Kleine Frage: Wie werden eigentlich Hörakustikerinnen und Hörakustiker bezahlt?

Das frage ich mich, seit ich erzählt bekommen habe, dass das Grundgehalt bei angestellten Hörakustikerinnen und Hörakustiker mies sei und oft erst eine verkaufsabhängige Prämie dafür sorge, dass es einigermaßen zum Leben reiche. Das wären ja nicht gerade die richtigen Anreize für optimale Kundenbetreuung.
Stimmt das? Kann da jemand etwas zu sagen?

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13 Antworten zu “Kleine Frage: Wie werden eigentlich Hörakustikerinnen und Hörakustiker bezahlt?

  1. Wäre wirklich extrem schade. Ich kann gar nicht in Worte fassen, was ich meinen Akustikern (alle beim selben Unternehmen) zu verdanken habe.

  2. Wenn das so sein sollte, finde ich das sehr schade, da meine Akustiker immer top waren. Ich hatte da grosses Glück mit meinen Akustikern. Aber fragen könnte man mal, denn ich weiss nicht ob die bei uns in der Schweiz einen anständigen Lohn haben ( das hoffe ich sehr, denn sie haben einen sehr anspruchsvollen Beruf. )

  3. Ich bin Hörgertäteakustiker und angestellt. Keine Angst, Hörgerträteakustiker sind in der Regel nicht unterbezahlt. Manchmal gefühlt, aber das geht jedem zeitweise so ;-). In unserer Branche haben wir seit Jahren einen ausgeprägten Fachkräftemangel. Als Geselle braucht man nicht mal eine Bewerbung schreiben um einen neuen Job zu finden, Anruf genügt in der Regel. Das gilt aber leider nur für Hörgeräteakustiker die Gesellen oder Meister sind. Durch Seminare oder interne Weiterbildungen erreichte Diplome sind auf dem freien Arbeitsmarkt nicht zu gebrauchen. Diese Mitarbeiter haben eine geringere Gehaltsstruktur und sind in Ihren Firmen oft etwas „gefangen“. In meiner Firma werden keine Prämien oder Umsatzbeteiligungen bezahlt, aber auch für münchener Verhältnisse gute Gehälter. Leider ist durch den Kostendruck in großen Firmen, ein Aufsichtsrat möchte auch Geld verdiene und natürlich auch der Investor, nicht immer ein gelernter Hörgeräteakustiker anwesend. Diese passt aber dann natürlich auch keine Hörgeräte an sondern verkauft nur Batterien oder reinigt die Hörsysteme.

  4. Hallo Zusammen,
    Das Einkommen ist wesentlich von den jeweiligen Anforderungen abhängig. Daneben werden in der Regel Berufserfahrung und Verantwortlichkeit berücksichtigt.

    Neben einer Grundvergütung werden teilweise Zulagen und Sonderzahlungen wie 13. Monatsgehalt, Urlaubsgeld und vermögenswirksame Leistungen gezahlt. Es treten regionale und branchenabhängige Einkommensunterschiede auf.

    Bei dieser Tätigkeit kann die tarifliche Bruttogrundvergütung beispielsweise € 1.983 bis € 2.320 im Monat betragen schreibt die Datenbank der AfA.

  5. Mies ist meiner Einschätzung nach ganz anders. Ich hatte meistens fürstliche Gehälter (jedenfalls besser als StudienabgängerInnen),, sowohl in der Ausbildung als auch als Meisterin, in der Schweiz und auch in Österreich (über den deutschen Markt kann ich keine Aussage treffen). Aber es stimmt, dass es Anreize gibt, je nach verkaufter Stückzahl oder Hochpreisigkeit der Geräte. Bei mir gings da konkret um die Größe des 13. Monatslohnes, der meist in vollem Umfang für Steuerzahlungen eingesetzt wird. Bricht der dann ein, kann es schon schmerzvoll sein. Aber wie gesagt, dass sind Klagen auf hohem Niveau. Jedoch gebe ich Dir vollkommen recht: es steht hier Grundversorgung kontra Marktwirtschaft, und die Motivation ist bei beiden unterschiedlich.

  6. Vielen Dank! Das klingt ja bisher eher nach Entwarnung. Wobei ich wirklich denke, weder verkaufte Stückzahl noch Hochpreisigkeit sollten Auswirkungen auf Gehalt oder Prämien haben oder allenfalls kombiniert mit so etwas wie „Anzahl zufriedener Kundinnen und Kunden.“

  7. Ich habe 2008 meine Ausbildung bei einer Akustiker-Kette abgeschlossen und danach ein Studium im gleichen Bereich angefangen. Das damalige Einstiegsgehalt betrug 1400€ (brutto). Da wäre ich nicht so glücklich mit gewesen. Über Provisionen bin ich nicht sicher, aber ich weiß das Kollegen während meiner Ausbildung Provisionen bekommen haben. Jedoch habe ich nie mitbekommen das der Kunde etwas anderes bekommen hat als er wollte. Wäre ja auch ein Schuss ins eigene Bein…

  8. Langfristig ja, auf jeden Fall. Wäre ja mal interessant zu wissen wofür es so Provisionen waren…

  9. Moin Moin!
    Ich lese ab und an hier in deinem Blog, war aber schon länger nicht mehr da, deswegen ein verspätete Reaktion 🙂

    Ich bin selbst Hörgeräteakustikermeister und kann meiner Erfahrung nach sagen, dass wir als Handwerker im Vergleich zu den „klassischen“ Handwerken wie Maler, Maurer etc. in der Ausbildung ganz schlecht da stehen. Als Geselle liegt das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung im Schnitt schätzungsweise bei ca. 1700€ brutto… Je nachdem ob man nun in einem Provisionssystem ist oder nicht, korrigiert sich der Betrag noch nach unten.
    Als Meister (in meinem Fall ziemlich junger Meister) verdient man (und dass, obwohl man im täglichen Aufgabenbereich dasselbe tut) grundsätzlich fast das doppelte. (Auch hier wieder wichtig: Provision oder keine)

    Es gibt Betriebe, die ein Provisionssystem gar nicht verwenden, dort ist das Gehalt auch durchgehend annehmbar; es gibt aber auch viele Betriebe, die das Grundgehalt niedrig ansetzen und man potenziell sein Gehalt anhand der Anzahl und Güte der Hörgeräte steigern kann.

    Dass viele Akustiker auf Provisionsbasis arbeiten ist kein Geheimnis. Da sich die Hörgeräteakustik immer weiter Richtung „freier“ Markt öffnet kann man auch den Vergleich zum Autoverkäufer anstreben. Der versucht nämlich auch diverse Ausstattungspakete zu verkaufen an denen er mitverdient, ist ja auch ganz klar.

    Unterm Strich finde ich das aber gar nicht schlimm, solange der Kunde trotzdem gut aufgeklärt wird (Stichwort zuzahlungsfreie Geräte) und am Ende zufrieden mit dem Endprodukt ist. Denn wenn der Kunde zufrieden ist, dann kann auch der Angestellte Hörgeräteakustiker nur gewinnen 🙂

    Viele Grüße!

  10. Kurze Meldung aus dem Urlaub: Danke für den Kommentar! : )

  11. Simone Gleinser

    Das ist zwar ein alter Beitrag, aber meine Erfahrung stammt aus dem Jahr 2012.
    Der erste Hörakustiker, mit dem ich zu tun hatte, zeigte mir als Beispiel für ein Kassengerät ein Exemplar samt Otoplastik, das optisch den Geräten meines Vaters 30 Jahre zuvor glich.
    Bei anderen Hörakustikern bekam ich zum Testen auch Kassengeräte, die optisch modern waren und in der Hörqualität für meine Bedürfnisse den teureren des ersten Anbieters gleichwertig.
    Meine Vermutung ist, dass der erste Akustiker aufgrund von Provisionen darauf aus war mir Kassengeräte von vornherein mäßig zu machen.
    Viele Menschen scheuen sich Hörgeräte zu testen aus Angst vor hässlichen Geräten am Ohr und/oder den Kosten.
    Deshalb möchte ich gerne aufklären dem gegenüberzreten.
    Ich trage Kassengeräte, die mich pro Gerät 10€ Zuzahlung gekostet haben.
    Es gibt sicher für mehr Zuzahlung bessere Geräte, aber in meinem Fall sind diese wirklich ausreichend.
    Die meisten Menschen, denen ich begegne sind überrascht, wenn ich sage ich trage Hörgeräte, das war ihnen nicht aufgefallen obwohl ich extrem kurze Haare trage.

  12. In der Tat, man sollte sich genau ansehen, was für man braucht, was ausreicht. Ich denke auch, man sollte mindestens zwei Kassengeräte mal ausprobieren.

  13. Die Sache mit den Provisionen stimmt mich etwas nachdenklich, denn in meinem Austestungsjahr 2012 hatte ich mich für ein Hörsystem mit offener Versorgung entschieden.
    Damit sind die Lautsprecher direkt vor dem Trommelfell plaziert und es leitet ein Draht vom HdO (HinterdemOhr) Gerät in den Gehörgang. Ich trage sg. Hörcomputer und mir geht es wirklich nicht um klein, kleiner, am kleinsten, weil die Verstärkungsleistung erreicht werden muss. Selbst mein allererstes „klobiges“ HdO war größer als mein eigenes Ohr und ich war so froh, nicht einen Kasten vor der Brust tragen zu müssen. Dafür saß in der Othoplastik (individuell angepasste Plastik der Ohrmuschel als Halterung für den Schlauch) ein „Mann im Ohr“ (aus Modelleisenbahn) und mich sprachen immer wissbegierige Kinder an.
    Leider bekam ich das gewünschte Hörsystem nicht, denn diese wurden nicht mehr verkauft. Lt. Krankenkasse sollte ich zu den Kassengeräten greifen, denn das würde meinen Hörverlust ausreichend und zweckmäßig decken. Wegen meines ersten Kindes, welches ich in seiner Sprachlernphase nicht verstehen konnte, habe ich über einen Anwalt Unterstützung erhalten und erkämpfte das „zweite“ von mir ausgetestete Hörsystem mit Schallleitungsschlauch. Es muss wirklich nicht immer das allerneueste sein.
    Wurde von meinem priv. Akustiker immer sehr höflich behandelt und auch gern zu Zusatzkäufen animiert, aber dass sollte doch jeder Hörgeräte/CI-träger selber entscheiden. Ansonsten habe ich nichts gegen Provision, wenn es denn Leistungs- und Service bezogen ist und nicht vom Budget des Kunden. (denn dieser kann zw. Kassen- und Zuzahlungsgerät wählen)
    Preisvergleiche über Internet oder direkt ab Werk…. sprengen das Thema und am Geld wird immer gefeilscht.

    Mir ist ausdrücklich das Hören und Verstehen wichtig, denn nicht hören trennt von der Gesellschaft, macht einsam und mürrisch.
    Meinem link: https://www.ausbildung.de/berufe/hoergeraeteakustiker/gehalt/
    zufolge ein Beruf mit Zukunft!

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