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Kinderstimmen — oder: Die Geister, die ich rief

Die Menschheit wäre um einiges ärmer ohne die Sprüche ihrer Kinder. Mindestens aber würde einem ganzen Genre von Blogs die Amüsiergrundlage entzogen. Die Herzdamengeschichten wären nicht dieselben. Und auch die dunkle Seite müßte sich ohne Kinder-O-Ton öfters andere Würze ausdenken.

Für mich aber ist, was live aus Kindermund kommt, ein Buch mit sieben Siegeln. Kinderstimmchen und Schwerhörige, das geht nicht zusammen. Dazu noch kindliche Aussprache und sonstiges Rumgewusel, fertig sind unüberwindliche akustische Hindernisse.

Nur das Grinsen der anderen Anwesenden sagt mir, dass es lustig sein muss. Und zu Kindern selbst hab ich keinen Draht. Manchmal hatte ich schon Angst wenn ich nur wußte, dass Kinder anwesend sein würden. Weil eigentlich wollte ich ja gern mit ihnen was machen.

Ein wenig bang war mir also, als ich letztes Wochenende Freundin N. mit Mann und Kind besuchte. Und umso mehr freute ich mich, als ich merkte: Mit elektrischem Ohr und Hörgerät zusammen verstehe ich ihre Kleine einigermaßen. Ich glaube, es lief sogar sehr gut. Nachdem die Fünfjährige sich an mich gewöhnt hatte, zog sie an mir, zeigte mir ihr Zimmer und überreichte  selbstgemachte Geschenke. Sie wackelte für mich an ihrem Wackelzahn und, kurz gesagt, sie laberte mich nach Strich und Faden voll.

Puh. Wäre auf jeden Fall ruhiger gewesen ohne CI. Aber ich wollte es ja so. Jetzt ist der Geist aus der Flasche. Nur dass ich beim Memory so haushoch verlor, kann ich leider nicht auf die Schwerhörigkeit schieben…