Richtig Rechnen: Die Arithmetik von Behinderung, chronischer Krankheit und Makel

Wenn Du bereits eine Behinderung oder chronische Krankheit hast, heißt das nicht, dass Dir nicht obendrein noch anderes widerfahren könnte. (Der Zahlenstrahl ist offen.)

Wenn Du etwas, das Du für einen Makel hältst, entfernen läßt, wirst Du dadurch nie zu jemand, der es nicht hat, sondern allenfalls zu jemand, der es einmal hatte und entfernt hat. (Addition statt Neubeginn.)

Und es kann gut sein, dass es Dir hinterher fehlt — auf Weisen, die Du Dir nie hättest träumen lassen. (Subtraktion ist ein Gefühl.)

Auch durch noch so viel Teilen kannst Du es nie ganz zum Verschwinden bringen. (Division ersetzt nicht persönliche Auseinandersetzung.)

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12 Antworten zu “Richtig Rechnen: Die Arithmetik von Behinderung, chronischer Krankheit und Makel

  1. Nur für Multiplikation ist mir noch kein gutes Beispiel aufgefallen…

  2. Als erstes ist mir eingefallen:
    Das einfache Vervielfältigen bringt auch nur ein Produkt der Einzelfaktoren hervor, nichts unbedingt Neues, Besseres.
    Das ist aber ausbaufähig und verschönerbar.

  3. Ach nee, das ist ja schon Division; na, dann weiiß ich’s auch nicht; Hab’s nicht mit dem Rechnen, aber der Gedankengang gefällt mir!

  4. Multiplizieren wäre vielleicht: Sich mit anderen (ähnlichen) verbinden? Erschafft auf jeden Fall eine größere Menge, erschafft eine andere Identität als das Einzelwesen (Multiplikation = viele Leute mit Schwächen erzeugen als Summe/Gruppe wieder eine gewisse Stärke, auch wenn die „nur“ gefühlt ist).

    Ähm. Naja, so in der Art.

    Wenn Division den Versuch des Wegmachens, „zum Verschwinden bringen“, umschreibt, wäre Multiplikation logischerweise ein „Vermehren, Hervorheben“. Behinderung hervorheben, Makel vermehren? Multiplikation wäre dann die erhöhte Aufmerksamkeit darauf, das Aufblähen, die Verzerrung – sich vor allem über den Makel definieren.

  5. Janina, was hieße denn in dem Fall vervielfältigen?

    Pia, ja, aufblähen, alles damit verbinden und „malnehmen“, irgendwie so könnte das gehen. Hmm, mal weiterüberlegen…

  6. Vervielfältigen schon im Sinne von Multiplizieren. Aber ich sah das nicht so positiv wie Pia. Eher negativ im Sinne von nichts neues produzieren, sondern nur immer wieder das gleiche herstellen. Ist also eigentlich gar nicht richtig…

  7. Stimme Dir zu … in allen Nuancen.

  8. Ich glaub ich geb’s erstmal auf. So richtig fällt mir zu Multiplizieren/Malnehmen nichts ein. Dachte gerade noch sowas wie dass man’s immer mit „Produkten“ zu tun hat, die Ergebnis von Mehrerem sind, aber ist vielleicht auch bißchen abstrakt und nichtssagend…

  9. vielleicht ist multiplizieren damit machbar, dass mit Behinderungen und/oder chronische Erkrankungen einerseits zwar bestimmte (Fähigkeits-)Bereiche nicht mehr zur Verfügung stehen, aber dafür dann andere Fähigkeiten verstärkt werden?
    Was mir in Bereich Hören/Gehörlosigkeit auffällt ist, dass ich dann vermehrt auf dem Bereich Sehen stärker bin. Ist in fast allen Bereichen so, Blinde können andere Fähigkeiten besser als Sehende usw. usf.
    Vielleicht wäre diese Richtung diejenige, die euch besser gefällt?

  10. Ja, man könnte das vielleicht „Punkt- geht vor Strichrechnung“ nennen oder „Multiplikation vor Subtraktion“: Konzentriere Dich nicht auf das was Dir durch den Makel genommen wurde, sondern darauf, wie Du ihn produktiv nutzen kannst. Das wäre dann so etwas wie Schwäche als Methode.

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