Frage des Tages: Wie stellt man eigentlich mit Gebärdensprache Klänge und Geräusche dar?

Wie kann man Geräusche zeigen? Wie stellen Menschen, die nie gehört haben, Klänge dar?

Wer sich dafür interessiert, lese bitte mal diesen Kommentar. Der gibt Antwort und einen kleinen, hochspannenden Einblick in die Möglichkeiten.

10 Antworten zu “Frage des Tages: Wie stellt man eigentlich mit Gebärdensprache Klänge und Geräusche dar?

  1. So selten guten Kommentar zur Beschreibung der gebärdensprachlichen Ausdrücken gelesen!🙂 Ich nehme Geräusche und Klänge eher haptisch wahr und kann die haptische Wahrnehmung schon gut auf Gebärdensprache beschreiben. Wie Klänge „klingen“, weiß ich allzu wenig😉

  2. Der Kommentar von Ootch ist klasse und es stimmt auch für die Deutsche Gebärdensprache. Wenn man das Zuschlagen einer Tür gebärdet gehört einfach dazu, dass das Mundbild BAAAAM „sagt“.
    Für mich als Flotthörende (find das ein klasse Wort) ist es manchmal schwierig Geräusche in Gebärdensprache darzustellen. Kann aber von Zeit zu Zeit wichtig sein, wenn sich Hörende z.B. umschauen oder gestört fühlen und die Gehörlosen nicht wissen, was los ist.
    Noch viel schwieriger ist es aber für mich vorstellbar, was Gehörlose damit anfangen können. Klar, die zuschlagende Tür erzeugt Vibrationen, die man wahrnehmen kann, etc. Aber z.B. die Wellen einer Brandung?
    Aber spannendes Thema.😉

  3. CharlyBrown

    Ootch hat gut beschrieben wie Geräusche in Gebärdensprache dargestellt werden.
    Etwas möchte ich ergänzen:
    Nur ein Teil der Gehörlose sind 100% taub.
    Ein grosser Teil der Gehörlosen hat mehr oder weniger Restgehör.
    Mit oder ohne Hörgerät können diese Gehörlosen Geräusche wahrnehmen
    und unterscheiden.
    Darum ist bei vielen Veranstaltungen der Gl laute Musik dabei und die
    Gl tanzen auch gern.
    Das erstaunt manche Hörende, die erstmals zu solchen Veranstaltungen kommen.
    Ich habe solchen Hörenden schon oft erklären müssen, das diese Gehörlosen
    Musik wahrnehmen, ihr Hörvermögen aber nicht für Lautsprache reicht und
    sie darum Gebärdensprache brauchen.

  4. @ Benedikt – Natürlich seid ihr Gehörlosen die wahren Meister, um Klänge zu gebärden. Wir Hörenden können das nur sehr amateurhaft nachahmen und staunen immer wieder über eure Ausdrucksstärke.

    @ Charly Brown – gut, dass du das erwähnst. Da denken die Hörenden in der Tat selten dran.

    @ not quite – wie wäre es denn mal mit Gebärdensprache lernen? Nicht, weil du schwerhörig bist, sondern einfach nur aus linguistischem Interesse. Es lohnt sich – die Gebärdensprache ist ausdrucksstark, hat eine wundervolle Poesie und ist grammatikalisch und ethymologisch sehr spannend. Es ist bei weitem die Sprache, die sich am meisten von allen anderen Sprachen unterscheidet. Sie hat viele aufregende visuelle Konzepte, die keine oder nur schwerfällige Equivalente in Lautsprachen haben. Für jemanden, der sprachbegeistert ist, kann ich nur die Gebärdensprache empfehlen. Sprachwissenschaftlich gesehen ein nicht endender Leckerbissen (und dazu kommen dann noch die sozio-kulturellen Vorzüge). Es ist einfach die schönste Sprache der Welt🙂 Grins, ok ich geb zu, vielleicht bin ich nicht ganz unvoreingenommen…🙂

  5. >wie wäre es denn mal mit Gebärdensprache lernen?

    Ich möchte das seit geraumer Zeit machen.🙂 Wäre auch ein schönes Projekt für dieses Blog. Im Moment hindern mich die Umstände leider noch, aber das wird bald kommen, hoffe ich…

  6. Dann bekommst Du von mir auch noch einen Impuls in die Richtung! Ich kann mich Ootch nur anschließen. Die Gebärdensprache hat etwas einzigartiges, zugleich wunderbares, sehr gefühlvolles und emotionales, ausdruckstarkes irgendwas, das ich nie wieder missen möchte. Es gibt soooo viele Situationen im Alltag von hörenden Menschen in denen Gebärdensprache super wäre – aber leider können die wenigsten Hörenden gebärden…
    Ein weiterer Vorteil: Man kann über landesgrenzen hinweg kommunizieren. Zwar sind die Gebärdensprachen nicht identisch, haben aber viel gemeinsam. Ich habe einmal mit einem Gl Spanier gebärden können. Wir haben uns 10 Minuten unterhalten und er kann kein Deutsch und ich kein Spanisch – trotzdem konnten wir kommunizieren – das war so ein schönes Erlebniss.

  7. Hallo beethoven,

    also ich kann auch Gebärden, ich wurde schon oft gebeten Dolmetscher für gehörlose Freunde zu spielen. Das Problem ist dass sich die DGS von der deutschen Lautsprache unterscheidet also eine ganz andere Grammatik hat. Ich verwende daher gerne LBG.

    Das ist besser weil dort die Grammatik erhalten bleibt.

  8. Also wenn, dann würde ich glaub ich lieber eher DGS oder ASL lernen. Gerade dass sie unterschiedliche Grammatik haben reizt mich.🙂

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