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Noch einmal: Sind Behinderte die besseren Arbeitnehmer?

Aufmerksamen Lesern dieses Blogs wird sie bekannt vorkommen — die Überschrift, unter der gerade ein Gastbeitrag von mir für die aktuelle Caritas-Kampagne erschienen ist: Klick hier!

Die Caritas fordert dort für Schule, Politik und Arbeit ein inklusives Miteinander. Ich habe daraufhin versucht, mal pointiert zusammenzufassen, wie ich über Behinderung, Arbeit, Job- und Personalsuche denke. Und ich hoffe, es reizt Euch zu Widerspruch, Zustimmung oder Kommentar.

Als nächstes schreibe ich dann hier mal wieder Beiträge, versprochen!

Sind Behinderte die besseren Arbeitnehmer?

Seit einiger Zeit sitze ich von morgens bis abends nur noch vor dem Rechner und tippe. Spannende Berichte über echte Erlebnisse sind darum leider etwas selten geworden. Darum auch heute wieder — (hoffentlich) spannende Gedanken. Die Kommentare gestern haben mich daran erinnert:

Man hört ja immer mal, dass es Arbeitgeber gibt, die Behinderte nicht gerne einstellen. Zum Beispiel weil sie im Gespräch nicht so flott sind und nicht telefonieren (Schwerhörige/Gehörlose), Ansprüche an ihren Sitzplatz und den Aufzug stellen (Rollstuhlfahrer) oder vielleicht Arbeit in ihrer Freizeit erledigen (weil sie wegen ihrer Behinderung nicht zum vorgesehenen Zeitpunkt oder über die gesamte Dauer arbeiten können).

Sicher, man würde Schwerhörige kaum in ein Call-Center setzen, Gehörlose vielleicht keine Kampfjets fliegen lassen,  einen Rollstuhlfahrer eher nichts als Tierarzt auf die Weide schicken. Das würden die meisten vermutlich selbst nicht wollen. Aber sonst?

Ist es nicht so, dass Behinderte oft sogar die besseren Arbeitnehmer sind? Weil sie es gewohnt sind, Probleme zu lösen und sich mehr als normal anzustrengen? Weil sie gut über ihre Grenzen Bescheid wissen, mehr vor- und nachbereiten, vielleicht auch einfach mehr Angst um ihren Job haben? Weil es ihr täglich Brot ist oder zumindest zeitweise war, sich beweisen zu müssen — aber auch zu scheitern, daraus zu lernen und dennoch weiterzumachen?

Kurz, weil sie quasi von Haus aus vieles von dem mitbringen, das man neben der fachlichen Qualifikation noch braucht, um erfolgreich zu sein? Und das auch noch ohne dafür mehr Lohn zu verlangen.