Hochleistungssport ohne Hören: Matt Hamills Gefühl für den Gegner

Gestern nacht hat er leider verloren. Gegen Quinton „Rampage“ Jackson, was keine Schande ist. Trotzdem ist er einer der besten professionellen Ringkämpfer, die es gegenwärtig gibt: Matt Hamill — seinen eindrucksvollen Kampfrekord kann man hier nachlesen. Und Ende dieses Jahres kommt endlich der Film heraus, der erzählt, wie er sich in der High School und als Ringer ohne Hören durchgebissen hat. Muss ich sehen!

Hier noch ein weiteres Video, das sich leider nicht einbinden läßt (über den Film). Und hier ein interessantes Interview mit ihm bei ESPN, in dem er über sein Training mit Hörenden erzählt.

Aus der Reihe: Wer braucht schon zu hören?!

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6 Antworten zu “Hochleistungssport ohne Hören: Matt Hamills Gefühl für den Gegner

  1. CharlyBrown

    Es gibt noch einige andere erfolgreiche taube Leistungssportler.
    Im Profisport: Box-Europameister im Mittelgewicht Jose Hernandez.
    Im Schach, Grossmeister Jehuda Grünfeld.
    Im Amateursport: Ignazio Fabri (Italien),Oplympiasieger im Ringen
    (hab nicht mehr im Kopf welches Jahr)
    Bei den Olympischen Spielen in Rom war ein tauber 400m Hürdenläufer
    aus der ehemaligen DDR im Endlauf (hab den Namen nicht mehr im Kopf).
    Und auf etwas „niedriger Ebene“ gab es auch erfolgreiche gehörlose Sportler:
    Die Fussballmannschaft des Berliner Gehörlosenfussballclub Comet war
    ist vielen Jahren erst im Halbfinale des Berliner Fussballpokal gegen eine
    hörende Profimannschaft ausgeschieden.
    In Essen hat eine gehörlose Schachmannschaft vor vielen Jahren den
    Bezirkspokal gewonnen.
    Einige gehörlose Fussballspieler hatten leistungsmässig Profiformat,
    bekamen aber keine Chance, weil die hörenden Trainer keine tauben Spieler
    akzeptieren wollten.
    (Klar, das Problem ist, sie hören nicht den Pfiff des Schiri.
    Aber in den Amateurligen, bis hin zur Oberliga, wurde dieses Problem akzeptiert
    und gehörlose Fussballspieler waren und sind erfolgreich in hörenden
    Mannschaften.)
    Mal eine Frage:Matt Hamil ist professioneller Wrestler-Ringer?
    Habe vor einiger Zeit den Film „The Wrestler“ mit Hauptdarsteller Mickey Rourke
    gesehen. Soweit ich verstanden habe, ist Wrestling in USA mehr eine
    Art Show-Artistik und nhicht echter Sport?

  2. Danke für die Aufzählung, das ist doch mal interessant! Ich frage mich ob das Problem „Schiri-Pfiffe nicht hören“ wirklich so groß ist, dass es das Nichtmitspielenlassen rechtfertigt. Passiert doch eigentlich nichts schlimmes, wenn der Spieler ein paar Sekunden weitermacht bevor er merkt, dass unterbrochen wurde, oder sehe ich das falsch?

    „Wrestling“ ist einfach Ringen, inklusive solcher Sachen wie Mixed Martial Arts oder Lucha Libre. Echter Kampfsport. Und den kann man auch professionell betreiben. Das andere heißt „Pro(fessional) Wrestling“. Lädt ja zu Verwechslungen ein!

  3. CharlyBrown

    Baranda, du siehst das mit dem Schiri-Pfiff richtig.
    In den Amateurligen funktioniert das ja.
    Die eigentliche „Barriere“ für taube Spieler im Profifussball ist:
    Täglich mehrere Stunden Training wobei die Trainer taktische Anweisungen
    geben und die Spieler müssen augenblicklich reagieren usw.
    Kein Profitrainer ist bereit, wegen einem tauben Spieler (und sei er noch so gut)
    ständig unterbrechen und dem tauben Spieler extra was erklären usw.
    In den Amateurligen lassen die Trainer einen tauben Spieler einfach „mitlaufen“ etc.

  4. Oh, daran hatte ich gar nicht gedacht, dank Dir Charly!

  5. So erklärt sich dann auch, warum Gehörlose, vielleicht auch Schwerhörige (Ergänzung: unter Normalhörigen) in den Sportarten erfolgreicher sind, wo man in 1:1-Beziehung zum Trainer arbeitet. Wie eben Ringen, der von Dir erwähnte Hürdenläufer oder Motocross? Und bei Mannschaftssportarten dann eher die gesamte Mannschaft ohne Hören ist?

  6. CharlyBrown

    nqlb, wenn eine Gehörlosenfussballmannschaft gegen eine hörende Mannschaft spielt, hat der Schiri zusätzlich zur Pfeife eine kleine Fahne in der Hand, die er
    hebt und winkt. Dazu auch Linienrichter mit so einer Fahne.
    Klar der Spieler am Ball sieht das auch nicht sofort, aber die anderen Spieler
    signalisieren ihm die Spielunterbrechung.
    Klar, manchmal bemerkt der taube Spieler am Ball erst etwas später.
    Es gab früher einige Gehörlosen-Mannschaften, die in den Ligen der
    Hörenden mitgespielt haben. Meines Wissens gibt es heute keine
    Gl-Fussballmannschaft, die in den Ligen der Hörenden mitspielt.
    Die guten Gl-Spieler sind alle in hörenden Vereinen und spielen daneben
    in Gl-Mannschaften um die Gl-Meisterschaften.

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