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Du findest Hörgeräte doof, willst lieber gut aussehen? Ab nach Thailand

Brauchen tu ich’s ja nicht. Aber ich überlege, ob ich beim Bewerbungsgespräch ein Hörgerät anziehe. Läßt mich einfach kompetenter wirken. Schonmal gehört sowas? Ich auch nicht. Aber das ist wirklich alles eine Frage der Perspektive. Und Reisen hilft, das zu erkennen.

Not quite like Beethovens Hörgerät

Im Gegensatz zu Brillen haben Hörgeräte ein echtes Imageproblem. Brillen sind schick – und machen intellektuell. Aber Hörgeräte? Naja. Außer ein paar Star-Trek-Freaks kenne ich persönlich niemanden, der die Dinger wirklich schön findet. Ich übrigens auch nicht. Habe immmer versucht, sie durch Farbwahl und durchsichtige Ohrstücke zum Verschwinden zu bringen. Bunte Geräte fand ich allenfalls bei Kindern und Jugendlichen gut. Wobei man dazu sagen muss, dass ich seit 10 Jahren sehr kurzhaarig bin. Jetzt hab ich die auf dem Bild. Und was mir mit denen passiert ist, gleich nach dem Klick. Weiterlesen

Nicht so arrogant sein auf Geschäftsreise…

…auch wenn das Geschäft zufällig Terrorismus heißt. Al-Quaida jedenfalls ist im Irak, so scheint’s, nicht mehr so gern gesehen. Die Normalbevölkerung hat die Schnauze voll. Behauptet zumindest das Combating Terrorism Center der US-Militärakademie West Point hier.

Sicher, solche Publikationen sind mit großer Vorsicht zu genießen, das schreiben sogar die Autoren selbst. Aber ich finde es irgendwie beruhigend, dass Extremisten und Fanatiker scheitern wenn sie denken, sie könnten einfach irgendwohin fahren und mit ihren Vorstellungen den Laden der Einheimischen schmeißen. Gerade an so nur scheinbar kleinen Dingen wie überzogenen Erwartungen, Übermotivation und Arroganz.

Martin Gehlen faßt die Studie im heutigen Tagesspiegel nett zusammen:

Als […] Grund für den Misserfolg nennen [die Autoren] die überzogenen Erwartungen der ausländischen Kämpfer. Von der globalen Dschihad-Propaganda angelockt hätten viele gedacht, sie kämen sofort zum „heldenhaften Einsatz“ und waren nicht auf den beschwerlichen Alltag von Aufständischen vorbereitet. Spannungen zwischen ausländischen und irakischen Kämpfern waren die Folge: Auf der einen Seite übermotivierte, arrogante Al-Qaida-Freiwillige, die keine Ahnung von Land, Kultur und Dialekt hatten, sich schwer verstecken ließen und wenig auf eigene Faust ausrichten konnten. Auf der anderen Seite die Iraker, die eher pragmatisch dachten und mit der importierten Dschihad-Rhetorik wenig am Hut hatten.

Tja, interkulturelle Zusammenarbeit ist nicht so einfach…