mal mit CI anpassen zu lassen. Falls es nicht klappt, müsste wohl ein anderes Modell her. Oder deine Ohren sind doch zu klein. 😉

    Stimmt übrigens, dass man weniger blinzelt, wenn man am länger am Bildschirm arbeitet. Dann trocknen die Augen aus, was auch nicht gut ist. Weiß allerdings jetzt nicht genau, was dann passiert. Aber gelegentliches Blinzeln soll da helfen. Genauso wie die Augen 2 Minuten zu schließen und noch andere lustige Übungen mit Augen zukneifen und rollen und so.

  16. Ich werde die öhrlichen Gegebenheiten nochmal prüfen lassen. Ansonsten, immer mal die Augen ausschütteln 🙂

  17. Es hat einen unglaublichen Charme, wenn die Behinderung als „es faustdick hinter den Ohren haben“ beschrieben wird. Viel Sonne wünsch ich!

  18. Danke, Dir auch 🙂 Die aktuelle Sprachregelung ist übrigens: „Knopf am Kopf und faustdick hinter den Ohren.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s