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Schlurpf, machte das elektrische Ohr und begann zu arbeiten

Jetzt ist es soweit. Das elektrische Ohr wird in Betrieb genommen. So richtig mit regelmäßigen Inspektionen, in die Werkstatt bringen, Mechaniker Mechatroniker Techniker und wahnsinnigem Stromverbrauch. Nur ne lange Verlängerungsschnur schlepp ich nicht mit mir rum.

Direkt vorher war ich noch nachdenklich: Saß im Wartezimmer und blickte auf eine Zeitschrift hinab. Und merkte, wie unheimlich visuell ich gepolt bin. Das Zucken der Augen von der Zeitschrift hoch, unruhig. Immer wenn wer vorbeiläuft oder reinkommt. Nicht weil ich aufgeregt bin, sondern weil ich sonst nicht weiß, was abgeht und nicht höre, wenn ich gerufen werde. Ob sich das wohl ändert, wenn ich mehr höre? Ob es entspannender wäre? Wäre es ein Verlust, die Leute weniger gut lesen zu können?

Kurz darauf drückt mir mein Techniker die Spule in die Hand, etwas größer als ein 2-Euro-Stück. Die soll an meinen Kopf. Aber wo? Ich bin mir trotz viel Tastens nicht sicher wo genau der Teil des Implantats liegt, wo die Spule hinsoll. Ich suche. Dann: Schlurpf. Die Spule springt an meinen Kopf. Wow, das ist ja wirklich ein ganz eigenartiges Gefühl. Man muss gar nicht viel suchen, die weiß selber wo sie hin will. Funktioniert ganz ohne mich. Ach, genau wie Magnetschmuck, beruhige ich mich.

Und ich habe gleich das erste Geräusch gefunden, dass ich niemals hören werde. Denn das schlurpf stelle ich mir natürlich nur vor. So fühlt es sich an. Und ich werde nie wissen, ob es das wirklich macht, weil ich zu dem Zeitpunkt nie was hören werde. Das Ohr kann sich nicht selbst beim Hören zuhören. Was die anderen erzählen (es macht kein Geräusch) ist mir egal. Für mich macht es ab heute jeden Morgen: Schlurpf.

Und wie hört es sich an damit? Erzähle ich gleich….