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Wie Nichthören an die Dinge bindet. Zumindest an die Espressomaschine

Wer keine dieser Cafeteras zum auf den Herd stellen hat, verpaßt was. Es gibt keinen schöneren Kaffeeton — vor allem morgens und vor allem auf einem Gasherd: Dieses leise Zischen und Brausen der Flamme, die unten an der Espressokanne leckt …  Allein dafür habe ich jahrelang direkt nach dem Duschen ein Hörgerät angezogen. Filterkaffeemaschinen röcheln dagegen nur vor sich hin. Der Mühe nicht wert. Richen tut der Kaffee ja sowieso.

Meine neue Espressomaschine macht zwar wunderbaren Kaffee, aber ganz schlimme Geräusche. Wie ein Generator. Eigentlich ein Grund, sich über den Hörverlust und die morgendliche Stille zu freuen. Leider muss ich ihr dann aber den ganzen Brühvorgang über die Hand auflegen.

Das ist natürlich ein Luxusproblem. Weil ich die Maschine nicht einfach benutze, sondern aus ihr das Optimum herauskitzele. Sie davon überzeuge, die Beste zu sein, die sie sein kann! Denn: Ich unterbreche den Brühvorgang an einer ganz bestimmten Stelle kurz und starte sie dann wieder. Mit Hörzeugs in den Ohren bin ich dabei frei zu tun was immer ich will: Müsli vorbereiten. Benommen aus dem Fenster starren. Oder ein paar Worte mit dem lieben Gast wechseln. Wenn ich den Punkt zum Ausschalten höre, tue ich das.

Ohne Hörzeug dagegen höre ich diesen Punkt nicht. Ich muss die Maschine anfassen und den „Gangwechsel“ spüren. Ich kann nicht weg. Ich bin gebunden. Obwohl, wer weiß, vielleicht schmeckt der Kaffee ja gerade wegen des Handauflegens so gut?!

 

Genau 60 Kaffeebohnen für eine Tasse Mokka…

… soll Ludwig van Beethoven immer genommen haben. Nie mehr und nie weniger. Mir scheint das heute morgen etwas wenig <gähn>

Wie viele nehmt Ihr denn so, grob geschätzt, notfalls vom Pulver zurückgeschätzt?