Wenn das Wichtigste das ist, was NICHT gesagt wurde…

…kann man dann wissen was dies ist, ohne verstanden zu haben, WAS gesagt wurde?

9 Antworten zu “Wenn das Wichtigste das ist, was NICHT gesagt wurde…

  1. Hmm.. das klingt wie ein Koan. Manchmal weiss man es, aber manchmal weiss man es nicht. Es kommt auf den Kontext an. Ohne den nötigen Kontext wäre es wohl schwierig, das zu wissen.
    Gruss Timetohear

  2. Das kommt aus der Zen-Meditations-Praxis.
    Ein Koan ist ein Paradox, etwas unlogisches, oder etwas, was zum Nachdenken anregen soll. Es kann auch ein Rätsel sein. So etwas wird von einem Zen-Meister einem Schüler gestellt, es kann auch eine Frage sein, die man verstandesmässig nicht lösen kann. Man weiss, die Frage kann nicht gelöst werden. Trotzdem lohnt es sich der Frage auf den Grund zu gehen. Wenn sich das Denken erschöpft hat, dann kommt es zu einer echten Erfahrung. Man kann ein Koan nur verstehen, in dem man in den eintaucht.
    Aber kein Koan und keine Worte können die Erleuchtung reflektieren. Trotzdem weisen sie ein Stück des Wegs zur Erleuchtung.

    Beispiele für einen Koan : Was ist der Ton einer Hand ? Oder : Alles geht auf das EINE zurück – auf was geht dann das EINE zurück ? Man strebt bei der Zen-Meditation einen bestimmten Zustand an, den die Japaner mushotoku nennen, ohne Zielstreben, ohne Profit. Und ich denke, genau das hast Du hier hingeschrieben : Ein Koan. Denn das regt zum Nachdenken an. Es liest sich auch so wie ein Koan. Weiter gibt es dazu auch noch etwas mehr darüber zu lesen in Wikipedia : http://de.wikipedia.org/wiki/Kōan

  3. Kann man, muss man aber nicht!

    Aus dem Kontext heraus, durch andere Sinne erfasst oder durch Fehler gelernt, kann man das Wichtigste nicht Gesagte wissen. Durch die Fehlinterpretation kann es auch in die verkehrte Richtung gehen, und somit wäre es ein Unding dies zu verlangen.

    Koan ist wirklich passend, danke für die neue „Vokabel“… : „Ein Kōan ist im chinesischen Chan- bzw. japanischen Zen-Buddhismus eine kurze Anekdote oder Sentenz, die eine beispielhafte Handlung oder Aussage eines Zen-Meisters, ganz selten auch eines Zen-Schülers, darstellt.“ (Wikipedia)

  4. Sehr interessant. Ein echtes Paradox, das Hörende aber oft ernst meinen: “Sagen Sie einfach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben.” Manchmal weiß man ja gar nicht, dass man etwas nicht gehört bzw. verstanden hat. Und wenn etwas nur in Worten mitschwingt, aber nicht gesagt wird, und man dann diese Worte auch nicht versteht – dann kann man höchstens an der Reaktion der anderen wahrnehmen, dass etwas Bedeutsames in der Luft liegt.

  5. ja klar, kann man – ist übringes offensichtlich: denn wenn Du nicht gemerkt hättest, dass das Wichtigste etwas ist, was nicht gesagt wurden, könntest Du diese Frage gar nicht stellen …

  6. Ich würde sagen, dass wir damit auch Zen-Meditation betreiben, und zwar permanent. Man braucht nicht unbedingt einen Meditationssitz, und eine Buddhastatue😉, aber wenn ich mir so unser Leben anschaue, so gleicht es tatsächlich einer Zen-Meditation. Auch wenn man zunächst das nicht annehmen würde, gibt es handfeste Gründe dafür . Wie dieses Paradoxon oben, das Du hier uns eben gezeigt hast. Denn jemand mit einer Hörbehinderung muss die ganze Zeit konzentriert sein. Er muss achtsam sein, was um ihn herum passiert. Und er muss zugleich auch in sich hineinhorchen. Aber entspannend ist das nicht immer. Ziemlich selten kommt die Erleuchtung in dem Sinne..😉. Und wenn sie kommt, dann kommt sie in dem Sinne, wie ein Aha-Effekt, aber eben gewaltig leuchtend, plötzliches Begreifen. Aber ob man das in eine Zen-Meditation verwandeln könnte.. Das weiss ich nicht. Doch die Ähnlichkeit damit ist für mich ziemlich deutlich. Der einzige Unterschied : Man ist hinterher müde, und nicht gerade entspannt.

  7. Nachtrag : Mir ist noch eingefallen, dass die Hörenden gar nicht ahnen, dass sie uns damit ständig in eine Zen-Meditation versetzen😉

  8. Sehr interessant, was Ihr da schreibt. Ich glaube, spätestens beim Nachdenken darüber ist das Ganze für mich auch zum koan geworden. Ebenfalls danke für die Vokabel, timetohear. Und nebenbei: Wenn ich länger einem Gespräch zuhöre, und dann fragt mich auf einmal jemand etwas, dann kann ich manchmal gar nicht sofort reagieren, muss erst aus der Meditation aufwachen.

    Ich glaube übrigens, der Knackpunkt liegt darin, was das Wichtigste ist und wie man feststellt, was es ist. Das kann ja auf ganz unterschiedlichen Ebenen liegen, die jeweils mit unterschiedlichen Sinnen zugänglich sind (also manchmal für die Augen unzugänglich, manchmal nicht). Und manchmal weiß man ja sogar schon vor einem Gespräch, was das Wichtigste ist. ; )

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