Jahresendfigur mit Böllern

Schon lange hat mich kein ganzer Supermarkt mehr angestarrt. Und das kam so:

Als erstes muss man dazu wissen, dass ich in Sachen Silvesterzündelei sehr wählerisch bin. Jedes Jahr wache ich am Morgen des 31. auf und überlege, wonach mir dieses Jahr der Sinn steht. Heute morgen wachte ich mit zwei Begriffen im Kopf auf: Knallfrösche. Und Raketen. Und zwar genau drei. Das ist nicht viel, dachte ich mir — wie sich herausstellte, war es zumindest für die Drogerie an der Ecke aber zuviel verlangt. Denn wie Ihr ja selber merkt, der Trend geht zum Batteriefeuerwerk. Riesengroß und teuer, sicher schön, aber eben nicht das was ich wollte. Zur Dynamitpackung, groß genug um die S-Bahn endgültig lahmzulegen. Und zur Gemischtwarentüte mit allerlei Unsinn.

Außerdem muss man wissen, dass die Leute sich immer die bescheuertsten Momente aussuchen, um sicherzugehen, dass ich wirklich verstanden habe, was sie mir sagen wollten. In diesem Fall hatte die Kassiererin anscheinend schon zwei-, dreimal quer durch den Raum gebrüllt — doch weil ich so ins Suchen vertieft war und ins Überlegen, wie ich meine Knallfrösche und drei Raketen aus verschiedenen Paketen zusammensetzen und den Rest wegschmeißen/verschenken könnte, hatte ich nichts davon mitbekommen.

Als ich aufsah, war ich das Zentrum allgemeiner Aufmerksamkeit. Ein Kind hing am Arm seiner Mutter und starrte mich fasziniert an. Ein Rentner mit Rollator schien kurz davor, eingreifen zu wollen. „Wie bitte?“ fragte ich geübt ins Blaue.

„Auf Feuerwerk gibt’s heut 20 Prozent!“ Äh, ja. Na dann. Gekauft. Ich wünsche Euch allen guten Rutsch!

11 Antworten zu “Jahresendfigur mit Böllern

  1. Merci, vielen Dank für diese Geschichte, die mir heute ein Grinsen ins Gesicht gezaubert hat. Guten Rutsch und gute Böllerei

  2. Dankeschön! Überlebt. Und nun ein glorioses 2012!

  3. Regenbogen

    „Lol“

    Ein Glück, daß ich grundsätzlich nicht böllere, da muß ich mir um solche Dinge wie Zusammensetzung von Feuerwerk keine Gedanken machen.

    Ist schon ärgerlich genug, daß man sich kaum in den Jahresendgottesdienst trauen kann (und auch schon Tage vorher kaum auf die Straße), weil da Horden von grölenden Jugendlichen rumstreunen, die es wahnsinnig witzig finden, mit ihren Knallern gezielt auf Menschen zu werfen.

  4. „Schon lange hat mich kein ganzer Supermarkt mehr angestarrt.“
    Wohl der schönste Blog-Artikel-Einstiegssatz des Jahres 2011. Vielen Dank dafür und ein glückliches neues Jahr!

  5. Regenbogen, freut mich, dass ich Dich erheitern konnte😉

    Jens, schon für 2012 wäre ich gerührt über das Lob, aber für das komplett abgelaufene 2011?! Dankeschön und Dir auch ein glückliches Jahr!

  6. Pia Butzky

    Böller? Zum Glück kann man die Hörtechnik ausschalten, ein kleiner Vorteil schon am Jahresanfang.😉 Tonloses Gucken ist sehr schön, es gibt ja tolle neue Leuchteffekte in der Feuerwerksmode. (Die Herstellung ist aber leider noch nicht moderner geworden, z.B. Kinderarbeit, giftig, schlecht bezahlt). Na, ist ja bekannt.

    Ein gutes neues 2012 in die Runde!

  7. „Tonloses Gucken“ — allerdings.🙂 Dir auch ein gutes 2012!

  8. Sagen wir so: Es ist der einzige Blog-Artikel-Einstiegssatz von 2011, der mir noch 2012 im Gedächtnis geblieben ist.😉

  9. Danke. Ein schöner Text!

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